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Seit 2 Jahren wie besoffen

c@hrListianx34 hat die Diskussion gestartet


hallo an alle interessierten!

ich möchte mal kurz meine leidensgeschichte hier schildern, in der hoffnung, dass sich vielleicht jemand meldet, der ähnliches "durchmacht".

vor ca. 5 jahren hatte ich einen ausfall meines linken gleichgewichtorgans. die folge war 3wöchiger drehschwindel, der sich dann nach 3-4monaten so gut wie verflüchtigte. seit dem ist jedoch mein gleichgewichtsorgan nicht mehr voll funktionsfähig (mehrere schwindeltests beim HNO).

nach ein paar beschwerdefreien jahren begann vor 2 jahren ein seltsammer benommenheitsschwindel, der sich anfühlt als wäre ich 24std. am tag besoffen, der mich müde und antriebslos macht. besonders wenn ich meinen kopf nach hinten neige, wird er immer schwerer. seit dem führe ich zwar ein normales leben, jedoch ist alles viel anstrengender geworden und ich kann mich nicht mehr so gut konzentrieren. all dies hat meine lebensqualität und mein lebensfreude sehr beinträchtigt und ich habe angst, dass ich irgendwann nicht mehr berufsfähig bin.

ich war bei einer vielzahl von ärzten (hno, neurologie, physiotherapie, etc.) aber es half alles nix. letztendlich war ich auch in der schwindelambulanz in großhadern wo "phobischer schwankschwindel diagnostiziert wurde (vor ca. 1,5jahren). seit einem halben jahr bin ich deshalb in psychologischer behandlung, da ich im psychischen bereich ansatzpunkte mir einbildete (stress in der arbeit ect.). doch bis jetzt hat sich nix gebessert.

mittlerweile seh ich nur noch die möglichkeit, medikamente zu nehmen. ich sehne mich gar danach, wenns klappen würde, das gefühl ohne benommenheitsschwindel zu haben.

was habt ihr für erfahrungen diesbezüglich mit medikamenten gehabt bzw. hat jemand eine ähnliche "geschichte" hinter sich?

ich freue mich um jede antwort

lg christian34

Antworten
MFeqlli20$04


undefinierter schwindel

Hallo Christian,

ich hatte ebenfalls eine Zeit lang Schwindel, der am Anfang kam und ging, wie er wollte. Wenn ich mich hinlegte, wurde er besser und verschwand. Stand ich auf, so kam er wieder. Schlimm wurde es, als ich den Kopf in den Nacken legen wollte. Dann konnte ich nicht mehr alleine stehen. Eine Atlastherapie brachte zwar Besserung, aber ganz weg ging der Schwindel nicht. Ich bin bei fast allen Ärtzen gewesen (HNO, Orthopäde (der die Atlastherapie durchgeführt hat), auch der Neurologe hat gesagt, dass ich zur Psychosomatik gehen soll) Auch da war ich, aber die haben gesagt, dass ich da falsch bin. Im Endeffekt ist bei mir TOS diagnostiziert worden und nach den OP's ist der Schwindel weg und auch das Kribbeln in den Händen, eingeschlafene Arme gehören ebenfalls der Vergangenheit an. Vielleicht kannst Du mal in der Richtung weiterschauen. Geh zu Ärzten, die sich mit TOS ein bisschen wenigstens auskennen. Für weitere Informationen und Klinikinfos empfehle ich Dir den hier im Forum liegenden Threat "Thoracic Outlet Syndrom".

Alles Gute,

Melli

c{hristiaanx34


noch ein paar fragen ...

hallo melli,

vielen dank für deine antwort und deinen hinweis.

wie hat man denn damals bei dir TOS diagnostiziert? sieht man das auf dem röntgenbild oder bei der CT ? hattest du im vorfeld einen unfall mit HWS-schleudertraume etc.?

viele grüße

christian

Ejst,her6x7


Hallo Christian,

ich habe auch die Diagnose phobischer Schwankschwindel, ausgelöst durch eine generalisiert Angststörung. Generalisiert bedeutet in dem Fall, der Schwindel ist nicht an bestimmte Situationen gebunden wie z.B. grosse Menschenmengen oder Krankheitsangst usw., sonder der Schwindel kommt und geht wie er will.

Mit hat eine cognitive Verhaltenstherapie sehr geholfen. Da ging es in den ersten paar Stunden weniger um Psycho-Gespräche sondern mehr um praktische Hilfen. Was tun, wenn der Schwindel kommt, Atemübungen, Entspannungestechniken für den Nackenbereich usw.

Seit dem sind die Attacken weniger, nicht so heftig und wenn sie kommen, kann ich besser damit umgehen. Das ganze hat auch ohne Antidepressiva, die man bei Schwindel oft angeboten, bekommt geklappt.

Bei Antideressive hast Du anfänglich mit Nebewirkungen zu kämpfen. Ausserdem gehört auch da ein Therapie meiner Meinung nach unbedingt dazu. Denn die Tabletten bekämpfen die Symptome, nicht aber die Auslöser. Wenn es beim ersten Therapeuten nicht klappt, versuche es beim nächsten. Abfinden muss man sich mit dem Schwindel nicht.

cRhri4stiaxn34


hallo esther,

waren das bei dir mehr so attaken von schwindel oder hattest du so wie ich andauererndes schwindel- bzw. benommenheitsgefühl im kopf. ich höre nämlich in bezug auf "phobischen schwankschwindel" immer nur etwas von schwindel-attaken, aber bei mir ists ja ein ständiges gefühl. insofern könnte ich mir auch vorstellen, dass die "väter" des phobischen schwankschwindels bei mir evtl. doch daneben liegen !? hattest du auch einige jahre vor deinen beschwerden einen ausfall des gleichgewichtsorgans ?

danke für den tip! ich bin froh dass sich jemand mit gleicher diagnose gemeldet hat!

viele grüße

christian

Ezs]thxer67


Also bei psychisch bedingtem Schwindel gibt es alles.

phobischer Attackenschwindel, Dauerschwankschwindel. Das empfindet jeder anders.

Ein Ausfall des Gleichgewichtsorgan hatte ich nie. Da stimmt laut HNO alles. Bei mir kam das von einer Minute auf die andere. Der Schwindel ging dann die ersten drei Monate NIE weg. Lediglich im Liegen und mit Glotze an war es halbwegs zu ertragen. Auch Autofahren ging immer. Das spricht z.B. sehr für psychische Ursachen. Beim Autofahren sind ja alle Sinne gefordert. Kaum ausgestiegen ging es los.

Es gibt einen Thread "phobischer Dauerschwankschwindel"... Der wäre vielleicht was für Dich. Mal schauen, ob ich den noch finde.

Mit der Diagnose "psychisch" habe ich mich relativ schnell angefreundet. Andere machen Jahre rum und weigern sich, zum Therapeuten zu gehen. Mein erster Therapeut war allerdings ein Megaflop. Bin dann auch nicht mehr hin. Seit Januar habe ich jetzt eine gute Therapeutin und mir geht es durch die Therapie, aber auch durch Yoga, Sport und anfangs kleinere Veränderungen in meinem Leben wieder viel besser. Im Juli wird der Schwindel ein Jahr alt...

Die Angst, dass er wieder kommt ist noch da. Aber mein Handling ist besser geworden.

A@deliFne1x2


Hallo liebe Schwindler,

Ich habe jetzt in diesem Foren schon einige Diskussionen verfolgt und mich auch daran beteiligt. Ich leide nun seit 4 Monaten an diesem ständigen Benommenheitsgefühl, das sich in richtiges Schwanken verwandelt, sobald ich die Kopfposition extrem verändere (umdrehen im Bett etc...) Ich war bei etlichen Ärzten, die alle ratlos sind. Zudem habe ich Schmerzen unter dem linken Ohr, als ob da eine Sehne oder so etwas wund wäre. Zu sehen ist aber nichts auf MRT's und Röntgenbildern.

Christian, diese Antriebslosigkeit, die du beschreibst, habe ich ebenfalls. Ich wache morgens nach 10 Stunden Schlaf auf und bin nach 5 Minuten wieder müde. Ich war immer ein sehr sportlicher, unternehmungslustiger Mensch. Davon ist nicht viel übrig geblieben, auch wenn ich meiner Arbeit weiter nachgehe. Ich habe Ende Juli einen Termin in der Deutschen Klinik für Diagnostik in der Hoffnung, dass dort endlich mal jemand eine Idee hat. Hast Du außer des Schwindels noch andere Beschwerden?

LG

Adeline

c4hris,tianB34


hallo adeline,

neben meinem benommenheitsschwindel hab ich eigentlich keine weiteren beschwerden, außer die mit dem schwindel zusammenhängenden psychischen "auswirkungen". wie du schon schilderst, wach ich auch morgens auf und weiß ganz genau, dass ich mich wieder durch den berufsalltag schleppen werde.

besonders müde und benommen bin ich nach dem mittagessen. wenn ich zu einer party etc. eingeladen werde oder ich beruflich vereisen muss ist mein erster gedanke, das wird anstrengend für mein kopf! grundsätzlich versuche ich jedoch ein normales leben zu führen und zwinge mich häufig, aktiv (v.a sport) und weiterhin gesellig zu sein, wenns auch manchmal sehr schwierig ist.

ich bin ende juli nochmal in der schwindelambulanz münchen/großhadern zur wiedervorstellung und hoffe dort auf neue erkenntnisse. das ist übrigens DIE neurologische klinik für schwindelpatienten !

adeline, wenn du sagst, dass beim umderehen im bett der schwindel einsetzt, könnte es sich um "lagerungsschwindel" handeln, und der ist leicht behandelbar.

laß wieder was von dir hören

lg christian

A^delFindex12


Hallo nochmal!

Das ist ja erstaunlich, dass Du ähnliche Gedankengänge beschreibst. Ich gehe auch weiterhin zu Freunden, weil ich mich nicht völlig vom Leben fernhalten möchte, treibe Sport, der Spaßfaktor ist allerdings nicht so hoch und ich denke auch vorher - oje, das wird anstrengend.

Es handelt sich bei mir nicht um Lagerungsschwindel, da man diesen durch diesen Test mit der Frenzl-Brille nachweisen kann und der bei mir ohne Ergebnis war. Ich bin mittlerweile Fachfrau auf diesem Gebiet ;-)) Ich habe von der Klinik in München gehört, komme allerdings aus NRW und schaue deshalb doch erst mal hier in der Umgebung. Ich kann nicht glauben, dass Du schon 2 Jahre in diesem Zustand unterwegs bist!! Hatte der Schwindel irgendeinen Auslöser bei Dir? Kam er plötzlich? Bei mir war er nämlich von heute auf morgen da ohne ersichtlichen Grund. Es MUSS eien erklärung dafür geben...hoffe ich!

LG

Adeline

m:ayjo


Hallo Ihr,

das hört sich alles sehr ähnlich an. Auch bei mir ist es so als wenn ich nicht richtig da wäre. Dazu kommt noch das ich das gefühl habe das mich jemand nach unten zieht. Komischer weiße hab ich das nicht immer. War gerade mit meinem Mann im Urlaub, war die ersten drei tage sehr schön kein schwindel keine Ängste. Tja und dann fing es damit an das ich unsere vier jahre alte Tochter vermisste. Leichter schwindel setzte ein. Komisch war auch ich hatte einen abend wirklich nur einen Barcardi Cola getrunken und fühlte mich wie besoffen aber total. Als es dann zur Abreise ging und wir im Terminal standen war es ganz vorbei. Ich schwnakte und ich hatte das gefühl als wäre ich gar nicht richtig da.

Meine Therapeutin hat bei mir eine genarslie... Angststörung festgestellt ja und leider gehört auch oft dieser schwindel dazu. ich kann mich aber nur schwer damit abfinden!!! Denke auch manchmal vieleicht ist es ja doch Organisch. Bin eigentlich ein lustiger Mensch und es ist ja auch nicht ständig aber wenn dann richtig heftig.. Manchmal denke ich so ist das leben escht nicht schön. Irgendwie muß einem doch zu helfen sein ??? ??

Gruß mayajo

LBa_B>ella3donna


Hallo Genosse

Ich habe gerade diesen und auch deine anderen Beiträge gelesen (man trifft ja beim Theam "Schwindel" hier auch immer die selben und ich habe exakt die selbe Laufbahn:

Ausfall des Gleichgewichtsorgans vor ca. 6 Jahren(!) und seit dem Schwindel und Benommenheit und die ganze "Karriere" inkl. Grosshadern (Diagnose: Phobischer-Attacken-Schwank-Schwindel) und sämtlichen Untersuchungen, die man sich nur denken kann (bis hin zur Gynäkologie, man weiss ja nie ;-) )

Manchmal geht es Wochenlang/Monatelang gut und dann wieder gar nicht.

Zur Zeit geht es gerade wieder mal beschissen und ich bin kurz vor dem Verzweifeln....

Bei dir tut sich auch nichts, oder? Neue Erkenntnisse? *hoffnungschöpf*

L2upo'049


Bezüglich vorangegangenem Vestibularisausfall...., vielleicht so als Anmerkung.

Es gibt die Theorie, dass der Betroffene den erstmaligen Schwindelanfall (N.Vestibularis, MM oder Kreislaufschwindel) , der also körperlich begründet war, als so bedrohlich empfindet, dass die anschliessende Angst vor Wiederholung bzw. die evtl. nachfolgende Krankheitsangst zu einem phobischen Dauerschwindel führen kann, der dann eher als Schwank- bzw. Benommenheitsschwindel empfunden wird. Mann nennt das "reaktiv psychogenen Schwindel".

Vielleicht so als weiterer Erklärungsversuch.

*:)

Viele Grüsse

Lupo

Mniri{s9faxd


besonders müde und benommen bin ich nach dem mittagessen...

Wenn das Essen etwas mit dem Schwindel zu tun hätte, was für mich so klingt, dann könnte es sein, daß Du evtl. Lebensmittelallergien oder -Intoleranzen hast. Als erstes habe ich dabei an eine Histaminintoleranz gedacht.

Mir ist deshalb bei starker Histaminfreisetzung auch leicht schwindlig, die Nase läuft, mir ist heiß oder auch übel ....

Du könntest ja mal beobachten, ob in dieser Richtung etwas auffällt.

[[http://www.symptome.ch/vbboard/showthread.php?t=1779]]

Wenn so gar nichts gefunden wird, wäre auch die Frage nach den Zahnmaterialien angebracht und ob evtl. vor dem Anfang des Schwindels eine Zahnbehandlung war. Oder eine Wohnungsrenovierung oder sowas...

[[http://www.city-dental.de/cityvision/themen/themen_amalgam.html]]

Lua_KBella7doxnna


Ja Lupo, genau so ist das....

... so erklärt sich das bei mir auch!

Der Ausfall des Gleichgewichtsorgans war bei mir als "Kontrollmenschen" damals ein "Schock", es traf mich zu einer sehr ungünstigen Zeit und ich lebe seit dem auch in der Angst, es könnte wieder passieren.

Ausserdem hat mein Körper (den ich gerne mal überfordere) damals ein schönes Symptom gelernt, mit dem man mich ausser Gefecht setzen kann.

Ach *seufz* ich weiss auch theoretisch so viel darüber (klar, nach der langen Zeit) und kann es doch nicht ändern :°(

LIuGpzo049


Hi Belladonna,

ja, der "Kontrollmensch" und Schwindel, das ist wirklich ein Phänomen... Mag sein, dass man gerade deshalb mit Schwindel - und nicht mit einem anderen Symptom reagiert, jedenfalls ist es das schlimmste, was solchen Charakteren widerfahren kann, weil man letztendlich die Kontrolle komplett verliert.

Solche "Erklärungen" sind aber gerade für eher rationale Menschen extrem wichtig, um einen Ansatzpunkt für eine Therapie zu finden.

Es ist auch schön, so nach und nach die Kontrolle wieder zu erlangen und gleichzeitig zu akzeptieren, dass man doch nicht alles im Leben kontrollieren kann.

Klingt jetzt vielleicht ein bissel arg "Psycho", aber wenn da die Gründe liegen, muss man auch da ansetzen.

Wer die Kraft hat, jahrelangen Schwindel zu "ertragen", hat auch noch die Kraft dafür.

Alles Gute & Grüsse

Lupo

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