» »

Angst und völlig ratlos

S%pi8rou7x6 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Angefangen hat alles damit, dass ich mich ständig müde gefühlt habe. Vor ca. 3 Monaten begann die Müdigkeit so schlimm zu werden, dass ich eigentlich nur noch wie ein Zombie durch die Welt gelaufen bin, und mich jeden Tag wahnsinnig zusammenreißen musste, um nicht bei der Arbeit einzunicken. Aus der Müdigkeit ist eine extreme Erschöpfung geworden.

Ich muss dazu sagen, dass ich schon seit einer Weile psychisch angeschlagen bin. Die Arbeit macht nicht mehr wirklich Spaß, die Beziehung zum Chef ist nicht die beste, und mit der Zeit begann ich schon, eine gewisse Angst zu entwickeln, wenn er mich wegen irgend etwas sprechen wollte.

Nachts konnte ich nicht wirklich gut schlafen. Allerdings nicht ausschließlich wegen der Arbeit. Ohne, dass ich es wollte, kamen ständig irgendwelche Gedanken hoch, die dann immer wieder durchgekaut werden wollten. Sei es, wie der Tag so gelaufen ist, wie der nächste Tag vielleicht laufen könnte, was noch so alles zu erledigen ist, oder auch Situationen und Dialoge, die eigentlich schon seit ewigen Jahren abgehakt sein sollten. Plötzlich waren wieder ärgerliche Ereignisse mit der Ex-Freundin da, die vor 6 Jahren stattgefunden haben, Situationen, die ich als Kind erlebt habe, usw. usw. Das endete dann öfter damit, dass ich nochmal entnervt aufgestanden bin, obwohl ich wahnsinnig müde war, und noch eine Weile ferngesehen habe, bis ich nachts so müde war, dass ich nur noch ins Bett fallen und einschlafen konnte.

Ich führte die Müdigkeit erst darauf zurück, machte mir dann aber plötzlich große Sorgen, als ich merkte, dass ich tagsüber zeitweise nur noch apathisch geradeaus geguckt habe, und ich nichts mehr von meiner Umgebung wahrgenommen habe, bis ich irgendwann hochgeschreckt bin und gesehen habe, dass inzwischen schon wieder 15 Minuten vergangen waren.

Also ab zum Hausarzt, der erst mal eine Blutuntersuchung gemacht hat, die jedoch ohne Befund war.

Ich fühlte mich schwächer und schwächer, und hatte dann ein paar Wochen später mal einen 16 Stunden Tag. Sonst war es nach stressigen Tagen so, dass ich eben mal lange ausschlafen musste oder mal ein ruhiges Wochenende gebraucht habe, um mich wieder zu erholen. Aber inzwischen erholte ich mich von gar nichts mehr, egal wie lange ich schlief oder abends auf der Couch lag. Nach diesem langen Tag bemerkte ich plötzlich viel Blut im Urin, und da es bereits 23 Uhr war, bin ich in die Notaufnahme ins Krankenhaus gefahren. Urinprobe abgegeben, Blutprobe abgegeben, Ultraschall gemacht bekommen, und alles ohne Befund.

Wenige Tage später hatte ich dann einen Termin bei einem weiteren Urologen. Wieder Blut abgenommen, wieder Urinprobe, wieder Ultraschall, Prostatauntersuchung, usw. Alles ohne Befund. Nach ein paar Tagen schien alles wieder in Ordnung zu sein, also tippte mein Hausarzt auf eine Blasenentzündung.

Ein paar Tage später hatte ich auf der Arbeit plötzlich das Gefühl, dass meine Beine wahnsinnig schwach waren. Als ich aufstehen wollte, verlor ich das Gleichgewicht und konnte mich kaum auf den Beinen halten. Voller Angst bin ich dann wieder zum Arzt gefahren, der damit erstmal nichts anfangen konnte. Reflexe wurden überprüft, einfache neurologische Untersuchungen gemacht, und alles war ok. Er hat mir dann ein Beruhigungsmittel mitgegeben, da er meinte, ich sähe sehr ängstlich und beunruhigt aus.

In den nächsten Tagen wurde es nur noch schlechter. Die Beine behielten dieses Schwächegefühl, und nun breitete es sich auch auf die Arme aus. Die Füße und Hände begannen zu kribbeln, und auf meine Bitte hin, bekam ich eine Überweisung zur Neurologin.

Inzwischen hatte ich auch von MS gehört und entwickelte eine starke Angst, ich könnte MS haben. Die Neurologin machte wieder einfache neurologische Untersuchungen (mit geschlossenen Augen die Nasenspitze berühren, auf einem Bein hüpfen, usw.), testete die Reflexe und führte eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung durch. Wieder ohne Befund.

Sie meinte, das sei sicher alles psychosomatisch und verschrieb mir Antidepressiva.

Damit konnte ich nun besser einschlafen, aber die Symptome wurden schlimmer. Ich bekam eine starke Übelkeit, die ungefähr unter dem Brustbein zu liegen schien und in den ganzen Körper ausstrahlte. Ich begann, mich verwirrt zu fühlen und konnte zweitweise keinen klaren Gedanken fassen. In der Mitte eines Satzes vergaß ich plötzlich, was ich sagen wollte, und wenn jemand mit mir sprach, hatte ich Schwierigkeiten, zuzuhören und vergaß dann auch ganz schnell, was er mir erzählt hat. Ich kam mir manchmal vor wie ein Gefangener in meinem eigenen Kopf. Zeitweise fühlte ich mich etwas besser und dachte, es ginge bergauf, nur um festzustellen, dass Übelkeit und Schwächegefühl am nächsten Tag noch schlimmer wurden. Magen-/Darm-Schmerzen und ständiger Durchfall kamen dazu. Manchmal wurden Zehen und Fingerkuppen für einige Minuten taub. Manchmal spürte ich ein kribbeln im Nacken, dass sich dann als Brennen im Gesicht, dann in den Händen und dann bis zu den Füßen hin ausbreitete.

Ich drängte meine Neurologin dazu, doch bitte mal ein MRT machen zu lassen, weil ich nicht glauben konnte, dass solch massiven Symptome rein psychosomatisch sein sollten. Sie schickte mich zu einem MRT des Schädels, um mich - wie sie sagte - zu beruhigen.

Ich war inzwischen sicher, dass etwas schlimmes dahintersteckt. Wenn keine MS, dann ein Tumor oder ähnliches. Das MRT ergab aber keinen Befund. Später wurde auch ein MRT der Halswirbelsäule durchgeführt, um sicherzustellen, dass im Rückenmark keine Entzündungsherde vorhanden sind. Eine Nervenwasseruntersuchung lehnte die Neurologin ab, weil keine Hinweise auf eine MS vorhanden seien.

Sie verschrieb mir andere Antidepressiva, weil ich nun tagsüber NOCH müder war. Inzwischen war ich schon 2 Wochen krankgeschrieben.

Nach einer weiteren Woche begann das Schwächegefühl zu verschwinden, machte nun aber leider Schmerzen platz. Eine Art Phantomschmerzen um die Gelenke breitete sich nun aus. Kniegelenke, Ellbogen, Fußgelenke. Die Ellbogen fühlten sich ständig so an, als hätte ich mir den Musikantenknochen gestoßen. Das gleiche Gefühl in den Knien und ab und zu ein Gefühl wie elektrische Schocks im linken Fuß.

In den nächsten Tagen breiteten sich die Schmerzen auf die Muskeln aus und es fühlte sich an wie die Schmerzen, die ich als Teenager bei einem Wachstumsschub hatte. Wenn ich den Arm streckte, taten die Sehnen weh als wenn sie verkürzt wären.

Dann lag ich eines abends auf der Couch, und dachte gar nichts böses. Nicht an Krankheiten, nicht an die Arbeit. Ich sah einfach fern und versuchte, mich auf den Film zu konzentrieren. Plötzlich merkte ich, wie mein Herz anfing, zu rasen. Mir wurde schlecht und ich hatte das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Ein Brennen - wie mit tausend Nadeln gestochen - begann wieder im Gesicht und wanderte dann bis zu den Füßen nach unten. Ich bekam Angst und rief den Notarzt. Dieser meinte, ich hätte gerade eine Panikattacke erlebt und sagte, er würde keinen Hinweis auf etwas organisches sehen.

Als ich der Neurologin davon erzählte, meinte sie nur, dass sie sich das schon gedacht habe.

Nun begann ich allerdings zu zittern und sah zeitweise aus wie ein Parkinson-Patient. Ich konnte kein Auto mehr fahren, weil der linke Fuß beim Beugen so zitterte, dass ständig der Motor ausging.

Insgesamt war ich 6 Wochen krankgeschrieben, als mein Hausarzt und meine Neurologin der Meinung waren, ich könne nun wieder arbeiten.

Als ich vor 3 Tagen aufgewacht bin, tat mir mein linkes Auge weh, und ich sah darauf verschwommen. Schon kam wieder die MS-Angst in mir hoch, und ich bin schnell zu einem Augenarzt gegangen, der meinte, die Sehnerven seien in Ordnung, und ich hätte höchstens eine leichte Weitsichtigkeit auf diesem Auge.

Die Muskel- und Gelenkschmerzen habe ich immer noch, und nun sind auch noch Wahrnehmungsstörungen und Halluzinationen aufgetreten. Ich habe oft ein Gefühl der Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit, nehme vieles nicht wahr, kann mich an vieles nicht erinnern. Ich komme mir selbst fremd vor. Wenn ich meine Hände ansehe, habe ich das Gefühl, sie gehörten nicht zu mir. Oft verschwimmen plötzlich die Konturen irgendwelcher Objekte, und kurz darauf werden sie ganz scharf. Dann kommt mir alles fremd vor, so als würde ich die Gegend gar nicht kennen. Buchstaben kommen plötzlich 3dimensional auf mich zu, die Wände scheinen sich zu bewegen, aber der Raum, in dem ich mich befinde, kommt mir wie eine Kulisse vor, die nicht real ist, und Menschen, die mir begegnen, kommen mir wie seelenlose Puppen vor. Diese Störungen sind nicht immer so extrem. Immerhin kann ich mich ja jetzt auf diesen Text konzentrieren, aber ich finde das alles sehr beunruhigend.

Gestern abend hatte ich Herzrhythmusstörungen, hatte eine riesige innerliche Unruhe, fühlte mich wieder verwirrt, habe gezittert und geschwitzt.

Inzwischen habe ich von einem Serotoninsyndrom gelesen, dass auftreten kann, wenn man SSRIs nimmt. Meine Neurologin hatte mir Paroxat verschrieben. Allerdings habe ich jeden Tag nur 10mg genommen, und mein Hausarzt meinte heute, dass es sicher nicht die Medikamente seien, sondern dass all das psychosomatisch bedingt sei.

Ich bin jetzt mit meinem Latein am Ende, mir geht es immer noch nicht besser, und die letzten Tage sogar von Tag zu Tag schlechter. Und auch wenn ich vielleicht psychisch etwas angeschlagen war, kann ich nicht glauben, dass das alles nur daher kommt. Ich war eigentlich vor dieser ganzen Geschichte nicht wirklich depressiv. Ich habe viel mit Freunden unternommen und hatte auch genügend Tage, an denen es mir richtig gut ging, und ich viel gelacht habe.

Ich wäre dankbar für jeden Tipp, den Ihr mir geben könntet. Habt Ihr eine Idee, was das sein kann ? Kann sowas wirklich nur von der Psyche kommen ? Gibt es Untersuchungen, die ich noch machen lassen sollte ?

Schonmal vielen Dank und ganz liebe Grüße...

Spirou76

Antworten
HteMnne[s 77


Das kenne ich!

Hallo! Deine Geschichte kenne ich. Bei mir wurde eine generalisierte Angststörung diagnostiziert. Das heisst Angst vor allem und vor mir selber. Du hast keine MS, ist alles nur psychosomatisch. Bilde dir Krankheiten ein und glaube lange genug dran - dann zeigt dein Körper dir die Symptome. Alles Gute!

Awicha>2004


Spirou,

lass unbedingt mal einen Test auf Borreliose machen. Ich verstehe nicht, dass das noch nicht geschehen ist. Deine Symptome könnten alle passen.

Ich würde diese Geschichte auch mal hier posten:

[[http://www.borreliose-forum.de]]

Ich glaube in Deinem Falll nicht an ein psychisches Problem.

Liebe Grüsse,

Gabrielle

L<u!po04x9


Hallo Spirou76,

bitte berücksichtige, dass die Symptome nicht nur durch die gesteigerte Selbstbeobachtung und grösser werdende Angst verstärkt werden, sondern auch am Anfang der Einnahme eines Antidepressivas. Einige Symptome bzw. die Verstärkung dieser würden auch darauf passen, das hab ich selbst erlebt und wurde - mangels Info - ebenfalls noch panischer. Nach voller Wirkung des ADs wurden alle Symptome aber schlagartig besser oder verschwanden ganz. Dann kann man sich erst mal wieder sortieren, durchatmen und weitere Wege der Genesung gehen.

Wie lange nimmst Du jetzt was und wieviel ?

Viele Grüsse

Lupo

SnpiRr/oux76


Hallo nochmal,

das mit der Psychosomatik und der Angst habe ich durchaus in Betracht gezogen, und ich habe auch schon gemerkt, dass die Schmerzen besser oder sogar manchmal verschwunden sind, wenn ich entspannt bin und mich sehr wohl fühle. Aber ich denke, es trifft auf die meisten Krankheiten zu, dass Symptome schwächer werden, wenn man sich wohl fühlt. Außerdem waren die meisten Symptome zuerst da, und erst DANN habe ich mal im Internet geschaut, was das wohl sein könnte. Ich habe nicht erst eine Liste von Krankheiten durchgelesen und dann plötzlich bei mir alle Symptome entdeckt. Das spricht meiner Meinung nach ein bisschen gegen reine Angst- und psychische Symptomatik. Ängstlich und depressiv bin ich eigentlich erst geworden, nachdem es mir plötzlich so schlecht ging.

Auch würde ich mit Angst und Depressionen eher DIFFUSE Schmerzen in Verbindung bringen, dass einem z.B. IRGENDWIE das Bein weh tut oder der ganze Körper irgendwie schmerzt. Aber dass die Schmerzen sich zum größten Teil ganz bestimmten Stellen und Sehnen zuordnen lassen - sich z.B. wie eine Sehnenscheidenentzündung am Arm anfühlen - und auch immer an den selben Stellen wieder auftreten, bringt mich dann doch immer wieder auf die Idee, es könnte etwas organisches sein. Oder vielleicht etwas rheumatisches ? Fibromyalgie vielleicht ?

Von einer Zecke bin ich meiner Meinung nach nie gebissen worden. Ich weiß nicht, ob Borreliose auch ohne Zeckenbiss übertragen werden kann.

An Medikamenten habe ich mit Mirtazza angefangen, aber wegen der schlimmerwerdenden Müdigkeit wieder abgesetzt. Dann gab es kurz Opipramol. Aber auch das habe ich nicht vertragen. Gesteigerte Übelkeit, usw. Obwohl ich im Nachhinein auch nicht sagen kann, ob das von dem Medikament kam oder zur Krankheit gehörte. Dann habe ich das wieder abgesetzt und Paroxat verschrieben bekommen. Jeden Morgen sollte ich 20mg nehmen und abends zum besseren Einschlafen 10mg Amitriptylin. Das habe ich so ca. zwei Wochen genommen. Das Amitriptylin habe ich dann nur noch genommen, wenn ich mich so unruhig gefühlt habe, dass ich wusste, dass es schwer würde, einzuschlafen. Aber auch das Paroxat schien wieder zu schwerer Übelkeit zu führen. Ich fühlte mich irgendwie völlig vergiftet und habe dann mit dem Segen meiner Neurologin nur noch 10mg pro Tag genommen. Dann ging es mir kurz besser, dann aber wieder schlechter.

Auf die Idee mit dem Serotoninsyndrom kam ich, weil ich gelesen habe, dass das bereits bei alleiniger Gabe eines SSRI wie Paroxat auftreten könne, aber vor allem in Kombination mit MAO Hemmern oder trizyklischen Antidepressiva wie Amitriptylin. Als die Verwirrung, die Übelkeit und die Bauchschmerzen immer schlimmer wurde, ich gezittert habe wie ein Parkinsonpatient, Herzrhythmusstörungen bekommen und dieses Vergiftungsgefühl hatte, habe ich dann vor 3 Tagen eigenmächtig das Paroxat ganz abgesetzt. Bereits gestern ging es mir besser.

Heute habe ich mit der Neurologin drüber gesprochen. Sie meinte, ich solle das Paroxat dann eben ganz weglassen und hat mir nun Amitriptylin retard mitgegeben, das ich jetzt alleine nehmen soll. Jeden Abend 25mg.

Heute war nun der dritte Tag ohne Medikamenteneinnahme und die Übelkeit ist stark zurückgegangen. Ich zittere bei weitem nicht mehr so stark, und das Gefühl, völlig konfus zu sein, und bereits beim Gang in die Küche plötzlich nicht mehr zu wissen, was man da eigentlich wollte ist auch schon besser geworden. Allerdings sind die Muskel- und Sehnenschmerzen stellenweise noch da, und ein ganz extremes Erschöpfungsgefühl.

Ich war diese Woche ja wieder auf der Arbeit, habe aber nicht viel zu Stande gebracht. Bereits ein einfaches mehrminütiges Telefonat war für mich wahnsinnig ermüdend. Das aufmerksame Zuhören und konzentrierte Antworten schien mir sehr anstrengend zu sein, und danach habe ich leicht geschwitzt und war total müde. Als mir dann fast die Augen zugefallen sind, bin ich nach Hause gefahren und musste mich zusammenreißen, dass ich nicht beim Autofahren einschlafe. In diesem Zustand habe ich schon bemerkt, dass meine Atmung sehr flach ist. Ich komme mir dann vor, als würde ich mit offenen Augen schlafen und atme in letzter Zeit oft nur ca. 3 Mal pro Minute, was aber auch vollkommen auszureichen scheint und mir sehr seltsam vorkommt.

Als ich dann zu Hause die Treppe hochlaufen musste, fühlte ich mich so müde und erschöpft, dass ich alle paar Stufen mal kurz anhalten und durchatmen musste. Ich hätte mich dann einfach da hinsetzen und einschlafen können. Als ich in der Wohnung war, habe ich mich erst mal ins Bett gelegt und 3 Stunden gedöst bis geschlafen, was aber nicht sehr viel gebracht hat.

Weiß wirklich nicht mehr, was ich noch machen soll :-(

MJantdy7x7


ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Symptome alles psysisch sein sollen.... sowas bildet man sich doch nicht ein! Ein Zeckenbiss scheint mir hier real. Lass es mal abchecken und gute besserung.

AQichEa2%0x04


Spirou,

weniger als die Hälfte der Borreliose-Kranken haben jemals einen Zeckenbiss bemerkt. Ich auch nicht und trotzdem bin ich krank. Davon abgesehen wurden auch schon Übertragungen durch Stechmücken und Bremsen beobachtet.

Deine Symptome sind schon sehr verdächtig für Borreliose. Aber lass Dich doch auch mal zusätzlich noch auf Viren untersuchen.

Grüsse,

Gabrielle

tManj]a3x21


Hallo Spirou,

das hört sich ja wirklich schlimm an. Das kann doch nicht wahr sein, das dir kein Arzt richtig helfen kann! Das macht mich echt ärgerlich! Ich empfehle dir, mal zum Homöopathen zu gehen, natürlich begleitend zur schulmedizinischen Behandlung. Wenn's nicht hilft, hast du ja nichts verloren. Außer ein bißchen Geld.

Zum Paroxat: Ich habe 3 Tage 3 halbe Tabletten davon genommen und hatte dann eine ganz furchtbare Panikattacke davon bekommen - so einen schrecklichen Zustand hatte ich davor noch nie!!! Abgesetzt und dann war der Spuk vorbei. Ich glaube ich vertrage insgesamt SSRI nicht, meine Schwester hatte auch schon das gleiche Problem mit Citalopram (auch ein SSRI).

Von Mirtazapin nahm ich in kürzester Zeit zu und war wie unter eine Käseglocke.

Zwischendurch nahm ich eine Weile Trimipramin. Davon konnte ich aber nur besser schlafen. Tagsüber war ich davon ultramatschig in der Birne und das war alles an Wirkung.

Wir haben also ungefähr die gleichen Medikamente hinter uns.

Ach ja, meine Symptomatik: ständige extreme Müdigkeit und Erschöpfung (sogar der Weg nach Hause am Feierabend fast nicht zu bewältigen), totale Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Freudlosigkeit, innere Leere, ständig wechselnde körperliche Beschwerden, Depressivität mit Selbstmordgedanken, diverse Ängste (z.B. verrückt zu sein oder zu werden), soziale Phobie, Selbstbewusstsein bei Null - kurzum: eine einzige Katastrophe.

Und jetzt kommts:

Seit 6 Wochen nehme ich Opipramol (200 mg/50mg morgens und 150 mg abends) und nach ein bis zwei Wochen hab ich schon eine Besserung gemerkt. Und jetzt, nach 6 Wochen gehts mir wieder prächtig!! Nicht zu fassen. Daran habe ich schon gar nicht mehr geglaubt. Nach so langer Zeit (1 Jahr ganz schlimm und die Jahre davor nicht ganz so ausgeprägt)...

Soviel zu meiner Geschichte. Hoffentlich hab ich dich nicht gelangweilt...

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft für deinen weiteren Weg. Und vergiss nicht: Es geht bestimmt vorbei - irgendwann.

Lg

Tanja

Jm.WagIne7r


Danke

Danke an tanja321 und Hennes77,

eure Bemerkungen kann ich unterschreiben, ich nehme selbst Amitryptilin, das macht zwar etwas müde, aber sonst geht es mir prächtig. Clomipramin geht auch, aber das macht sexuelle Probleme, deswegen habe ich das aufgegeben.

Und noch ein Wort an Aicha2004: Angststörungen/Depressionen kommen häufig vor. Borreliose ist zum Glück eine seltene Krankheit.

Liebe Grüße

J. Wagner

AHichya200x4


"Borreliose ist zum Glück eine seltene Krankheit".

Ob man bei ca. 100.000 Neuerkrankungen pro Jahr allein in Deutschland von selten sprechen kann? - Na ja, wenn Du meinst.

Gruss,

Gabrielle

J@.Wa(gnxer


kann ich ja so nicht stehen lassen

;-) Hallo Aicha2004,

ich bin ein Besserwessi: ich habe nochmal nachgehakt: tatsächlich haben Hochrisikopersonen (besonders Waldarbeiter) eine Serumkonversion auf die Lyme Borreliose in der Größenordnung von 25% = sind also mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi irgendwann mal infiziert worden.

Zum Glück merken das die meisten aber nicht. 94% der Serumpositiven haben die asymptomatische Variante. Kannst nachlesen hier:

[[http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=pubmed&dopt=Abstract&list_uids=1749435&amp;query_hl=24]]

Rechnen wir jetzt noch mal durch: der Normalmensch hat ein Infektionsrisiko um die 5%, davon 6% (100%-94%) haben Symptome, macht eine Gesamtvorkommen 0,30% von Borreliose Erkrankung mit Symptomen in der Bevölkerung. Mehr ist das nicht.

Die Prevalenz (Vorkommen) von Depression ist je nach Quelle 5% bis 15%, also doch mehr.

Wollt ich nur mal anmerken

Viele Grüße

Joachim Wagner

AiichaA2004


Wagner,

es ist mir egal was Du glaubst. Du ziehst eine Studie aus den Niederlanden heran, einem Land, in dem die Existenz dieser Krankheit noch von den meisten Ärzten geleugnet wird und wo die meisten Patienten gezwungen sind, sich in Deutschland oder England diagnostizieren und behandeln zu lassen.

Du bist nicht gut informiert.

[[http://borreliose-ulm.homepage.t-online.de/Lyme%20Borreliose%20Info.htm]]

Ich weiss nicht, welches Problem Du mit Borreliose hast - aber ich will es auch gar nicht wissen.

Gabrielle

Mxiris1fxad


Ich würde auch dringend dazu raten, sämtliche Tests auf Borreliose machen zu lassen. So ganz einfach ist die Diagnose nämlich nicht.

Es ist immer die Frage, was zuerst da war: die psychische "Verwirrung", die dann körperliche Symptome nach sich zieht, oder die körperliche Erkrankung, die dann psychische Symptome nach sich zieht.

Ich habe viele Leute kennengelernt, die zunächst als "Psychos" eingestuft wurden, weil man die Ursache ihrer gesundheitlichen Probleme durch die üblichen Tests nicht gefunden hat. Sie wurden mit Psychopharmaka behandelt, bis sich dann letztlich doch herausstellte, daß sie z.B. Borreliose hatten, nach der einfach vorher keiner geschaut hatte. Ähnliches gilt für Wohngifte und Gifte generell.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Neurologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Borreliose


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH