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Suche Erfahrungen im Bereich Schädelbruch-Hirnblutung

I&saJbexll hat die Diskussion gestartet


Also ganz zu allererst bitte ich um Entschuldigung, dass ich jetzt nicht den Nerv habe die Suche zu benutzen......

Situation:

Von Dienstag auf Mittwoch in der Nacht stürzte meine Mutter die Treppe hinunter.

Wir wohnen 500 km auseinander, telefonieren aber jeden Tag.

Mittwoch Morgen rief ich bei ihr an, ihr Mann, mein Stiefvater war noch zu Hause. Nichts Ungewöhnliches, er fährt immer so zwischen 8:30 und 9:00 Uhr. Er meinte, sie säße auf dem Bett, ich daraufhin, dann versuche ich es in 20 Minuten nochmal. Erst seine Reaktion war merkwürdig: Er wisse nicht, ob sich das "auf dem Bett sitzen" ändern würde.......?? Hä??

Er gab sie mir und ich fragte, was los sei. Meine Mutter meinte, sie habe Nasenbluten. Ich: "Das hast Du doch sonst nie!?? WarumWarum" - Sie wisse es nicht........ Ich gab ihr so die üblichen Ratschläge und sie meinte, sie würde mich dann später zurückrufen. Bis dahin also nichts "komisches" an der Situation, außer, dass sie nie Nasebluten hat. Ich wußte von dem Sturz noch nichts.</p>
<p>Zwei Stunden später rief ich wieder an, da sie mich nicht zurückrief. Mein Stiefvater war dran und ich so scherzhaft "Na, bist Du noch immer zu Hause oder schon wieder"" (Er hat einen Job in dem er viel zu Hause arbeitet). Er meint, witzig sei das nun wirklich nicht.......sie sei die Nacht die Treppe runtergefallen, er habe es nur poltern gehört, hätte geschaut, sie hätte da gelegen, überall Blut......

Ich fragte natürlich, warum er keinen NOtarzt gerufen hätte, er meinte, sie wollte das nicht. Dazu muß ich (zu seiner Entschuldigung!) sagen, dass sie manchmal eine rechte Zicke sein kann.......TROTZDEM!! Sie blutete aus der Nase, der Kopf war voller Blut.......bei einer Kopfverletzung die ersten Warnzeichen.

Sie benahm sich sehr apatisch, lag im Bett in ihrem Blut, er mußte sie dann ins Bad schleppen und abduschen um zu sehen ob irgendwelche Verletzungen da sind. Eine kleine Platzwunde am HInterkopf - er meinte, von daher käme das viele Blut.

Gegen Abend sprach ich noch mal mit ihr. Sie war etwas verwirrt, brachte die Zeiten durcheinander (klar, sie war ja erst um 16:15 Uhr nachmittags aufgestanden!!!), ansonsten erzählte sie aber sehr klar wie es ihr geht, dass ihr Nacken so wehtäte und sonst auch alles. Und dass ihr Nasenbluten nicht aufhören würde. Ich fragte, ob denn ihre Nase an sich ok sei - ja, auf jeden Fall. Ich beschwor sie einen Arzt anzurufen - keine Chance und auch mein Stiefvater solle es gar nicht erst versuchen, sie sei schon ok.

Donnerstag MOrgen rief mich mein Stiefvater an. Sie sei eben mit dem Notarzt abgeholt worden.

In der vergangenen Nacht sei sie immer verwirrter geworden. Habe ZIgaretten verkehrt rum angezündet, er fand zig Streichholzschachteln mit abgebrannten Streichhölzern rumliegen, sie begann Zigaretten aus dem Aschenbecher zu fischen, sogar Asche hatte sie im Mund......dann fand er sie in seinem Arbeitszimmer dabei vor, wie sie den PC "auseinandernahm", sie fummelte an der Maus rum, versuchte die Buchstaben aus der Tastatur zu knibbeln - meine Mutter mag den PC nicht, geht normal NIE da dran. Als mein Stiefvater sie fragte was sie da mache, schaute sie ihn mit einem völlig leeren Blick an und antwortete nicht.........

In der Klinik stellten sie einen Schädelbruch (Stirnbereich) und eine Hirnblutung fest. Sie legten sie ins künstliche Koma um den Hirndruck unter KOntrolle zu halten. Wie gesagt, dieser Zustand herrscht seit Donnerstag vor, Morgen (Montag) wollen sie noch ein CT machen und abwarten was weiter geschieht.

Ich habe jetzt sehr detalliert geschildert was passiert ist um Euch ein besseres Bild zu verschaffen.

Meine Frage:

Habt Ihr solch eine Verletzung schon selbst erlebt, bzw. in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis? Was kann passieren? Welche Folgeschäden? Birgt ein künstliches Koma schon das Risiko dass etwas zurückbleibt? Besteht die Gefahr, dass sie gar nicht mehr aufwacht? Die Gefahr eines Hirntods, besteht die?

Bitte auch schonungslos antworten, ich möchte auf alles gefasst sein.

Vielen Dank und liebe Grüße

Antworten
E)sYtheEr6x7


Auch wenn das vielleicht die falsche Antwort ist... aber da musst Du unbedingt mit dem Arzt reden.

Mein Vater war in seiner Jugend mal im Suff mit dem Hinterkopf auf den Bordstein geknallt und lief dann über eine Woche mit einem Schädelbasisbruch rum. Das einzige war zurückblieb, war der Verlust des Geruchssinns und damit eine Minderung des Geschmackssinns.

Das künstliche Koma ist bei solchen Verletzungen eigentlich üblich. Die Körperfunktionen werden runtergefahren und sind durch Maschinen kontrollierbar. Nur so und mit Hilfe von Medikamenten bekommt der Körper die Chance die Hirnblutung zu stoppen. Natürlich birgt so ein künstliches Koma Risiken, aber die muss man in Kauf nehmen. Wäre Deine Mutter bei Bewusstsein und wäre vital, das wäre für die Hirnblutung Gift.

Wie schlimm das ganze ist oder wird, kommt auf die Stärke und die Lage der Blutung an. Das Blut braucht ja Platz im Kopf, dadurch drängt es andere Gehirnteile weg. Und je nach Lage der Blutung sind eben wichtige oder wenige wichtige Gehirnteile betroffen.

Viele Dinge kann man aber mit einer guten Reha wieder hinbiegen. Da spielt auch Zeit eine grosse Rolle. Jetzt muss man einfach warten, ob die Blutung aufhört und dann wird man sehen, ob man das dann operativ entfernen kann. Das Zeug muss ja wieder da weg.

Aber das sind Sachen, die kann Dir echt nur der Arzt beantworten. Bei meinem Dad ist's damals gut gegangen.

Und mach Dir oder Deinem Vater bloss keine Vorwürfe. Mit meiner Mutter wäre das genauso gewesen. Die hätte auch gesagt: ach quatsch, ich hab nix.

Ich drück Dir die Daumen, dass alles gut geht

I}sambelxl


Danke Esther

für Deine Antwort.

Nein, Vorwürfe kann ich meinem Stiefvater nicht machen, ich weiß, dass er nur das Beste für sie will und außerdem müsste ich MIR dann ja auch welche machen, ich hätte auch 500 km entfernt einen Notarzt rufen können.......aber alles eh egal jetzt, die Situation ist wie sie ist und so wie ich erfahren habe von der Ärztin, ist durch die Zeitverzögerung auch nichts passiert, was nicht so auch passiert wäre.

Ich wollte ja auch nur Erfahrungen hören, was danach noch kommen kann - eben, damit ich auf alles vorbereitet bin.

Dass sie noch nicht in einer Woche wieder munter vor mir sitzen kann ist mir klar....

Nochmal danke!!!

Liebe Grüße

KhleIixo


Isabell

Ich habe keine Ahnung, was solche Verletzungen betrifft. Ich wünsche Dir aber viel Kraft und hoffe, dass sich Deine Mutter erholen wird.

Aendr<eaHx1


Re.: Isabell

Liebe Isabell,

niemand kann Dir hier pauschal sagen, was passieren wird!

Es kommt immer auf das Ausmaß der Hirnschädigung an.

Selbst ein Arzt kann in diesem Fall keine absolut zuverlässige Prognose erstellen. Zuerst muß deine Mutter aus dem künstlichen Koma erwachen.

Du brauchst jetzt ganz viel Geduld!

Ich drücke Dir die Daumen! :)^

IQsabxell


Ich danke auch Euch Beiden

für Eure Anteilnahme :-D.

Zur Zeit sieht es so aus:

Seit heute Morgen schleichen sie die Narkose aus, als ich heute Mittag mit dem Arzt telefonierte war noch keine Reaktion zu merken, doch heute gegen Spätnachmittag sprach mein Stiefvater mit einer Ärztin, die dann sagte, meine Mutter würde "gegen den Schlauch atmen", was ein gutes Zeichen wäre. Sicher, das zeigt ja, dass sie von alleine atmen will. Mir sagte der Arzt noch heute Mittag, meine Mutter habe eine gute Konstitution, besser als ihrem Alter entspräche, ihre Herz- und Lungenfunktion seien sehr gut. Ein bis zwei Mal gestern gab es leichte Defizite in den Vitalfunktionen aber nichts besorgniserregendes.

Nach der Konferenz heute Nachmittag hat der Chefarzt beschlossen, dass sie doch operiert werden müsse und zwar nächste Woche. Sie hat wohl einen kleinen Haarriss an der Schädelbasis in Höhe der Nasennebenhöhlen, durch den Luft ins Gehirn dringt. Dieser Riss muß natürlich zugemacht werden. Mich beruhigt ein wenig, dass sie sie trotzdem vorher noch mal wachmachen und bis nächste Woche warten können. Beunruhigen tut mich natürlich die Gefahr einer Gehirn- Hirnhautentzündung, doch ich denke die beugen da schon vor mit Antibiotika. Doch ich denke, wenn die neurologische Untersuchung Morgen zufrieden verläuft ist schon mal eine schwere Hürde geschafft.

Liebe Grüße

AfnKdrenaH1


Re.: Isabell

Keine Angst, die beugen gut mit Antibiotika vor!!!! :)^

IFsabexll


Sorry...

...dass ich mich jetzt erst wieder melde, doch ich mußte die letzten Tage erst mal ein wenig Abstand zu dem Ganzen halten.

Also:

Sie haben kurz vor Ostern einen Luftröhrenschnitt gemacht, was wohl bei einer Langzeitbeatmung so üblich ist. Sie hat das alles gut verkraftet, reagierte schon sehr gut (im Rahmen der Umstände), konnte "nicken" oder die Hand drücken. War halt nur alles sehr anstrengend für sie. Doch die Ärzte sagten, dass sie wohl alles mitbekommen würde und wenn sie reagierte war auch keine weitere Verwirrung zu erkennen.

Letzen Mittwoch haben sie sie dann operiert. Die OP verlief so gut wie es eben bei einer solchen OP ist. Sie haben den Haarriss in der Schädelbasis (auf höhe der Nasennebenhölen) mit Knochenhaut abgedeckt, damit keine Luft mehr eindringen kann.

Inzwischen ist sie wieder in der selben Phase wie vorher, sie werden wohl im Laufe der Woche die Medikamente weiter ausschleichen. Dann geht es diese Woche auch um eine Verlegung in eine Neuroreha-Klinik in die sie dann wohl so in ca. 2 Wochen kommen soll, vielleicht auch eher.

Eine genaue Prognose gibt es noch nicht, wie auch? Also akute Lebensgefahr besteht auf jeden Fall nicht mehr, dennoch ist eben noch fraglich ob und wenn was sie zurückbehält......

Liebe Grüße

IfsaGbell


Jetzt geht's an's Eingemachte.....

.........auch bei mir selbst.

Meine Mutter ist letzten Montag in eine Rehaklinik verlegt worden.

Bisher hatte ich mich immer mit meinem Stiefvater kurzgeschlossen, bzw. er hatte mich immer über alles informiert. Nun wollte ich aber auch mal wieder (nach zwei Wochen) direkt mit Jemandem sprechen und rief in der Rehaklinik an.

Ich sprach sehr lange mit einem sehr netten Arzt.

Was ich von meinem Stiefvater nicht wußte:

Sie war schon einen Tag nach der OP, also den Donnerstag nach Ostern wacher als er mich wissen ließ. Der Arzt sagte sogar, ich könne mit ihr Telefonieren, natürlich könne sie nicht antworten, aber ich wenigstens was sagen. Das haute mich völlig um. Ich merkte, dass ich die ganze Sache überhaupt nicht an mich rangelassen hatte, nicht richtig.

Ich brauchte einen ganzen Tag um von seinem Angebot überhaupt Gebrauch zu machen. Auf der einen Seite war da eine schreckliche Sehnsucht - auf der anderen eine riesige Angst. Schon bei dem Gedanken mit ihr auf diese Weise zu sprechen brach ich in Tränen aus. Ich wollte so gerne, aber es ging nicht!

Dann, einen Tag später packte ich es. Ich hörte nur ein Röcheln am anderen Ende (wegen dem Luftröhrenschnitt), zum Glück hatte ich eine sehr, sehr nette SChwester "dabei", die mir immer ihre Reaktionen zurief. Ich stammelte mir etwas zurecht und fing zum Glück nicht zu Heulen an. Es war so fremd, diese Situation, so mit meiner Mutter reden zu müssen.....und brachte mir die Sache wieder so nah ran.

Einen Tag später brach es dann in mir zusammen: Ich kam mir gefühlskalt vor, weil ich noch längst nicht zu ihr gefahren war. Ich hätte doch eigentlich alles stehen und liegen lassen sollen! Scheiß auf Geld und Schule!!!! Doch ich wollte nicht, weil ich nur ca. alle 2 Monate fahren könnte (rein finanziell) und eben erst, wenn sie es voll mitbekommt.....Aber auch so: Ich konnte lachen, ich konnte fröhlich sein - wie geht das zusammen? Meine Mutter ist der wichtigste Mensch für mich!!! Schütze ich mich, oder was ist das? Ich kann es mir nur so erklären.

Nächstes WE fahre ich nun.

Doch ich habe eine Heidenangst.

Sorry, das gehört jetzt eigentlich ins Psychologieforum, aber ich möchte mit dem Faden gerne hier bleiben, hier habe ich so ein wenig das Gefühl von einem "Separet"......nicht, dass ich das geheimhalten will - aber auch nicht so in den Vordergrund drängen wie es dort dann wäre. Versteht Ihr, was ich meine?

Liebe Grüße

E3st2her67


Was Deine Mutter anbelangt, hört sich das doch alles ganz prima an. Ob was zurück bleibt, weiss man natürlich nicht. Aber wichtig ist doch, dass sie geistig so weit auf der Höhe ist. Die körperlichen Defizite kriegt man mit einer guten Reha bestimmt auch wieder in den Griff.

Für Kinder ist es immer schwer, wenn ein Elternteil erkrankt. Und da ist es egal wie alt man als Kind ist. Es fällt einem schwer, die Schwäche der Eltern mit anzusehen.

Warum bist Du gefühlskalt. Es ist für alle Beteiligten eine extrem Situation und es ist keinem geholfen, wenn man ohne Nachzudenken alles stehen und liegen lässt. Deine Mutter hat am kommenden Wochenende bestimmt mehr von Deinem Besuch als zu dem Zeitpunkt als es ihr so schlecht ging. Jetzt kannst Du ihr besser helfen.

Und es ist nichts dabei zu lachen und fröhlich zu sein. Deine Mutter würde Dich bestimmt ordentlich zusammenstauchen, wenn sie wüsste, dass Du wegen ihr den ganzen Tag rumheulst. Das hilft Deiner Mutter auch nicht. Ausserdem geht das mit der Reha noch ne ganze Weile. Sie hat die OP gut überstanden, nimmt ihre Umwelt bewusst war - ist doch super.

Und wenn Du gut drauf bist, fällt Dir auch eher ein womit Du Deiner Mutter eine Freude machen kannst, oder die Lange Zeit der Trennung überbrückst. Briefe, Postkarten, Fotos.

Also mach Dir nicht zuviele Gedanken. Die Achterbahn der Gefühle gehört nach so einem Erlebenis dazu.

IVsab*ell


Danke Esther :-D

Ja, heute geht es mir auch wieder etwas besser....manchmal, wenn ich so laut lachen muß wegen irgendetwas, dann habe ich das Gefühl ich stehe neben mir, die "traurige" Isabell schaut dann unverständlich auf die Lachende. Ich meine, mir geht es nicht wirklich schlecht dabei, habe halt nur so ein "geteiltes" Gefühl......ganz komisch, aber wohl normal......

Hoffentlich wird das am WE was, mein Stiefvater "muckt" schon wieder etwas auf.....es würde sich noch nicht lohnen, ich solle warten bis sie noch fitter ist......ich bin aber von ihm abhängig, muß bei ihm im Haus schlafen, ein Hotel etc. kann ich mir nicht leisten.

Dazu muß ich sagen: Er war schon immer sehr eifersüchtig auf die enge Beziehung zwischen meiner Mutter und mir - das lässt er wohl jetzt raus.... :-(

Naja, wirklich verbieten wird er es mir nicht können.

Liebe Grüße

Iqs.abelxl


Ich habe mit ihr gesprochen! (Telefoniert!)

Mein Bruder war heute bei ihr, ich hatte mich bisher nicht getraut wieder anzurufen - zu viel Angst.

Mein Bruder erzählte mir, dass sie wieder sprechen kann - hatte mein Stiefvater mich natürlich nicht drüber informiert :-( - und er positiv überrascht war....allerdings nur vorerst.

Sie scheint recht verwirrt zu sein.

Nachdem was mein Bruder mir erzählt hat, traute ich mich dann auch anzurufen. Die Schwester gab ihr sofort den Hörer und ich hörte meine Mutter wie sie immer war.

Doch sie ist ziemlich verwirrt was manche Dinge angeht. So meint sie tatsächlich, sie könne rauchen gehen (sie war starke Raucherin) - was definitiv nicht sein kann. Als ich meinte, dass es ein paar Probleme bei mir gibt sie zu besuchen (finanziell und kinderbetreuungstechnisch), da sagte sie: "X und Y (sehr lange Bekannte von ihr) haben doch ein Hotel hier nebenan gekauft, da kannst Du doch umsonst wohnen" ; was natürlich völliger Quatsch ist. Ich habe sie dann gefragt, wie sie darauf käme? Sie meinte, die Taufe habe doch dort stattgefunden - auf Nachfrage kam raus, dass sie die Taufe der Tochter der Beiden meinte, die vor 16 (!) Jahren stattgefunden hat. Dann war sie wieder sehr normal und auch sehr klar. Sie war sich der Verwirrung ihrer selbst bewußt, dass sie nicht so ganz begreift wie lange sie wohl schon in der Klinik ist. Irgendwann meinte sie, sei sei seit Semptember schon da. Ich sage ihr, kann nicht sein, Du hast uns doch besucht Anfang Januar, hast da doch auch "Dixie" kennengelernt........."ach stimmt", sagte sie, "das war kurz vor E.s (Stiefvaters) Geburtstag" - was auch wirklich so war (zwei Tage vorher ist sie wieder gefahren.

Dann fragte ich sie, welcher Tag heute sei. Sei meinte, Freitag, der 16. April.....ok, DAS kann auch mir passieren, dass ich mich mal um eine Zahl vertue mit dem Datum, also ist sie doch recht klar wiederum.

Dann sagte ich ihr, dass ihr Unfall vor genau einem Monat gewesen ist - sie sagte "Ach, ist das schon soooo lange her?" - passt natürlich wieder nicht, wenn sie vorher gesagt hat, dass sie schon seit September da läge........ :-(

Sonst war sie wie immer, ich konnte keine Veränderung feststellen. Ich meine, hätte ich nicht gewußt was ihr passiert ist, dann hätte ich ihr wahrscheinlich jedes Wort abgenommen was sie sagte - so klar kam das alles rüber.

Ich tat das Einzige, was ich tun konnte: Ich sagte ihr klipp und klar, dass das so und so nicht sein kann und dass sie wohl da etwas durcheinanderbringt. Sie ging auch immer drauf ein - obwohl sie sonst ein sehr sturer (ich glaube ich erwähnte das schon ;-) ) Mensch ist.

Meinen Stiefvater habe ich danach angerufen und ihn gefragt, ob er denn mit dem Arzt gesprochen habe. Ja, hat er. Der Arzt meinte, dass im diese Situation, also Verwirrung noch Sorgen machen würde, er aber hoffe, dass diese an dem subdoralen (ist das richtig geschrieben?) Hämatom liegen können, es könnte sein, dass es eine Zeitfrage ist.........

Ich bin jetzt grade hin- und hergeschüttelt. Irgenwie hat sich nichts geändert und dann wieder doch. Ich habe die vertraute Stimme gehört, aber wieder geht es mir wie neulich: Ich fühle nichts!!!!! Ich bin aufgeregt - das schon. Aber ich kann nicht weinen vor Erleichterung ich kann GAR NICHTS!!!!!!! Ich müsste doch vor diesem Wust an Gefühlen zusammenbrechen, wenigstens weinen können?? Ich kann gar nichts, es ist alles wie zu......das macht mir solche Angst....

LG

P"hy`siox25


Liebe Isabell!

Ich denke deine Gefühlsschwankungen oder auch keine Gefühle sind völlig normal in dieser Situation!Ich denke, das wird isch ändern , wenn Du bei deiner Mutter warst und dir ein eigenes Bild von ihrer derzeitigen Situation machen kannst!

Bei einer Hirnblutung ist es häufig, daß das Gedächtnis, egal ob das Kurzzeit oder Langzeitgedächtnis, in Mitleidnschaft gezogen wird!Wichtig ist genau das jetzt wieder zu trainieren, in Form von Hirnleistungstraining mit einem Neuropsychologen,ich gehe aber davon aus das es mit ihr gemacht wird,wenn sie in einer Reha ist!

Hat deine Mutter auch funktionell Schwierigkeiten, also mit dem gehen oder so?!

Wo ist sie denn in der Reha!

Halt die Ohren steif!

Frany

I)saQbelxl


Hallo Frany

Danke für Deine Antwort.

Also der Arzt sagt, dass sie körperlich recht fit ist, sie sitzt inzwischen schon im Rollstuhl - was für diese Phase recht früh wäre- einzig und alleine im linken Arm hat sie Lähmungserscheinungen (laut ihrer Aussagen "er fühlt sich kraftlos an").

Ich denke ich kann das hier ruhig sagen, sie ist in einer Neurorehaklinik in Hessen, momentan noch auf der Intensivstation.

Weißt Du, mir wäre es nicht so schlimm vom Empfinden her wenn sie z.B. einen Arm nicht mehr bewegen könnte, als wenn sie geistig was zurückbehält - denn ich weiß, dass sowas eine ihrer eigenen großen Ängste war/ist...... :-(

Danke Dir!

Liebe Grüße

IDsabelxl


Alles wird gut... :-D

Ich war am WE bei ihr!

Dank meines supertollen Freundes (x:) x:) x:) ) war es mir möglich.

Wir hatten dort eine Ferienwohnung und gingen gleich Samstag früh zu ihr. Ich hatte Panik pur - Intensivstation.....eingeschlossen.....keine Fluchtmöglichkeit (wer sich mit Panikererkrankung auskennt weiß was ich meine ;-) )......meine schwer verletzte, wahrscheinlich fremd gewordene Mutter dort sehen müssen.....ich war glaube ich vorher vier mal auf dem Klo der Klinik.

Dann klingelte ich an der Stationstür, wir diskutierten noch, wer als erstes mit reindarf, mein Freund oder meine große Tochter (die kleine war beim Vater), denn dort stand, nur zwei Besucher pro Patient. Ein Pfleger öffnete und - UPS! Er winkte uns gleich rein, sie saß dort in einem Rollstuhl, ein Pfleger war dabei ihre Sachen zu packen: sie kommt auf eine Normalstation!!! Also keine Schleuse zum Umziehen, bis auf die geschlossene Tür kein Unterschied zu einer normalen Station (klar, bis auf die ZImmer, aber da waren wir ja gar nicht drin).

Meine Mutter sah natürlich merkwürdig aus: Haare bis zur Mitte des Kopfes rasiert, ca. einen halben cm nachgewachsen, mittendrinn eine lange Narbe von einem Ohr zum Anderen. Einen Ernährungsschlauch in der Nase. Sie begrüßte uns gleich sehr freudig und munter, sie habe schon gewartet.....es sei ja soooooo langweilig da. Während des Transportes auf ihr ZImmer ein Stockwerk höher hatte ich die Gelegenheit mit dem Pfleger zu sprechen - es war ja Samstag, ein Arzt war da nicht zu erreichen, nur für Notfälle. Ich fragte ihn nach ihrem Zustand, vor allem wegen der Verwirrung. Er meinte, das sei völlig normal, man nennt das "Wahrnehmungsstörung" nach solch einem Zustand. Der Patient sei nicht in der Lage Realität und "Traum" auseinanderzuhalten, doch sobald er lernt immer mehr die Realität greifen zu können, desto weniger würde der "Traum" in diese eingreifen. Dieser Pfleger war sowieso klasse. Er scherzte mit meiner Mutter rum, sie sei sowieso Simulantin, sie wäre doch körperlich so fit....... ;-D. Meine Mutter freute sich sehr über ihr Zimmer, Einzelzimmer, mit Balkon und Bad (zu teilen mit dem Nachbarzimmer). Telefon habe ich ihr gleich organisiert (man war ich froh endlich mal was für sie TUN zu können!!!!! Nur die erbetenen Zigaretten habe ich ihr nicht gegeben...... :-D ). Das Einzige was für sie noch äußerst nervig ist: Sie darf nichts essen und nichts trinken, da das Loch im Hals noch nicht zugewachsen ist. Sie darf nur im Beisein ihrer Ergothereapeutin essen und die ist natürlich am WE nicht da. Die Gefahr ist zu groß, dass sie sich verschluckt und Wasser oder Anderes in ihre Lunge gerät. Somit ist meiner Mutter natürlich total langweilig und es fehlt der Luxus des Essens - kein Kaffee zum Frühstück, kein Leberwurstbrot zum Abend - so lernt man die 'kleinen' Dinge des Lebens echt wieder zu schätzen......

Ihr Geisteszustand ist merklich besser geworden. Wenn ich das vergleiche von letzter Woche zu diesem WE - sie ist fast wieder normal. Ab und zu ist sie noch unsicher ob etwas stimmt oder nicht und fragt dann nach; vor allem, dass sie es selber merkt ist ein sehr gutes Zeichen. Auch von ihrer Persönlichkeit her sehe ich keine Veränderung. Es ist 100pro meine Mutter. ;-)

Samstag Nachmittag kam dann noch mein Bruder mit Frau und Kind, wir sind dann im Kurpark spazierengegangen, meine Mutter zum Teil sogar allein (mit den "Sicherheitskräften" in Form meines Bruders und mir an jeder Seite ;-D ), den restlichen Weg hat meine Tochter den Rollstuhl geschoben (wir sind da gar nicht aufgefallen, da wimmelte es nur so von ;-) ).

Also kurz und gut:

Sie ist wieder so fit, hat sich so schnell erholt, dass selbst Ärzte und Pfleger total baff sind (hat mir der Pfleger erzählt und ich hatte nicht den Eindruck, dass er das zum Trost sagte, der meinte das wirklich so). Sie ist froh nun ein Zimmer zu haben, es war für sie auch inzwischen sehr schlimm auf der Intensivstation.

Und ich schwebe natürlich auch auf Wolke sieben - ich habe meine Mama wieder (da wird man echt wieder zum Kind ;-D ).

Liebe Grüße und an dieser Stelle auch nochmal Danke an Alle, die mitgefiebert habe und Daumen gedrückt haben!!!! Aber noch nicht aufhören zu drücken, ist noch ein weiter Weg, doch das Schlimmste ist überstanden.

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