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Dauerschwindel

m=obi_ennxe hat die Diskussion gestartet


hallo.

ich leide seit zwei-einhalb jahren unter dauerndem schwindel.

auslöser war wohl - laut allgemein-mediziner-diagnose - eine virus-infektion. ich hatte nicht sehr viel weiterführende symptome - am ehesten noch schlappheit und leistungsunfähigkeit. das verging dann wieder - der schwindel bleibt bis heute. wurde zu einem neurologen überwiesen.

bisherige untersuchungen ohne befund:

-blutbild (kein diabetes)

-herz-kreislauf-check (blutdruck)

-eeg

-augendruck

-blutstrom-versorgungsmessung (hinten am hals - weiß nicht, wie ich es besser benennen soll)

-"röhre" (MRT?)

-geräusch-hör-test (im hinblick auf tinnitus)

-diverse gleichgewichtsüberprüfungen - augenbewegungen usw.

ich wurde dann auf lagerungsschwindel behandelt - mit den medikamenten betahistin und sulpirid. zusätzlich machte ich ein jahr lang lagerungs-übungen - hat wahrscheinlich nix gebracht. betahistin wurde dann abgesetzt, sulpirid nehme ich bis heute. die dosis wurde langsam zurückgefahren - bis auf 25mg täglich. das nahm ich 12 tage lang in dieser dosis ein - dann wurde der schwindel wieder stärker. ganz weg war der schwindel nie. jetzt nehme ich wieder 2*25mg täglich. es geht wieder etwas besser - aber nicht gut, muß die dosis evtl noch erhöhen.

nehme derzeit noch "vertigo heel" dazu, bisher auch nicht mit durchschlagender wirkung. gingko hab ich auch ein jahr lang genommen - auch ohne wirkliche besserung.

ich gehe zwar arbeiten, aber es ist hinderlich und schränkt die konzentrationsfähigkeit deutlich ein. es kommt hinzu, dass ich mich immer "nicht gut" da schwindelig fühle und so nicht viel lust und energie mehr habe, normale dinge zu tun.

der schwindel fühlt sich folgendermaßen an:

- wie auf dem schiff

- der blick ist dennoch klar, kein augendruck

- schwindel auch bei ruhigem sitzen oder liegen ohne bewegung ("lagerungsänderung")

- schwindelgefühl ständig da, sehr "im kopf fixiert"

- kein extremes drehgefühl, keine wahrnehmungsaussetzer o.ä.

- wie, als ob ich auf nüchternen magen alkohol getrunken hätte, der "zu kopf steigt" (sekt)

- kein erbrechen

- bisher kein "umfallen" (bewußtlosigkeit) oder ohnmächtigkeitsgefühl, keine blutleere im kopf, kein schwarzwerden vor augen,

- kein extremes fallgefühl, etwas unsicherheit im gleichgewichthalten - eben wie auf einem schiff, das schwankt

- keine ohrengeräusche, rauschen, sausen o. ä.

- keine sehstörungen, keine taubheitsgefühle, kribbeln o. ä.

ich finde, dass dies nicht 100prozentig auf das symptom-bild eines lagerungsschwindels paßt, zudem dieser ja irgendwann auch wieder geheilt werden kann, ich daraufhin behandelt wurde und nichts geholfen hat.

depressionen, ängste, psychosen u. ä. können auch eher ausgeschlossen werden. habe in den letzten zweieinhalb jahren keinen übermäßigen stress (da war es vorher schon schlimmer) oder auch keine übermäßigen psychischen belastungen/extremsituationen durchlebt.

auch mein eß- und trinkverhalten sowie das maß an bewegung/frischer luft hat keine auswirkungen gezeigt (habe da alles mögliche durchprobiert - ohne, dass eine änderung in irgendeine richtung aufgetreten wäre).

dieses dauerende schwindelgefühl ist halt mal stärker, mal schwächer. ich würde es aber nicht als anfallsartig bezeichnen. es nimmt halt mal schleichend zu, dann ist es mal wieder ein paar tage nicht so stark zu spüren.

was könnte das sein?

welche behandlungsmethoden könnten helfen?

welche mediakmente, pflanzliche mittel o. ä. kann helfen?

kann dies noch längere zeit anhalten? bekomme ich je wieder los?

was kann ich tun, was sollte ich vermeiden? (ernährung, körperpflege, aktivitäten u. ä. )

Antworten
J2odixe


das spricht

eher nicht für lagerungsschwindel! psychogener schwindel äußert sich so, wie du es beschreibst! dazu gibt es hier aber schon einige fäden!

LG und alles Gute

mxobi ennxe


eher nicht...

ich glaube eher nicht dass ein psychogener schwindel ist. zum einen leide ich nicht unter neurosen, depressionen, psychosen oder ähnlichem, zum anderen habe ich keine einhergehenden symptome wie herzklopfen, schweißausbrüche, angstzustände o.ä.

es muß was anderes sein...

ich weiß nicht mehr weiter...

J|omdixe


naja...

das muss auch nicht zwangsläufig so sein...ich habe auch keine anderen symptome und auch gar nichts von dem, was du sonst noch einem psychogenen schwindel zuordnest. mir ist einfach den ganzen tag schwankig unter den füßen und das schon seit 10 jahren! manchmal ist es für wochen besser, dann ich es tageweise ganz schlimm.... wenn bei dir MRT i.O. war, würde ich schon mal über diese variante der schwindelursache nachdenken.

LG

L6uppo0x49


Hallo Mobienne,

psychogener Dauer-Schwank-Schwindel muss nichts mit den Symptomen von Panikattacken oder akuter Ängste zu tun haben und bedingt nicht zwingend und direkt eine der von Dir aufgezählten psychischen "Diagnosen".

Das Problem ist, dass man nach so langer Zeit kaum noch beurteilen kann, was letztendlich was ausgelöst hat. Vielleicht war der Ursprung die Virusinfektion, eine temporäre Gleichgewichtsstörung, vielleicht auch eine Zeit mit besonders viel Stress, Druck, evtl. (unbewussten) Ängsten, vielleicht auch irgendeine Kombination der gerade genannten....

Allerdings hat Schwindel - gleich welcher Herkunft - fast immer auch eine psychische Komponente, Du beschreibst das als "immer nicht gut" fühlen, was Dir z.B. Lust und Energie raubt. Natürlich empfindet man das subjektiv als FOLGE der Schwindelerkrankung und nicht als Ursache - allerdings, wie schon gesagt, das lässt sich schwer nachvollziehen und ist inzwischen vielleicht auch gar nicht mehr so wichtig.

Jedenfalls weiss ich aus eigener Erfahrung, dass der Schwindel an sich den Betroffenen ständig verunsichert und ganz schön an den Nerven zehren kann, sei es die verzweifelte Suche nach Ursache und Heilung, die Odysee durch Ärztezimmer und Krankenhäuser, zu Therapien, enttäuschte Hoffnungen, die Angst, dass es nie wieder weggeht, das Vermeidungsverhalten, Unlust, Auswirkungen auf Privat- in Berufsleben usw..

Deshalb, bei 2,5 Jahren Schwankschwindel und umfangreichen, befundlosen Untersuchungen sollte man psychische Ursachen bzw. Anteile nicht ausschliessen. Denke, der ein oder andere Arzt wird das bestimmt schon angedeutet haben und auch die Medikation geht mit Sulpirid (Neuroleptika mit antidepressiver Wirkung) schon etwas in diese Richtung.

Es ist wahrscheinlich nicht einfach, das nach so langer Zeit wieder loszuwerden, aber es gibt auch in dieser Richtung Wege.

Viele Grüsse

Lupo

mUobienxne


mag sein...

hallo jodie und lupo!

vielen dank für eure antworten. ich freue mich, dass ihr euch die zeit genommen habt, mir zu antworten.

das, was du - lupo - schreibst - ist schon irgendwie das, was mir auch durch den kopf geht.

welche wege gäbe es denn noch? ich habe schon überlegt, dass es eventuell alternative ganzheitliche methoden in richtung heilpraktiken geben könnte, die versuchen, auf die ursache zu gehen und nicht nur auf die symptome. welche psychsischen bahandlungen kommen in frage? das klassische "sich auf die couch legen"?

habt ihr da erfahrungen oder tipps? ich steh da so ein wenig im wald. klar - ich kann jetzt zu irgendwem gehen. aber da einen treffer zu landen, ist ja fast aussichtslos.

muobiexnne


nachtrag

es ist ja echt erstaunlich, wie unterschiedlich dieser schwindel wohl sein kann. jodie, du beschreibst es als "boden schwankt unter den füßen". bei mir ist es eher so kopflastig. also halt auf den beinen hab ich irgendwie schon halbwegs. das mit dem "es ist über wochen besser - dann wieder schlimmer" trifft bei mir allerdings auch zu.

L%upo?049


@ mobienne

ich habe schon überlegt, dass es eventuell alternative ganzheitliche methoden in richtung heilpraktiken geben könnte

Auf diesem Gebiet habe ich leider kaum Erfahrung - aber eigentlich sollte man jeden Weg einer möglichen Heilung als "ganzheitlich" ansehen.

Es gibt keine "Wundertherapie" und keine "Wunderpille". Psychotherapie und Medikation können die Basis darstellen, letztendlich ist es eine Kombination von vielen verschiedenen Komponenten, die zum Erfolg führet und - es führt immer über einen selbst.

welche psychsischen bahandlungen kommen in frage? das klassische "sich auf die couch legen"?

Vielleicht eher "auf dem Sessel sitzen" - bei solchen Sachen wird meistens eine "kognitive Verhaltenstherapie" angeraten, aber das sollte im Zweifelsfall der Fachmann entscheiden, was im Einzelfall geeignet ist. Das gleiche gilt für die evtl. Gabe von Medikamenten.

habt ihr da erfahrungen oder tipps?

Zunächst sollte Dein Neurologe/Psychiater einige Adressen von geeigneten Psychologen/Psychotherapeuten haben, den ein oder anderen evtl. schon aus Erfahrung kennen. Dann heisst es ausprobieren, d.h. man kann pro Tharapeuten 5 Probestunden absolvieren und sich dann für oder gegen ihn/sie entscheiden. Ist natürlich schwer zu entscheiden, letztendlich sollte man sich auf sein Gefühl verlassen und spüren, ob prinzipiell die "Chemie" stimmt.

Viele Grüsse

Lupo

Evs7the6rx67


Hi mobienne,

sehe das auch so wie Lupo und habe es ähnlich wie Du am eigenen Leib, besser gesagt Kopf, erfahren.

Ich hatte damals vor ca. 2 Jahren auch nicht DAS Erlebnis oder eine schlimme Krankheit. Es kam eher schleichend. Erst hier ein bisschen und da ein bisschen. Der Schwindel blieb. Ich hatte auch keine Depressionen, oder Atemnot , oder Panikattacken, oder Ängste. Nein mir war einfach nur dauernd schwindelig. Ich hatte eine ständig matschige Birne. Mal mehr, mal weniger heftig.

Ich denke auch ,dass ein Lagerunsschwindel, vor allem wenn man mit den entsprechenden Übungen dagegen angeht, sich nicht so lange hält. Und psychogener Schwindel heisst ja nicht, dass man verrückt ist oder Psychosen hat. Ich denke mal, dass ich ein ganz vernünftiger Mensch bin - aber das macht dem SChwindel nichts aus.

Inzwischen geht es mir wieder zu 90 % gut. Ich bin inzwischen ein eifriger Verfechter von der Theorie, dass Körper und Seele zusammen gehören und man sich um beides kümmern muss. "auf der Couch" (bei mir war es ein bequemer Stuhl) war ich auch. Ich habe ein Verhaltenstherapie gemacht. Da ging es weniger um Psychokram von wegen, wie war meine Kindheit, sondern eher um praktische Dinge. Wie verhalte ich mich in bestimmten Situationen, wie gehe ich mit mir selber um, welche Wege gibt es noch ausser denen, die ich schon immer auf die gleiche Art und Weise beschreite. körperlich habe ich mich auch gekümmert und bin nun ein Yoga Fan. Auch dort zählt das Ganzheitliche. Körper und Seele in Einklang bringen.

Den Tipp mit dem Therapeuten bekam ich vom Neurologen. Es hat erst bei der zweiten Therapeutin geklappt. Mit einem Heilpraktiker habe ich es auch probiert. War nicht mein Ding. War zwar alles sehr angenehm. Aber im Endeffekt war es die Entspannung und der befriedigende Gedanke, etwas für sich selbst zu tun, der mir genützt hat. Leider nicht ganz billig der Spaß. Aber ein Versuch ist es allemal wert.

Wie gesagt, die Zauberformel gibt es nicht. Die Dinger mit Ginko, Vitamin B Präparaten, Johanniskraut, Vertigo Heel ... alles gemacht. Gebracht hat's am Ende nur die Therapie.

m/o<bienxne


@esther67

liebe esther,

vielen dank für deine antwort! es ist sehr nett, dass du dir die zeit genommen hast.

ja, je länger das alles geht und je mehr wartezimmer ich durchlaufe und je mehr mögliche ursachen so nach und nach ausgeschlossen werden, desto mehr vermute ich, dass es auch bei mir in die richtung geht, wie du es von dir beschreibst. das ist alles sehr gut möglich. leider. auch wenn es mir nicht wirklich gefällt, weil eine "endgültige heilung" in so einem fall wohl nur schwerlich möglich ist und man wohl auch immer wieder "rückfällig" werden kann.

schwindel ist wohl ein sehr doofes krankheitsbild. jeder spürt ihn anders, es gibt kaum abhilfe und wenn, dann ist es auch bei jedem was anderes. detektivarbeit.

ich will auf jeden fall die ursache mal finden. mein neurologe behandelt mir mit dem medikament irgendwie nur das symptom. das ist wie, wenn ich jahrelang täglich kopfschmerzen habe, aber nur immer aspirin dagegen einwerfe. dann spüre ich den schmerz zwar vielleicht nicht mehr so, aber die ursache ist nicht behoben.

ich fühle mich auch irgendwie ziemlich allein gelassen. kein arzt "kümmert" sich wirklich. man kommt gar nicht richtig an einen ran. *steh im wald*

nun ja. im moment mache ich eine chiropraktische behandlung durch - in richtung hws. es wurde auch tatsächlich eine blockade des "verantwortlichen" halswirbels festgestellt. der schwindel ist dennoch immer noch da - klar, war ja zu erwarten... :-( - habe aber auch erst ein behandlung hinter mir. mal sehen.

zu einem hno-arzt werde ich vielleicht auch mal noch gehen. um von der seite auch alles auszuschließen.

schritt für schritt.

EHsXthexr67


Hi mobienne,

eins nach dem anderen. Das ist in der Tat die Kunst. Als ich in meiner ersten Therapiestunde war, bekam ich den Spruch mit: Sie machen den Schwindel und nur sie können dafür sorgen, dass er wieder weg geht. Da saß ich dann und musste erstmal heulen. Dachte ja immer, dass irgendwas oder irgendwer den Schwindel verschwinden läßt. Pustekuchen ;-)

Es ist schon okay, wenn man alle medizinischen Möglichkeiten ausschöpft. Doch irgendwann kommt dann der Punkt, wo man sich sagen muss, okay - körperlich/medizinisch kann ich nicht dagegen angehen. Also versucht man es mit dem seelischen/therapeutischen Weg.

Ich hatte zeitenweise den Schwindel so heftig, dass ich auf allen Vieren rumgekrochen bin, auch das Szenario Notaufnahme Krankenhaus war dabei und die permanente Frage - warum ich?

Keine Ahnung, warum ich oder Du oder Lupo?

Der Schwindel wird wohl auch immer ein schwacher Punkt bleiben. Aber im Endeffekt hat der Wink, den mir mein Inneres, die Seele, eben das was mich ausser meinem Körper noch ausmacht, geholfen, einen anderen Weg zu finden. Ich mache nicht alles anders als vorher. Aber manche Dinge sehe ich klarer, andere gelassener, und wieder andere nehme ich ernster.

m<obiFenn'e


nachtrag

vielen dank natürlich auch an jodie und lupo!!! :)^

ja, esther, ich vermute eben auch langsam, dass bei mir körperlich/medizinisch nix mehr zu machen ist und die "schwachstelle" bleiben wird.

aber wie gesagt - ich mach jetzt mal schritt für schritt.

vielen dank nochmal!

sXchnuur&zix84


schwindel

Hallo!

ich bin heute zum ersten mal auf dieser seite und bin sehr erstaunt, dass nicht nur ich probleme mit dem schwindel habe. bei mir ist es eigentlich ein dauerzustand, dass mir ein bisschen schwindelig ist. aber seit kurzem ist auch noch dazugekommen, dass mir ganz plötzlich im kopf sehr heiß wird und es dann losgeht mit dem richtigen schwindelanfall. dies pasiert unabhängig von der tageszeit und auch egal, ob ich mich draußen oder drinnen befinde.

ich hoffe, irgendjemand kennt genau mein problem und kann mir vielleicht helfen. beim arzt war ich schon, der sagte nur, im sommer ist vielen leuten schwindelig ;-) nun ja...bitte helft mir!

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