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Pzn Post Zoster Neuralgie nach Gürtelrose

dgou(gal hat die Diskussion gestartet


Hallo, *:) habe seit drei Jahren eine verschleppte Gürtelrose, die zunächst auch nicht als Gürtelrose erkannt, also erst nach 4 Wochen behandelt wurde. Nun quäle ich mich seit dem mit extremen Nervenschmerzen im Rippen und Rückenbereich. An manchen Tagen ist der Schmerz so heftig, das mir quasi schlecht wird und ich dann

meist eine Art Nervenzusammenbruch im Frühstadium bekomme.

Nach jahrelangem Aufenthalt in Schottland bin ich nun wieder in Deutschland und bekomme derzeit LYRICA.

Ich fühle mich im allgemeinen etwas gefestigter, kann auch mit nervlichen Anspannungen besser umgehen,

aber die Schmerzen sind geblieben, wenn auch in etwas abgeschwächter Version.

Um den Schmerz mal zu beschreiben: Da ist eine unsichtbare Person die mir von hinten ein Messer in den Rücken sticht und dann das Messer umdreht...dieser Schmerz ist dauerhaft da und kommt in Form von

Attacken oder Krämpfen im Intervall...

Kennt das jemand und muß ich mich wirklich damit abfinden das dies eine dauerhafte Situation bleibt und ich das "aussitzen" muß ??? ]:D

Mir reichen die drei Jahre jetzt schon und mein Arzt sagt, eine PZN kann auch nach Jahrzehnten im Körper

bleiben oder von einem auf den anderen Tag verschwinden... ???

Grüße an alle Mitleidenden

Antworten
tkhe-:cavexr


Die erste Frage ist die nach der Diagnosesicherheit: Sind die Schmerzen in dem Gebiet, in dem die Bläschen waren? Passt das Schmerzgebiet zum Nervenverlauf? UNd natürlich: Wie alt bist Du? (Je älter, desto häufiger tritt nach der Gürtelrose eine PZN auf).

Wenn es tatsächlich eine PZN ist, die schon Jahre besteht, ist die Situation in der Tat schwierig, die PZN gilt als relativ schwer behandelbares Krankheitsbild. Wenn das Lyrica einigermaßen hilft, ist das schon mal nicht schlecht (in welcher Dosis nimmst Du es?).

Der nächste Versuch wäre die Anwendung eines Antidepressivums, da bestimmte Antidepressiva quasi als "Nebenwirkung" einen positiven Effekt auf Nervenschmerzen haben. Am besten untersucht ist der Wirkstoff Amitriptylin, der bei ausreichender Dosierung ungefähr jedem zweiten PZN-Patienten hilft.

Dritte wirksame Medikamentengruppe sind die Opioide, also die starken Schmerzmittel vom Typ des Morphins - da will der Dauereinsatz natürlich gut überlegt sein.

Dann gibtr es die lokalen Therapiemöglichkeiten: Eine Variante ist eine Creme mit Capsaicin (Wirkstoff des Cayennepfefffers). Wirkt allerdings nur bei 20% der Patienten, dauert Wochen bis zum Wirkeintritt und hat in der ersten Zeit erhebliche Nebenwirkungen (Brennen, das kann durch vorherige Anwendung einer Betäubungssalbe gelindert, aber nicht ausgeschaltet werden).

Eine sehr gute Möglichkeit (vor allem bei starker Überempfindlichkeit der Haut) ist Versatis, ein Pflaster mit sehr niedrig dosiertem örtlichen Betäubungsmittel (Lidocain). Kann bis zu 2 Wochen zum Wirkeintritt brauchen und ist mit ca. 4,50€ am Tag nicht gerade billig, weswegen es oft nicht so gerne verschrieben wird.

Nichtmedikamentös kommt z.B. die Therapie mit TENS (elektrische Nervenstimulation) in Betracht, bei starker Überempfindlichkeit kann man auch die Elektroden auf der Gegenseite ansetzen. Bei starker Überempfindlichkeit kann auch das Tragen einer Bandage (z.B. Samt) hilfreich sein, um das schmerzhafte Reiben von Kleidung auf der Haut zu verhindern.

Dann gibt es noch die "invasiven" (in den Körper eingreifenden) Maßnahmen: Blockaden von Schmerznerven und Sympathikus helfen leider nur kurzzeitig und sind daher kaum empfehlenswert.

Es gibt eine Studie (ich glaube, aus Japan), die hervorragende Effekte mit rückenmarksnah gegebenem Cortison gehabt hat. Allerdings kenne ich niemanden hierzuande, der die Ergebnisse nachvollziehen konnte - aber einen Versuch könnte es wert sein.

Für äußerst hartnäckige Fälle gäbe es dann noch die Rückenmarksstimulation (SCS), dabei wird ein Impulsgeber in den Körper eingesetzt, der elektriche Reize ans Rückenmark abgibt. Ziemlich gut wirksam, aber aufwendig und wegen der Kosten (einfache Modelle ab 10.000 Euro) eher was für die wirklich harten Fälle.

Insgesamt muss man zugeben, dass die PZN nicht gerade zu den einfach behandelbaren Schmerzerkrankungen gehört, aber Besserungen sind in vielen Fällen drin - eine Heilung ist allerdings nach Jahren nicht mehr zu erwarten, so leid es mir tut.

Grüße

Jveero3nimfo52


Hallo,

Mich hat es ausgerechnet Freitag den 13.01.2012 erwischt. Alles fing mit Schmerzen im Rücken an. Am darauffolgende Wochenende mußte der Notarzt kommen wegen der starken schmerzen.

Diagnose: Zoster (Medikament Zostex ) verschrieben.

Heute habe ich trotz Besuch beim Hauseartzt und anderen Medikamenten sehr starke Schmerzen. Freitag wiedervorstellung.

Jetzt mein Verdacht zur ganzen Sache. Hört sich wie ein Märchen an nur nicht so spassig.

Vor ca. 12 Jahren hatte ich schon mal die gleichen Symtome aber nicht beim Arzt gewesen mit viel Schmerzmitteln und Cremes habe ich das durchgestanden. Obs Zoster war weis ich nicht. Aber die Bläschen und Schmerzen waren die gleichen wie heute.

Seit dieser Zeit habe ich ständig Schmerzen im Rückenbereich immer mal wieder wegen Rückenschmerzen Krank.

2008 wieder starke Rückenschmerzen und viele Arztbesuche,Mediz. Dienst & Reha. Kein Erfolg.

Laut Gutachten des Mediz. Dienstes wurde dann Berufsunfähigkeit wegen anhaltenter Rückenschmerzen, eines älteren nichtbehandelten Bandscheibenvorfall bescheinigt.

Danach BU beantragt und kurzer Zeit anerkennung einer Brufsunfähigkeit. Bekomme jetzt eine Rente wegen teilweiser Erwerbsm bis zur Altersrente datiert.

Jetzt meine Frage.

Die ganzen Schmerzen im Rücken und die damit verbundene BU kann das mit der Gürtelrose in Verbindung gebracht werden.

Bin Schmerzpatient beim Orthopäden und bekomme Palexia 100mg

Grüße Euch

_`Parrvaxti_


Die ganzen Schmerzen im Rücken und die damit verbundene BU kann das mit der Gürtelrose in Verbindung gebracht werden.

Wäre möglich, dass das damit zusammenhängt. Hast du es mal mit Neuraltherapie versucht? Da wird ein leichtes Anästhetikum unter die schmerzenden Stellen gespritzt. Ich litt mal lange Zeit unter starken Narbenschmerzen und da hat es ganz gut geholfen. Ich weiß auch, dass diese Therapieform auch sehr gut bei Migränepatienten und Zostererkrankten helfen soll.

Zusätzlich kannst du es auch mal mit hochdosierten Vitamin B12 versuchen (am besten spritzen lassen). B12 unterstützt die Regeneration der Nerven.

Es kann auch sein, dass du nur unter starken Muskelverspanungen leidest. In dem Fall hilft im Grunde nur regelmäßiges Rücken- und Muskelaufbautraining. Unterstützend helfen auch Massagen ganz gut. Kinesio-Taping kannst du ja auch mal versuchen.

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