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Freiwillig Kernspint?

Ksevi$n81 hat die Diskussion gestartet


Hallo.

Ich bin ein wenig ein Hypochonder.

Ich wollte fragen ob es eigentlich möglich ist sich auch ohne konkreten Verdacht mal durch den Kernspint schieben zu lassen und sich komplett checken lassen.

Ich habe als komische Schmerzen am Auge und bilde mir nun ein ich könnte einen Tumor haben oder ähnliches. Das würde man ja dann sehen oder?!

Antworten
t6he-&cavxer


Du kannst natürlich als Privatpatient zu einem Radiologen gehen und das machen lassen, kostet ca. 460 Euro für ein Kernspin des Schädels.

Aber warum gehst Du nicht einfach zum Arzt und lässt Dich untersuchen? Wenn es dann einen Grund für das Kernspin gibt, wird er Dich überweisen. Und wenn es keinen Grund gibt, sollte man auch keines machen: Erstens kostet es Geld und zweitens besteht immer die Möglichkeit, dass man durch irgendwelche Zufallsbefunde, die gar keinen Krankheitswert haben, auf die falsche Fährte gelockt wird.

Wenn Du übertriebene Krankheistängste hast, wäre es sinnvoller, diese anzugehen - und das geht nun mal nicht mit Kernspin :-)

Grüße

c9aVt4x4


@the caver

meine MRT (Kernspintomographie) hat gekostet: 671 € inklusive Kontrastmittel.

ich finde zur beruhigung kann man durchaus eine MRT veranlassen! es kann wirklich unheimlich gegen solche ängste helfen, die gewissheit zu haben, "es ist alles ok in meinem kopf" (ich weiß wovon ich spreche :-). angst und ungewissheit sind echt grauenhaft!!!

@ kevin81:

wenn es dir wirklich sehr wichtig ist, checken zu lassen, wie es in deinem kopf aussieht, kannst du auch zum arzt gehen und ihm die beschwerden und die sorgen schildern. finde es zwar nicht so gut, wenn man irgendwelche symptome "erfindet", aber vielleicht hast du ja auch noch kopfschmerzen und schwindel in letzter zeit? ;-)...wenn du verstehst, was ich meine..?

LG und alles Gute

t'he-ocaver


Tja, Kontrastmittel ist eine Extraleistung und kostet mehr (so um die 100 Euro, wenn ich mich richtig erinnere). Der Rest des Mehrpreises dürfte entweder die Beratungsleistung sein, oder der Arzt hat die Regelsätze überschritten. Radiologen sind sehr kreativ im Erschließen von Einnamequellen...

Ansonsten bleibe ich dabei, dass überflüssige Diagnostik auch nicht gemacht werden sollte - aus den genannten Gründen.

Grüße

c at644


leider

gibt es so viele ärzte, die sich nicht im geringsten vorstellen können, was in ihren patienten vorgeht. deswegen ist es auch leider oft so, dass man sich bei einer nicht unerheblichen anzahl von ärzten nicht gut aufgehoben fühlt, weil ihnen einfach das psychologische gespür fehlt.

aus rein objktiver sicht ist es sicherlich richtig, eine solche untersuchung als "überflüssig" zu bezeichnen, wenn der körper (noch!s.u.) keine symptome zeigt. aber eine mensch besteht nicht nur aus einem körper, sondern auch aus einer seele. und dass diese ganz erheblichen schaden am eigenen körper anrichten kann, wird dabei oft vernachlässigt! Dabei spielt v.a. die MACHT DER GEDANKEN eine große Rolle-wenn man mal in diese Rictung denkt, dann ist eine MRT mit sicherheit in dem ein oder anderen vermeintlich "überflüssigen" FAll gar nicht mehr so überflüssig! Denke-wenn es letztendlich ums geld- geht, wäre eine therapie mit allem, was da üblichweise dazu gehört, wesentlich teurer als eine MRT (auch mit Kontrastmittel ;-). Denke, da bin ich nicht die einzige, die sich nach dieser Untersuchung wesentlich sicherer (!) gefühlt hat! Wenn man nämlich ständig Angst vor beispielsweise einem Gehirntumor hat, bekommst man irgendwann Symptome, die einen diese Gedanken bestätigen lassen! Und wie will ein Arzt entscheiden-schon ohne Untersuchungen, dass da nichts ist. das wäre doch ein wenig leichtsinnig oder? Man kann nicht alles sofort auf die Psyche schieben! Wenn dann bei der anschließenden Kernspin nichts rauskommt, umso besser! Patient-und hoffentlich auch überweisener Arzt glücklich :-)

LG

L-upQo04&9


Ist schon richtig, dass ein MRT viele vermeintliche Krankheiten, die uns Angst machen, mit einem Schlag ausschliessen kann und deshalb kann man es bei Krankheitsangst nicht nur als Diagnostik, sondern schon als "Teil der Therapie" sehen, die im günstigsten Fall erhebliche Folgekosten sparen kann.

Allerdings, irgendwann sollte halt auch mal Schluss sein, man hat hier schon Fälle erlebt, die am liebsten halbjährlich zum MRT gehen würden...

*:)

Lupo

tOhe-vcave}r


@cat44

Ich glaube eher, dass Du Dir nicht vorstellen kannst, was mit dieser ganzen überflüssigen Diagnostik angerichtet wird:

Das Grundproblem - die irrationale Angst - wird ja durch das Bild nicht angegangen, sondern nur kaschiert - beim nächsten mal ist es dann halt irgendein anderes Symptom, das irgendeine andere Befürchtung auslöst und zu irgendeinem anderen Unsinn führt.

Dadurch wird das Angstproblem nur chronifiziert - irgendwann hat man einen Patienten, der l Röntgenbilder im Kilogramm-Bereich hat (ist nicht selten!) und dem es immer noch keinen Deut besser geht. Im Gegenteil: Bei den Untersuchungen kommen irgendwelche Zufallsbefunde heraus, die dann überinterpretiert werden und zu weiteren, teils risikoreichen Maßnahmen führen. Ich allein kenne dutzende Patienten, die durch überflüssige Maßnahmen infolge überflüssiger Diagnostik erhebliche Schäden erlitten haben.

Dazu kommt, das diese Zufallsbefunde ja auch vom Patienten fehlinterpretiert werden. Für den akuten Rückenschmerz ist beispielsweise nachgewiesen, dass bereits das Anfertigen eines Röntgenbildes die Prognose des Patienten verschlechtert - aus genau dem Grund, dass ab dem 35. Lebensjahr eben fast jeder Mensch irgendwelche "Auffälligkeiten" an der Wirbelsäule hat, die mit dem Schmerz in aller Regel nichts zu tun haben, aber überinterpretiert werden.

Im Schädel-MRT sind das dann entweder kleine Arachnoidalzysten oder vereinzelte Marklagerdefekte - absolut normal, aber letzteres ist halt theoretisch vereinbar mit multipler Sklerose (wie war das nochmal mit dem Beruhigungseffekt??). Und dann wird noch fröhlich weiterdiagnostiziert, mit Liquorpunktion und evtl. Krankenhausaufenthalt und weiteren Komplikationen.

Und wann z.B. ein Verdacht auf Hirntumor besteht und wann deswegen eine Bildgebung notwendig ist, dafür gibt es ziemlich gut festgelegte Kriterien. Leider werden trotzdem jährlich wahrscheinlich zehntausende von überflüssigen MRTs gemacht - würde dieses Geld in sinnvolle Maßnahmen fließen, hätten die Patienten wesentlich mehr davon. Aber ihr wollt ja Eure Bildchen...

Ich könnte da noch etliche weitere Beispiele anführen (z.B. Panikattacken, bei denen der diagnostische Exzess öfters mal bis zum Herzkatheter getrieben wird), aber das will in diesem Forum leider kaum jemand hören (was möglicherweise auch damit zusammenhängt, dass der Anteil von Angstpatienten hier nicht ganz unerheblich sein dürfte...).

Schon eine verkehrte Welt: Hauptsache Diagnostik, auch wenn es nix bringt, belastend ist und am Ende noch kränker macht. Auch in der eben erwähnten Rückenschmerzstudie war es übrigens so, dass die Patienten mit Röntgenbild zufriedener waren als die ohne: Es ging ihnen zwar schlechter, aber sie hatten ein Bild bekommen...

Die Fälle, in denen ein medizinisch überflüssiges Bild "Teil der Therapie" ist, gibt es zwar, aber sie sind eher selten. Und das funktioniert mit ziemlicher Sicherheit nicht dann, wenn ein Patient solange nach Diagnostik fragt, bis ein genervter Arzt eine Überweisung ausstellt, sondern es funktioniert dann, wenn das in ein sinnvolles Gesamtkonzept eingebunden ist. Und wenn von Anfang an so ein sinnvolles Konzept dagewesen wäre, hätte man das Bild auch gar nicht erst gebraucht...

Ach ja, bevor jetzt wieder der bei diesen Diskussionen übliche empörte Aufschrei über die bösen unsensiblen Ärzte kommt, die dem Patienten seine Wünsche nicht erfüllen: Ich arbeite mit chronischen Schmerzpatienten und sehe täglich Leute, die durch solchen Unfug weiter in die Chronifizierung getrieben wurden - und ein guter Teil davon hätte sich jahrelange Leidensgeschichten ersparen können, wenn mal jemand rechtzeitig "stop" gesagt hätte und erklärt, was wirklich Sache ist. Die Leute da wieder herauszuholen, ist leider wesentlich schwieriger...

Grüße

E~sthPer6x7


Das Problem der Angst wird auch durch das schönste Foto vom Gehirn nicht gelöst. Die vermeindliche Erlösung dauert meiner Meinung nicht lange an, da die Ursache der Angst damit nicht bekämpft wird.

Als nächstes kommt dann nämlich der Faden "hat mein Arzt was übersehen".

Und bei mehr oder weniger starker Angst vor Krankheiten hilft der Therapeut besser als der Radiologe. Dann doch lieber das viele Geld für ein Verhaltenstherapie ausgeben.

tRhe-Lcavexr


Genau das meinte ich - zumal es gar nicht unbedingt einen Therapeuten braucht, wenn man dasProblem *rechtzeitig* angeht: Da kann ein vernünftiges Arztgespräch schon einiges bewirken. Je weiter fortgeschritten die Sache ist, desto wichtiger ist natürlich die professionelle psychotherapeutische Hilfe, desto schwieriger wird es aber auch, da wieder rauszukommen. Deswegen ist es ja so wichtig, mit dem Mist gar nicht erst anzufangen...

Grüße

T8ellxMe


Problem an der sache: Fast jeder ab einem bestimmten Alter hat irgendwas, was man im Kernspin sehen kann - ohne, dass es den geringten Krankheitswert hat - also ist der Nutzen einer MRT auf Verdacht dann auch wieder fraglich...

alrmesP-keLrlclhexn


lieber Kevin,

wohin geht man(n) wenn man Schmerzen am Auge hat- zum Röntgen?? Stell Dich bei Deinem Augenarzt vor, erzähl dem was von Deinen Sorgen. Wenn´s Anlaß zur weiteren Diagnostik gibt, wird er das (besser) beurteilen können! Ich bin auch bekennender Hypochonder und weiß nur zu gut was Du meinst- aber bremms Dich aus! Mittlerweile weiß ich, daß ich mit einem Großteil der Zeit die ich in Wartezimmern (trotz Privat!) zugebracht habe, mich besser in die Sonne gelegt oder Sinnvolleres getan hätte! Beobachte doch einfach mal ob Du Deine Symtome auch dann hast, wenn Du nicht daran denkst!....

Machs gut

aYngel3ikaM.xv


@kevin 81

Hallo,

lass es lieber bleiben!

In der Tat gehst du ja schon selbst davon aus, dass dir die Untersuchung die Gewissheit bringt, dass du gesund bist, oder?

Du brauchst es quasi nur nochmal schwarz auf weiß. Eigentlich weißt du, dass du gesund bist.

Treib dich nicht selbst in die Spirale, nur noch dann von deiner Gesundheit überzeugt zu sein, wenn du in der Röhre gelegen bist. Womöglich brauchst du diese Vergewisserung dann immer häufiger...monatlich ins MRT?

Dann musst du auch noch Risiko und Nutzen abwägen. Eine Kernspinuntersuchung ohne konkreten Verdacht (und den sollte der Arzt haben, nicht du!) ist für deine Gesundheit in der Tat gefährlich. Statistisch gesehen bist du anschließend kränker als zuvor. Da sind zunächst mögliche Nebenwirkungen des Kontrastmittels und dann natürlich auch die seltsamen Zufallsbefunde, die dann weiter untersucht werden. Und jede Untersuchung bringt wieder Risiken mit sich.

Du solltest daran arbeiten, deiner Gesundheit auch ohne bildgebende Verfahren zu vertrauen.

Geh' deine Krankheitsangst an!

Ich weiß, wovon ich rede: Selbst frühere Angstpatientin und gerne am "hypochondrieren"!

Und: Mein Mann entwickelt MRTs! Ich hätte sogar die Möglichkeit, mich als Versuchskaninchen ab und zu durch die Röhre schieben zu lassen, kostenlos.

Glaub' mir, ich hatte auch schon oft den Wunsch danach, aber es hilft nicht gegen das eigentliche Problem! Drum lasse ich es!

Dagegen hat mir lediglich eine Verhaltenstherapie geholfen und in schlimmen Phasen ein SSRI-Antidepressivum.

Alles Gute!

Ltup&o.04x9


:)^ the-caver, super Beitrag, der eingerahmt in viele Fäden hier passen würde und den ich zu 100% unterschreiben würde...... - ....heute, weil ich "aus dem gröbsten raus" bin, weils mir gut geht und ich gerade keine Symptome habe. ;-)

Musste schon selbst die schockierende Erfahrung machen, trotz mittlerweile jeder Menge theoretischem und praktischen Wissen über hypochondrische Angsstörungen, dass man ganz schnell wieder in den "diagnostischen Kreislauf" zurückfallen kann, wenn's einem halt gerade - vordergründig körperlich - beschissen geht. Man konzentriert sich ganz auf das Symptom (...hat zumindest den Vorteil, dass alle anderen vorhandenen Ängste für diese Zeit in den Hintergrund treten...) und spürt und wertet dieses Symptom in erster Linie einmal körperlich. Dann folgt der Drang, der Ursache dieses Symptoms auf den Grund zu kommen und mit ein wenig "Fachwissen" (das die meisten "Diagnostik-Profis" haben), weiss man schon, welche Untersuchung da jetzt am ehesten in Frage käme....

Auf diese Weise kam ich vor gut einem Jahr in den Genuss der kompletten HNO-Diagnostik/Radiologie, inkl. der von Dir beschriebenen Zufalls- bzw. Fehldiagnostik beim MRT und führte mich schliesslich bis zur kompletten Hals-/Kehlkopf-/ Magenspiegelung unter Vollnarkose.

Kosten: jede Menge Nerven, Zeit und Geld

Ergebnis: ein ziemlich gesunder Lupo

Viele Grüsse

c+at4x4


hallo zusammen,

ich bin erst gerade aus meinen WE-Kurzurlaub wiedergekommen und habe wure beiträge gelesen! ich möchte nur noch einmal betonen, dass ich mit meinem beitrag KEINESWEGS die "hardcorehypochonder" gemeint habe!!! ich wusste gar nicht, dass es menschen gibt, die ein regal voll röntgenbilder haben...heftig!!! nein, ich meinte damit alle "normalen" ggf. etwas ängstlichen (in bezug auf ihre gesundheit) menschen, die einfach das organische abgeklärt haben "wollen" (bzw. müssen, normalerweise klärt auch ein verantwortungsbewusster arzt ZUERST das organische ab!!!), bevor man an der psche arbeiten kann. es hilft ja keinem, der angst vor einem hirntumor hat (und auch symptome zeigt, die in diese richtung gehen), wenn der arzt (nur, weil ja derjenige ein angstpatient ist) ein MRT verweigert! mir hat es z.B. sehr geholfen, dass ich weiß in meinem kopf ist alles ok! ich würde niemals hingehen und jedes halbe jahr so etwas verlangen. einmal reicht und nach auschluss alles weiteren organischen, akzeptiere ich psychische ursachen und mache keine weitere panik! ich denke, das ist eine vernünftige einstellung und genau das meinte ich in meinem ersten beitrag! ohne die abklärung des organischen würde ich wahrscheinlich keinen schritt weiter sein mit meiner angst und dem schwindel! caver, das ist natürlich vollkommen richtig, was du sagst, aber du gehst dabei vom extremfall aus! hoffe, das war jetzt verständlicher :-)

LG

d#ipe a+nderje elfe


cat44

:)^ genauso sehe ich das auch. vieles ist reine "kopfsache" bei solchen patienten. und wenn sie die gewissheit haben, daß sie organisch gesund sind, hilft ihnen das schon sehr viel weiter.

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