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Unwillkürliches Muskelzucken/ Muskelzuckungen

Sgteffe5nHS hat die Diskussion gestartet


Hallo,

so gut wie jeder Mensch kennt sie, die kurzzeitigen Muskelzuckungen z.B. am Augenlied, die aber auch schnell wieder verschwinden.

Bei mir können diese Zuckungen (Faszikulationen) aber auch wesentlich länger andauern, was bisweilen unerträglich ist.

Sie treten vollig unwillkürlich auf und sind praktisch an allen Muskeln des ansonsten willkürlichen Bewegungapparates möglich, vom Augenlied über die Bauchmuskeln bis hin zu den Waden, also egal, ob große oder kleine Muskeln.

Bisher sind diese Zuckungen noch nicht an unwillkürlichen Muskelgruppen wie Herzmuskel oder Zwerchfell ("Lungenmuskel") aufgetreten.

Diese Zuckungen äußern sich durch Beben unter der Haut. Und ist ein z.B. Muskel eines Fingers oder Zehs betroffen, kann man diesen zucken sehen.

Diese Zuckungen sind völlig unwillkürlich, ich kann sie nicht willentlich beeinflussen. Auch kann ich keine äußerlichen auslösenden Faktoren identifizieren. Sie treten auf, egal ob man in einer Streßsituation oder völlig ruhig und entspannt ist. Dann allerdings ist es mit der Entspannung schlagartig vorbei!

Diese Zuckungen treten praktisch täglich auf, und -wie die meisten Menschen es kennen- nur ein paar Sekunden lang.

In längeren, unregelmäßigen Abständen (Wochen) kommt es aber vor, daß es minuten-, stunden-, tage-, ja sogar wochen- und monatelang an ein- und derselben Stelle zuckt. Einmal hat ein kleiner Muskel an der Backe sogar über ein Jahr lang gezuckt!

Meistens zuckt es nur an einer Körperstelle, ganz selten an mehreren gleichzeitig.

Merkt man, daß ein Muskel länger zucken wird, ist die Stimmungslage auf einen Schlag im Keller. Man kann sich auf nichts mehr richtig konzentrieren, nichts macht mehr richtig Spaß. Da die Zuckungsfrequenz auch so unregelmäßig ist, kann man sie nicht ignorieren. Es ist, als befände sich ein lebendiger Fremdkörper unter der Haut. Und gerade wenn man abends zu Ruhe kommen will, macht es einen völlig fertig, man kann nicht oder schlecht schlafen. Und wenn man morgens wieder mit dem Zucken aufwacht, ist der Tag gelaufen.

Neurologische Tests (z.B. EEG) haben nichts ergeben. Was auch daran lag, daß gerade keine Zuckungen mehr auftraten, als ich bei den Ärzten war - Vorführeffekt.

Auch konnten sie mir nicht sagen, ob es ein Problem des Muskels oder ein zentralnervöses Problem ist.

Stattdessen wurde ich mit pseudopsychologischen Allgemeinplätzen abgespeist, es sei zwar lästig, aber nicht gefährlich. Und wenn man am Boden ist, dann sind solche hilflosen Ratschläge nur noch deprimierender. Dabei grenzen diese Zuckungen an psychische Folter, z.B. wenn man deswegen nicht einschlafen kann.

Magnesium-Präparate, die gegen Muskelkrämpfe eingesetzt werden, hatten überhaupt keine Wirkung.

Wenigstens konnte ich den Ärzten einige Beruhigungsmittel und Antidepressiva aus den Rippen leihern. Hier eine Liste der bisher verwendeten Medikamente:

- Lendormin

- Tafil

- Musaril

- Insidon

- Trimipamin-ratiopharm

- Durazanil

All diese Medikamente helfen zwar, mit den Faszikulationen besser zurecht zu kommen (sprich: die Zuckungen werden einem mehr oder weniger egal, und man kann besser einschlafen), helfen aber nicht gegen die Zuckungen an sich.

Daher meine Fragen:

1. Was sind das für Zuckungen, wie und wo entstehen sie, wodurch werden sie ausgelöst?

2. Was kann man dagegen tun, gibt es z.B. Medikamente, die auf dieses Problem zugeschnitten sind?

Ich hoffe sehr auf einen Erfahrungsaustausch mit ähnlich Betroffenen, gern auch per E-Mail:

steffenffm@t-online.de

Viele hoffnungsvolle Grüße

Steffen

(33)

Antworten
s0chwinOdexlina


Hallo Steffen,

nach das ist ja schon mal ein ganz schönes Reportoire an Medikamenten, die du schon probiert hast.

Ich habe dieses Muskelzucken bisweilen auch längerfristig gehabt. Es ist so wie bei dir. Am unangenehmsten fand ich es am Bauch. Es trat aber auch an anderen Stellen auf, wie Auge, Mund, Wange, Arme, Finger (Daumen). Teils ist es nach einigen Minuten wieder vergangen, teils erst nach Tagen. Manchmal wurde es für einige Stunden unterbrochen, dann war es wie aus heiterem Himmel wieder da. Ich habe dagegen nichts gemacht, aber es beunruhigt mich heute noch, wenn es wieder da ist. Kenne das auch, mit dem Kellergang der Laune. Ich hätte dann heulen können und war von jedem und allem genervt.

Meine Meinung dazu lautet: Laß die Tabletten weg, wenn sie die Ursache nicht bekämpfen können. Diese Beschwerden kommen vom vegetativen Nervensystem, deswegen sind sie nicht beeinflussbar, außer du schluckst natürlich solche Hammer, daß du gar nichts mehr mitbekommst. Aber das ist ja nicht Sinn der Sache.

Wenn neurologisch alles ok ist, versuch einfach, so wie ich, den Mist zu ignorieren. Hatte lange Zeit damit zu tun. Seit ich mich damit abgefunden habe, ist ein halbes Jahr vergangen, ohne daß was war.

Alles Gute für Dich, Gruß Ina

sFchwi:nde"lixna


Nachsatz

Ohne, daß was war, heißt, ohne daß es längere Zeit da war. Habe natürlich auch manchmal für einige Sekunden irgendwo ein Zucken, aber ich denke, das hat jeder mal.

S8teffeenHxS


Hallo Ina, vielen Dank für Deine Antwort!

Ignorieren läßt es sich einfach nicht, da die Zuckfrequenz eher langsam, vor allem aber unregelmäßig ist. Ist man in Bewegung, z.B. beim Sport, merkt man es manchmal nicht. Aber Abends oder beim ruhigen, konzentrierten Arbeiten ist es die Hölle.

So ähnlich wie die Indianische Wassertropfen-Folter, die einen nicht zur Ruhe kommen läßt, weil man immer auf den nächsten Zuck wartet.

Solche Hämmer sind die Medikamte übrigens gar nicht. Sie lindern nur die Angst und die Frustration bei einer längerfristigen Zuckungsserie. Außerdem nehme ich sie nur in absoluten Ausnahmefällen.

Nebenbei, ich verstehe die Ärzte-Hysterie um Abhängigkeit von diesen Medikamenten überhaupt nicht. Und selbst wenn sie abhängig machen: Meine Güte, wenn diese Medikamente mir helfen, dann bin ich doch lieber abhängig und einigermaßen leidensfrei, als "clean" aber total am Ende!

Außerdem ist es manchmal schon hilfreich, wenn man weiß, daß man diese Medikamente im Falle eines Falles griffbereit hat.

Was mich allerdings wirklich fertig macht, ist die Hilflosigkeit der Spezialisten. Einerseits konnte mir noch kein Neurologe sagen, was das nun ist, wie es ausgelöst wird etc.

Andererseit wird man mit solchen Tipps abgespeist wie, daß es zwar lästig, aber nicht gefährlich wäre.

Das Gefühl beim Arzt, trotz hohen Leidensdruckes nicht ernstgenommen zu werden, ist verdammt übel.

Dabei möchte ich doch nur wissen:

1. Wie, wo und wodurch kommen solche Zuckungen zustande?

2. Was kann man dagegen tun, welche Medikamente gibt es dagegen?

Über Hilfe wäre ich sehr, sehr dankbar.

Steffen

scch^winMdelxina


Hallo,

ich kenne von den Medikamenten, die du nimmst, nur Insidon. Habe ich selber mal genommen. So viel ich weiß, muß man es regelmäßig einnehmen. Du schreibst, du nimmst es nur in Ausnahmefällen. Aber dann kann es doch gar nicht seine Wirkung entfalten, oder?

Nicht ernstgenommen werden, ja, das ist bei den Ärzten so eine Sache.

Und wenn sie nicht weiterwissen, ist man eben psychisch krank. Kenne ich alles.

Andererseits habe ich mittlerweile gelernt, daß man Symptome haben kann, für die es einfach keine Erklärung gibt. Bei mir konnte bisher auch keiner von den annähernd 50 Ärzten was feststellen, obwohl ich eindeutige Symptome habe, wie z. B. Schwindel, Sehstörungen, Empfindungsstörungen usw. Es gibt keine Untersuchung, die bei mir nicht gemacht wurde, aber keiner findet was. Ist wirklich deprimierend!

Das mit der Abhängigkeit sehe ich auch so. Wenn es etwas gibt, das hilft, dann bin ich lieber abhängig davon, als mich zu quälen.

Hast du es schon mal mit einem (guten) Heilpraktiker oder Akkupunktur versucht?

Liebe Grüße, Ina

SAtef|fenxHS


Es gab bisher noch keine Gelegenheit, Isidon länger einzunehmen, da ich dann z.B. andere Medikamente hatte. Glücklicherweise kommen solche langfristigen Zuckungen über Wochen nicht allzu häufig vor.

Erstmal wird die Schulmedizin bemüht. Wenn die wirklich wollte, könnte sie alles mögliche bis ins Detail untersuchen. Das Problem dabei ist, einen Arzt zu finden, der sich wirklich kümmert.

Heilpraktikern/Akupunkteuren eilt ja der Ruf voraus, daß die Wikrung ihrer Therapie darauf zurückzuführen ist, daß sie dem Patienten wirklich mal ZUHÖREN und ERNST NEHMEN. Das läßt hoffen.

sXchw|indeMlxina


Hallo Steffen

Da hast du recht. Alleine schon das Gefühl, daß sich jemand ernsthaft mit dem Problem beschäftigt, gibt einem Sicherheit und läßt... manchmal sogar auch die Beschwerden verschwinden. Placebo-Effekt auf die mentale Art ;-)

Greif aber bitte nicht auf den nächstbesten Heilpraktiker zurück, sondern laß dir von der Deutschen Heilpraktikervereinigung einen empfehlen. Leider gibt es da ja einige schwarze Schafe.

Also, das Insidon braucht meines Wissens nach (ist schon lange her) ca. 3-4 Wochen Vorlaufzeit, um seine volle Wirkung zu entfalten. Wenn du sie nur im Bedarfsfall genommen hast, hättest du genauso gut Smarties schlucken können :-D

Falls sich andere Medikamente nicht mit Insidon kombinieren lassen, gibt es genügend Alternativen. Du mußt die Ärzte nur lange genug nerven, bis sie sich zu gedanklichen Abschweifungen herablassen, die über das Fließbandprinzip hinausgehen. Zur Not würde ich einfach noch einen anderen Neurologen aufsuchen und mir seine Meinung dazu anhören.

Viel Spaß bei der weiteren Spurensuche, und laß dich nicht unterkriegen ;-)

Ich habe im Moment nicht das Zucken am Mundwinkel, sondern ein taubes Gefühl. Ist auch eine nette Sache :-/

Liebe Grüße Ina

D an5ixque


Hallo,

ich habe gerade eure Beiträge gelesen und muss sagen - ich bin froh, dass ich nicht alleine bin.

Genau wie du es beschreibst, geht es mir auch.

Denn wenn es zuckt wird man wieder nervöser und dann zuckt es noch mehr.. ein Teufelskreis!

Meine Stimmung ist seit einem halben Jahr (seit ich sie habe) auf dem absoluten Nullpunkt.

Jeden Abend, wenn ich zB weggehe, habe ich wieder Angst, dass ich mich den ganzen Abend quäle.

Bei mir wurde auch alles untersucht - ohne Befund.

Ich finde es schrecklich, dass man nichts wirklich dagegen tun kann. Ich hoffe ich finde im Sommer einfach wieder mehr Spaß am Leben und kann vielleicht die Gedanken an die Zuckungen ablegen und somit vielleicht ja sogar diese selbst.

Magnesium, Vitamin B etc hat bei mir auch nicht geholfen.

Ich habe auch beobachtet, dass ich, wenn ich abends mal ein bisschen Alkohol trinke, keine Zuckungen habe. Eigentlich bin ich kein Freund davon, aber sie sind dann einfach weg.

Kann sich das jemand erklären?

Zu deinen Fragen.. diese Zuckungen sind, falls sie eben nicht aufgrund einer Krankheit entstehen, eigentlich einfach Irritationen. Der Muskel bekommt eine Fehlinformation.

Mein Neurologe sagte, dass das sehr häufig ist und keinerlei Grund haben muss.

Ich glaube, wir müssen einfach damit leben und uns bewusst machen, dass es viel Schlimmeres gibt!

Liebe Grüße und einen schönen Abend,

Dani

JEa;h1


Hallo,

meine Freundin leidet seit 13 Jahren an BFS und ist sehr verzweifelt. Gibt es jemanden bei dem die Muskelzuckungen aufgehört haben oder der ein Medikament gegen willkürlich auftretende Zuckungen gefunden hat? Meine Freundin empfindet auch eine zunehmende Muskelschwächung, empfindet das sonst noch jemand so? Danke und viele Grüße, Jan

F[aszik0ulixerer


Hallo Jan,

also ich hab das jetzt seit 2,5 Jahren und hab noch nicht den Dreh raus, was das genau beeinflussen kann. Stress ist sicher ein faktor, aber sicher nicht alleine. Wie alt ist denn deine Freundin und wie meinst du das mit dem Schwächegefühl? Ist das allgmein oder an einer Stelle? Macht sie vielleicht weniger Sport oder ist die gestresst? Es kann ja auch in Richtung Burn-Out oder Depression gehen.

OQsti


Ich habe das Zucken nun auch schon bald seit 14 Monaten

Bisher konnte mir kein arzt und auch kein Medikament helfen...

Es kam aus heiteren Himmel und begleitet mich nun Tag für Tag..

Seit geraumer Zeit zuckt nun auch mein linkes Ohr...

Ich sage mal es gibt Schlimmereres.

aber nerven tut es trotzdem gewaltig.

Ich kann machen was ich wil,Sport,viel Bewegung,Sauna,Radfahren etcetera,

das muntere Zucken bleibt

Gruß

osto

shtejexn


Hallo SteffenHS,

ich kann Dir dass nur zu gut nachempfinden. Ich habe ein Zucken im Bereich des Zwerchfells, es ist so schlimm das ich echt kein bock mehr habe.

Entspannung ist für mich ein Fremdwort, wie auch, wenn es ständig zuckt! Ich habe es jetzt mittlerweile seit gut drei Jahren und auch bei mir wird es immer auf meine Psyche geschoben.

Sicher bin ich da vorbelastet, ich kann es aber an keine bestimmte Situation binden und schon garnicht unterbinden. Jeh mehr ich versuche es zu unterdrücken, desto schlimmer wird es.

Einhergehend ist meine Atmung dadurch auch gestört oder umgekehrt, ich weiß es nicht.

Ich nehme, wenn ich es garnicht mehr aushalten kann entweder Atosiltropfen oder Diazephamtabletten. Die beseitigen es auch nicht, aber ich kann wenigsten etwas ruhiger werden und schlafen.

Ich komme gerade aus einer Psychosomatischen Reha und selbst da konnte mir keiner wirklich eine Antwort geben. Jetzt werde ich meine Neurologin noch mal bestimmend dazu bringen sich damit zu beschäftigen und hoffe sie findet eine Lösung. Wenn Du etwas erfahren hast, lass es mich bitte wissen.

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