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Panik- und Anststörung (Kribbeln, Visual Snow, Schwindel)

ncovizxe74


nachdem ich begonnen hatte zu joggen und indessen 13-15 kg abgespeckt hatte, stellten sich anfang/mitte dezember erste probleme ein. während einer längeren zahnarztbehandlung bekam ich plötzlich einen heftigen schwindelanfall, just während einer kurzen pause, in der der zahnarzt im nebenzimmer einen anderen patienten behandelte und ich im behandlungsstuhl (liegend) wartete. mir wurde schwindelig und ich bekam angst, ohnmächtig zu werden. dieser zustand dauerte an, bis er zurück kam und begann mit mir zu sprechen und zu fragen, was mein problem sei. er öffnete das fenster, es wurde dann besser und wir konnten die behandlung fortsetzen. jedoch überkam es mich zwischendurch immer wieder. alles in allem dauerte diese attacke etwa 15-20 min. lang.

ich kannte das durchaus von früher, hin und wieder hatte ich zuvor über die jahre speziell beim spazieren gehen leichte schwindelgefühle, die sich jedoch verflüchtigten, je näher ich dem geparkten auto kam. das auto war für mich das signal: "come on, da vorn steht dein auto, du fährst nach hause und alles ist gut." das funktionierte, und kam vielleicht 5 - 10 mal vor in den vergangenen 3 jahren, ich schob das auf meinen kreislauf. aber nach dem zahnarzt-erlebnis mitte dez. war alles anders. ich bekam die eben geschilderten anflüge wieder regelmäßig beim spazierengehen, einmal ganz schlimm, als ich mitten im wald unterwegs war, und die distanz zum am waldrand geparkten auto nach hinten wie nach vorne gleich lang war. ich war mitten im wald und dachte, hoffentlich fliegt's mich nicht gerade hier an. doch dann flog es mich an, und es war ein kampf über (lange) 5, vielleicht 8 minuten. dann ging es wieder besser.

alles noch harmlos, das passierte den dez. hindurch vielleicht noch weitere 3 mal und dann kam silvester. ich hatte mittlerweile 20 kg abgenommen und hatte meine probleme bis dato ausschließlich auf die tatsache geschoben, dass ich in extrem kurzer zeit (2 monate) 20 kg abgenommen hatte, dabei noch mehr als sonst getrunken und geraucht hatte. das erschien mir im höchsten maße plausibel. doch am neujahrstag passierte es: silvester massenhaft getrunken (ca. 15 - 20 flaschen weißbier) von 18 - 6 uhr morgens, inkl. 6 - 10 uhr morgens zu hause nach der feier. dann kurz geschlafen und um 14 uhr das nächste bier und das fondue angeschmissen. mir ging's gut, ein bißchen betäubt vom alkohol vielleicht, sonst alles in ordnung. am geöffneten bier nuckelte ich 2 stunden herum, es schmeckte nicht, wurde warm und kaum leerer. um 16 uhr ging's dann los: es ging ganz langsam los... leicht taubes fühl im arm und der linken hand, kribbeln im kopf, ich sprang von der couch auf, ging hin und her, machte die seltsamsten dinge... fenster auf, frische luft einatmen, dann auf allen vieren rumkrabbeln, wieder auf die couch gesetzt, fing an vor mich hinzusummen, mich zu räuspern, mit mir selbst zu sprechen... es half alles nichts, meine arme fühlten dich an, als hingen schwere gewichte um die handgelenke, ich konnte mit der linken hand nicht mehr richtig greifen, wurde panisch... vater, mutter gerufen (wohnen im selben haus eine etage über mir) bin nur noch durch die gegend gekrabbelt, wollte nicht normal sitzen, wollte nur zusammen gekauert auf der erde liegen, fühlte mich so irgendwie noch am sichersten. meine gesamte linke körperhälfte war wild am zittern. das ende vom lied: notarzt, krankenhaus, aufnahme, interview, wo die beschwerden liegen.

ich schilderte so gut ich in der panik, die sich allerdings im krankenhaus wieder leicht legte, meinen fall und verschwieg auch nicht, meine trinkgewohnheiten der letzten 10 jahre zu erwähnen. ich bekam dann zwei graue pillen, die mich extrem beruhigten und tierisch, aber angenehm müde machten. ich blieb eine woche im krankenhaus, bekam täglich meine pille, die wohl entzugserscheinungen unterdrücken sollen und eben auch beruhigen, die dosis wurde bis zum letzten tag auf null reduziert. mein herz-kreislaufsystem wurde eingehend untersucht ohne befund. tenor aller ärzte und eines psychaters: alkoholabhängig, panikstörung, bedarf dringend professioneller, psychologischer hilfe!

nach sieben tagen hätten sie mich am liebsten direkt von der inneren auf die psychatrische station verlegt, aber ich wollte erstmal nach hause. hatte im übrigen ab dem dritten tag meines stationären aufenthalts hin und wieder leichte anflüge eines schwindelgefühls, wohl, weil die dosis jener pillen allmählich heruntergefahren wurde.

eins war klar: kein alkohol mehr, was für mich natürlich in dem moment einer art todesurteil gleichkam.

diese woche montag also entlassung aus dem krankenhaus, dann direkt zum hausarzt und mit ihm weitere vorgehensweise besprochen. er meinte, er würde eher vermuten, ich seine art gewohnheitstrinker, kein echter alkoholiker, aber einerlei; trinke jetzt seit zwei wochen nicht mehr, mein kernproblem ist jedoch nun die panikstörung. habe für montag nun einen ersten (vorstellungs-)termin beim psychologen, aber befürchte, dass ich auf grund der langen wartelisten noch lange warten muss, bis eine therapie starten kann. andererseits möchte ich mich nicht "ohne not", wenn es nicht unbedingt sein muss, in eine psychatrie begeben, weil ich befürchte, dass ich dort noch verrückter gemacht werden könnte (pillen etc.) ...

habe mir für's erste schlaftabletten besorgt und bin nahezu störungsfrei durch diese woche gekommen. hatte die hoffnung, dass nun, da ich keinen alkohol mehr trinke, die symptome, überhaupt die beschwerden generell verschwinden, und bis jetzt sieht's auch danach aus. allerdings, nach lesen dieses threads scheint eine betreuung kaum abdingbar, und offensichtlich scheint es ja wohl so zu sein, dass man durchaus ein oder zwei jahre nahezu beschwerdefrei ist und dann kommt plötzlich und völlig unvermittelt von irgendwoher doch wieder der mann mit dem hammer.

oder gibt es hier jemanden, der nach behandlung komplett geheilt ist?

schöne grüße (und hoffe auf antworten, danke)

n{oWvi(ze74


@ darksider

hi, du bist ja hier quasi der wortführer im thread. nun wurde hier lange zeit nichts mehr gepostet. wie ging es dir in der zwischenzeit?

ps... ob bier dick macht oder nicht ist ja hier auch völlig unwichtig, aber offensichtlich hat mein ausufernder bierkonsum starken einfluss auf meine psyche genommen... und ich hätte nie gedacht dass das so plötzlich kommen kann. es kam ja nicht wirklich plötzlich, aber irgendwie hatte ich über die jahre die leisen hilferufe überhört. aber am 1. januar kam alles mit solcher wucht, dass ich nicht mehr weghören konnte...

uOseri2:5m0


es muss nicht immer die Psyche sein...

Hallo!

Habe diesen alten Beitrag gelesen und mich mit Darksider sehr gut vergleichen können. Bei mir ist auch schon seit mehreren Jahren eine permanente Symptomatik rund um Kopf, HWS, Schultern, Augen, Herz, Magen/Darm. Ich habe dementsprechend auch schon die üblichen Ärzte "durch", die mir nicht wirklich helfen konnten. Am besten bin ich mit Akupunktur und Homöopathie gefahren, damit war ich wenigstens für ein paar Wochen immer mal fast beschwerdefrei. Bis sich 2005 ein neues Symptom mit meinen Augen + Schwindel dazu gesellte. Ích fühle mich fast ständig wie kurz vor einem Migräne-Anfall: die Augen sind lichtempfindlich und bei hellen Lichtreizen wird mir schwindelig und schlecht. Ebenso bei sehr lauten Geräuschen. Diese Beschwerden konnten auch Nadeln und Globuli nicht lindern. Nachdem ich vor ca. 1 Monat nochmal mein Blut auf bestimmte Krankheiten untersuchen lassen habe (auch Borelia) und da nichts rauskam, habe ich im Netz recherchiert.

Ich habe über Mouches-Volantes/Floaters gelesen (das sind so störende schwarze Schlieren im Sichtfeld) - die ich immer schon hatte, seit dem Migräne-Zustand gehen die mir aber extrem auf die Nerven - manchmal wird mir davon sogar schwindelig - und bin darüber auf das sog. Augenrauschen (Wiki) = Visual Snow gestoßen. Und siehe da; plötzlich fand ich Symptombeschreibungen, die genau mein Leiden getroffen haben.

Es stellt sich bei näherem Lesen heraus, dass eine Verletzung während oder kurz nach der Geburt (oder in den ersten paar Lebensjahren) am Kopf oder Wirbelsäule Schädigungen am ersten Halswirbel verursachen können, die entweder gleich oder eben erst Jahre später - manchmal durch körperliches Wachstum bestimmt - diese Symtomatik auslösen können. Man spricht hier vom KISS oder KID-Syndrom, welches auch psychische Probleme hervorrufen kann, weil sich die Kinder oder Jugendlichen durch ihr dauerndes Unwohlsein isolieren und zu Einzelgängern werden mit entsprechender mangelnder sozialer Kompetenz.

Lösung: allen hier in diesem Thread, die ihre Symptome nur ansatzweise lindern konnten, sei dringend ein Besuch beim Osteopathen angeraten! Ich werde mich in den nächsten Tagen auch um einen Termin bemühen und hoffe damit endlich auf eine Linderung. Derartig eingeschränkt kann man das Leben auch nicht richtig genießen!

Viel Glück euch allen und berichtet mal, ob es bei euch was gebracht hat!

w?agsxch


auch mal wieder hier bin...

Hallo an Alle!

Grund meines Besuches ist mal wieder eine kleine Panik/Angstattacke, die ich heute hatte. Es ging solange gut, aber es überkommt einen anscheinend doch öfters mal. Bin zur zeit auch ziemlich ausgepowert und war heute auch ziemlich schwach auf den Beinen, von den Verspannungen und Blockaden des Rückens/Nacken/Schulter mal abgesehen. seufz

@Novize74

Erstaunlich wie offen du über deine Sucht sprichst. Hut ab!

Du hast deinem Körper ziemlich lange zugesetzt (rauchen, trinken, stress,abnehmen), das rächt sich nun sicher. Irgendwann nimmt der Körper sich, was er braucht und anhand deiner Beschreibungen der Attacken, schreit dein Körper förmlich!!! :-o

Versuche abzuschalten, lenk dich ab, setz dir ein Ziel. Ich weiß, ich weiß, leicht gesagt. Bin ja selbst ziemlich nachlässig mit mir und meinen Körper (rauchen, wenig Bewegung, Arbeitsstress), aber ich weiß wie es eben besser sein sollte. gg*

LG

Wagsch

wka(g.sxch


Hier mal eine kleine Neuigkeit von meinem Leiden:

Nun war ich mal beieiner anderen Ärztin (Chirotherapeutin), die sich viel Zeit für mich nahm, sich alles anhörte und mich untersuchte... Ihrer Meinung nach liegt die Ursache meiner Probleme im Kiefergelenk bzw.in deren Muskulatur. Diese sei übermäßig verspannt und meine Kaubewegung sei auch nicht optimal. Durch diese Verspannung der Kiefermuskulatur verspannt sich parallel die Nackenmuskulatur ... und der Kreislauf beginnt: Verspannungen, Blockaden, Schmerzen, Schwindel, Unwohlsein, Angst / Panik!!!

Nun habe ich eine Überweisung zu einer Zahnärztin die wohl Spezialist auf diesem Gebiet sei. Leider ist diese momentan im Urlaub *seufz*, bin aber gespannt was dabei rauskommt.

Vielleicht konnte ich eine kleine Hilfestellung bzw. Anregung geben.

Ich selbst würde gern wissen, wie ich es schaffe meine Kaumuskulatur zu entspannen.Ich erwisch mich jedesmal,wie ich sie verkrampfe (bei Stress, wenn ich friere oder angestrengt überlege).

Werde "OnkelGoogle"mal befragen.

Man liest sich.

Allen eine gute Besserung.

Mfg

wagsch

c~ol_um^bina


Mut zum anders sein...

die ärztlichen Diagnosen:

mit 20 eine neuronale Distonie

Panikattacken, Hyperventilation.. bekannte Symtome wie

Muskelkribbeln, Herzklopfen etc.

Behandlungen: Kalziumtherapie - in eine Plastiktüte atmen - autogenes Training

Gesprächstherapie

mit 35 bekam ich zwei grand-mal Anfälle, das sind epileptische Anfälle mit Krämpfen und längerem Verlust des Bewußtseins. Folge meines zweiten Anfalles war eine kleine Gehirnblutung die sich im Laufe der Zeit wieder aufgelöst hat.. was mir geblieben war..

Angstzustände und kaum auszuhaltende Schwindelattacken

Gesucht und untersucht haben die Ärzte mit allen zur Verfügung stehenden Gerätschaften und Methoden - eine eindeutig zu bestimmende U r sache konnte nicht gefunden werden.

Jeder der mit ähnlichen Symtomen und Beschwerden zu kämpfen hat, kennt das procedere der Ärzte und jeder der als Diagnose keinen Befund erhält kann erleichtert sein und ist doch verunsichert - denn was bleibt, ist das Leiden, die Attacken, der tägliche Kampf um Normalität im Alltagsleben und die Erkenntnis, das dein Körper nicht automatisch funktioniert und dich jederzeit wieder eine Attacke aus dem nichts und unvorbereitet treffen

Du kannst nur versuchen, dich selbst nicht verrückt zu machen und wie ein Schiff auf hoher See - das Ruder trotzdem nicht aus der Hand zu geben und so gut es geht gegenzusteuern.

Das heißt sich selbst beruhigen und darauf zu bauen, dass dich diese Zustände auch wieder verlassen.. du zur Normalität zurückkehrst....

Geholfen hat mir meine Neurologin, mit Gesprächen und mit Medikamenten. Sie verschrieb mir ein AD - fluxetin , das half mir, meine Angstzustände und Schwindelanfälle zu überwinden, ich wurde wieder sicherer und pendelte mich wieder auf ein erträgliches Leben ein.. meine Symtome wurden sozusagen gezügelt und im Zaum gehalten durch das Medikament, damit fiel es mir leichter, wieder Sicherheit im alltäglichen Leben und Erleben zu gewinnen.

Meine Essenz aus dieser Krankengeschichte:

Ich bin nicht krank im patologischen Sinne - ich bin nur mit einem Körper ,einem Geist und einer Seele ausgestattet, die stark und sensibel reagiert - auf das Leben und alles was damit verbunden ist... Ich vergleiche mich mit einem hochsensiblen Seismographen, der ausschlägt und reagiert, wenn andere menschliche Instrumente nicht den geringsten Ausschlag zeigen.

Ich hoffe, mit meinem Beitrag dem einen oder anderen Mut zu machen und sich nicht nur auf ärztliche Diagnosen zu fixieren, sondern eine eigene, persönliche Diagnose zu stellen mit dem Ziel, einen heilsamen Weg der Selbsterkenntnis und nicht derSelbstbeobachtung zu erreichen. :)* :)*

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