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Ständige Übelkeit seit einem Jahr

AUpyren8a


Bauchspeicheldrüse gecheckt?

M!onqgatxa


Hey,

das gibt's ja nicht, dass ich mal von jemandem lese, der das gleiche Problem hat wie ich.

Bei mir fing es 2013 akut an. Ich war Raucherin, trank in üblichen sozial anerkannten Mengen Alkohol und lebte halt so vor mich hin. Meine Angst vor dem Erbrechen (Emetophobie) begleitet mich zwar schon seit meiner Kindheit - aber diese Phobie war davor nie so präsent. Ich hatte ganz normale, gesunde Tage, die ich genießen konnte wie jeder andere Mensch auch. Nur, dass mich seit 2012 immer mal eine Gastritis plagte. Aber das bekam ich dann mit Omep immer wieder in den Griff. Hatte halt auch viel Stress.

Und dann, zack, 2013, wurde mir innerhalb weniger Sekunden speiübel. Ich verbrachte die ganze Nacht vor dem Klo, konnte aber nicht erbrechen. Ich führte 15 Mal ab. Der Brechreiz und die Übelkeit sind ab der Nacht für 1 1/2 Jahre geblieben! In der Zeit habe ich viele Untersuchungen gehabt. Erst hieß es noch, ich hätte ein Dünndarmgeschwür... aber die Verdachtsdiagnose löste sich in Rauch auf. Magenspiegelung: Alles gut. Ultraschall (4x gemacht): Alles gut. Blutwerte: Top. EKG: Top.

Der Kreislauf war die Hölle. Der Brechreiz im Hals und darauf aufbauend die krasse Angst, erbrechen zu müssen. Ich konnte kaum mehr raus gehen. Ich habe von Schonkost gelebt, das Rauchen aufgegeben und trinke seitdem keinen Alkohol mehr. Ablenken half nicht, beinahe unberechenbar realisierte ich über den Tag immer mal wieder, dass mir ein krasser Brechreiz im Hals sitzt, wodurch ich panisch wurde, was den Reiz verstärkte. Ich wurde angesichts der Dauer dieses Zustandes und der immer stärker werdenden Hoffnungslosigkeit bei meinen ganzen sozialen Einschränkungen zunehmend depressiv.

Ich hatte das "Glück", dass man mich schnellstmöglich in eine Verhaltenstherapie steckte, als nach 5 Monaten Untersucherei keine somatische Ursache gefunden werden konnte. Ich hatte meine Zweifel und ich wusste auch nicht so recht, wie ich mit Psychotherapie aus der für mich sehr realen Übelkeit herausfinden sollte.

Es hat über ein Jahr gedauert und hat mich lange Zeit raus aus meinem Job geworfen, aber die Psychotherapie hat wirklich gut gewirkt. Die Verhaltenstherapeutin hatte "beschlossen", dass es sich bei meiner immer wieder aufkommenden Übelkeit um Panikattacken handele. Und dementsprechend war die Behandlung und das Erlernen von Methoden, damit umzugehen. Meine Angst vor dem Erbrechen hat erheblich zur Verschlimmerung der Geschichte beigetragen.

Ich bin auch heute noch ein Mensch, der sehr hygienisch arbeitet und beim Essen aufpasst wie sonstwas. Alles, was sich schlecht auf den Magen/Darm auswirken könnte, meide ich. Aber die Dauerübelkeit ist weggegangen.

Folgendes war sehr wichtig bei der Behandlung:

Die Übelkeit annehmen. Nicht ablenken! Wenn die Übelkeit eine Panikattacke ist, dann musst du dich ihrer annehmen. Zu Beginn hat es gereicht, dass ich mir gesagt habe, dass die Übelkeit nun da ist und das "ok" ist und ich mit dieser Übelkeit zusammen meine aktuelle Aufgabe (einkaufen, einen Brief schreiben, im Kino sein) weitermachen werde.

Der letzte Schritt, nach einem Jahr Therapie, war für mich dann nicht nur das Akzeptieren und Annehmen, sondern vor allem die knallharte Konfrontation.

Du musst bejahen, dass dir kotzübel ist, dass du gleich brechen wirst (von mir aus ins Kino oder auf die Schuhe deines Chefs), du musst dich überwinden, es im Notfall zu können und auch zu wollen. Diese Angst und Panik musst du dann durchstehen und ich verspreche dir, es wird nach 20 Minuten genauso schnell weg sein, wie es gekommen ist. Das ist der härteste Schritt und ich habe ihn erst nach einem Jahr Verhaltenstherapie formulieren können.

Jetzt ist es so, dass mir zwar immer noch häufig schlecht wird, ich es aber auf klare Ursachen zurückführen kann (fettiges Essen, Magenverstimmung, Panikattacke im Kino, Nervosität wegen Prüfung...). Dementsprechend kann ich die Übelkeit dann auch behandeln (Talcid, Pantoprazol, Vomex, Beruhigungstee, Anwenden von psychologischen Werkzeugen). Vor allem aber habe ich gelernt, mit dem Teufelskreis der Phobie und Panik umzugehen, sodass ich die normale Übelkeit, die bestimmt jeden Menschen mal mehr oder weniger häufig überkommt, nicht überbewerte und mich da hineinsteigere.

Lies mal die Harry Potter Bücher... mir ist in meiner schlimmen Phase aufgefallen, wie oft sich da jemand erbricht. Weil er schockiert ist, weil er einen Alptraum hatte, weil er Angst vor dem großen Sportevent hat, oder Angst vor Prüfungen... ich habe in meinem ganzen Leben noch nie erbrochen, nur weil ich Angst hatte oder nervös war. Anderen passiert das und sie reden auch nicht ewig drüber. Und ich sitze hier und zelebriere schon meine Angst davor, dass es mir vielleicht passieren könnte, aus diesen Gründen zu reihern.

Vielleicht ist dir jetzt übel, weil ich lauter Begriffe benutzt habe, die das triggern. Aber ich hoffe auch, dass du vielleicht eine vage Idee davon gewonnen hast, wie du fortan damit umgehen könntest. Ich wünsche dir von Herzen, denn ich hätte es mir auch so sehr gewünscht, dass doch noch etwas Organisches gefunden wird. Aber falls nicht: Verzweifel nicht, auch der psychische Weg funktioniert. :)_

J/ay_Ja[y_x91


Sabine16011982 mein Hausarzt wusste nicht mehr weiter daraufhin hat er mich ins Krankenhaus überwiesen zu nem Facharzt. Dieser meinte dann einfach man müsste mal weitere Untersuchungen machen, eben diese breischluck Untersuchung und dann auch diese Kernspintomographie vom Kopf. Sprich es doch einfach mal bei deinem Hausarzt an.

Apyrena es gab eigentlich keinen richtigen Auslöser! Also nichts was außergewöhnlich für mich erschien. Ich war übers Wochenende weg, alles war gut und auf einmal hat es angefangen.

JOayt_J.ay+_91


Hallo mongata. Danke für deine lange Nachricht. Du wirst es kaum glauben aber mir ist in keinster Weise übel. Im Gegenteil. Irgendwie hab ich das Gefühl das mir sowas hilft wenn ich das lese. Mir tut es so gut wenn ich weiß das mich hier jemand versteht und das gleiche leiden hat / hatte. Wenn ich fragen darf wie sehen die Methoden dann aus das du damit umgehen kannst? Ich werde in Zukunft versuchen Yoga Übungen zu machen. Das soll angeblich auch helfen.

So blöd es sich auch anhört, aber wenns mir nicht gut geht dann versuche ich aufzustoßen, das hilft mir iwie für einen gewissen Moment.

PklüscThbiesxt


Die Ärztin in der Reha meinte von fehlender Galle hätte ich die Beschwerden eher nicht.

Die hat aber mehr Ahnung von LWS Syndromen und Rheuma.

P<lüscOhbiesWt


Wenn etwas mit der Bauchspeicheldrüse nicht stimmt sieht man das doch im Blut, oder?

War zu mindestens bei meinem Kater so.

Atpyrexna


Die Ärztin in der Reha meinte von fehlender Galle hätte ich die Beschwerden eher nicht.

Hm, ich kenne jemanden ohne Galle, dem dauernd übel ist.

Ja, Bauchspeicheldrüse wird über Blut getestet.

AVpyqrLena


Hast du schon mal einen Versuch mit Bullrich-Salz gemacht? Wenn das hilft, dann ist das zumindest ein guter Anhaltspunkt, um weiter zu suchen.

PIlüschrbixest


Versteh ich nicht ganz, was du meinst.

Was wäre denn wenn Bullrich Salz hilft?

Sbabi<nes1601x1982


Breischlucktest hab ich nich nie gehört, für was ist das genau?

Bei mir hat das damals auch von heute auf morgen angefangen, damals dachte ich, es wäre ne Magen Darm Grippe, was mich erstaunlicherweise nicht wirklich gestört hat und es ging nicht mehr weg, dann fing es an das es mir Angst und Panik macht, der Anfang einer großen Leidensgeschichte

Aupyfrenxa


Dann wäre es ein Hinweis auf ein Magensäureproblem / Magenpförtnerschwäche.

J%ay_=J ay=_9x1


Bei einem breischluck wird untersucht ob eine Entzündung der Speiseröhre oder ob eine Reflux Erkrankung vorliegt.

Dabei sitzt man vor einem röntgen Gerät und muss breiartiges kontrastmittel schlucken :( bin froh wenn ich das morgen hinter mir habe :(

AgpyreEna


O.k. gut, dann weißt du aber auf jeden Fall mehr. Ich drücke dir die Daumen für morgen!

Jvay_BJay_x91


Danke :)

Saabine[160^11982


Ah ok

Dann viel Glück

Das schaffst du!

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