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Eigene Diskussion für phobischen Dauer­schwank­schwindel

SgtuttYgaxrter35


@ Sybillefrank

Ich habe gerade mal baclofen gegoogelt und verstehe nicht ganz was das Medikament mit dem Schwindel zu tun hat.

Aus meiner Erfahrung meine Klinikaufenthaltes werden bei phobischem Schwindel normalerweise SSRI verschrieben, da diese Angstlösend sind.

Ich hab dir mal einen Artikel rauskopiert:

Wie gesagt, bei mir hat das Citalopram (SSRI) sehr gut gewirkt.

Phobischer Schwankschwindel

Klinik

Leitsymptome und Charakteristika des phobischen Schwankschwindels sind (Brandt u. Dieterich 1986, Brandt 1996):

Die Patienten klagen über Schwankschwindel und subjektive Stand-/Gangunsicherheit ohne eine für den Beobachter sichtbare Stand-/Gangunsicherheit.

Der Schwindel wird beschrieben als eine Benommenheit mit fluktuierender Unsicherheit von Stand und Gang, attackenartiger Fallangst ohne reale Stürze, zum Teil auch als unwillkürliche, kurz dauernde Körperschwankung.

Die Attacken treten oft in typischen Situationen auf, die auch als externe Auslöser anderer phobischer Syndrome bekannt sind (Brücken, Auto fahren, leere Räume, große Menschenansammlungen im Kaufhaus oder Restaurant).

Im Verlauf entsteht eine Generalisierung der Beschwerden mit zunehmendem Vermeidensverhalten gegenüber auslösenden Reizen. Während oder kurz nach diesen Attacken werden (meist erst auf Befragen) Angst und vegetative Missempfindungen angegeben, wobei die meisten Patienten auch über Schwindelattacken ohne Angst berichten.

Auf Nachfrage berichten viele Patienten, dass sich die Beschwerden nach leichtem Alkoholgenuss bessern.

Am Beginn der Erkrankung steht häufig eine organische vestibuläre Erkrankung (z. B. abgelaufene Neuritis vestibularis oder benigner peripherer paroxysmaler Lagerungsschwindel; Huppert et al. 1995) oder besondere psychosoziale Belastungssituationen (Kapfhammer et al. 1997).

Patienten mit phobischem Schwankschwindel weisen häufig zwanghafte und perfektionistische Persönlichkeitszüge und eine reaktiv-depressive Symptomatik auf.

Charakteristisch ist die Kombination eines Schwankschwindels mit subjektiver Stand- und Gangunsicherheit bei Patienten mit normalem neurologischen Befund, unauffälligen Gleichgewichtstests und zwanghafter Persönlichkeitsstruktur. Die monosymptomatische subjektive Störung des Gleichgewichts ist an das Stehen oder Gehen gebunden, zeigt attackenartige Verschlechterung, die beim selben Patienten mit oder ohne erkennbare Auslöser auftritt, mit oder ohne begleitende Angst. Bei manchen Patienten lässt das Fehlen erkennbarer Auslöser oder Schwindel ohne Begleitangst sowohl diese selbst als auch den behandelnden Arzt an der Diagnose einer somatoformen Störung zweifeln.

Die illusionäre Wahrnehmungsstörung des Schwankschwindels und der Standunsicherheit haben wir durch die Hypothese zu erklären versucht, dass es bei diesen Patienten durch die ängstliche Kontrolle des Gleichgewichts zu einer Störung des Raumkonstanzmechanismus mit teilweiser Entkoppelung der Efferenzkopie für aktive Kopf- und Köperbewegungen kommt (von Holst u. Mittelstaedt 1950).

Die Differenzialdiagnose des phobischen Schwankschwindels umfasst psychiatrisch-psychogene Syndrome sowie vestibuläre und nichtvestibuläre organische Syndrome.

Zu den wichtigsten psychiatrischen/somatoformen Syndromen gehören:

Panikerkrankung mit oder ohne Agoraphobie nach DSM-IV,

"Space Phobia" (Marks 1981),

"Visual Vertigo" (Guerraz et al. 2001, Bronstein 2004),

"Mal-de-débarquement-Syndrom" (Murphy 1993),

Depression nach DSM-IV.

Zu den wichtigsten organischen Syndromen gehören:

primärer orthostatischer Tremor mit pathognomonischem Frequenzgipfel der Körperschwankungen von 14-16 Hz im EMG und der Posturographie (Yarrow et al. 2001, Sharott et al. 2003),

bilaterale Vestibulopathie,

Vestibularisparoxysmie,

Perilymphfistel,

vestibuläre Migräne,

episodische Ataxie Typ I/II,

neurodegenerative Erkrankungen (spinozerebelläre Ataxien, Multisystematrophien),

zentrale vestibuläre Syndrome,

orthostatische Dysregulation.

Epidemiologie

Die häufigste somatoforme Schwindelform und die zweithäufigste Ursache für Schwindel in einer neurologischen Spezialambulanz ist der phobische Schwankschwindel (siehe Tabelle 1). Er kann sich beim Erwachsenen in jedem Alter manifestieren, am häufigsten in der 3. bis 5. Dekade und stellt hier die häufigste Schwindelform dar (Strupp et al. 2003). Die Betroffenen suchen praktisch nie zuerst den Psychiater auf, sondern den "Spezialarzt" ihres Symptoms, zumal sie sich organisch krank fühlen (Brandt 1996, Pollak et al. 2003). Da der phobische Schwankschwindel jedoch noch nicht zum diagnostischen Repertoire der meisten Neurologen und HNO-Ärzte gehört, ist die Dauer der Erkrankung bis zur Diagnosestellung lang (im Mittel 3 Jahre bei 154 Patienten mit phobischem Schwankschwindel; Huppert et al. 1995), und diese erfolgt häufig erst nach vielen unterschiedlichen Arztbesuchen, überflüssigen apparativen Untersuchungen und der fälschlichen Einordnung z. B. als "zervikogener Schwindel", "vertebrobasiläre Ischämien" und Ähnlichem mit entsprechenden erfolglosen Therapieversuchen.

Eine psychiatrische Verlaufsstudie bestätigte, dass der phobische Schwankschwindel eine eigene Entität darstellt, die von der Panikerkrankung mit oder ohne Agoraphobie abgegrenzt werden kann (Kapfhammer et al. 1997).

Untersuchungen

Notwendig

Die Diagnose stützt sich auf die typische Anamnese, die oben beschriebenen Persönlichkeitsmerkmale und einen normalen neurologischen Untersuchungsbefund.

Im Einzelfall erforderlich

Zur Sicherung der Diagnose und zum Ausschluss organischer Ursachen sind folgende Zusatzuntersuchungen durchzuführen:

Untersuchungen des vestibulären Systems mit Elektronystagmographie/Videookulographie einschließlich Kalorik,

ophthalmologische/otoneurologische Untersuchung,

Posturographie,

AEP, "Klick-evozierte vestibuläre myogene Potenziale",

Bildgebung (CT und/oder MRT),

Doppler-Sonographie/Duplexsonographie.

Bei genauer posturograpischer Analyse zeigen die Patienten im normalen Stand eine erhöhte Schwankaktivität durch Ko-Kontraktion der Fußbeuger und -strecker, offenbar als Ausdruck einer unnötigen ängstlichen Standstrategie, die Gesunde nur bei realer Fallgefahr anwenden. Bei schwierigen Balanceaufgaben, wie Fuß-vor-Fuß-Stand (Tandemstand) mit geschlossenen Augen, unterscheiden sich die posturographischen Daten der Patienten jedoch nicht von denen Gesunder, d. h. je schwieriger die Anforderungen an die Balance werden, desto "gesünder" sind die Balanceleistungen der Patienten mit phobischem Schwankschwindel (Querner et al. 2000). Die Patienten sind empfindlich gegenüber propriozeptiven Störreizen (Holmberg et al. 2003) und visueller Bewegungsreizung (Querner et al. 2002).

Therapie

Die Behandlung der Patienten beruht auf drei bzw. vier Maßnahmen:

eingehende Diagnostik

"psychoedukative Therapie"

Desensibilisierung durch Eigenexposition und regelmäßigen Sport sowie

bei Persistenz der Beschwerden Verhaltenstherapie mit oder ohne begleitende Pharmakagabe (Brandt 1996).

Der wichtigste erste "therapeutische Schritt" besteht darin, den Patienten durch sorgfältige Untersuchung und Erklärung des psychogenen Mechanismus ("verstärkte Selbstbeobachtung" vor dem Hintergrund der entsprechenden Primärpersönlichkeit) von der Angst zu entlasten, an einer organischen Krankheit zu leiden. Dann sollte eine Desensibilisierung durch Eigenexposition erfolgen, d. h. die Patienten sollten die für sie Schwindel auslösenden Situationen nicht meiden, sondern suchen. Gleichzeitig hat sich regelmäßiger leichter Sport als hilfreich erwiesen, um den Betroffenen wieder Vertrauen zum eigenen Gleichgewicht zu geben. Führen die Aufklärung und Eigendesensibilisierung nach Wochen bis Monaten zu keiner ausreichenden Besserung, so sollte eine Verhaltenstherapie mit oder ohne Pharmakotherapie, z. B. mit einem selektiven Serotoninwiederaufnahme-Hemmer (z. B. Paroxetin, 20-40 mg/d) oder antriebssteigerndem tri-/tetrazyklischen Antidepressivum über 3-6 Monate eingeleitet werden (). Bei seltenen, situationsgebundenen Attacken kann man bei einzelnen Patienten auch Tranquilizer geben, wobei aber die Gefahr einer Abhängigkeit besteht.

Wie eine katamnestische Untersuchung (5-15 Jahre nach Erstdiagnose) bei 106 Patienten zeigte, waren nach diesem therapeutischen Vorgehen im Verlauf 75% der Patienten beschwerdefrei oder deutlich gebessert (Huppert et al. 2005). Bei dieser katamnestischen Untersuchung fand sich retrospektiv kein Anhalt für eine Fehldiagnose.

Die Bereitschaft der meist unter hohem Leidensdruck stehenden Patienten, den psychogenen Mechanismus zu verstehen und durch Desensibilisierung zu überwinden, ist eine positive Erfahrung sowohl für den behandelnden Arzt als auch für den Patienten.

Sqtutt,gart@er>35


Habe eben noch diese Links gefunden. Ich war bei dieser Ärztin in Behandlung und diese ist spezialisiert auf Schwindel.

[[http://www.curado.de/COPD/Wenn-die-Welt-ins-Schwanken-geraet-3006/]]

[[http://www.klinik-tv.eu/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=82&Itemid=70]]

in dem Video wird ca. ab der Mitte auf den Schwindel eingegangen.

SZybiIlle:frZanxk


Danke erst mal für deine schnelle antwort das baclofen habe ich damals vom kh bekommen am anfang hat es ja auch geholfen aber da sieht man auch mal wieder das mein neurologe auch kein richtigen plan hat.Ich weiss auch nicht mehr ich habe den schwindel nun seit über 10 jahren und kein arzt konnte mir bis jetzt helfen sämtliche medis wie arlevert,vertigo und wie se alle heißen hat nichts gebracht ich habe auch keine lust mehr zu kämpfen.Ich denke mal ich werde mich mit dem schwindel arangieren müssen irgend wie. ;-D

S,turttgartxer35


Ich seh das mit dem arangieren anderst. Ich hatte den Schwindel auch sehr, sehr heftig und bin jetzt seit einem halben Jahr Schwindelfrei.

Machst Du eine Therapie? Hast Du überhaupt eine Diagnose? Bei mir war es Agoraphobie und gegen die kann man ja etwas tun!

SSybil^lefrxank


Das ist ja gut gemeint aber wenn man den mist seit 10 jahren hat ist es nun mal soll.Ich hatte schon 2 therapien aber siehste immer noch alles da diagnose fehlanzeige bin durchgecheckt worden alle befunde i.o.Bekomme jetzt aufgrund des schwindels eine teilerwerbsminderungsrente kann ja nie wieder voll arbeiten gehen mit dem schwindel leider.

H{ofi!8x6


Hallo schön das ihr euch auch mal wieder meldet dann kommt der thread ja mal wieder ein wenig in wallung.

Ich habe es auch schon weit geschafft ich meide nichts mehr, versuche echt alles ganz normal zu machen.

Und das ganze ohne medikamente, passt schon alles bin nun auch in einer verhaltenstherapie.

s`tef{fi00


hi heute ist bei mir wieder so ein tag wo es mir richtig scheiße geht ....ich trau mich erst gar nicht auf zu stehen habe voll angst ---...---ach man alles doof .......

mir ist so scheiße schwindelig ..und dann immer diese scheiß angst ....

H-ofi8x6


Mir geht es heute auch nicht gut mir ist auch schwindelig aber ich gehe trotzdem raus ich weis nicht gerade das leigen bleiben etc. macht mir noch mehr angst .

cxvm


Hallo,

wollte mich auch mal wieder melden.

Mir geht es jetzt seit 2 Wochen relativ gut. D.h. es ist nicht ganz weg, aber gut erträglich.

Ich frage mich nur, ob es wirklich von der Psyche kommt, wenn es auch mal für eine Zeit weggeht?

Habt Ihr auch solche Erfahrung, dass es euch mal gut geht und dann wieder so schlecht?

Wie gesagt ich habe sonst oft Tage da stehe ich auf und es ist mir schin ganz wackelig auf den Beinen und ich bin total benommen (Kopfschwindel)

LG

Claudia

H8ofix86


Sorry wenn ich so hart frage aber, hast du hier mal was gelesen oder schreibst du einfach nur so ???

Ja geht mir und den anderen genauso wie dir.

Bei mir war es auch immer weck und dann hatte ich einen ganz harten rückschlag gehabt, mit der zeit wurden die rückschläge auch immer weniger und auch nicht mehr soo schlimm wie am anfang.

cxvm


Sorry, ja ich habe hier schon viel gelesen. Vielleicht habe ich auch schon so viel gelesen, dass ich manchmal gar nicht mehr weiß, was ich alles gelesen habe.

War auch nur eine Frage, da es mir zur Zeit sehr auffällt, dass die Unterschiede zwischen den guten Tagen und den schlechten Tagen, oder auch Wochen so groß sein können.

Grüße

Claudia

Hyofic86


Jap das ist ja gerade das trügerische weil es einem mal gut geht und einem mal schlecht geht.

h3eiz~6x7


Hallo Manu,

und alle anderen Schwindler hier, ich komme

zufällig vom Morbus-Meniere Forum hier herein.

Ich wollte Manu nur kurz sagen, ich habe nachgewiesen Morbus Menier,

dies hat allerdings fast zwei Jahre gedauert, bis zufällig alle Symptome

bei einem Schwindelanfall den ich beim HNO hatte eintraten.

Damit war nach langem hin und her, mehreren MRT bis hin zur Diagnose

"psychisches Wrack" war alles dabei.

Auch ich hatte am Anfang ähnliche Symtome wie Du, starke Kopfschmerzen,

starke Müdigkeit und auch sonst war mein Imunsystem völlig von der Rolle,

bis dann auch der Hörsturz dazu kam und ich wie oben geschildert, beim

HNO einen Schwindelanfall mit Nystagmus etc. hatte.

Was sagt Dein HNO, hast Du überhaupt keine Probleme mit dem Gehör?

Schwindelfreie Grüße wünscht

Sdybqill]efraSnk


Hallo alle ich war heute früh beim zahnarzt und ich hatte auf dem stuhl so einen anfall das könnt ihr euch nicht vorstellen ich bin aus der praxis wie besoffen jetzt geht es langsam wieder ich weiss nicht ob es daran lag das ich mich so rein versteift habe das ich angst habe ich habe richtig gemerkt wie die angst immer schlimmer wurde.Manchmal denke ich der sche... geht gar nicht mehr weg was meint ihr alle so ich muss ja auch irgend wann wieder arbeiten gehen und was ist dann kann ja nicht ständig zu hause sitzen.Was gibt es sonst so neues bei allen hier?.

S%chwi]ndel]Ol#iver


naja immer das selbe. also arbeiten geh ich auch noch nicht. bin noch mit mir am kämpfen da ich immer mal wieder nach dem absetzen der tabletten kleine rückschläge habe. naja es wird schon iwie gehn. weiss noch garnicht was ich so machen soll. naja ich wünsch euch erstmal was.

lg oliver *:)

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