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Welches Medikament hat bei euch bei Colitis Ulcerosa geholfen?

M2arma`ra+11 hat die Diskussion gestartet


Hi,

meine Tante hat vor einem Monat erfahren, dass sie Colitis Ulcerosa hat. Natürlich hat er ihr auch Medikamente verschrieben und ihr auch Tipps gegeben, worauf sie achten soll. Doch irgendwie scheint die Therapie bei ihr nicht gut anzuschlagen. Es hat sich kaum etwas verändert. Sie weiß jetzt nicht, ob sie noch abwarten soll, ob die Wirkung noch einsetzt, oder ob sie gleich zum Arzt gehen soll. Deswegen meine Frage, welches Medikament ihr empfehlen könnt. Wenn es nämlich ein besonders Gutes gibt, dann könnte sie ihren Arzt gleich danach fragen.

Antworten
vgori!an8x2


das standard-Medikament (Azathioprin) braucht bis zu 6 Monate um voll zu wirken.

Prednisolon (Kortison-Präparat) wirkt eigentlich sofort, hat aber recht heftige Nebenwirkungen (Heißhunger, massive Gewichtszunahme, Herzrasen, gestörte Wundheilung, etc.) und wird deshalb nur solange wie unbedingt nötig eingesetzt

wenn die "normalen" Medikamente nicht wirken gibt es sogenannte TNF-Blocker (Humira, Remicade), die sehr gut wirken, aber ~2000€ pro Monat kosten, weshalb die Krankenkassen nur zahlen, wenn sonst nichts hilft

cuonfiexsta


Hier ein informativer Link zu einer neuartigen Therapie: [[http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Vedolizumab]]

B0enPitaxB.


Und vor allen Dingen Stress abbauen.

Was kann man nicht verdauen (in der Familie, auf der Arbeit)... oder wovor hat man Schiss (einer Person in der Familie, im Beruf)

k^leinerv_dKrachenCstexrn


Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten, da du ja nicht schreibst, was deine Tante an Medikamenten bekommt.

Es gibt eine Leitlinie zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen, an der kann man sich zumindest orientieren.

[[https://www.dccv.de/medizinische-fachkreise/leitlinien-zur-behandlung/]]

Ganz grundsätzlich lässt sich die Behandlung ist Stufen aufbauen, aber da nicht jeder alles verträgt und nicht bei jedem alles nützt ist auch das nur rein theoretisch.

1. Mesalazin

2. Budensoid

3. Cortison (Akutmedikation, keine Dauermedikation)

4. Immunsuppressiva

5. Biologicas

cNonfi-estxa


Ja ich denke es gibt einiges, aber man sollte sich definitiv orientieren an Dingen die denn auch dem neuesten Stand entsprechen, was aber oft heisst - mühevoll selbst informieren.

L%ilo0x4


Ich habe hier auch einen recht langen Weg hinter mir - leider mit Cortison in Langzeittherapie, weil ich sowohl auf Azathioprin und auch auf Puri-Nethol starke Nebenwirkungen hatte. Salofalk habe ich währenddessen auch immer bekommen und jetzt auch noch.

Seit ich vor einem Jahr wieder einen Schub hatte, nachdem wir das Cortison etwas reduziert hatten, bekomme ich Remicade. Seitdem geht es mir gut und das Cortison ist inzwischen weg.

Allerdings ist es so, wie vorian82 schrieb, dass die teuren Medikamente erst von der Krankenkasse übernommen werden, wenn andere nicht geholfen haben.

Was bekommt Deine Tante denn? Cortison hat bei mir immer recht schnell geholfen, nach einer Woche war ich mehr oder weniger schmerzfrei, allerdings hatte ich weiterhin leichte Blutungen und damit auch Anämie, die mit Eiseninfusionen behandelt werden musste.

cPonfi?esta


@ Lilo04:

was genau hast du denn schon alles genommen? Und hat bei dir irgendwas besonders gut oder schlecht angeschlagen?

Lailo0x4


was genau hast du denn schon alles genommen? Und hat bei dir irgendwas besonders gut oder schlecht angeschlagen?

bei meinem Schub vor ca 3 Jahren habe ich Cortison (erst 40mg, dann bis auf 10mg in 3 Wochen reduziert) und Salofalk 3x je 2 Tabletten 500mg täglich. Anfangs auch noch Klistiere. Das hat beim akuten Schub recht gut geholfen, wobei ich fast durchgängig weiter Blut im Stuhl hatte. das ging über 1,5 Jahre so dahin (mit 10mg Cortison). Dann wollten wir natürlich vom Cortison wegkommen und haben es durch Azathiprin ersetzen wollen. Auf das Medikament wurde es mir aber immer übel, so dass das leider keine Lösung war.

Beim nächsten Versuch mit Puri-Nethol fühlte ich mich zwar wohl, die Symptome traten auch nicht mehr auf, jedoch zeigten nach ca 6 Monaten die zum Glück regelmäßigen Blutuntersuchungen, dass sich meine weißen Blutkörperchen veränderten und ich musste es absetzen und wieder zum Cortison zurück.

Es ging mir dann recht gut und ich riskierte in Abprache mit meinem Arzt, das Cortison von 10mg auf 7,5 zu reduzieren (Salofalk blieb gleich dosiert), aber da kam es 3 Wochen später zu einem weiteren starken Schub. Also Cortison sofort wieder rauf auf 40mg, was recht schnell half, aber eben keine Dauerlösung nach 2,5 Jahren sein konnte.

Ich bemerkte zum Glück keine Auffälligen Nebenwirkungen wie Mondgesicht, aber meine Haut wurde dünner und ich hatte Angst um meine Knochen (Calciumtabletten wurden immer verschrieben), eine Knochendichtemessung und auch Augendruckmessung waren zum Glück unauffällig.

Letztendlich riet mein Arzt also zur Therapie mit Remicade, worauf ich bislang sehr gut anspreche. Ich hatte nach der ersten Infusion schon bald keine Blutungen mehr und habe das Cortison auch komplett abgesetzt.

Salofalk nehme ich noch 3x eine 500mg Tablette.

Somit kann ich sagen: Cortison hat bei mir gut angeschlagen und war auch verträglich, aber nur als Kurzzeitlösung im akuten Stadium. Azathioprin und Puri-Nethol habe ich nicht vertragen.

Salofalk und Remicade sind momentan das Mittel meiner Wahl.

Allerdings habe ich seit ca 7 Wochen Gelenkschmerzen, das ist etwa seit der Zeit, in der ich das Cortison abgesetzt habe. Ich habe das letzte Woche beim Blutabnehmen vor der nächsten Infusion angesprochen und es werden Rheumafaktoren und andere Entzündungswerte mit untersucht. Hoffe mal, dass das keine Nebenwirkung, sondern vielleicht nur eine Entzugserscheinung ist und wieder vergeht...

c$on^fiestxa


Danke Lilo04 für deine wirklich ausführliche antwort, ich denke da kann man sich jetzt gut was drunter vorstellen. Und hoffentlich vergehen deine Gelenksschmerzen wieder, da halt ich dir mal die Daumen!

L$imlo0x4


Danke fürs Daumendrücken. Die Blutuntersuchung war ohne Befund, keine Entzündungen oder Rheumafaktoren. Das ist schonmal beruhigend, vielleicht vergeht das wirklich von ganz alleine wieder.

Ich drücke allen anderen Betroffenen auch fest die Daumen, dass jeder für sich das geeignete Mittel findet, um diese fiese Krankheit in den Griff zu bekommen. @:)

MParmarka11


Danke für eure Antworten! Sie hat Cortison bekommen und noch eins, muss sie aber erst nach dem Namen fragen. Das Cortison hat sie eh vertragen, das wirkt auch auch, nur das andere wirkt nicht optimal. Ich schicke ihr die Namen von den Medikamten, die ihr als wirkungsvoll beschreibt, dann kann sie das mit ihrem Arzt besprechen, was sie als nächstes probieren soll.

Ich glaub, so schnell bekommt man nicht die Teuren, vorher muss sie wohl die anderen alle durchprobieren.

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