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Eigene Diskussion für phobischen Dauer­schwank­schwindel

pne]ter6x0


@ester

zunächst einmal bin ich auch der Meinung, dass Schwindel heilbar ist. Denn ich bin ja selbst geheilt. Und zwar vollständig mit 0 Schwindel.

Dein Beitrag beschreibt die Abläufe eigentlich sehr schön: Es kommt ein Ereignis, welches zu vermehrter Aufregung führt (obwohl es nur ein Anruf der Freundin war), das führt zu vermehrtem Schwindel und hinterher werden zur Beruhigung die Kohlenhydrate reingestopft. Bei Dir wird das fast trotzig formuliert. Auf diesen Ablauf weise ich die ganze Zeit hin. Irgendwann kommt es auf Grund dieser Ernährung zu verstärkten Unterzuckerungen (das ist fast zwangsläufig so) und dann geht es mit dem Schwindel und den nervösen Reaktionen erst recht wieder los.

Ich bin der Meinung, wenn man schon so krank ist, dass man eigentlich fast regelrecht behindert ist, dann sollte man versuchen, etwas wirklich Wesentliches in seinem Leben zu ändern.

Vielleicht sind regelmäßige Entspannungs- oder Atemübungen eine gewisse Änderung, vielleicht eine Psychotherapie, vielleicht kann so etws helfen, aber es nichts, was den Körper massiv umstimmt, was den Körperstoffwechsel deutlich ändert. Das tun eher die Psychopharmaka, da sie direkt in den Serotonin-Stoffwechsel und andere Gehirntätigkeiten eingreifen.

Also mein Vorschlag wäre es, in so einer Situation mit Atkins oder LOGI anzufangen. Und besser noch, erst einmal das Buch von Wolfgang Lutz: Leben ohne Brot zu lesen. Dann versteht man, worum es überhaupt geht. Aber ich würde an Deiner Stelle die Krankheit auch als Chance, als Pause nutzen, einmal etwas ganz anders zum machen.

Das mag sich jetzt wie erhobener Zeigefinger anhören, ist aus meiner Lebenserfahrung aber eher Sorge, ist wie, wenn ich auf mich selbst schaue und mich die Schokolade oder die Chips nach einer Anspannung aus lauter Verzweiflung fressen sehe.

Viele Grüße

Peter

lNucsyleixn


@ester

Liebe ester,

mir geht es tatsächlich gut! Ich verspüre den Schwindel eigentlich nur noch, wenn ich intensiv daran denke oder wenn ich sehr unausgeruht oder gestresst bin. Aber auch dann macht er mir keine Angst mehr, ist nach wenigen Stunden wieder weg oder durch ein Nickerchen oder einen Spaziergang behebbar.

Wichtig ist vor allem, dass der Schwindel für mich keine Rolle mehr spielt. Er ist genauso wenig bedrohtlich wie ein Mückenstich, auch wenn man es manchmal juckt.

Das Angstgefühl, das du beschreibst, kenne ich auch. Man fühlt sich unruhig und nervös wie "vor einer Prüfung". Dieses Bild habe ich auch oft verwendet, um zu erklären, wie es mir geht. Und das Absurde ist natürlich, dass man dieses Gefühl hat, ohne sich in einer realen Angstsituation zu befinden (ich hatte zum Beispiel einmal Angst "vor dem Frühling" oder bei einer gemütlichen Ruderboottour, aber nicht Angst, dass wir kentern oder ertrinken o.ä., sondern einfach nur ein diffuses Gefühl der Angst, so als hätte man in einer halben Stunde eben eine Prüfung oder ein Vorstellungsgespräch, etc.).

Ganz zu Beginn der Schwindels hatte ich zwar auch große Angst, dachte aber immer ,dass das daher kommt, dass ich so Angst habe, eine schlimme Krankheit zu haben, die den Schwindel auslöst. Mittlerweile weiß ich, dass die Angst meinen Schwindel am Leben erhalten hat, wenn nicht sogar ausgelöst hat.

Was tust du gegen deine Krankheit?

Ich war dankbar, dass mir ein Antidepressivum aus der schlimmsten Phase meines Lebens heraus geholfen hat. 1,5 Jahre Psychotherapie und keinerlei Vermeidungsverhalten haben mir - denke ich - letztendlich geholfen.

Paroxetinfrei bin ich seit Januar. Natürlich bleibt die Sorge, dass die Angststörung wiederkommen kann, aber jetzt weiß ich zumindest, was mir hilft und dass es nicht das Ende der Welt ist.

@ Peter

Du beklagst, dass hier auch Leute seien, die keinen phobischen, sondern einen permanenten Schwindel hätten. Zur Info: Phobischer Schwindel bedeutet nicht, dass man Panikattacken hat. Das kann zwar so sein, aber der phobische Schwindel kann auch völlig ohne Attacken ablaufen und auch ohne Angstgefühl. Er ist ständig da und wird von den Medzinern durch eine "gestörte Efferenzkopie" erklärt, was bedeutet, dass ein normalerweise unbewusst gut funktionierende Gehirnvorgang durch ängstliche Selbstbeobachtung oder eine Angsterkrankung gestört wird.

Also vertreibe hier bitte nicht die Dauerschwindler!!

Die Diskussion heißt "phobischer Dauer(!)schwankschwindel"!!

Gruß

Lucylein

p5eter 6x0


@lucy

Du beklagst, dass hier auch Leute seien, die keinen phobischen, sondern einen permanenten Schwindel hätten.

Wo konntest Du das herauslesen? Ich habe mich niemals darüber beklagt. Ich beklage mich nur darüber, dass man hier sehr schnell mit der Diagnose "psychisch" kommt (und in anderen Threads wird das von z. T. gleichen Personen gar auf Akne und Zahnverfall ausgeweitet). Ich selbst habe ja unter einem phobischen Schwankschwindel gelitten, der dauerhaft vorhanden war, meist aber erträglich und in bestimmten Situationen (meistens große Menschenmengen) geradezu unerträglich. Ich wäre der letzte, der diese Menschen hier vertreiben wollte. Im Gegenteil, ich bin ja der Meinung, dass die Ursache eher organisch ist und deshalb sind alle diese Personen hier im Forum Neurologie richtig. Wäre die Ursache sowieso ganz sonnenklar rein psychisch, dann wäre das m. E. eher etwas für das Forum Psychologie.

Ich habe aber mittlerweile auch den Eindruck, dass im Prinzip alle Beteiligten das Gleiche meinen, lediglich die Begriffe anders verwendet werden. Also wenn z. B. jemand ein Psychopharmaka einnimmt, dann ist das für mich ein direkter Eingriff in den Gehirnstoffwechsel und fällt deshalb unter "körperlich". Ein Glas Wein zur Entspannung ist auch ein direkter Eingriff in den Gehirnstoffwechsel, also auch körperlich. Eine Psychotherapie, die sich mit Ängsten, Neurosen, Erlebnissen usw. des Betroffenen auseinandersetzt, ist dagegen anders einzuordnen. Bei manchen lese ich so etwas heraus wie: Es hat nur was mit den Nerven zu tun, also ist es psychisch. Ich denke das sieht die Neurologie wirklich total anders.

Viele Grüße

Peter

E"st.herx67


Hi Lucy

danke für Deine Antwort.

Tja, was tu ich dagegen? Wahrscheinlich der klassische Weg. Der Reihe nach alle organischen Ursachen abklären und dann mal schauen, was übrig bleibt. HNO habe ich schon hinter mir, morgen ist der Neurologe dran.

Ansonsten versuche ich mit meinem neuen Begleiter klar zu kommen. Gott sei Dank kann ich die nächsten 14 Tage von zu Hause aus arbeiten. Ich versuche alles ein wenig langsamer angehen zu lassen, mir keinen Druck zu machen usw. Mache auch jeden Tag etwas ausser Haus. In die Eisdiele laufen, spazieren gehen, so Zeug halt.

Gestern war ein ganz guter Tag. Heute gehts schon wieder nicht so toll. Leider bin ich ein sehr ungeduldiger Mensch, da nervt so ein undefinierbares Etwas im Kopf schon ganz schön.

Aber ich bleib am Ball ;-)

S ch*windehlundPainixk


Bericht

Guten Morgen Zusammen,

ich habe aber auch etwas konstruktives mitzuteilen:

Gestern habe ich bei einem Golfturnier mitgemacht (Golf bereitet mir wie Ihr wißt viel Freude). Ich bin um 8:00 Uhr aufgestanden, habe wie immer gefrühstückt und habe dann von 11:00 Uhr bis 17:30 Uhr auf dem Platz gestanden. Ich habe gut gespielt, hatte viel Spaß dabei, habe das schöne Wetter genossen........und meinen Schwindel und alle anderen Symptome dabei vergessen! Aufgefallen ist mir dies mal wieder als ich nach dem Turnier im Auto saß und nach Hause gafahren bin.

Heute sitze ich wieder in meinem Büro (oder auch "Gefängnis", wie ich es bezeichne) und die Symptome machen sich wieder bemerkbar.

Gruß und einen nicht zu heißen Tag,

S&P.

Snannxie


@ Schwindel und Panik,

wie kommst du mit deinem Schwindel an der Arbeit klar? Ich muß am kommenden Freitag wieder an die Arbeit (nach 14 Wochen krank) unh habe große Angst davor. Weil bei mir der Schwindel schon mit Kopfdrehen beginnt.

Ich hoffe, daß wir alle den Schwindel besiegen werden.

Gruß

Sannie

S8chwinde\lundxPanik


Hallo Sannie,

ich gehöre auch zu denjenigen, welche schon lange in diesem Schwindelforum dabei sind (ca. 2 Jahre).

Wenn Du Dir einige meiner Beiträge aus der Vergangenheit ansiehst kannst Du daraus schon einige Schlüsse ziehen.

Übrigens: Wenn ich von Golfspielen rede; vor 1,5 Jahren wäre allein das völlig unmöglich für mich gewesen.

Was ich aber in den letzten Monaten getan habe und was mir geholfen hat, kannst Du in den Beiträgen von lucylein, lupo und mir genau nachlesen. Was ich aber glaube Dir jetzt schon sagen zu können (auch wenn Du es nicht gerne hören wollen wirst), der Schwindel wird nicht von heute auf morgen weggehen, obwohl ich es Dir wünschen würde. Ließ hierzu einmal die älteren Beiträge.

Zur Arbeit:

Ich habe lange Zeit als Unternehmensberater gearbeitet und arbeite jetzt im Management.

Besser ist es bei mir dadurch geworden die Arbeit nicht als sooooooo wichtig anzusehen.

Rechtzeitig Feierabend machen, wenn möglich.

Während der Mittagspause versuche ich 20-30 min. zu schlafen. Alle 2-3 Stunden gehe ich durch das Werk um mal frische Luft zu schnappen, mal was anderes als die Büros und Meetingräume zu sehen.

Mittagspause mache ich nicht mehr in unserem Casino mit den anderen Managementmitgliedern, sondern hole mir einen kleinen Imbiss an der Ecke mit einigen meiner Mitarbeiter, da hier auch "normale, unkomplizierte" Gespräche stattfinden.

Ist es dennoch mal so richtig schlimm (was Gott sei Dank) nur noch sehr selten der Fall ist, versuche ich mich irgendwie zurückzuziehen oder abzulenken.

Das was als Fazit aus meiner Sicht am besten hilft: Versuche Dinge in Dein Leben zu bringen welche Dir richtig Spaß machen und Dir einen Sinn geben. Und versuche Dich diesen so häufig wie möglich zu widmen.

So geht es mir mit dem Golfspielen. Neben meiner Freundin habe ich dies zu einem wichtigen Bestandteil meines Lebens gemacht. Es macht mit Spaß, ich möchte dort richtig gut werden (habe also ein Ziel) und kann dabei richtig entspannen, obwohl ich dabei angespannt bin (positiver Stress).

Hoffe ich konnte Dir ein paar Anhaltspunkte geben.

Gruß,

S&P.

pBetefr60


@sannie

Was ist das denn für eine Arbeit? Kannst Du dabei ruhig sitzen oder musst Du viel durch die Gegend laufen? Hast Du Kundenverkehr?

Viele Grüße

Peter

SMa|nnixe


@peter

Hallo Peter,

arbeite im Büro und muß hier und da auch mal in andere Räume laufen. Aber das schlimme ist, daß ich diesen Schwindel bei jedem Kopfdrehen merke. Und das kann ich nun mal nicht vermeiden. Weniger als 45% Drehung reichen schon, um mich diesen schrecklichen Schwindel spüren zu lassen. Und da ich mit den Nerven ziemlich hin bin, weine ich sehr oft. Und somit habe ich natürlich Angst, daß mir das an der Arbeit passiert. Ich fange schon an zu weinen, nur wenn mich jemand fragt, wie es mir geht. Ich weiß einfach nicht, wie ich mit diesem Schwindel leben soll.

Liebe Grüße

Sannie

LyupoS049


@ Sannie

Hallo Sannie,

wenn Dein Schwindel so lagerungsabhängig ist, würde ich schon noch mal bei einem HNO bzw. einer HNO-Klinik anklopfen. Es wurde ja schon mal ein "Lagerungsschwindel" bei Dir diagnostiziert aber wohl nicht erfolgreich behandelt. Ich würde das parallel noch mal überprüfen lassen. Dieser Schwindel ist objektiv feststellbar und auch therapierbar, das würde ich schon noch mal versuchen.

Viele Grüsse

LUPO

pKetGer6x0


@sannie

Ich sehe das auch so wie Lupo. Du hattest geschrieben, dass Du einen Lagerungsschwindel hattest und Du diesen mit Übungen erfolgreich behandeln konntest.

Dieser kann allerdings bei manchen Betroffenen auch plötzlich wiederkommen und muss dann wieder behandelt werden.

Ich würde auf jeden Fall noch einmal unter diesem Aspekt zum HNO gehen.

Dann schreibst Du, dass Du schnell an zu weinen fängst. Bei der Arbeit schaffen es viele Betroffene (auch bei anderen Krankheiten) sehr beherrscht zu bleiben, was meist eine ungeheure Anstrengung ist, die die Kräfte für die Phase danach raubt.

Welche Haltung hast Du denn mittlwerweile zu den Psychopharmaka, die man Dir verschrieben hatte (welches Medikament ist es denn überhaupt?). Nimmst Du die ein oder willst Du noch warten?

Viele Grüße

Peter

S.annixe


@Lupo und Peter

Danke für eure Antwort.

Mache 2 -3 mal in der Woche meine Übungen gegen den Lagerungsschwindel.

(Die Übungen habe ich aus dem Internet, von den Ärzten keine Anweisung/Hilfe erhalten). Anfangs stellte ich auch dieses "Augenwackeln/Drehschwindel" fest, daß bei einem Lagerungsschwindel vorkommt. Aber seit 4 Wochen ist da kein "Wackeln/Drehschwindel" mehr.

Mein HNO-Arzt sagt, daß er schon Patienten hatte, bei denen "es" 3 Monate dauert bis zu 1 Jahr. Nur weiß ich nicht, was so lange dauert (konnte mir mein HNO-Arzt auch nicht so recht sagen). Er meinte nur, daß es zwischendurch noch mal schlimmer werden könnte. Und da im Krankenhaus erst ein Neurologe bei mir einen Lagerungsschwindel feststellte, finde ich nicht, daß ich bei einem HNO-Arzt gut aufgehoben bin. Zumal ich über die Diagnostik der HNO-Ärzte des Krankenhauses und meines HNO-Arztes nicht sehr überzeugt gestimmt bin. Die HNO-Abteilung im Krankenhaus sagte selbst, daß sie sich mit Lagerungsschwindel nicht auskennt. Mir aber erzählen, daß der Schwindel noch ca. 8 Wochen anhalten könnte. Dann müßte er weg sein. Bin sehr verunsichert. Und da es auch nicht wenigstens etwas besser wird, mache ich mir schon so meine Gedanken. Kann denn ein Dauerschwindel (Drehen des Kopfes) vom Lagerungsschwindel herkommen? Niemand kann mir das sagen. Ich fühle mich von meinen Ärzte ziemlich allein gelassen. Habe so das Gefühl, man paßt nicht direkt in eine Schublade, äußerlich sieht man nix, und dann kann das alles nicht so schlimm sein. Ach ja, Krankengymnasik habe ich gegen Schwindel bekommen. Weiß zwar nicht, was das bringen soll (es bringt nämlich nix).

@Lupo

Habe mir einen Termin in der Mainzer Uni-Klinik in der Schwindel Ambulanz geben lassen. Hatte dich aus deinen Nachrichten so verstanden, daß das bei Schwindel allgemein eine gute Adresse sein soll. Vielleicht können die mir ja etwas konkretes sagen. Ich hoffe, ich habe dich nicht falsch verstanden.

@Peter

Habe vom Neurologen Paroxetin 20mg bekommen. Allerdings muß ich folgendes dazu sagen:

Vertrauen zu diesem Neurologen habe ich auch nicht so recht. Ganz am Anfang meines Schwindels überwies mich der HNO zum Neurologen (das war noch vor meinem Krankenhausaufenthalt). Und dieser gab mir gleich og. Rezept und meinte, ich solle eine Therapie machen. Finde das sehr schnell geurteilt. Wie schon gesagt, findet man nix organisches, macht man mal gleich eine Therapie. Deswegen habe ich bis heute erstmal die Finger von dem Mittel gelassen. Fast paralell habe ich von meinem Hausarzt ein milderes Mittel "Insidon" bekommen (aufgrund der Weinattacken). Aber keine Ahnung, ob es so richtig wirkt. Soll aber ein sehr gutes Mittel sein. Möglich, daß ich doch noch auf das Paroxetin zurückgreifen muß.

Und der Freitag rückt immer näher :°(

Liebe Grüße

Sannie

ecroleKnnxa


@ sannie

wie schon gesagt, findet man nix organisches, macht man mal gleich eine Therapie. Deswegen habe ich bis heute erstmal die Finger von dem Mittel gelassen. Fast paralell habe ich von meinem Hausarzt ein milderes Mittel "Insidon" bekommen (aufgrund der Weinattacken). Aber keine Ahnung, ob es so richtig wirkt. Soll aber ein sehr gutes Mittel sein. Möglich, daß ich doch noch auf das Paroxetin zurückgreifen muß.

Insidon habe ich letztes Jahr auch zusätzlich bekommen. Die Wirkung ist sehr mild, ich denke mal, nicht viel stärker als Johanniskraut!

Ich sollte ja auch gleich eine Therapie machen wegen meiner Depression. Der Witz dabei ist, mir war eine Depression gar nicht bewusst, bevor der Schwindel kam. Erst aufgrund des nicht endenden Schwindels wurde ich dann richtig depressiv! Zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Heute vormittag musste ich in die Stadt. Bin wieder "herumgesurft". Ich nenne dieses unsichere Gehen "surfen". Naja, Humor ist wenn man trotzdem lacht :-)

Die derzeitige Hitze vertrage ich überhaupt nicht, als ich nachhause kam, konnte ich kaum noch die Treppe hochgehen und musste mich gleich etwas hinlegen. Durch den Schwindel strengt alles doppelt an. Man muss sich ja viel mehr konzentrieren auf alles mögliche. Ausweichen, auf den Weg achten, alles Dinge, die man "normal" auch tun muss, aber irgendwie automatisch.

Ich war auch schon bei einem Osteopathen und bei einem Neuraltherapeuten. Nichts hat bisher geholfen. Wenn ich nicht wüsste, dass nach ein paar ganz schlechten Tagen wieder ein paar bessere kommen, könnte ich langsam auch verzweifeln.

Liebe Grüße,

S5an$nie


@Erolenna

Wird es dir auch schwindelig, wenn du den Kopf oder dich im Bett drehst?

Wie wahr deine Worte doch sind, daß alles doppelt anstrengt.

Manchmal träume ich mit offenen Augen, daß ich nur eingeschlafen bin und daß ich nur wach werden brauche und alles ist wieder in Ordnung.

Liebe Grüße

Sannie

p4etenrP60


@sannie

Habe vom Neurologen Paroxetin 20mg bekommen. ...Und dieser gab mir gleich og. Rezept und meinte, ich solle eine Therapie machen. Finde das sehr schnell geurteilt. Wie schon gesagt, findet man nix organisches, macht man mal gleich eine Therapie. Deswegen habe ich bis heute erstmal die Finger von dem Mittel gelassen.

Hallo Sannie, das sehe ich etwas anders als Du. Ich finde, dass Paroxetin und Psychotherapie 2 Dinge sind, die zunächst einmal nichts miteinander zu tun haben. Sie können sich ergänzen, aber es sind ganz unterschiedliche Maßnahmen.

Nehmen wir mal an, Du hättest Höhenängste. Du ständest am Geländer einer hohen Brücke und es würde 300 m senkrecht in die Tiefe gehen. Viele Menschen können das kaum aushalten, sie bekommen Angst und Panik, spüren diese im Bauch, im ganzen Körper, das Herz schlägt schneller und schneller. Es ist geradezu, als wenn man den Boden unter den Füßen verlieren würde. Wenn man an solche Dinge nicht gewöhnt ist und nicht als Berggemse geboren ist, dann ist das eine ganz natürliche Reaktion des Körpers: Alle Sensoren signalisieren: Achtung Lebensgefahr! Ein Schritt nach vorne, ein falscher Schritt und es ist aus. Ggf. geht die Angstreaktion dann soweit, dass gar kein Schritt mehr möglich ist (um keinen falschen Schritt zu machen). Ich habe mal eine Bergwanderung gemacht über einen sog. Klettersteig und da war eine Teilnehmerin, die war plötzlich nicht mehr in der Lage zu gehen, weder nach vorne, noch nach hinten. Es war schrecklich.

Bei Dir ist es auch ein wenig so, dass Dir beim Kopfdrehen der Boden unter den Füßen entzogen wird. Das muss Angst und Panik auslösen. Alles andere fände ich geradezu unnatürlich. Denn einer der wesentlichsten Grundfesten beim Gehen ist: Man hat festen Boden unter den Füßen. Wenn die wesentlichen Schaltstellen des vegetativen Nervensystems aber vermittelt bekommen, dass es offenbar keinen festen Boden gibt (da Schwindel), dann reagieren die mit einer massiven Stressreaktion und die werden dann z. T. als Angst und Panik erlebt.

Nimm einmal an, Du müsstest die nächsten 3 Monate jeden Tag zur Arbeit über eine solche schmale und hohe Brücke gehen (und danach nicht mehr) und könntest Dich in dieser Zeit nicht daran gewöhnen. Schon vorher wäre Dir schlecht, könntest nichts essen und trotzdem müsstest Du nach Überschreitung der Brücke nochmals Kotzen. Dann kann man natürlich das als ein Problem darstellen und ggf. sagen: Mach eine Psychotherapie (z. B. systematische Desensibilisierung), welche dann vielleicht nach 3 Jahren wirken würde, obwohl Du ja nur die nächsten 3 Monate über diese Brücke gehen musst. Wenn es nun ein Medikament geben würde, was u. a. die eine Wirkung hat, dass es diese natürliche Angst-Reaktion unterbindet oder zumindestens abschwächt, dann wäre das eine sehr große Hilfe für Dich. In Deinem Fall bekäme der Körper mehr Zeit sich zu entspannen und vielleicht alles ganz nebenher zu reparieren. Deshalb können m. E. Psychopharmaka (wenn sie nicht unerwünschte Nebenwirkungen haben) schon sehr sinnvoll sein.

Unabhängig davon halte ich auch eine Psychotherapie für sinnvoll. Allerdings weniger eine, die versucht tief in Deiner Psyche nach irgendwelchen Ursachen zu forschen, sondern eine die Dir hilft, mit den Auswirkungen und Folgeproblemen Deines Leidens klarzukommen. Wenn jemand einen Autounfall hat und querschnttsgelähmt ist benötigt er m. E. eine Therapie, um mit den veränderten Verhältnissen klarzukommen, um damit klarzukommen, dass er nicht mehr gehen kann. Er benötigt m. E. keine Therapie die ergründen will, welche psychischen Probleme denn zu seiner Querschnittslähmung geführt haben (solche Gründe könnte es ja theoretisch auch geben).

Also ich fände eine pragmatische Psychotherapie sinnvoll, bei der Du weinen kannst, Deine ganzen Ängste und Enttäuschungen loswerden kannst und bei der man Dir irgendwelche Tipps gibt, wie Du besser mit der Situation klarkommen kannst.

Viele Grüße

Peter

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