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Darmspiegelung - Erlebnisbericht :-)

shchafgDarbe hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen *:)

nachdem ich im Vorfeld meiner Darmspiegelung von Beiträgen in diesem Forum profitiert habe, wollte ich mal meinen eigenen Bericht beisteuern - vielleicht sind ja noch ein paar Tipps für jemanden dabei, oder es beruhigt, wenn auch ein notorischer Angsthase wie ich eine Darmspiegelung überleben kann.

Also…eigentlich war die DS für Ende September geplant. bei der Vorbesprechung letzten Freitag erschien mir das plötzlich noch so lange, und die Vorstellung, in Ungewissheit in Urlaub zu fahren und gleich danach die DS zu haben, war einfach schrecklich.

So machte ich mit der Sprechstundenhilfe aus, dass ich jederzeit einspringen würde, wenn jemand absagt. Da wären mir dann auch jegliche Diensttermine egal.

Wie auch immer, drei Stunden später - ich stand gerade dienstlich auf einer Baustelle - kam der Anruf, ich könnte einen Termin am Montag um 10:00 h haben. Ich sagte sofort zu. So hatte ich wenigstens kaum Zeit, mich zu grausen. Nun hatte ich zwar am Freitag noch vollkörnig gefrühstückt, aber da wusste ich ja noch nichts von meinem Termin.

Nun stand die Sache also fest...

Allerdings… sorgte ich mich vor folgendem: länger zu hungern (hatte ich noch nie getan), das Citrafleet zu trinken, dass mir schlecht werden würde, vor der Abführerei, dass ich nachts nicht schlafen könnte, dass ich morgens das C. nochmal trinken muss, statt lecker zu frühstücken, dass ich die Fahrt zur Arztpraxis vielleicht nicht durchfallfrei überstehen würde - und vor dem Untersuchungsergebnis selbst.

Also vor fast allem, was damit im Zusammenhang stand ;-D

Vor der Spiegelung an sich aber nicht, schließlich würde ich sie ja verschlafen. Und wenn ich nicht mehr wach würde, würde würde ich das ja auch nicht wirklich merken.

Am Samstag besorgte ich mir Apfelsaft, Gemüsebrühe (beides elektrolytreich), einen Sportdrink (bäh) und kohlensäurearme Bio-Zitronenlimonade, ferner scharfen ayurvedischen Zitronengras-Ingwer-Tee gegen eventuelle Übelkeit.

War schon irgendwie armselig an der Supermarktkasse, wo alle um mich herum für Parties einkauften…

Sicher ist sicher, dachte ich mir, und nahm noch ein paar Inkontinenzhosen mit.

Nach dem lustlosen Papptoast-Sonntagsfrühstück (3 Toast mit Johannisbeermarmelade und Quark plus ein Apfel) hatte ich sofort wieder Hunger.

Das konnte ja was werden.

Kenne ich vom Zahnarzt, sobald mir jemand sagt, dass ich zwei Stunden nichts essen darf, könnte ich ein ganzes Buffet abweiden ;-D

Ich ging nochmal zum Friedhof und besuchte das Grab meiner Eltern (was für eine Idee...na, ich habe sie um Unterstützung gebeten).

Wenn Ihr spazieren geht, geht am besten woanders lang. Man kommt sonst auf Gedanken.

Ich trank hauptsächlich Apfelsaft und gefilterte Gemüsebrühe: da die Brühe ja klar sein sollte, habe ich sie durch einen Kaffeefilter gekippt, was schlichtweg nicht wirklich funktioniert. Drei Schluck waren ok, dann war der Filter verstopft. Also stellte ich ein Konzentrat her, das ich anschließend mit heißem Wasser rückverdünnte.

Die Brühe brachte mir wenigstens die Illusion von warmem Essen, und leicht nachgesalzen war sie bestimmt auch nicht die schlechteste Idee.

Um 17:00 h trank ich vorschriftsmäßig das Citrafleet. Erst drei Schluck, und nachdem eine allergische Sofortreaktion ausblieb (haha) das ganze Glas.

Die ersten 1,5 Stunden passierte gar nichts, dann schon. Gegen 21:00 h ebbte die Angelegenheit ab, ich schlüpfte in eine meiner Spezialhosen und ging ins Bett. Ich schlief tatsächlich bis vier Uhr morgens und wachte dann mit Kopfweh auf. Blöd. Und schlief nicht wieder ein.

Um sechs Uhr morgens nahm ich den zweiten Beutel Citrafleet, und das war der armselige Teil. Ich dachte an Kaffee und warme Brötchen und musste stattdessen ein künstlich aromatisiertes Abführmittel trinken. Bääh. Und kalt und klapprig fühlte ich mich auch.

Der Gedanke, dass alles umsonst wäre, wenn ich jetzt nicht weitermachte, brachte das C. dann doch hinein. Wieder war mir wider Erwarten nicht wirklich übel. Nur ein bißchen %-| Aber Brühe konnte ich nicht mehr sehen (schon dieses Wort...) Apfelsaft auch nicht, und so blieb ich bei Wasser.

Ich timte es so, dass die Wirkung des C. nachgelassen hätte, bevor ich ins Auto stieg, und das haute auch hin.

Mit meiner Spezialhose bewaffnet (die aber nicht zum Einsatz kam), brachte mich auch ein Stau nicht in Panik, immerhin brauchten wir eine Stunde bis zur Praxis. Gut, dass ich das vorher nicht wusste. Ich brauchte ein paar Entspannungstechniken, um dem Impuls zu widerstehen, während der Fahrt/des Staus aussteigen zu wollen.

Nach fünf Minuten war ich schon dran, und dann ging alles ganz schnell. Ich erinnere mich noch, dass ich nach der DS geweckt wurde, um mit einer Schwester an meiner Seite zu einer Liege zu schlingern, wo ich mein Schläfchen fortsetzte.

Kurz darauf wurde ich wach und wühlte nach meinem Handy, um meine Tochter von der wunderbaren Kunde in Kenntnis zu setzen, dass ich noch lebte.

Keine Kreislaufbeschwerden, bloß dieselben Kopfschmerzen, die ich vorher schon gehabt hatte.

Als ich erfuhr, dass der Befund absolut negativ war, konnte ich mich erst mal gar nicht richtig freuen. Drei Jahre Angst und Stress schüttelt man nicht so schnell ab. Ich kann das erst jetzt - fast eine Woche später - so richtig glauben. Es wird auf jeden Fall noch richtig gefeiert!

Mein erstes Essen war Kartoffelpüree mit Butter - es war so köstlich!

Ich bin sowas von erleichtert, dass meine Trödelei keine ernsthaften gesundheitlichen Folgen für mich hatte, und weiß, dass das nicht selbstverständlich ist.

Mein Hausarzt hatte damals beim Ausstellen der vierten Überweisung ein ernstes Gesicht gemacht, und das war für mich der Anlass, jetzt endlich mal tätig zu werden. Außerdem war ich sehr unzufrieden mit mir, da ich ansonsten ein mutiger Mensch bin - Zahnarztbesuche und Darmspiegelungen halt ausgenommen.

Abschließend kann ich sagen, dass es nicht so grausig war wie erwartet. Der Morgen davor war die schlimmste Zeit, aber offensichtlich auch überlebbar. Ich musste mich sehr konzentrieren, dass mir nicht übel/schwindelig wurde, und die Kopfschmerzen waren keine Hilfe.

Wahrscheinlich wären ein paar Beutelchen Elotrans (oder ein anderes gutes Elektrolytgetränk - und keine Sportbrühe aus dem Supermarkt) im Vorfeld ratsam gewesen.

Ach ja, Traubenzucker habe ich alle paar Stunden gegessen, zuletzt am Morgen davor. Und danach. War auch hilfreich.

So, ist lang geworden, aber die Zeit vor einer DS kann auch ganz schön lang werden, und vielleicht sind ja ein paar nützliche Tipps für den einen oder anderen dabei.

Falls Fragen sind, nur zu. Noch kann ich mich an Einzelheiten erinnern!

Viele aufmunternde Grüße :)* in die Runde, Schafgarbe

Antworten
H7ype[riIoxn


:)^

j7exri


Schafgarbe, danke für deinen Bericht :)^ !

Am wirklich allerschlimmsten stelle ich mir das Hungern vor. Ich kann mir schwer vorstellen, das über so einen langen Zeitraum zu ertragen - zumindest nicht über Nacht!! :-(

s6chaUf%garxbe


Hallo jeri,

dachte ich auch!

Vor allem, weil ich das noch nie länger gemacht hatte und generell wegen meines niedrigen Blutdrucks schnell klapprig werde.

Zu meiner Überraschung ging das aber, vielleicht aufgrund meiner salz- und zuckerhaltigen Getränkewahl, sicher auch wegen der ganzen Aufregung.

Hungrig einzuschlafen war auch noch nie meins, aber ich war da auch in so einem "Durchhaltetunnel", und dann habe ich mir noch was Einschläferndes auf youtube gesucht, was 9 Stunden lang durchlief ;-D

Viele Grüße, schafgarbe *:)

s0chaf>garxbe


Korrektur:

Ich habe am Vortag der Darmspiegelung zum Frühstück GELEE gegessen, keine Marmelade, denn die war ja aufgrund von Schalen, Körnchen u.ä. untersagt.

So.

Nicht, dass mir noch jemand von Euch auf Ideen kommt ;-D

Liebe Grüße, schafgarbe

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