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Enddarmspiegelung ohne Einwilligung

EAhemaligerR NutTzer (Y#614x524) hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe eine Frage zum Thema Enddarmspiegelung.

Kann mich bitte jemand darüber aufklären, ob bei der Sigmoideoskopie (Dickdarmspiegelung bis ca. 50cm)

ein Aufklärungsgespräch durch den Internisten und die schriftliche Einwilligung des Patienten erforderlich sind?

Vielen Dank! JW

Antworten
N#ail|ouxga


Im Allgemeinen ja.

s.paatpz.56


gab immer ein Aufklärungsgespräch . Einverständniserklärung unterschreiben.

LG.

Eqhema5liger N'utzer /(n#61452x4)


In meinem Fall hat zuvor kein Aufklärungsgespräch stattgefunden. Ich musste auch keine Einwilligung unterschreiben.

EFmxax


Hallo juliweber,

Der Arzt durfte ohne dein Einverständnis keine Enddarmspiegelung vornehmen.

Ich gehe davon aus, dass du ihm diese wahrscheinlich durch ein kurzes "ja" zumindest mündlich erteilt hast. Wenn das so ist, stellt sich die Frage, warum du vor deiner Zustimmung nicht um ein Aufklärungsgespräch gebeten hast.

Selbstverständlich wäre der Arzt verpflichtet gewesen, dich über den Verlauf und über etwaige Komplikationen vorher noch aufzuklären.

Ich musste vor meinen inzwischen 6 Darmspiegelungen jeweils mehrere Seiten Text unterschreiben. Hast du überhaupt nichts vorher unterschreiben müssen?

Mit freundlichen Grüßen

Emax

M'omnsWti


Auch ich hatte schon mehrere Koloskopien, Rektoskopien und kurzstreckige Enddarmspiegelungen (Rektum und Sigma). Jedes Mal hatte ich ein Aufklärungsgespräch und musste auch eine Einverständniserklärung unterschreiben (Österreich).

HlypeYrion


Kann mich bitte jemand darüber aufklären, ob bei der Sigmoideoskopie (Dickdarmspiegelung bis ca. 50cm)

ein Aufklärungsgespräch durch den Internisten und die schriftliche Einwilligung des Patienten erforderlich sind?

Ja

Der Arzt muss dich über die Untersuchung aufklären und du musst schriftlich einwilligen.

aUy[ashxa


Eine schriftliche Einwilligung dient - lediglich - dem sicheren Nachweis. Zwingend ist sie nicht; wenn du mündlich "ja" gesagt hast bzw. dein Einverständnis dadurch zum Ausdruck gebracht hast, dass du zu dem Termin hingegangen bist, reicht das genauso. Ich gehe mal sehr stark davon aus, dass dich der Arzt nicht überwältigt und gefesselt hat oder dir ohne dein Wissen eine Narkose verabreicht hat.

Ob du hinreichend über Risiken aufgeklärt worden ist, ist eine andere Frage; auch das muss nicht schriftlich dokumentiert werden. Es ist jedem Arzt allerdings ganz dringend zu empfehlen, das zu tun. Wenn die Aufklärung ungenügend war, heißt das aber noch lange nicht, dass du deshalb einen Schmerzensgeldanspruch hast. So einfach ist das auch wieder nicht.

M\oynsti


Wenn die Aufklärung ungenügend war, heißt das aber noch lange nicht, dass du deshalb einen Schmerzensgeldanspruch hast. So einfach ist das auch wieder nicht.

Tatsächlich? Was ist, wenn während der Untersuchung der Darm perforiert wird und vorher keine Aufklärung und keine Unterschrift erfolgt ist?

a6ya.sha


Der Arzt kann versuchen, sich darauf zu berufen, dass der Patient auch eingewilligt hätte, wenn man ihn über dieses Risiko aufgeklärt hätte. Da solche schweren Komplikationen glücklicherweise sehr selten sind und die Spiegelung zur Abklärung ernster Erkrankungen oft dringend erforderlich ist, liegt das sogar ziemlich nahe, dass der Patient den Eingriff auf jeden Fall hätte machen lassen, und dann gibt es nichts. Der Arzt geht da allerdings ein recht hohes Risiko ein, eben doch zahlen zu müssen.

Oder der Patient kannte das Risiko schon, weil das zB nicht die erste Spiegelung ist und er früher schon mal richtig aufgeklärt wurde; oder er die Risiken vorher im Internet nachgeguckt hatte (und der Arzt das weiß & beweisen kann). Dann gibt's auch nichts.

Hmype$rZioxn


@ TE

Lies auch hier:

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Ärztliche_Aufklärung]]

CPlondDyke


Bei 2 Darmspiegelungen jeweils kurze Erklärung (hauptsächlich der Vorbereitung) durch den Arzt, nichts schriftliches, meine mündliche Einverständnis - das war's dann auch schon. Nach der Untersuchung kurze Befunderklärung und Tschüss.

E$hemaliFger4 Nutzer= (#6S14524)


Vielen Dank für die zahlreichen Antworten!

Da bleibt mir nur zu hoffen, dass ich nie wieder zu einem Gastroenterologen muss.

Ich wünsche euch allen immer beste Gesundheit!

Wen es interessiert, hier der Ablauf meiner ungewollten Enddarmspiegelung:

Ich hatte eine Überweisung mit dem Vermerk - Abklärung Hämorrhoiden.

Der Arzt sagte, er muss dazu einen Einlauf verabreichen. Da es keine weiteren Erklärungen von ihm gab und ich zuvor noch nie bei einem Gastroenterologen war, konnte ich mir nicht vorstellen, dass es an diesem Tag für mich zu einer Enddarmspiegelung kommt.

Der Arzt spricht während der gesamten Untersuchung kein einziges Wort mit mir. Die Stille ist bedrückend. Alles zieht sich hin. Was hinter meinem Rücken geschieht ist mir nicht bewusst. Nach der Untersuchung geht der Arzt wortlos aus dem Raum. Eine Schwester fordert mich auf in die Umkleidekabine zu gehen. Die knappe Auswertung durch den Arzt ist kurz angebunden. Auch jetzt erfahre ich nicht, dass er eine Enddarmspiegelung durchgeführt hat.

Erst mein Hausarzt informiert mich, dass die Begutachtung eines Darmabschnittes von ca. 50 bis 60 cm stattgefunden hatte. Die Bauchkrämpfe wenige Stunden nach der Untersuchung – welche mich über eine Woche lang plagen und mir in dieser Zeit schlaflose Nächte bereiten – lassen sich auf die Enddarmspiegelung zurückführen, so mein Hausarzt.

PS: Wäre ein Aufklärungsgespräch vorausgegangen oder der Gastroenterologe hätte mir während meiner Untersuchung die einzelnen Schritte seines Vorgehens benannt, hätte ich ein so tiefes Eindringen in meinen Körper mit Sicherheit abgelehnt.

Wahrscheinlich habe ich aber - aufgrund der Überweisung und durch mein Erscheinen zum Termin - einer Enddarmspiegelung unbewusst zugestimmt.

R+alpWh_HH


Willst Du uns einen Bären aufbinden oder warst Du unter Vollnarkose??

Einfach mal während der Untersuchung FRAGEN, was da nun passiert und warum...

Ein Einlauf ist schnell gemacht, merkt man ja. Dann geht man auf Klo und dann geht es weiter. Weiter womit? Wenn einem da irgendwas hinten reingeschoben wird, merkt man das. Das kann der Arzt ja nun schwerlich heimlich tun. Und der Einlauf ist es nicht, der ist längst wieder draußen.

Hämorriden sitzen am After, nicht 50cm tief im Darm.

R=alZph_xHH


Oder hat er Dir gesagt er macht einen Einlauf und stattdessen hat er einfach mal eine Spiegelung gemacht ohne Einlauf? Das wäre bestenfalls eine Anzeige wert. Aber beweis das mal, was er Dir da gesagt hat...

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