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Noch eine Schwindlerin,

AOnnettDe74 hat die Diskussion gestartet


Hallo Ihr Mitleidenden,

ich bin so froh, dass ich nicht allein mit diesem Problem bin und möchte Euch auch gern meine Geschichte erzählen...

Mir ist seit 8 Wochen schwindelig -mit Ausnahme einer Woche in der es mir wieder gut ging- .... ich kann den Schwindel gar nicht richtig in Worte fassen! Mal dreht es sich, mal schwankt es, mal ist mir nur schwindelig, wenn ich den Kopf bewege. Meistens fühle ich mich total wackelig auf den Beinen und habe Angst umzufallen. Mittlerweile bin ich richtig panisch, schlafe schlecht, habe Durchfall und Herzklopfen (wenn ich den Puls und BD messe, ist aber beides normal).

Die größte Angst habe ich davor, dass der Schwindel nicht mehr weg geht und das ich deswegen mein Studium nicht beenden kann. Ich würde am liebsten gar nicht mehr allein Auto fahren oder überhaupt allein irgendwo hingehen. Der Schwindel beherrscht quasi alle meine Gedanken und das den ganzen Tag lang.

Der HNO hat bei mir eine einseite Schwäche des Gleichgewichtorgans festgestellt, was er jetzt mit durchblutungsfördernden Infusionen behandelt. Eine Besserung merke ich noch nicht. Ehrlich gesagt bin ich auch skeptich, weil meiner Meinung nach zu dieser Diagnose nicht passt, dass es mir zwischendurch wieder gut ging und normalerweise so eine einseitige Schwäche relativ schnell kompensiert wird?!

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich vor ca. 8 Jahren schonmal über zwei Jahre unter Dauerschwindel gelitten habe. Damals konnte niemand etwas feststellen (Internist, HNO, Neurologe, Orthopäde, Radiologe....halt das komplette Diagnostikteam). Letztlich habe ich mir einen Psychotherapeuten gesucht, mich aber ehrlich gesagt doch auf eine organische Ursache fixiert. Der ganze Schwindel hörte schlagartig mit dem Ende meiner Ausbildung auf, in der ich anscheinend sehr unglücklich war.

Damals war mir plötzlich klar, dass mir schwindelig war, weil ich total unglücklich war. Im Moment habe ich sehr viel Streß mit Uni, nebenbei viel arbeiten, Familie...aber das habe ich halt auch schon seit Jahren und nicht jetzt plötzlich. Ich war immer glücklich damit. Eigentlich dachte ich immer, dass ich Stress richtig brauche....

Was meint Ihr? Ist es wirklich mein Gleichgewichtsorgan oder doch eher wieder eine psychosomatische Ursache? Ich dachte, ihr seht das vielleicht objektiver und habt hier schon viele Fälle von Schwindlern beochachtet, ich bin noch dabei alles zu lesen...wobei mir das echt noch mehr Angst macht!

Alle Liebe allen Mitleidenden!

Gruß,

Annette

Antworten
l?ucyxlein


@annette74

Hallo,

es tut mir leid, dass dich das Übel Schwindel auch (wieder) gepackt hat.

Deine Frage, ob dein Schwindel "nur" psychosomatisch oder rein somatisch (durch krankes Gleichgewichtsorgan) bedingt ist, kann ich dir natürlich nicht 100%-ig beantworten, aber wenn ich

a) deine Vorgeschichte mit den negativen Befunden und

b) deine zusätzlichen Symptome (Schlafstörung, Herzklopfen, Durchfall, Angst (das Wort hast du verdammt oft verwendet in deinem Posting...) und Panik)

und

c) deinen Hang zur gesteigerten Selbstbeobachtung (Puls- und BD-Messen - wie ich das kenne!!!!!!) betrachte,

dann vermute ich stark, dass der Schwindel auch bei dir Teil einer seelischen Erkrankung ist.

Vermutlich spürst du den Teufelskreis auch schon, oder:

Schwindel - Angst - mehr Schwindel - Panik - Herzklopfen - nicht schlafen können - Angst, nicht schlafen zu können - Schlaflosigkeit - Schwindel - Angst - Durchfall...

Die Palette ist mir so gut bekannt und könnte mir wirklich vorstellen, dass du auch derzeit ein Mittelding von Angst und Depression durchlebst.

Schwierige äußere Umstände können so etwas durchaus auslösen oder zumindest schön am Leben erhalten.

Ich würde mich an deiner Stelle wieder an einen Neurologen wenden.

Ich persönlich würde mich auch immer wieder für ein Antidepressivum entscheiden. Paroxetin hat mir klar gemacht, welche Krankheit ich habe und welche defintiv nicht (kein Hirntumor, kein MS, keine Gleichgewichtsstörung...).

Zu langes Leiden würde ich möglichst vermeiden wollen.

Ich bin der Meinung, dass es nur gut ist, wenn man so schnell wie möglich aus dem Loch wieder herauskommt.

Nur dann, wenn du wieder klar denken kannst und die schönen Seiten des Lebens wahrnehmen kannst, wirst du auch in der Lage sein, einiges an deinem Leben zu ändern.

Also ich tippe bei dir auf: Rückfall in eine Angststörung!

Dagegen ist "ein Kraut" gewachsen - warum sich nicht damit helfen ???

Grüße

Lucylein

DEorix333


Wer da Schwindelt!!!

Ich bin auch seit einiger Zeit (wie so viele Leidensgenossen in diesem Forum) in Ärztlicher Behandlung wegen diesem lästigen Dauerschwindel.

Es ist unwarscheinlich wie man oft von den Ärzten behandelt wird, entweder experimentieren sie an dir mit Medikamenten (HNO-Arzt)oder schieben dich auf die Psychoschiene (Neurologe).

Der absolute Höhepunkt meiner Erfahrungen war, als ich die Nase voll hatte von meiner Neurologin und eine Überweisung in die Schwindelampulanz forderte, hieß die Diagnose "somatoforme Störung". Das aber der anhaltende Dauerschwindel (6.Monate) mich erst zum Grübeln und Recherchieren gebracht hat wollte diese Ärztin nicht verstehen.

Ich habe leider dadurch nur wenig Vertrauen zu den Ärzten.

LGu>po0x49


@ Annette74

Hallo Annette,

es kann auch mal beides zusammenspielen, d.h. ein erkranktes Gleichgewichtsorgan kann für den ersten Schwindel verantwortlich sein, aber ein Dauerschwindel, wie Du ihn beschreibst, ist meistens entweder Folge der psychischen Auswirkungen bzw. des psychischen Allgemeinzustands, vordergründig eben Angst, die ja tatsächlich relativ oft in Deinem Beitrag auftaucht.

Immerhin hast Du im Gegensatz zu vielen anderen Leidensgenossen schon mal ein sehr aufbauendes Erlebnis gehabt, nämlich dass der Schwindel - nach 2 Jahren Dauer - wieder verschwand und Du glaubst ja selbst, dass es kein Zufall war, dass dies nach einem bestimmten Abschnitt (Ausbildung) passierte.

Wenn Du dauerhaft viel Stress (auch positiven -) hast, könnte es sein, dass Du irgendwann mal damit überforderst bist oder dass die Angst, das alles nicht mehr zur Zufriedenheit geregelt zu kriegen, eine Rolle spielt. Ich habe jedenfalls mittlerweile einige "Schwindler" aus dieser Fraktion kennengelernt und gehöre wohl selbst auch dazu.

Viele Grüsse von

Lupo

LRupo0x49


@ Dori333

Hallo Dori,

das Vertrauen zu Ärzten leidet automatisch nach monatelanger Diagnostik ohne klaren Befund und bei unverändertern Beschwerden.

Die Diagnose "somatoforme Störung" sollte Dich allerdings nicht zu sehr ärgern, sie muss ja eine Diagnose draufschreiben und was wäre Dir lieber gewesen ?

Was kam bei der Schwindelambulanz raus oder ist der Termin erst noch ?

Viele Grüsse

Lupo

H'artriXsfan


Ich habe seit 5 Jahren Drehschwindel. Mal ist er wochenlang weg und dann ist er wieder ganz schlimm, so wie jetzt grade.

Mehrmals am Tag habe ich heftige Schwindelanfälle. Bin auch

schon öfters gestürzt.

Ich kann seit Tagen nicht mehr aufstehn. Nur noch kurz auf die

Toilette gehen.

Habe inzwischen auch schon etliche Diagnosen: Epilepsie,

Durchblutungsstörung, Vestebularausfall, Lagerungsschwindel,

Migräne, Halswirbelsäule, psychische Ursache.

Nur einmal waren sie so ehrlich und haben zugegeben, dass sie

keine Ursache finden können.

Meine letzte Hoffnung war jetzt eine Schwindelambulanz.

Doch ich bekomme keine Überweisung dorthin. Es heisst immer,

das braucht man nicht.

Jetzt hat mein Mann meiner Ärztin die Pistole auf die Brust

gesetzt und ich werde jetzt Morgen in eine HNO Klinik gehen.

Hoffentlich werde ich dort mal gründlich untersucht, denn das

war noch niemals der Fall.

Denn mit diesem Schwindel, das ist einfach kein Leben mehr.

Eine Diagnose müssen die Ärzte wohl in ihren Bericht schreiben.

Bei mir war einer mal so ehrlich und schrieb: Schwindel unbekannter Genese. Das rechne ich dem hoch an, denn bisher

hatte ich die Erfahrung gemacht, dass sie, wenn sie organische

Ursachen finden, alles auf die Psyche schieben.

Deorxi33x3


Hallo Lupo

Habe Morgen Früh meinen Termin bei einer "Spezialsprechstunde Schwindel"in Frankfurth am Main (nennt sich so).

hoffe das es was bringt, muß nämlich ca. 300km dafür fahren.

Noch was zu meiner Ärztin:

Es würde mich ja auch vieleicht nicht ärgern wenn schon alle organischen Ursachen ausgeschlossen worden wären aber so viel ist noch nicht geschehen.

Ich war beim HNO-Arzt, beim Orthopäden und ein Blutbild ist von meinem Hausarzt gemacht worden.

Sie hat mich auch nur mit ihrem Reflexhämmerchen untersucht obwohl ich ein Taubheitsgefühl im linken Fuß un beiden Händen habe. Also dann Tschau bis bald

AvnneJttye74


Hallo Dori 333!

Berichte uns doch mal, wie die "Schwindelsprechstunde" in Frankfurt gelaufen ist, wenn Du da warst ... v.a. welche Untersuchungen die da durchführen.

Ich drücke die Daumen, dass Du Dich da besser aufgehoben fühlst als bei den bisherigen Ärzten.

Gruß,

Annette

D}ori3]33


Hallo Anette!

War heute in Frankfurt.

An speziellen Untersuchungen bis auf ein EEG (hatte meine Neurologin nicht gemacht) wurde nichts gemacht. Der Arzt der mich behandelt hat, hat spezielle Reflextests und Schwindeltests (Frenzel Brille u.s.w) gemacht. Aber ich bin ein Stück weiter.

Er hat sich nämlich darüber geärgert weil meine Ärztin keine CT und kein EEG gemacht hat, sondern einfach mit der aussage das "könnte" die Psyche sein und Johanniskraut entlassen hat.

Auch ein ausführliches Gespräch über Schwindel in allen Formen hat mir etwas die Augen geöffnet.

Diagnose: V.a eine Art entzundener Nerv im Gehirn (Befund bekomme ich in ca. 8 Tagen mit der Post)

V.a.- weil er mich noch zur CT schicken muß das von einem Arzt in meiner Nähe gemacht wird. ( Frankfurt ist von mir zu Hause 330km entfernt).

Behandlung: Schwindelgymnastik, Gesprächstherapie, keine Medikamente (Johanniskraut schon aber nur für ein halbes Jahr),viel Geduld, viel Bewegung und keine Scheu vor dem Schwindel.

Er hat sich darüber so geäußert das es Menschen gibt die für solche Sachen sehr empfänglich sind und zu denen gehöre ich wohl.

Hatte schon einmal eine Angststörung und bin aber Erfolgreich behandelt worden.

Eine Nervenentzündung im Gehirn ist nicht gefährlich, heilt von alleine ab, kann eigentlich jeden treffen aber halt gerne Menschen die sehr viel unter Streß leiden.

Er meinte auch das unser Gehirn ein sehr Komplexes System ist mit unzähligen Nervenbahnen und das bei 30% der Schwindelpatienten nie eine Ursache richtig gefunden wird es aber wiederum gerade bei solchen Fällen dann auch wieder so plötzlich verschwindet wie es aufgetaucht ist.

Das wichtigste für Schwindelpatienten ist eine Gesprächsterapie bei einem Psychologen um zu lernen wie man mit seinem Leben und Leiden umgehen muß. (Wenn sehr viel auf eine kranke Seele hindeutet.)

AFnnnettxe74


Hallo Dori!

Das klingt doch alles sehr positiv, v.a. scheint das ein vertrauenswürdiger Arzt gewesen zu sein, oder?

Oh, das hatte ich Deinem Posting gar nicht so entnommen, dass bei Dir quasi vor Ablauf der wesentlichen Untersuchungen direkt alles auf die Psyche geschoben wurde....!? Das sagt ja auch jeder Psychiater u/o Psychotherapeut....erst alle körperlichen Ursachen ausschließen, andernfalls ist das sogar ein grober Behandlungsfehler! Klar, wirklich böse Ursachen für Schwindel sind selten, aber ausschließen muss man sie dann trotzdem! Nur wenn dann nichts gefunden wird, kann man sich auch auf eine Psychotherapie einlassen! Das war ja bei mir damals vor 10 Jahren das Problem, ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass so dramatische körperliche Beschwerden ihre Ursache im psychischen Bereich haben. War aber so....und bei mir war wirklich alles an Untersuchungen gelaufen...trotzdem wollte ich das nicht glauben :-(

Die letzten Wochen waren wirklich schrecklich,aber ich muss ehrlich sagen, seit ich hier im Forum reingeschaut habe, habe ich das Gefühl, es geht langsam besser...

Ich habe mir viele Gedanken über meine momentane Situation gemacht und meine Vernunft sagt mir auch, dass der Schwindel daher kommt, aber das muss man dann auch wirklich auf emotionaler Ebene glauben...

Zwischendurch -v.a wenn ich morgens aufwache und als erstes an den Schwindel denke- bekomme ich immer noch riesige Angst, dass es mir nie wieder gut geht, aber bei anderen ist´s auch wieder gut geworden und bei mir war´s ja auch damals nach einer langen Zeit des "Schwindelns" wieder gut....wirklich gut...ich habe gedacht, mich kann nie wieder was unterkriegen!:-)

Also, chakka, wir schaffen das und hören auf zu schwindeln!!!

Ich drücke Dir feste die Daumen, dass es Dir bald besser geht!

Grüße,

Annette

V>er{tigox2


Hallo Leidensgenossinnen und -genossen

Tröstlich zu lesen, dass es noch mehreren so geht.

Hatte vor einem halben Jahr eine im Krankenhaus diagnostizierte Neuropathia Vestibularis.

Die Beschwerden waren binnen ca. 4 Wochen so gut wie weg und sind vor 14 Tagen wie aus heiterem Himmel wieder (Gott sei dank in leichter Form) gekommen.

Eine Untersuchung beim HNO und Neurologen brachte keine größeren Auffälligkeiten hervor.

Aus irgendeinem Grund kann der gesunde Teil des Gleichgewichtsorgans die verbliebene Schädigung momentan nicht ausgleichen.

Momentan beschränken sich die Beschwerden noch auf eine leichte Taumeligkeit oder Benommenheit (schwer zu beschreiben)

und leichtem Schwindel beim Hochschauen oder bei Drehbewegungen im Liegen.

Ich hoffe der Alptraum geht bald wieder vorbei.

Wer hat Erfahrung mit Neuropathia Vestibularis ?

Vertigo2

C3hr.ist~a Bxo


jugendliche Schwindlerin (?)

Hallo, bin gerade auf Euch gestoßen.

Sowas gibts?

Meine Tochter (13) ist vorletzte Woche plötzlich umgefallen. Manchmal war ihr schwindelig. Dieses Umfallen (Synkopen) war manchmal von "echten" Schwindelzeichen begleitet und manchmal, naja, sehr gespielt. Fällt einfach auf, wenn man immer auf den weichsten Teppich fällt und sekundengenau dann, wenn man vom ganzen Tag nur diese Minute ohne Beobachtung war.

Nach EEG, SChwindeltests, Herz- und Kreislauftests in der Kinderklinik kam die Schulmedizin zum Ergebnis, daß sie eine einseitige Störung des Gleichgewichtsorgans hat, was unter Medis auch besser wird. Kein Schwindel mehr, fällt nach eigenen Angaben nur noch 1-2 mal täglich statt 5-6 mal um.

Zeitgleich treten massive Verhaltensstörungen auf, heute hat sie Schule geschwänzt und versucht, sich telefonisch selber krank zu melden. Jetzt erst fällt mir auf, daß sie seit Wochen kaum noch Kontakt zu anderen Kindern hat, keins ruft an oder kommt vorbei.

Sie ist verschlossen und ich weiß nicht weiter.

Sehe ich das richtig, daß die körperliche Beschwerde (Synkope, Schwindel) nun wie ein Ventil für seelische Probleme war, die sich nun zeigen?

Ach, Sch... Pupertät!

Besorgte Grüße,

Christa

Leupo0,49


Sehe ich das richtig, daß die körperliche Beschwerde (Synkope, Schwindel) nun wie ein Ventil für seelische Probleme war, die sich nun zeigen?

Das sollte natürlich ein Psychologe / Psychiater unter Berücksichtigung der körperlichen Befunde feststellen.

Schwindel kann im Rahmen von psychischen Störungen, oft Angsterkrankungen, auftreten. Wirkliche Ohnmachten sind aber dabei eher selten. Aber O.K., wenn Du denkst, dass da auch etwas "Show" dabei war, könnte man sie tatsächlich auch als besonderen Hilferuf verstehen...

Viele Grüsse

Lupo

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