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Absetzen von Protonenpumpenhemmern Ppi nach Langzeiteinnahme.

NPin7x7


Auch ich habe vor kurzem Omeprazol ausgeschlichen. Dabei bin ich folgendermaßen vorgegangen:

Ich habe eine dieser Omeprazol-Pillen auseinandergenommen. Darin enthalten waren tatsächlich genau 99 kleine Kügelchen (sollten bestimmt +/- 100 sein), die den Wirkstoff enthalten und abgeben, wenn sich die Pille drumherum aufgelöst hat.

Die Wirkstoffdosis pro Pille war 20mg. So war also ein Kügelchen für 0.2mg des Wirkstoffs verantwortlich.

Also habe ich mich an die Arbeit gemacht und von Tag zu Tag meine Omeprazol-Pille präpariert, indem ich jedes mal ein Kügelchen mehr herausgenommen habe. Irgendwann habe ich dann pro Tag 2 dieser Kügelchen herausgenommen und so langsam die Dosis von 100 bis auf etwa 30 Kügelchen reduziert. Ab da an habe ich es dann komplett weggelassen, ohne große Probleme. Langsamer und schonender geht es nicht!

Man muss sich nur einmal trauen, so eine Pille auseinanderzunehmen. Und keine Sorge, man kann sie auch ganz einfach wieder zusammenstecken, mit reduziertem Wirkstoff.

Natürlich hab ich ab und zu noch mal mit Sodbrennen oder so zu tun, aber das hat dann meist etwas mit meiner Ernährung zu tun. Auch das ist natürlich ein Nebeneffekt: Dadurch, dass man wieder empfindlicher auf "schlechte Essgewohnheiten" ist, gewöhnt man sich (hoffentlich) wieder bessere an ;-)

Ansonsten helfen dann wieder die üblichen Hausmittel, oder eben doch mal eine Omeprazol. Denn vereinzelt mal eine davon zu nehmen erzeugt zum Glück noch keinen großen Rebound-Effekt.

E1ntlxe


Sorry, wunder mich wirklick wie dumm die Leute sind.

Statt siCh operieren zu lAssen, wurschteln sie selber an siCh rum

Sorry, aber wenn ich solche Aussagen lese, dann wunder ich mich eher wie dumm bzw engstirnig derjenige ist, der so was verzapft %-|

Du bist nach OP beschwerdefrei, schön für Dich, aber eine OP hilft nicht jedem. Lies mal im Refluxfaden, da gibts viele, denens danach viel schlechter geht, also generalisiere so was bitte nicht. Muss jeder für sich selbst abwägen ober er / sie das Risiko eingehen will.

GLarfieqld73


Hallo,

danke für Eure umfangreichen Antworten. Leider musste ich wieder zum verhassten PPI greifen. Die Nebenwirkungen kamen dann natürlich auch wieder. Bei mir sind sie auch sehr seltsam, so dass es mir fast kein Arzt glauben mag. Nur meine Hausärztin hält hier zu mir.

Wahrscheinlich glauben mir die anderen Ärzte nicht, da die Symptome der Nebenwirkungen denen des Refluxes sehr ähneln: Bei mir kommt es zu massiven Halsschmerzen, Schmerzen in den Nebenhöhlen und starkes Zungenbrennen(ja, habs schon mal mit B12-Spritzen versucht). Zudem gesellt sich ein widerlicher Husten.

Der HNO meinte nur, dass ich die Dosis massiv hochfahren solle. Aber damit wirds bloss noch schlimmer, sogar Sodbrennen(!) stellt sich wieder ein. Ich spreche hier von einer Dosis von min. 80mg.

Wenn ich nun die PPIs weglasse, gehen Halsschmerzen und Husten massiv zurück, nur die Heiserkeit bleibt, wenn auch nicht mehr so schlimm.

Ich versuche es momentan mit 10mg Omep und Ranitidin bei Bedarf.

Leider lässt die Wirkung vom Ranitidin nach 1-2 Wochen doch massiv nach.

Es ist einfach ein Teufelskreis, zum Verzweifeln: ohne PPI massive Sodbrennen, mit dem Zeugs starke Nebenwirkungen.

Mal eine Frage: Wenn ich mal wieder absetzen sollte und das Brennen wieder richtig kommt. Was hält die Speiseröhre eigentlich aus, ohne gleich in "Flammen" aufzugehen.

Meine Angst dabei wäre eine massive Entzündung bedingt durch den Absetzprozess.

Und was mache ich eigentlich, wenn selbst das Ranitidin oder Talcid nicht mehr helfen sollte und das Brennen so schlimm wird, dass ich wieder zum PPI greifen muss? Gibts da noch was anderes? Vielleicht Schmerzmittel zum Überbrücken?

Wann tritte eigentlich eine Besserung des Rebounds ein, so dass es wenigstens nicht mehr so schlimm brennt?

Wie Ihr sicherlich merkt, bin ich ziemlich mit den Nerven fertig. :(v :(v

Wie habt Ihr das überhaupt ausgehalten, gerade das Dauerbrennen??

Ja, operieren. Das möchte ich lieber nicht, da es doch bei manchen zu massiven Komplikationen kommt, so dass es noch schlimmer wird. Beispiele gibts in den anderen Fäden ja genug. Höchstens das Linx-Band halte ich für eine Alternative.

C0or:n/eMlia59


Oh weh, das habe ich auch hinter mir. Ca. 2 Jahre war ich von Omeprazol abhängig, dann habe ich angefangen, es auszuschleichen, nach Entfernung der Gallenblase übrigens. Bei mir hat's so funktioniert:

1. Schritt

3 Tage Omep, dann 1 Tag ohne.

2. Schritt

Nachdem der 1. Schritt mehrere Wochen lang ohne Probleme funktionierte, habe ich auf 2 Tage Omep, 1 Tag ohne verkürzt.

3. Schritt

Wieder abgewartet, bis sich das eingependelt hatte, dann Verkürzung auf 1 Tag mit, 1 Tag ohne.

4. Schritt

Es hat ehrlich gedauert, bis der 3. Schritt wirklich funktioniert hat, immer mal wieder gab's Rückschläge. Irgendwann ging's dann aber doch, und ich habe den Rhythmus auf 1 Tag mit Omep und 2 Tage ohne zu setzen versucht.

5. Schritt

Wieder Rückschläge... ich mußte immer mal wieder zurück bis zum 2. Schritt, aber eines Tages stellte ich plötzlich fest: Hey, du hast seit 3 Tagen nichts genommen, und es geht!!!

Von dem Punkt an ging es langsam immer besser.

Ich habe für jeden der Schritte in dieser Auflistung gut 3-4 Wochen gebraucht, manchmal auch deutlich länger. Das Schlüsselwort ist Geduld und Durchhaltevermögen. Der Magen muß sich wieder an die eigene Säure gewöhnen, und das kann echt wehtun. Einfach mal absetzen und dann wieder nehmen wird nie funktionieren, du mußt seeehr langsam ausschleichen.

Übrigens: schläfst du mit erhöhtem Kopfteil? Damit dir nachts im Liegen nicht der Reflux zuschlagen kann?

GRarfgieldx73


Hallo Cornelia,

ja, ich schlafe erhöht. Das Bett ist vorne mit einigen Büchern aufgebockt.

Freut mich echt zu hören, dass es doch einige mit dem Absetzen geschafft haben.

Hast Du eigentlich keine Sodbrennen-Beschwerden mehr?

Während des Auschleichens hast Du keine anderen Medis gegen das Brennen genommen?

Wie lange hat das Auschleichen bei dir gedauert?

Wie lange hast Du Omep genommen und mit welcher Diagnose?

Ich hoffe, dass ich Dich nicht mit den vielen Fragen erschlage - aber der Reflux ist für mich ein wahres Mysterium. Mittlerweile bin ich deswegen arbeitsunfähig geworden und das Leben ist echt nur noch sch... :(v :(v

Viele Grüsse

Garfield

GCarfi[eld7x3


ja, der Gastro-Arzt(sogar ein Professor, hört hört!) meint übrigens, dass es gar keinen Rebound gebe. Dass die Beschwerden wiederkämen sei ein Anzeichen für die schwere der Krankheit. Deshalb--> PPIs lebenslang.

Ich halte das für Humbug, da ich vor Einnahmebeginn zwar auch Sodbrennen hatte, aber NIEMALS in diesem Ausmasse. ":/

C0orXneli|a59


ja, ich schlafe erhöht. Das Bett ist vorne mit einigen Büchern aufgebockt.

Ich habe mir damals bei einer Schaumstoff-Firma, die auch Matratzen herstellt, einen Keil zuschneiden lassen. Der kam unters Kopfteil der Matratze... und nächtlicher Reflux war Geschichte!

Hast Du eigentlich keine Sodbrennen-Beschwerden mehr?

Eigentlich nur noch, wenn ich beim Essen nicht aufpasse. Sehr fettige oder schwere Sachen können ihn noch auslösen, aber nie so schlimm, daß ich mehr als 1-2 Tage Omep brauche.

Während des Auschleichens hast Du keine anderen Medis gegen das Brennen genommen?

Naja, ab und an mal zwei Talcid, wenn ich das Gefühl hatte, jetzt könnte es Ärger geben. So zur Vorbeugung.

Wie lange hat das Auschleichen bei dir gedauert?

Grob geschätzt ca. ein halbes Jahr. Kann auch länger gewesen sein, ich habe den Beginn nicht im Kalender markiert.

Wie lange hast Du Omep genommen und mit welcher Diagnose?

Ich habe eines Tages meinem Hausarzt von einem Brennen hinterm Brustbein erzählt, das immer nachts kommt, und der hat mich dann aufgeklärt, was Reflux eigentlich ist. %:| Da ich ansonsten keine Symptome wie Übelkeit oder Magenprobleme vorweisen konnte, hat er es dabei belassen und mir Omeprazol empfohlen. Auch mit der Warnung "nicht mehr als 2 Wochen am Stück!" Hat natürlich nichts genutzt, ich habe es einfach weitergenommen, war ja so schön, daß der Mist endlich aufhörte. 1 Jahr drauf meldete sich dann die erste Gallenkolik, und der Reflug schien da teilweise seine Ursache gehabt zu haben. Galle ist inzwischen raus, und der Reflux nach Ausschleichen von Omep weg. Wie gesagt, es sei denn, ich schlage beim Essen über die Stränge.

E#n{tle


da ich vor Einnahmebeginn zwar auch Sodbrennen hatte, aber NIEMALS in diesem Ausmasse

DAS war bei mir exakt auch so, "normales" Sodbrennen halt, auszuhalten und meistens mit Talcid einigermasse zu stoppen, aber dieses extreme Brennen kommt 100% vom Rebound, auch wenn das viele Ärzte (kenn ich auch so Exemplare) nicht glauben wollen :|N

G#arfiReldx73


Hallo Entle,

ja, das damalige Sodbrennen habe ich auch gut mit Talcid oder ähnlichem im Griff gehabt.

Im Nachhinein wird doch klar, dass ich einfach mehr aufs Essen und Trinken hätte achten müssen. Gerade vom Kaffee kam das Brennen ja immer sehr schnell.

Aber mit Medikamenten sind Ärzte doch immer schneller, als sich mal mit der Lebenssituation der Patienten zu befassen.

Hast Du eigentlich beim Ranitidin nach längerer Zeit einen Wirkverlust festgestellt? Mir kommts nämlich so vor, als würde es nach ca. zwei Wochen stark nachlassen...

Viele Grüsse

Garfield

Eintlxe


Aber mit Medikamenten sind Ärzte doch immer schneller

genauso ist es! Zumindest mein erster Internist hat kein Wort darüber verloren, was man denn mit Ändern der Lebensgewohnheiten alles erreichen könnte. Mein jetzige ist das allerdings besser, aber Ausnahmen bestätigen die Regel ;-)

Bisher konnte ich bei mir *Holzklopf* Gott sei Dank noch keinen großen Wirkungsverlust feststellen. Was ich halt merke, ist dass es gegen Abend meist wieder leicht anfängt mit dem Brennen, aber das ist auch kein Wunder, da Ranitidin ja eine viel kürzere Halbwertszeit haben als PPI. Daher kann ich mir kleine Sünden, was das Essen angeht, auch eher am Mittag erlauben, am Abend geht definitiv nur ganz wenig, was ich einigermaßen problemlos essen kann.

LG

Ecntle


edit

...Mein jetziger ... :=o

G>arfiXeldx73


PPI ist einfach ein fieses Zeugs. Janusköpfig hab mal im Refluxfaden gelesen. Das trifft die Sache ziemlich gut. Und das wirklich in allen Aspekten.

Jahrelang ging es mir damit wirklich gut, spürte keine Nebenwirkungen, konnte alles essen. Dann, auf einmal, kamen die massiven Schmerzen im Rücken und der Brustmuskulatur. Dazu gesellten sich schnell Nahrungsmittelunverträglichkeiten und eine fiese Übelkeit(ich bin(war) eigentlich nie der "Gleichkotz-Typ"). Zuletzt dann noch diese widerlichen Halsschmerzen mit trockenem Mund und Rachen, zudem auch noch Zungenbrennen.

Und jetzt auch noch der Rebound(mir brennts gerade gewaltig).

Ich hatte vor Jahren mal ein massives Abhängigkeitsproblem mit Benzos. Aber im Vergleich zu den PPIs, war diese Entwöhnung ein Spaziergang am See.

Und hier wird auch im Beipackzettel auf das Risiko einer Abhängigkeit hingewiesen.

EInxtle


PPI ist einfach ein fieses Zeugs. Janusköpfig hab mal im Refluxfaden gelesen.

Ja und Nein. Sachgerecht verordnet, wenn jemand ein Magengeschwür oder ähnliches hat, sind sie ein Segen, da früher viel viel häufiger operiert werden musste, was den Patienten natürlich auch ziemlich belastet hat. Wenn man sie, bei entsprechender Indikation, für einen kurzen Zeitraum, in der niedrigstmöglichen, noch wirkenden Dosis verschreibt, dann ist das ein gutes Medikament.

ABER: Die Beispiele hier im Forum und auch die Millionen oder Milliardenzahlen der Pillen, die pro Jahr verabreicht werden, zeigen doch ganz klar, dass sie eben in den meisten Fällen OHNE klare Indikation verschrieben werden. Patient kommt zum Arzt, hat irgendwas unklares im Magen / Hals Bereich und bekommt sofort PPI, anstatt das erst mal genau abzuklären. Ist ja auch einfacher und bequemer und die Pharmaindustrie freuts. Dann wirkt das womöglich (oder der Placeboeffekt stellt sich ein) und schon will der (unwissende) Patient mehr davon, kriegt ers nicht verschrieben, kann er sichs mittlerweile sogar rezeptfrei holen :(v >:( :(v

Tja, und dann landest Du in der Abhängigkeitsspirale.

Ich will auch gar nicht bestreiten, dass es Patienten mit so schwerer Refluxerkrankung gibt, die wirklich ohne nicht auskommen, ohne irgendwann mal eine totale Verätzung zu haben. ABER ich wage zu behaupten, dass ein Großteil der Refluxpatienten (von denen mit Gastritis will ich jetzt gar nicht reden) die eben NICHT lebenslänglich nehmen müssten, sondern evtl ab zu zu mal bei Bedarf. Voraussetzung natürlich, dass die üblichen Refluxregeln wie Übergewicht abbauen, gewisse Lebensmittel meiden, nicht rauchen / trinken, Stress vermeiden, abends früh und wenig essen etc beachtet werden.

Aber darüber muss man die Leute halt auch entsprechend aufklären und das von Anfang an der Krankheit und nicht, wenn sie nach Wochen / Monaten / Jahren schon eine Abhängigkeit entwickelt haben.

Hast Du mal bei Pubmed nach Studien zum Rebound geschaut, wie lang der anhält, wann sich Gastrinspiegel und Hyperplasmie der ECL Zellen wieder normalisieren? Dann findst nicht viel, warum auch, die Pharmaindustrie hat ja kein Interesse daran das genau zu erforschen und entsprechende Studien zu finanzieren, die freuen sich ja, wenn sie weiterhin Millionenfach die Dinger verkaufen können >:(

E/ntUle


warum gibt hier keine Edit Funktion??

sollte heissen ...Hyperplasie...

GTarfielxd73


ok, stimmt. Zur Kurzzeitanwendung und bei genauer Indikation sind die PPI sicherlich sinnvoll. Mir gehts eben gerade um die gedankenlose Verodnung, und die über Jahre hinweg.

Vor ein paar Jahren war meine Mutti wegen ner OP im Krankenhaus. Dort hat Sie ohne ersichtlichen Grund gleich mal 20mg Panto täglich nehmen sollen. Nach Nachfragen sagte der Arzt, dass das Standard sei und dass es so zu keinem "Stressulkus" kommen würde.

Da meine Mutter sehr skeptisch gegenüber Medikament generell ist, hat Sie das Zeugs zum Glück nicht genommen. Ein "Stressulkus" hat Sie übrigens auch nicht bekommen.

Wäre doch am besten, wenn das Zeugs standardmässig ins Trinkwasser gekippt wird.

Dann müssten wir uns hier gar nicht mehr über die Pillen unterhalten.... ]:D

Wie sieht eigentlich deine Speisröhre zur Zeit aus? Hat die Absetzen hier nicht geschadet?

Viele Grüsse

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