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Eigene Diskussion für phobischen Dauer­schwank­schwindel

S(ilve@r79


Hallo Lupo, hallo Esther,

ich glaub Geduld war leider noch nie meine Stärke.

Die SSRI nehme ich seit August und in Therapie bin ich seit September. Also ziemlich bald nach dem Einsetzen des lästigen Schwindels. Meine Therapeutin ist spezialisiert auf Depressionen und Angststörungen. Ihrer Meinung nach bin ich kein typischer Angstpatient. So einen Fall wie mich hätte sie noch nie gehabt. Das ist irgendwie entmutigend und ein Therapeutenwechsel ist wahrscheinlich nach so langer Behandlungsdauer nicht mehr möglich? Seit zwei Wochen nehm ich ein anderes SSRI (jetzt Fluoxetin, vorher Cipralex). Vielleicht wirkt das besser. Zur Entspannung hab ich letzten Monat mit Tai Chi angefangen. Die letzten Wochen war ich auch wieder am Wochenende weg und bin mal wieder Einkaufen gegangen (War zwar sehr anstrengend, aber immerhin hab ich es geschafft). Immerhin ein kleiner Fortschritt. Der Schwindel ist noch da (vor allem wenn ich draußen unterwegs bin), aber die Angst/Unsicherheit ist nicht mehr so stark.

Wegen zu vieler Fehlzeiten musste ich mir einen anderen Job suchen. In April fang ich eine neue Stelle an, nur mach ich mir jetzt große Sorgen, dass ich wieder fehlen werde. Und das kann ich mir besonders am Anfang nicht erlauben, sonst verlier ich den Job auch noch.

Danke für eure Antwort. Ich werd versuchen, nicht allzu ungeduldig zu sein.

Gruß

Silver

EFstOherx67


Ich denke, das Kunststück egal bei welcher Krankheit (und auch psychische Beschwerden sind in meinen Augen ernst zu nehmende Krankheiten) liegt darin, zu lernen, sich, seiner Psyche und seinem Körper wieder selbst zu vertrauen.

Sobald man sich bei nichts mehr sicher ist, fängt man an zu wirbeln. Fragt Freunde, Ärzte, Internet... Und jeder hat einen schlauen Spruch auf Lager. Am Ende weiss man dann gar nichts mehr. Leider hat man bei den ganzen Chaos nämlich vergessen, sich selber zu fragen. Oder man hört krampfhaft weg, weil einem die Antwort nicht gefällt.

Man kann sicherlich von den Erfahrungen anderer profitieren. Doch am Ende muss man selber heraus finden, was gut für einen ist.

SrchwiendPlerixn28


Hallo Schwindler!

Habe auch seit knapp einem Jahr diesen Schwankschwindel. Mit der Diagnose "phobisch/psychisch". Eine Angststörung mit Hypochondrie habe ich dadurch entwickelt...unzählige Untersuchung und Ärztetouren hinter mir incl. MRT vom Schädel...nix. Im Lauf der Zeit gesellten sich alle möglichen Symptome dazu...von extremen Muskelzucken, über Kribbeln am ganzen Körper,Taubheitsgefühle und, und, und...

Ich befinde mich in Therapie, habe mich aber immer noch nicht ganz abgefunden damit, dass dieser Schwindel psychisch ist... ich weiss auch nicht wie lange es dauern wird, oder ob ich noch weiter mich mit dem Scheiss auseinandersetze.

Eigentlich bin ich müde und möchte mich zu gerne Lupo und Esther anschliessen...ihr beide habt meine Bewunderung...ganz ehrlich!

Wünschte ich könnte ihn auch endlich so annehmen und mein Leben endlich einmal verbessern!

Der Schwindel raubt einen jeglichen Spass am Leben...aber auch ich will es versuchen... :-)

SDchwin8dklerin2x8


...was ich noch vergessen habe. Mittlerweile hat sich dieser Schwindel bei mir auch verändert. Früher hatte ich ihn nur beim Laufen...mittlerweile überfällt er mich auch im Sitzen und Liegen. Desweiteren möchte ich mich auch mal bei erfahrenen Schwindlern rückversichern (ich weiss...nicht das beste für einen Ängstler).

Habe oft einfach nur eine "Benommenheit" über dem Kopf hängen...so als wäre ich übermüdet, nicht ganz da (wie wachträumen) oder betrunken...Kennt ihr das auch? Besonders bei Wetterumschwüngen.

Desweiteren glaube ich, dass auch die HWS bzw. der gesamte Rücken beim Schwindel eine Rolle spielt. Angst erzeugt Muskelverspannung/Muskelverspannung erzeugt Schwindel/Schwindel erzeugt wiederum Angst---> Ein böser Kreislauf

Htors3tx2


@Schwindlerin28

Hallo,

es gibt mit Sicherheit einen Zusammenhang zwischen Psyche und HWS. Es mag auch sein, das in vielen Fällen die Psyche durch andauernde Anspannung und Stress die eigentliche Ursache für die Problematik sein kann. Es ist allerdings auch möglich, daß Weichteilverletzungen und die damit entstandene Instabilität der HWS die Ursache sein können. Und natürlich gibt es noch zig andere Ursachen von Schwindel, von denen ich allerdings keine Ahnung habe. Jedenfalls scheint die Ursachenfindung von Schwindelsymptomen auch medizinisch nicht immer einfach zu sein, genauso wie deren Behandlung. Sonst wäre das Thema Schwindel hier nicht so präsent.

Ich wünsche allen Schwindelbetroffenen viel Glück

E^stahxer67


@ schwindlerin

Kein Mensch verlangt, dass Du Dich abfindest. Klar hat jeder Schwindler die Momente, in denen er sich denkt, "leckt mich doch alle am Arsch, ich geb jetzt auf"... Aber es hilft ja nix. Der Scheiss Schwindel fordert Dich dann nur zum Kampf heraus.

Diese Benommenheit kenne ich auch. Ich hatte oft das Gefühl, dass mein Kopf in einer Schraubzwinge festklemmt. Dass ich einen zu kleinen Helm trage. Immer so leicht kotzig. Ich konnte oft nicht richtig scharf sehen. Hatte oft das Gefühl, dass mich plötzlich jemand schubst. Stand irgendwie immer neben mir. Konnte mich schlecht konzentrieren.

Dass man dann natürlich auch unter zunehmender Verspannung im Nackenbereich leidet ist logisch. Man zieht den Kopf ein, versucht krampfhaft still zu halten, damit das Gedrehe aufhört.

Ich persönlich glaube nicht, dass attackenartiger Schwindel über einen solch langen Zeitraum von der HWS ausgelöst wird.

Die meisten Schwindler haben damit zu kämpfen, wenn sie die Diagnose "psychisch bedingt" hören. Einen Bandscheibenvorfall in der HWS, eine Virusinfektion, ein defektes Gleichgewichtsorgan... die körperlichen Dinge sind für alle viel besser zu akzeptieren. AUch die Umwelt reagiert auf was körperliches mit Mitgefühl. Wenn man sagt, man hat's an den Nerven, sind die Menschen entweder peinlich berührt oder denken sich, dass man halt ein wenig überspannt ist. Doch davon muss man sich frei machen. Erst wenn man sich selbst und sein Leiden - und phobischer Schwindel ist definitv LEIDEN - dann ist man auf dem richtigen Weg.

Und Du kannst mir glauben. Den Schwindel habe ich zwar besiegt, naja fast, bin ich auch stolz drauf. Doch ein glücklicherer Mensch bin ich trotzdem nicht. Mit dem Unterschied, dass ich jetzt weiss, warum ich unglücklich bin. Toll.

Aber vielleicht erkenne ich auch irgendwann die Chance, meinem Leben durch die Schwindelerfahrung eine andere Richtung zu geben.

M?oBi+nMaoixn


@ Schwindlerin28

Also das mit den Benommenheitsgefühlen im Kopf kenne ich auch nur zu gut. Das ist echt ätzend! Mir kam und kommt das immer so vor als würde ich durch meine Augen einen Film sehen in dem ich mich bewege aber nicht wirklich daran teilnehme... Klingt vielleicht ein wenig merkwürdig - ich weiß.

Ich habe mir einen Namen für diesen Zustand ausgesucht und bin dabei eigentlich bei "Realitätsverlust" gelandet. Irgendwie wirkt eben alles um einen herum so "unreal" - wie in Watte gehüllt...

Die Mondphasen bemerke ich übrigens auch seit ich den Schwindel habe. Wenn Vollmond ist oder fast gar kein Mond da ist, ist es heftiger als sonst... Möchte mal gerne wissen woran das liegt das man gerade bei den entsprechenden Mondphasen empfindlicher wird?!

Nebenbei bemerkt muss ich glaube ich mal wieder Werbung für meine Homepage zum Thema Schwindel machen... ;-D Da habe ich auch über viele dieser Dinge geschrieben.

[[http://www.schwindelgefuehle24.de.vu]]

Schöne Grüße und allerseits gute Besserung!

Lasst Euch nicht verarschen - vor allem nicht vom Schwindel! :-)

nBicocxin


schwindel und panik

also ich kenne das auch mit dem schwindel, habe aber auch andere symptome.

das sind alles somatisierungsstörungen die von der überlastung des veg. nervensyst. herrühren.

guten faden dazu:

psychologie

panikattacken und ihre symptomvielfalt

alles gute nicocin

ESmaxma


Willkommen im Club

... ist es jetzt gut oder schlecht, dass es von uns viele gibt?

Ich jedenfalls gehöre nicht immer zum Club dazu. Mal habe ich Dauerschwindel oder Benommenheit, bei mir äussert sich das auch, dass meine Augen immer wie müde sind.

Auch ich habe psychische Probleme, war auch schon in Therapie. Nicht wegen dem Schwindel, ich weiß, dass der Schwindel ein Symptom meiner Angst ist.

Ich habe da auch eine hypochondrische Ader. Nun ist mir irgendwann letztens (klingt so, als wüsste ich nicht mehr genau wann, aber das weiß ich doch sehr genau) mal schwindlig, ich weiß ebend nicht, ob das Schwindel ist, hab mich nun auch im Internet belesen, da wird ein Schwindel doch immer beschrieben, so als wenn man zu schnell aufsteht, bei mir ist das anders. Das ist wie ein kurzes Flimmern im Kopf, immer mal an anderen Stellen. Auch nicht immer zu bestimmtes Situationen, dann würde es mir auch nicht so ´ne Angst machen, sondern einfach so. Kennt Jemand das? Ich denk immer gleich ich hab ´nen Tumor im Kopf. WEiß zwar das es sehr weit hergeholt ist, aber ich habe immer so ´ne unreale Angst davor. Und wenn dann mal so was war, dann hänge ich ewig fest und ich warte immer drauf, dass es das nächste Mal passiert und daher resultiert bei mir der Dauerschwindel.

Habe übrigens auch HWS-Probleme!!! Stimme also mit Horst2 überein, dass es da einen unbedingten Zusammenhang gibt zwischen Angst und Dauerschwindel und HWS!

Liebe Grüße

EMAMA

E=s#tkherx67


Ob's gut oder schlecht ist? Keine Ahnung.

Aber wir werden mehr ;-)

Ich finde, dass das Leben auch nicht unbedingt leichter wird. Ist vielleicht ein bisschen philosphisch. Aber ich emfinden den Druck, der auf einen einstürmt (wie zahle ich meine Rente, ist mein Job sicher, usw.) viel stärker als früher.

Das mit dem Flimmern kenne ich auch. Dachte zwichendrin oft, ich hab was mit Augen. Das war dann kein konkreter Schwindel, wie bei Kreislaufproblemen, eher so ein saublödes Gefühl im Kopf.

HWS ist in meinen Augen keine Erklärung für Dauerbenommenheit. Das sich bei ewigen Schwindel Nacken und Rücken verspannt ist eher logisch. Man versucht ja krampfhaft, Ruhe in den unruhigen Kopf zu kriegen. Wenn es mir schlecht geht, sieht man das bei mir auch an sehr an der Körperhaltung.

Am Ende bleibt die Angst vor der Angst. Es könnte ja gleich wieder los gehen...

Hat Dir die Therapie in der Richtung denn nichts gebracht? Entspannungs- und Atemübungen helfen mir immer in solchen akuten Situationen.

EYmaxma


hallo Esther67...

meine Therapie hatte nix mit dem Schwindel an sich zu tun.

Wie gesagt, mir ist schon klar, dass der Schwindel ein Symptom von einer Angsterkrankung ist.

Ich bin damals zu dem Therapeuten, weil ich weder ein noch aus wusste und sich mir kein anderer Ausweg aufgezeigt hat. Aber Atemübung oder ähnliches habe ich da nicht gelernt, sondern nur wie ich die Symptome besser in den Griff bekomme. Es funktioniert auch mehr oder weniger.

Aber du hast schon recht, was deine philosophische Aussage betrifft. Ich steh grad mal wieder an einem Wendepunkt in meinem Leben und irgendwie haut mich das dann immer so um...

Komisch ´ne, wie das doch alles ein Kreislauf ist. Früher hab ich immer gedacht, ich bin ein starker Mensch und dann erwischt es mich mit so ´nem Scheiß (und ich bin auch der Meinung, das psychische Erkrankung auch Krankheiten sind, die ernst zu nehmen sind!!)...

Nun gut, das wars von mir, ein schwankfreies WE

Bis die Tage...

Lqupo0f49


@ Emama

Das ist wie ein kurzes Flimmern im Kopf, immer mal an anderen Stellen.

Nimmst Du Antidepressiva ?

Grüsse

Lupo

E;mrama


Hallo Lupo049,

nee, ich nehme keine Antidepressiva. Versuche möglichste ganz ohne Tabletten mein Dasein zu fristen.

Liebe Grüße

EMAMA

s{chwi4ndexlina


Ich geselle mich auch noch dazu

Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Menschen an diesem Schwindel leiden. Ich habe auch knapp 10 Jahre damit gekämpft und tue es auch heute noch manchmal.

Angefangen hat alles vor 10 Jahren Sylvester. Wir haben gemütlich zusammengesessen und gegessen. Plötzlich bekam ich so ein ganz komisches Gefühl in der Magengegend. Kurz darauf war ich schweißgebadet und mußte mich übergeben. Der ganze Zustand dauerte ca. 1/2 Stunde. Danach war ich fix und fertig. Total erschöpft vor lauter Angst, daß mein letztes Stündchen geschlagen haben könnte. Natürlich haben alle gleich aufs Essen getippt. Verdorben oder so, aber nach 2 Tagen hatte ich das dann wieder. Die Situation war total harmlos. Ich war gerade ins Bett gegangen, da fing es wieder an, diesmal mit Ohnmachtsangst. Wieder 1/2 Stunde die Hölle pur und dann war es wie weggeblasen.

Ein paar Tage später wurde ich morgens mit einem Gefühl wach, als ob gleich was ganz Tolles passieren würde. Totale innere Unruhe. Das ging dann tagelang so. Und dann fing mein Wartezimmer-Dauersitzen (na ja, andere hocken auf einem Pfahl) an. Von Arzt zu Arzt. Blutdruckmessen, EKG, Blut abnehmen wegen Schilddrüse usw. Ergebnis: Null, nichts. Das ging ca. 3 Jahre so, mal besser, mal schlechter.

Und dann trat plötzlich eine Wende ein. Die Unruhe und die Panikatacken blieben weg, dafür bekam ich andere Symptome wie Schwindel, Empfindungs- und Sehstörungen, Schmerzen mal hier, mal da. Also ging es wieder weiter, diemal mit anderen Ärzten. Irgendwann hat mir mal einer eine Psychotherapie vorgeschlagen. Meine erste Reaktion war: Ich bin doch nicht bekloppt!

Nach weiteren 2 Jahren habe ich mich dann endlich entschlossen, doch eine Therapie zu machen. Und siehe da, es schien zu helfen. Immerhin war ich monatelang beschwerdefrei. Dieses schubweise Auftreten brachte mich dann allerdings auf die Idee, daß ich MS haben könnte, schließlich passte alles wunderbar zusammen. Meine Therapeutin hat irgendwann die Waffen gestreckt und gesagt, daß sie mir nicht helfen kann, wenn ich mir nicht helfen lassen will. Ich habe in dieser Zeit 15 verschiedene Neurologen und zahlreiche andere Ärzte aufgesucht, immer in der Hoffnung, daß sie nun endlich mal was finden. Am Schluß stand dann eine Lumbalpunktion, die mich endgültig von meiner Besessenheit, MS-krank zu sein, geheilt hat. Ich habe dann noch eine 2. Therapie gemacht und mir erklären lassen, daß der Schwindel, der mittlerweile am meisten nervte, aussagt, daß meine Seele aus dem Gleichgewicht geraten ist. Heute nehme ich ein Antidepressivum, obwohl ich nie depressiv war und es geht mir gut. Manchmal überkommen mich die Beschwerden schon noch, aber ich schenke ihnen keine Beachtung mehr und sie verschwinden dann auch wieder.

Ich möchte mir dieser (ups, doch etwas langen) Geschichte denjenigen Mut machen, die genau so dran sind, wie ich es war. Irgendwann kommt der Tag, wo auch euch geholfen werden kann, wenn ihr es auch wollt. Gebt nicht auf, denn das Leben ist viel zu schön, um sich nur mit solchen Sachen zu beschäftigen.

Liebe Grüße an alle Schwindler

sTchwi"ndelxina


Da fällt mir noch was ein:

Die Diagnose, die damals gestellt wurde lautete Angst- und Somatisierungsstörung. Dürfte allen Dauerschwindlern ein Begriff sein.

Ich habe schon als Kind die totale Panik gekriegt, wenn ich nur einen Holzstachel im Finger hatte. Meine Mutter hat auch immer ein Drama daraus gemacht, wenn ich krank war. Mag sein, daß sich das bei mir so manifestiert hat.

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