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MS: Von Rebif zu Copaxone, wer hat das hinter sich?

OJbiW{axhn hat die Diskussion gestartet


Hallo allerseits,

nachdem ich nach 12 Jahren Rebif Antikörper dagegen in höherem Ausmaß entwickle, hat mein Neurologe vorgeschlagen zu Copaxone zu wechseln.

Ich habe Rebif gut vertragen und hatte in der ganzen Zeit nur 2 leichte Schübe (2000 und 2002).

Rebif habe ich 3 x pro Woche gespritzt, Copaxone sollte ich jeden Tag.

Nun habe ich einiges über den Copaxone-Flush gelesen, der im Prinzip auftritt, wenn man beim Spritzen ein Gefäß erwischt. Aus Erfahrung vom Rebif weiß ich, dass das ca einmal alle 2 Woche passiert.

Klar, beim Copaxane wird man wohl besser aufpassen.

Wie schaut das in der Praxis aus? - Wie "stressig" ist das, was passiert sonst bei Copaxone?

Für Erfahrungsberichte jeder Art wäre ich sehr dankbar....

Antworten
O8biWa/hn


Echt niemand?

bzill"y_boxb


Hi ObiWahn, also ich spritze mir Copaxone jetzt seit Juli dieses Jahres und hatte gestern meinen ersten Flush. Generell tritt der Flush bei Copaxonen wohl eher selten auf. Bei einigen gar nicht, bei anderen jedes halbe Jahr drei mal oder so. Alle zwei Wochen halte ich auf jeden Fall für zu hoch gegriffen.

Das mit dem Gefäß stimmt meines Wissens nicht. Also natürlich solltest du dir Copaxone nur ins Fettgewebe spritzen, aber das schützt nicht unbedingt vor einem Flush. In meinem Fall war es so, dass es deutlich länger als üblich dauerte bis das Präparat im Körper war. Ich hatte mir in eine Verhärtung gespritzt. Meine Theorie ist, dass man diese Verhärtungen möglichst weiträumig umschiffen sollte. Andere wiederum behaupten, dass man sich nicht unter Stress spritzen sollte. Gestern war ich allerdings kein bisschen gestresst, schließlich ging es jetzt

über drei Monate gut.

Der Flush war wirklich extrem unangenehm und mit einem Druckgefühl auf der Brust verbunden. Außerdem dachte ich meinen Kopf würde es jede Sekunde zerreißen. Anschließend hab ich dann ziemlich heftig gekotzt. Nach gut 10 Minuten war dann der Flush auch erst einmal vorbei, bis bei mir wahnsinniger Schüttelfrost einsetzte. Du musst dir aber einfach die ganze Zeit über klar vor Augen halten, dass der Flush vorbei geht und auch keine Folgen zurück lässt. Ich werde mich dennoch weiter spritzen, aber ich hab seit dem schon etwas Angst ganz alleine zu sein bei so einem Flush. Zum Glück war gerade eine Freundin da.

Mal abgesehen davon, finde ich Copaxone spritzen nicht besonders stressig. Am Anfang gibt es noch ein paar Hautrötungen und leichten Juckreiz aber das legt sich recht schnell. Hinterher kühlst du einfach etwas und wartest noch bis die Blutung aufgehört hat. Das dauert keine fünf Minuten pro Tag. Falls du noch weitere Fragen hast beantworte ich sie dir gerne.

{:(

O)bbiWahxn


Hallo billy_bob,

danke für deine ausführliche Antwort.

Wie ist das mit den Verhärtungen bei dir? Wie schnell entstehen die? Wieviele hast du schon?

Ich habe mir ausgerechnet, dass mir relativ schnell der Platz ausgehen dürfte, weil ich nicht viel Fett an mir habe.

Rebif habe ich mir relativ viele Jahre in den Hintern gejagt, zuletzt eher in den Bauch. Die Hauströtungen kenn ich vom Rebif auch, wenn auch nur ab und zu, allerdings die ganzen 12 Jahre, nicht nur am Anfang.

Noch eine Frage: Rebif spritze ich (fast) immer vorm Schlafengehen, d.h. allfällige Nebenwirkungen verschlafe ich einfach. Ist das bei Copaxone auch möglich, wann spritzt du das?

bUifllyk_bxob


Also die Hautrötungen und den Juckreiz haste wirklich nur am Anfang der Behandlung. Die Rötung ist dann auch sichtbar und braucht manchmal eine Weile bis sie wieder verschwindet. Ich denke ich hab ungefähr drei Verhärtungen im Bauch. Die kann man aber auch absolut nicht sehen, nur erfühlen und sie tun auch nicht weh.

"Weiträumig" war sicher übertrieben, es ist bestimmt okay sie einfach nur knapp da neben zu setzen. Genug Platz hast du sicher, bis du wieder an derselben Stelle angelangt bist sind die auch oft schon wieder verschwunden. Außerdem muss ich noch mal ausdrücklich dazu sagen: Das ist nicht mehr als mein Geschwätz, die Ärzte sind sich bisher nicht wirklich sicher wie es zu einem Flush kommt. Mir fiel halt nur auf, dass ich an diesem Tag direkt in die Verhärtung gespritzt habe und es viel länger als sonst dauerte bis die Copaxone aus der Spritze waren. Ich tippe aber stark auf eine Art allergischen Schock, da auch meine Lippe angeschwollen ist.

Ich spritze mich immer in den Bauch, grob: links unter/ über dem Nabel und rechts unter/ über dem Nabel sowie in die Oberschenkel. Ich wüsste gar nicht wie ich das mit dem Hintern bei mir selbst hinbekommen sollte. Ich spritze sie mir immer so zwischen 22:00 und 23:30. Meistens bleib ich dann noch ungefähr eine halbe Stunde wach bis ich schlafen geh. Die einzige Nebenwirkung die dir nach der Eingewöhnungsphase bleibt ist ein leichtes brennen. Das kannst du aber sehr gut durch kurzes kühlen lindern. Ich pack dann einfach ein Kosmetiktuch, das das Blut aufnimmt, auf die Injektionsstelle und ein Gehlkissen aus dem Gefrierfach drüber. Insofern brauchst du auch keine Nebenwirkungen zu verschlafen.

Der Flush, der wirklich kaum bis nie verkommt, ist sicher auch bei jedem unterschiedlich lang und intensiv. Ich hab im Wartezimmer schon mal mit anderen Patienten drüber gesprochen und die empfanden es nicht als ganz so schlimm wie ich. Aber einfach verschlafen kannst den eher nicht. Dafür ist er auch in milderer Form einfach zu heftig. Das Risiko muss man aber leider eingehen. Dafür hat man sonst wenig bis gar keinen Stress damit.

O!biWa$hn


Hallo,

sieht so aus, als ob mir Copaxone jetzt doch "erspart" bleibt.

Der Rebif-Antikörper-Titer ist seit April von 1112 auf im Oktober 1116 "gestiegen" (also de facto gleich geblieben), sodass kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht.

Bis ins Frühjahr bleibe ich jetzt bei Rebif, dann werde ich wohl eine Pause einlegen und ab 2010 werde ich auf eines der (hoffentlich) dann erhältlichen Tablettenpräparate umgestellt.

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