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Teil 2 - Gründe der Übersäuerung

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GRÜNDE DER ÜBERSÄUERUNG

Die meisten Menschen leiden heute unter Übersäuerung, die Ursache zahlreicher Krankheiten ist. Die Gründe dafür sind hauptsächlich in unserer Ernährungs- und Lebensweise zu suchen.

Der Mangel an Vitalstoffen

In den Verdauungsprozessen spaltet unser Körper die Nahrung mit Hilfe von Verdauungsenzymen in chemische Substanzen auf, die für unseren Körper verwertbar sind: Eiweisse in Aminosäuren, Kohlenhydrate in Zucker und Fette in Fettsäuren und Glyzerin. Diese Abbau- und die anschließenden Aufbauprozesse sind chemische Reaktionsketten. Bei jeder Stufe dieser Reaktionen kommen verschiedene Enzyme zum Einsatz, die für ihre Tätigkeit sogenannten Coenzyme benötigen – das sind Vitamine und Mineralstoffe. Jede Stufe dieser chemischen Prozesse ist vom korrekten Ablauf der vorhergehenden Stufe abhängig – das Fehlen eines Vitamins oder eines Mineralstoffs kann die ganze Kettenreaktion bremsen oder gar blockieren. Die Zwischensubstanzen, die bei diesen Kettenreaktionen gebildet werden, sind meistens Säuren; fehlen die benötigten Vitamine oder Mineralstoffe, verbleiben sie als Säure im Körper.

Fehlen beispielsweise bei der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten die nötigen Enzyme oder Vitamine (vor allem Vitamin B1), wird Traubenzucker nicht zu Kohlensäure oder Wasser verstoffwechselt; die Zwischenabbauprodukte Zitronensäure, Benztraubensäure, Fumarsäure, Oxal-Essigsäure, Milchsäure bleiben als Säuren im Körper.

Ein Säureüberschuss ist oft das Resultat einer unvollständigen biochemischen Umwandlung, die auf einen Mangel an Vitaminen und Spurenelementen zurückzuführen ist. Nur wer sich vollwertig mit Grundprodukten, viel Gemüse und Vollkornprodukten ernährt, erhält über die Nahrung die notwendige Menge an Vitalstoffen.

Menschen, die über die tägliche Nahrung zu wenig Vitalstoffe, dass heißt Vitamine und Mineralstoffe, zu sich nehmen, produzieren deshalb unweigerlich selbst vermehrt Säuren in ihrem Körper.

Die überhöhte Säurezufuhr über die Nahrung

Unsere Nahrung setzt sich aus sauren, säurebildenden und basischen Produkten zusammen. Ihr jeweiliger Anteil bestimmt die Säuremenge, die unser Organismus zu verarbeiten hat. Die Nahrung ist zu einem großen Teil für das Risiko der Übersäuerung mitverantwortlich. Wird die Menge der sauren und säurebildenden Speisen nicht durch basische Lebensmittel (hauptsächlich Gemüse, Früchte, Mineralwässer ohne Kohlensäure) ausgeglichen, gelangen große Mengen an Säure in die Blutbahn. Das Blut wiederum muss dann die erforderlichen, alkalischen/basischen Mineralstoffe über das Puffersystem aus dem Bindegewebe oder schlimmstenfalls aus unserem großen Mineralstoffdepot, den Knochen, entnehmen.

Zu einer Übersäuerung unseres Körpers kommt es, wenn unsere Nahrung mehr aus sauren und säurebildenden als aus basischen Speisen besteht.

Verdauungsstörungen

Alle Teile des Verdauungsapparats benötigen einen bestimmten pH-Wert um gut zu funktionieren.

Magen: sauer

- pH-Wert 1,2 nachts und während 1/3 des Tages

- pH-Wert 2 zu Beginn der Verdauungsperiode

- pH-Wert 5 am Ende der Verdauung

Das Pepsin des Magensafts spaltet die Eiweisse (Proteine) in Poly-Peptine, wozu ein stark saures Milieu erforderlich ist. Ist die Magensäureproduktion zu groß, entstehen die bekannten unangenehmen Symptome wie saures Aufstoßen, Magenschleimhautreizungen bis zu Magengeschwüren. Die Einnahme von Basenpulver (bevorzugt Basenpulver nach Dr. Sander, wie von mir früher schon im Forum beschrieben) und die Einschränkung der stark Säure erzeugenden Lebensmittel (Fleisch, Alkohol, Zucker) kann diese Probleme schnell lösen.

- Aber auch bei Magensäuremangel sollte Basenpulver und nicht ein Salzsäurepräparat eingenommen werden, da Basen für die korrekt ablaufende Verdauung immer wichtiger sind als Säuren.

Zwölffingerdarm und Dünndarm: schwankender pH-Wert

Der sehr saure Speisebrei erfährt während der Passage durch den Zwölffingerdarm durch die Einmündung verschiedener basischer Sekrete eine zunehmende Alkalisierung:

- pH-Wert 7,6 bis 8,2 durch Sekrete der Bauchspeicheldrüse

- pH-Wert z bis 7,5 durch Sekrete der Leber = Galle

- pH-Wert 8 durch eigene Sekrete aus den oberen Drüsen (Gemeinsames Endstück der Ausführungsgänge von Galle und Bauchspeicheldrüse, mündet in den Zwölffingerdarm) und dem Magenausgang.

- Der Speisebrei im Zwölffingerdarm braucht ein basisches Milieu, damit der Bauchspeicheldrüsensaft mit seinen Enzymen die Poly-Peptide (Eiweisse) in Aminosäuren aufspalten kann und Fette und Kohlenhydrate verdaut werden können.

Dickdarm: schwankend

- pH-Wert 6,5 bis 7,5

Gärung und Fäulnis

Kohlenhydrate unterliegen einem Gärungsprozess, bei dem sich Kohlendioxid bildet. Sie werden in verschiedene organische Säuren (Milchsäure, Buttersäure, Propionsäure, Essigsäure, Bernsteinsäure) umgesetzt, die dann zum Teil absorbiert und im Stoffwechsel verwertet werden.

Eiweiss geht in Fäulnis über. Entsprechend seiner komplexen Struktur setzt es zahlreiche Produkte frei: Ammoniak, Amine, Phenol, Indol, Scatol, Schwefelwasserstoff. Im Gegensatz zur Gärung erzeugt die Fäulnis basische Abbauprodukte. Fast alle Fäulnisprodukte sind mehr oder weniger giftig.

Da nahezu alle Kohlenhydrate abgebaut und absorbiert werden, bevor der Darminhalt in den Dickdarm gelangt, gewinnt der Fäulniszustand rasch die Oberhand. Dies ist leicht zu vermeiden, indem Kohlenhydrate gegessen werden, die viel Zellulose enthalten, zum Beispiel Vollkorngetreide, Karotten und Äpfel.

Die mehr oder weniger giftigen Abbauprodukte der Fäulnis gelangen durch die Darmschleimhaut ins Blut, von dort über die Pfortader zur Leber. Die Leber ist imstande, diese Giftstoffe aus dem Darm unschädlich zu machen. Es ist daher aber auch klar, dass ein erhöhter Eiweißkonsum die Leber belastet!

Der Kochsalzkreislauf

Über den sogenannten Kochsalzkreislauf versorgt sich der Körper mit Basen, welche die sekretorischen Düsen benötigen, um ihre Verdauungssäfte zu erzeugen:

Die Belegzellen des Magens entnehmen dem Blut Kochsalz – es ist ein Hauptbestandteil des Blutes ! – sowie Wasser und Kohlensäure und zerlegen diese in eine saure und eine basische Komponente. Die saure Komponente (= Salzsäure) wandert ins Magenlumen, während die basische Komponente in den Blutkreislauf gelangt. Dadurch entsteht die sogenannte Basenflut im Organismus, durch die Leber, Bauchspeicheldrüse, die übrigen alkalophilen Drüsen und die Gewebe mit dem nötigen basischen Natrium-Bicarbonat versorgt werden. Dieses Natrium-Bicarbonat gelangt später in Form von Galle und Bauchspeicheldrüsen-Sekret in den Zwölffingerdarm, und zwar in dem Maße, in dem salzsaurer Speisebrei vom Magen hierher befördert wird. Die Salzsäure wird ihrerseits im Zwölffingerdarm wieder zu Kochsalz neutralisiert und gelangt in den Blutkreislauf zurück, und zwar in der genau gleichen Menge, in der es dem Blutkreislauf entnommen wurde.

Wichtig:

Sind Leber und Bauchspeicheldrüse in ihrer Funktion eingeschränkt, z.B. durch einen generellen Vitalstoffmangel oder einen Mangel an Bitterstoffen für die Gallenproduktion der Leber, so daß sie qualitativ und quantitativ minderwertiges Sekret produzieren, kann der Speisebrei nur unzureichend basisch gemacht werden.

Das Milieu des Zwölffingerdarms bleibt dann zu sauer, Fette, Kohlenhydrate und Proteine können nur unvollständig verdaut werden. Dieser unvollständige Verdauungsvorgang führt zu einer qualitativ abnormen Darmflora und damit zu Blähungen oder zu einer übermäßigen Fäulnis, evtl. auch zu Verstopfung und bis hin zu einer großen Belastung der Leber – womit sich der Kreislauf schließt.

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