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Schwindel-Angst - immer wieder von vorne

Keeuco hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe mich lange Zeit zurückgehalten hier zu lesen, weil ich im Grunde auch der Meinung bin eher einen psychogenen Schwindel zu haben als einen organischen. Jetzt hatte ich aber ein Erlebnis, welches mich wieder etwas unsicher werden läßt.

Meinen Schwindel habe ich seit ca. 3 Jahren. Begonnen hat es mit einem Drehschwindel, der aus heiterem Himmel kam und ca. 1 Tag dauerte. Danach hatte ich dann ständig eher einen Schwankschwindel mit Unsicherheitsgefühl. Ich bin also zu Hausarzt, der schickte mich zum Neurologen um eben wie bei so vielen hier auch MS auszuschließen. Also neurologische Untersuchung mit den Zusatzmethoden alles unauffällig, MRT Schädel o.B., HNO o. B., Blutuntersuchungen, 24h Blutdruckmessen etc. o.B. Also ließ ich alles erst mal, da ja wirklich in keinster Weise ein Hinweis auf eine Krankheit exisitierte, aber der Schwindel blieb. Ich fing dann eine Gesprächstherapie an. Dann kamen noch ca. 2-3 x solche Drehschwindelattacken, der andere Schwindel war sowieso da. Ich bin dann noch mal zum HNO geschickt worden, Neurologe und ein 2. MRT wurden dann nach 2 Jahren Schwindel nochmal gemacht. Immer noch alles o. B. Na also, sagte auch mein Hausarzt, wenn man jetzt nach 2 Jahren immer noch nichts sieht ist es nun noch sicherer psychisch. Gut. Ich machte weiter Therapie, erlernte Autogenes Training, ließ mir Massagen geben u. Osteopathie, da meine Schultern, Nacken so schmerzten, dass es kaum zum Aushalten war. Die Schmerzen ließen nach, der Kopf wurde freier, die Angst wurde weniger. Auch der Schwindel ließ immer mal wieder für ein paar Tage fast ganz nach.

Letzte Woche wachte ich dann nachts auf, mein linkes Ohr pfiff und es drehte sich wieder alles. Ich ging am nächsten Morgen sofort zum Hausarzt, wieder HNO (diesmal ein anderer). Bei der kalorischen Spülung stellte er dann am linken Gleichgewichtsorgan eine "Untererregbarkeit" fest. Also doch nicht eingebildet. Er sagte zu mir, dass es sich durchaus um Durchblutungsstörungen des Innenohrs handeln könnte, verschrieb mir was und ich soll in 2 Wochen wiederkommen. Nach einem MRT fragte er auch und als ich sagte, dass im Februar eines o. B. gemacht wurde sagte er, dann müsse ich mir keine großen Gedanken machen. Mache ich mir aber! Jetzt habe ich wieder Angst, dass die ganzen Jahre was übersehen wurde. Oder kann es vielleicht wirklich sein, dass eben "nur" der Drehschwindel organisch ist und der andere Schwindel psychisch wie mir irgendwann mal mein Hausarzt sagen wollte?

Sorry, dass es so lange geworden ist und vielen Dank fürs Lesen im voraus.

Antworten
L]uKpo{049


Oder kann es vielleicht wirklich sein, dass eben "nur" der Drehschwindel organisch ist und der andere Schwindel psychisch wie mir irgendwann mal mein Hausarzt sagen wollte ?

Das kann sogar sehr gut sein. Man spricht dann von einem "reaktiv psychogenen Schwindel".

Ein Drehschwindel, durch Ausfall eines Gleichgewichtsorgans oder z. B. durch "Morbus Meniere" verursacht, wird oft als bis zu lebensbedrohlich empfunden. Die Angst, die dabei entsteht, vor allem auch die Angst vor Wiederholung oder vor einer schweren Krankheit, kann dann zu einem chronischen, phobischen Schwankschwindel führen.

Sehr gut beschrieben z.B. hier

[[http://www.tinnitus-klinik.de/seiten/krankheitsbilder_meniere_betroffene.htm]]

Hoffe, das konnte Dir etwas weiter helfen.

Alles Gute & Grüsse

Lupo

sMmilxla


Hallo Lupo,

ein wirklich guter und informativer Link, den du da angegeben hast. Danke :-)

@Keuco

ja,es könnte sein, dass es sich um 2 verschiedene Arten von Schwindel handelt. Ich kann da von mir berichten. Ich litt viele Jahre an Schwindel (Schwankschwindel) und Panikattacken.

Durch eine Verhaltenstherapie habe ich die Beschwerden vor ca. 4 Jahren in den Griff bekommen und in dieser Hinsicht kaum noch Beschwerden. Vor einiger Zeit hatte ich aber auch 2 mal, von einer Sekunde zur anderen, sehr starken Drehschwindel mit extremer Übelkeit. Zum Glück hielt der Schwindel beide Male "nur"

ca. 5 Minuten an. Ich empfand Todesangst dabei und ganz schlimm war der totale Kontrollverlust für mich. Ich hatte das Glück beide Male Zuhause und nicht alleine zu sein. Was ich aber sagen will ist, dass ich nach diesen Vorfällen auch wieder den Schwankschwindel bekam und sogar Panik. Das ging eine Woche so und dann habe ich mich hingesetzt und alles was ich in der Therapie gelernt habe noch einmal Revue passieren lassen. Ich wollte auf keinen Fall wieder anfangen alles Mögliche zu vermeiden aus Angst vor der Angst. Meine grösste Sorge war, dass mich dieser Drehschwindel unterwegs überfallen würde und ich dann völlig die Kontrolle über mich verliere mich womöglich übergeben muss (in Gegenwart anderer Menschen... was mir sehr peinlich wäre) und völlig hilflos bin. Ich habe mich dann ganz bewusst mit meiner Angst auseinandergesetzt und mir gesagt, dass ich nicht wieder dahin kommen will wo ich schon einmal war, nämlich aus Angst vor der Angst kaum noch zu leben. Ich weiß, es hört sich leichter an als es ist und war auch für mich nicht so ganz einfach, aber es war der richtige Weg. Ich wünsche dir, dass bald herausgefunden wird, was genau du denn hast und sollte es sich tatsächlich "nur" um psychogenen Schwindel handeln, dann bleibt einem meistens nichts anderes, als etwas an seinen Gewohnheiten und seiner Denkweise zu ändern oder sie zumindestens zu überdenken. Aber genau dass ist ja so leider so schwer :-/.

Ich wünsche dir gute Besserung

Liebe Grüße @:)

KYeuxco


Hallo Lupo,

hallo smilla,

zunächst mal vielen Dank für Eure Worte und Dir Lupo für den Link.

Ja, da es mir die letzten Monate eindeutig besser ging war ich schon der Meinung, dass alles "nur" die Psyche ist. Ich werde auch aufpassen müssen nicht wieder in alte Verhaltensweisen zu fallen wie z. B. der totale Rückzug, nur zuhause aus Angst draußen irgendwo umzufallen usw.

Nur eben habe ich einen verheerenden Fehler gemacht. Ich habe doch tatsächlich in einem MS-Forum gestöbert und natürlich habe ich dann von Betroffenen gelesen, dass bei Ihnen ein MRT auch zunächst unauffällig war, bei ihnen auch alles auf die Psyche geschoben wurde usw. Als ich dann im sog. "Expertenrat" war las ich dann aber auch wieder, dass die Wahrscheinlichkeit eine MS zu haben bei völlig unauffälligem MRT sehr gering sei. Dann hatte ich mich ja wieder etwas beruhigt. Aber es gibt mir schon zu denken, dass man innerhalb kürzester Zeit doch wieder in dieses Verhalten zurückfällt.

Vielleicht handelt es sich ja tatsächlich um "Durchblutungsstörungen des Innenohrs" o. ä. und noch nicht einmal um Meniere oder so und der andere Schwindel hat sich durch Angst, Lesen, Erfahrungen durch kranke Angehörige usw. hochgeschaukelt. Ich könnte es mir durchaus vorstellen, zumal der erste Drehschwindel in einer sehr belastenden Phase stattfand. Aber das zu glauben fällt mir halt momentan nicht so leicht. Jedoch möchte ich mich nie wieder so hilflos und ängstlich fühlen wie noch vor einigen Monaten. Dafür werde ich alles was ich bisher und auch über mich gelernt habe nutzen.

Euch beiden alles Gute und Danke!

K]eleloggx25


was hat der osteopath gesagt?

K3eu0co


Hallo kellogg25,

der Osteopath hat bei mir mehrere Blockaden festgestellt und konnte sie wohl auch beheben, da es mir seitdem wirklich bessergeht von den Schmerzen und den Kopfschmerzen her, die vom Hinterkopf heraufzogen. Auch hatte ich sehr lauten Tinnitus, der nach einigen Behandlungen wesentlich leiser war. Allerdings glaube ich nicht, dass der Schwindel lediglich eine HWS-Sache bei mir ist. Aber ansonsten kann ich die Osteopathie wirklich empfehlen.

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