» »

Gedächtnisstörung/ Wortfindungsstörung

a^nd<y99x99 hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen!

Ich weiß mir mittlerweile nicht mehr zu helfen. Seit Ende März diesen Jahres leide ich an extremen Gedächtnisstörungen und einer Wortfindungsstörung. Ich muss deswegen immer in einem Gespräch abschweifen und Wörter umschreiben, weil mir der Begriff den ich in dem Moment suche fehlt. Es ist wie ausgelöscht. Manchmal denke ich Std. lang über etwas nach das mir einfach nicht mehr einfällt. Alles fing an nachdem ich zuvor am Abend noch sehr viel Alkohol konsumierte. Am nächsten morgen war alles anders, ich hatte massive Gedächtnisstörungen. Wochen zuvor muss ich erwähnen, hab ich meine Medikamente/Antidepressiva/Trevilor 75 mg ohne ärztliche Absprache abgesetzt die ich zuvor über 2 Jahre eingenommen habe. Die Symptome hielten über Wochen an. Daraufhin schilderte ich meine Symptome meinem Psychater der mir wiederum nahe legte sofort die Therapie mit Trevilor fortzusetzen. Man hat damals die Dosis auf 150 mg erhöht, leider konnte sich bilang kein Erfolg einstellen. Auch den bis dahin erhöhten Alkoholkonsum verschwieg ich ihm. Ich bin seit diesem Vorfall vom Alkohol weggekommen. In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder stark Alkohol konsumiert. Aber diese Beschwerden sind mir neu. Zwar hatte ich schonmal meine Medis abgesetzt, und daraufhin ähnliche Symptome gehabt, die nach Beginn der Einnahme jedoch wieder verschwanden. Im Gegenteil vor diesem Zeitpunkt war ich mit der Medikamention voll konzentriert und die Denkblockaden die ich von der Depression her hatte waren total verschwunden. Ich hatte überhaubt keine Denkblockaden mehr und konnte mir alles bestens merken. Jetzt habe ich Angst das es bei mir dei Folge des jahrelangen Alkoholkonsums ist. Könnte es sich schon um eine Gehirnveränderung halten? Etwa ausgelößt durch Vitamin B Mangel? Kann mir jemand helfen? Ich bin 27 Jahre alt und war Quartalstrinker.

Antworten
a_ndy9O99x9


Kann mir jemand weiterhelfen?

I'lexx


Moin Andy!

Warst du schon bei deinem Hausarzt? Gedächtnisstörungen können unter anderem bei Schilddrüsenerkrankung und Diabetes auftreten. Da du dir Alkohol und Antidepressiva zumutest, sollten deine Leberwerte festgestellt werden, da das auch eine Möglichkeit für Gedächtnisstörungen sein kann.

Gruß

aYndyA999x9


Hi Ilex!

Danke für Deine Antwort. Also Diabetes und Leberwetre sind o.k. Ich habe nächste Woche einen termin beim Psychater. Werde ihn nochmals auf das Problem ansprechen.

Gruß

eWpoxxy


Hi,

Ich habe Epilepsie und hatte von dem Medikament "Topamax" extreme Aphasien (WFS) und schlimmere Nebenwirkungen wie Nierenstein etc... Das ist schon länge her, dass ich das Medikament abgesetzt habe und ich nehme jetzt ein anderes, aber ich habe glaube ich manchmal immer noch Aphasien. Selten komme ich mal nicht auf ein Wort etc, aber ist mir langsam egal geworden. Den besten Rat wirst du bei einem Neurologen bekommen. Du hast doch auch Depressionen? Denke mal über ein Medikamentenwechsel nach...

MfG michi

M!orj+ak


Erstmals eine kleine Aufklärung:

Anti-Depressiva stimulieren deine Synapsen - das sind die Verbindungselemente zwischen den Nervenzellen - das hat den folgenden Effekt, dass die Synapsen entweder Hormone oder auch Neurotransmitter genannt in einer sehr großen Menge produzieren oder aber diese zwischen den Nervenzellenden verweilen lassen. Dieses verweilen-lassen hat den Effekt, dass die Neurotransmitter nicht sofort wieder in den synaptischen Kreislauf aufgenommen und verarbeitet werden.

Je höher die vorhandene Neurotransmitterkonzentration zwischen den Synapsen, desto besser fühlst du dich. Folgende Merkmale treten auf: Glücksgefühl, erhöhtes Konzentrationsvermögen, schnellere Denkvorgänge oder auch eine erhöhte körperliche Fitness.

Was deine Gedächnitsstörungen angeht, so ist es nicht verwunderlich, dass dir nach der Abnahme der Anti-Depressiva teilweise keine Worte mehr einfallen, weil die nötigen Neurotransmitter fehlen, die als Informationsträger dienen. Sie transprotieren nämlich in Form von elektrischen Impulsen jegliche Arten von Informationseinheiten - Worte, Empfindungen, Buchstaben, Frequenzen etc.

Je weniger Neurotransmitter du hast, desto unangenehmer fühlst du dich und kannst dich zugleich auch an gewisse Sachverhalte schlecht erinnern.

Nun musst du wissen, dass diese Botenstoffe bei einem normalen Körper-Gehirn-Kreislaufsystem von den Synapsen selbstständig produziert werden müssen und sollten.

D.h. jede Sinneswahrnehmung erzeugt Hormone - nun gibt es zwei Möglichkeiten, diese selbstständige Produktion zu drosseln, so beispielsweise in Form einer Droge wie Cannabis, Koks, LSD oder Anti-Depressiva, die zwar kurzfristig die Synapsen stimulieren, jedoch den bleibenden Effekt bei regelmäßiger Einnahme hinterlassen, dass die Synapsen immer weniger von sich aus die Botenstoffe produzieren, weil eigentliche Selbsterzeugung dieser Botenstoffe auf einen externen Stimulus übertragen wird. Die Folge ist dann, dass bei einem Einnahmestop dieser Drogen, die Synapsen einfach keine Neurotransmitter mehr produzieren, weil sie schlichtweg die Fähigkeit "verlernt" haben.

Die zweite Möglichkeit, seine Neurotransmitterproduktion zu "drosseln" besteht darin, entweder Alkohol zu trinken, welcher die neuronale Aktivität hemmt und im weiteren Verlauf vollständig zerstört. Deshalb lässt es sich erklären, wieso Alkohol die Angstzustände teilweise runtersenkt und "heroische" Zustände verursacht. Die aufgebauten Hemmungen im Amigdala-Kern werden durch den Alkohol gehemmt, der Betroffene fühlt sich freier und von Mut ergriffen.

Auch eine unbewusst herbeigeführte Isolation oder Depression hat zur Folge, dass die Neuronenaktivität abnimmt und die Folge sind Stimmungstiefs, weil zu wenig Botenstoffe zur Verfügung stehen - ohne Botenstoffe keine neuen Lebensideen.

Deshalb würde ich dir raten, täglich 30 Minuten zu joggen. Das hat den Effekt, das das Körperkreislaufsystem wieder angeregt wird und vermehrt körpereigene Neurotransmitter ausgeschüttet werden und dieser Effekt sich noch dazu dauerhaft einstellt. Durch Sport kannst du wieder dein verschobenes natürliches Botenstoffsystem wieder ins Gleichgewicht bringen und wieder ein zufriedenes Leben führen. Ich garantiere es dir!:)^

Lass die Finger von Anti-Depressiva, außer du befindest dich in einer Therapie-Maßnahme, welche wiederum durch den bedingt erhöhten Neurotransmitterspiegel durch Anti-Depressiva, tatsächlich einen schnelleren Erfolg zur Folge hat.

Ansonsten fange wieder an selbstständig und bewusst zu leben - ohne Medikamente. Denn es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, die Denkmaschine zwischen deinen Ohren ist die beste Medizin. Aber nicht weiter sagen!:)_

aFndy&9999


Hi morjak,

erst mal danke für deine Einschätzung. Ich bin mir sehr unschlüssig, ob es richtig ist ganz auf Medikamente zu verzichten. Wie gesagt ging es mir eine zeitlang recht gut damit. Mein Arzt wird mir jedenfall davon abraten. Es wäre wohl zu riskant das ganze alleine zu meistern. Müsste ich nochmals zu einem Neurolgen?

M?oerjak


Das Problem ist, dass der Neurologe im Hinterköpfen genau das Gleich denken würde wie ich und dir dann nur noch raten würde, mit dem Trinken aufzuhören und deine Anti-Depressiva weiterhin einzunehmen.

Deshalb hängt es von dir ab, ob du es angenehm findest, weiterhin Drogen einzunehmen gegen deine neuronale Unterfunktion oder aber selbstständig was dagegen zu tun.

Wenn es dir nichts ausmacht, immer wieder zum Arzt zu rennen, dann hätte sich dein Thread erübrigt.

Oder du fängst an, dich sportlich zu betätigen. Nach ein paar Monaten wirst du keine Drogen mehr brauchen.

Hängt also alles von dir ab.

RnotMh9x1


Hat jmd gleichermaßen Symptome

RXotrh9:1


Gibt´s hier noch Betroffene

LluzBingde_x76


Dein Problem kommt mir sehr bekannt vor, ich kann Dir jedoch nicht weiterhelfen, weil es bei mir erst in den letzten Tagen verstärkt aufgetreten ist und ich noch nicht beim Arzt war. Ich finde aber die Aussage von Morjak sehr interessant.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Neurologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Borreliose


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH