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Kopfdruck, Benommenheit, Gangunsicherheit

Atnatomxie88


Vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Sehr aufschlussreich. Schade, dass das kein Arzt vor Ort in der Form macht. Das wäre sicher kein Vortrag von 30 Minuten und abgekürzt eine Sache eine Sache von maximal 10 Minuten.

Ich denke auch nicht, dass es MS ist. Möchte damit vielmehr ausdrücken, dass nicht alles auf Anhieb auszuschließen ist.

Zugegebenermaßen sind es subjektive, massive Beschwerden. Kein Vergleich zu den genannten harten Symptomen. Ich empfinde ein seltsam verkrampftes Körpergefühl mit Missempfindungen wie Taubheitsgefühlen, gar kein Gefühl in Körperteilen, dem Gefühl zu stürzen (ohne Schwindel oder schwarz vor Augen), manchmal einseitiges Gefühl als wären meine Hand und Fuß eingewickelt, wackeliges Gefühl im Nacken manchmal auch verkrampfend und gestige Beschwerden wie eine Art Benommenheit, wie es wohl Depersonalisations-Patienten spüren. Manchmal erscheinen mir meine Bewegungen auch wie blockiert.

Wenn ich nach diesen Symptomen google finde ich: HWS-Instabilität, Durchblutungsstörungen des Gehirns, psychische Befindlichkeitsstörungen von Angst über Depression bis zu Dissozialität (was wiederum psychisch sowie somatisch sein kann?!).

Womöglich verliere ich die objektive Sicht auf die Dinge, da die Symptome subjektiv sehr "hart" erscheinen, aber nicht reproduzierbar sind?! Tavor ist in meinen Augen auch nicht Mittel der Wahl. Neuroleptika sind aber auch nicht indiziert. Zumindest kenne ich keins das "on-label" angebracht wäre. Aber es wurde hier ja auch nur konkret von Antidepressiva gesprochen.

Meine Frage also: Wie kann ich den Umgang mit den Symptomen lernen die subjektiv so "massiv" und beeinträchtigend sind? In meinen Augen ist es verständlich, dass sich durch die Symptome weitere Ängste einschleichen die leider nicht gerade positiven Einfluss auf die Gesamtsymptomatik ausüben.

Incidence of rigor during treatment with flupentixol decanoate in comparison to risperidone. In: Psychiatr Prax. 31 Suppl. 1, November 2004, S. S167–9. doi:10.1055/s-2004-828461:

"Lehrbücher der Psychiatrie und der Pharmakologie nennen die geringere EPMS-Rate (EPMS steht für Extrapyramidal-motorische Störungen) als charakteristische Gemeinsamkeit der Atypika. Jedoch existieren keine Grenzwerte oder quantifizierte Befunde. Generell gilt, dass EPMS und Dyskinesien bei atypischen N. "in bereits antipsychotisch wirksamen Dosierungen" weitgehend fehlen sollen. Allerdings liegen für einzelne Atypika Studien vor, in denen diese Stoffe eine den "typischen" Neuroleptika vergleichbare Parkinsonoid-Inzidenz zeigten (zum Beispiel Risperidon vs. Flupentixol)."

Tardive dyskinesia in the era of typical and atypical antipsychotics.. In: Can J Psychiatry. 50, Nr. 9, August 2005, S. 541–7. PMID 16262110:

"Der Begriff Atypisches Neuroleptikum entstand bereits mit der Einführung von Clozapin in die Schizophreniebehandlung. Die neuen Substanzen SOLLEN die typischen Nebenwirkungen der Neuroleptika seltener hervorrufen, insbesondere SELTENER extrapyramidal-motorischen Störungen (EPMS) und Spätdyskinesien verursachen."

A,naAtomixe88


Darf ich fragen wie du darauf kommst, dass die Zyste womöglich an den Ventrikeln zu sehen war? Ich weiß es leider nicht wo sich diese angeblich befand.

Die Liste meiner Symptome ist auch nur ein Auszug. Leider kommen da noch einige Befindlichkeitsstörungen dazu. U. a. Druck im Kopf und im Nacken besonders im Liegen (was gegen erhöhten Hirnwasserdruck spricht?!).

Ich hatte auch eine akute Eppstein-Barr-Virus-Infektion. Das soll auch im Zusammenhang mit Fatigué stehen. Das würde auf mich auch zutreffen, da ich sehr energielos geworden bin. Schaffe gerade so den Haushalt und bin dann sehr erschöpft und auch gereizt.

A~natomirea88


Ich bin 30 Jahre alt falls das noch interessant wäre.

ANnat%omie~88


Oft habe ich auch das Gefühl das sprechen würde mir schwer fallen. Ich kann zwar sprechen, aber es ist wie eine Hemmung vorhanden. Gleiches beim bewegen. Das Gefühl es würde nicht richtig funktionieren.

AHnatoomi}e%8{8


Wer weiß: vielleicht entwickelt sich auch einfach eine Schizophrenie mit Krankheitswahn o. ä.

Hoffentlich hat @Pusteblume Recht und es "nur" etwas ängstlich-depressives.

P"ustQeb7lu,me(6x5


Wer weiß: vielleicht entwickelt sich auch einfach eine Schizophrenie mit Krankheitswahn o. ä.

Nah, der Satz passt jedenfalls sehr gut unter hypochondrische Befürchtungen.

Wie; um Himmelswillen, kommst Du jetzt auf Schizophrenie?

Oft habe ich auch das Gefühl das sprechen würde mir schwer fallen. Ich kann zwar sprechen, aber es ist wie eine Hemmung vorhanden. Gleiches beim bewegen. Das Gefühl es würde nicht richtig funktionieren.

Die Gefühl wird zutreffend sein. Sprechen ist nichts anderes als Muskelbewegungen. Die Steuerung der Muskeln ist in einer Depressiven Episode schlecht. Die Übertragung der Nervenimpulse im Synaptischen Spalt zwischen den Nervenenden und den Nervenenden und Muskeln ist dank Neurotransmittermangel gestört. Daher die hölzernen Bewegungen, die Verlangsamung und die Sprachschwierigkeiten.

ggrammya#tr on


Anatomie,

zu der Zyste, wie ich darauf komme – das war geraten, die sind da ganz gerne. Haben aber keinen Krankheitswert.

Sofern du aus keiner Hochrisikogruppe kommst kann man wie du selber auch schon meintest, auch ne TIA / Prind ausschließen, hierzu kann oder könnte man noch Duplex der entsprechenden Arterien machen. Obs dich weiterbringen würde, wie siehe oben, ist die andere Frage.

Dein Verlauf ist offenbar eher symmetrisch – das passt nicht zu einer MS. Es kann bei dir aber schon auch so eine dissoziative Komponente vorliegen, gerade dieses "sich verkrampfte anfühlen". Kann muss aber nicht, ist im neurologischen Status aber relativ gut detektierbar. Hier gibt es noch eine zweite Möglichkeit, dass es in der Tat angstgetriggert ist: Dadurch wird (durch ne starke vegetative Begleitkomponente) der Muskeltonus erhöht (dabei muss man nebenbei die Angst auch gar nicht so wahrnehmen wie so eine Panikattacke, das kann so im Sitllen geschehn) – ubiquitär und am ganzen Körper. Dadurch kommt es / oder kann es zur Kompression von Kapillaren kommen, was daraus resultiert sind im übrigen wieder Missempfindungsstörungen. Was da hilft, wirksamer als Benzos oder was auch immer, ist Sport und zwar vorwiegend Ausdauer zu trainieren.

Schizophrenie glaube ich jetzt auch nicht, hast du so negativ-Symptomatik wie Vernachlässigung von Körperpflege, Bekanntenkreis etc? In so einem Rahmen treten auch Zönästhesien auf, die sind aber in der Regel deutlich abstrakter wie das was du beschreibst ;-)

Zur Neuroleptikasache: Indiziert sind diese unter anderem auch bei ständigem zwanghaften "Nach-Symptome-Suchen" also bei Zwangsstörungen. Die Dosis ist derartig minimal z.b. bei Risperidon, dass alleine von dem Aspekt her, EPS sehr unwahrscheinlich sind. Auftreten können sie natürlich schon, das Gelbe vom Ei isses nicht aber naja...

Atnato"mie8x8


@ Pusteblume65

Also ich habe mal so einen Selbsttest gemacht experimentellerweise und dort trifft beinahe jedes "Vorstehersymptom" zu. Und da muss ja noch lange keine halluzinatorische Wahrnehmungsstörung bestehen :/ Und da ich mich noch so auf die Symptome geradezu fixiere...

@ grammatron

Ach so, und was sagst du dazu, dass sie danach nicht mehr zu finden war?

Du würdst also aus der Ferne ganz unverbindlich auch zur psychischen Komponente tendieren? Ich meine – Ferne oder nicht: Meinem Therapeuten erzähle ich ja haargenau das Gleiche.

Sport ist wohl ein wichtiges Thema. Den habe ich, seit mein Fahrrad geklaut wurde, mehr als vernachlässigt. Gehe nur noch wenig zu Fuß.

Negativ-Symptomatik: Eher nicht. Ich bin zwar sehr antriebslos und faul was sowas wie Körperpflege angeht, vollziehe das alles aber trotzdem sehr gründlich. Auch was den Haushalt angeht bin ich beinahe zwanghaft geworden seit ich arbeitsunfähig bin. Räume und putze jeden Tag und achte auf jeden Schmutzpartikel. Das ist schon sehr anstrengend auch wenn es nicht annähernd an die Handlungen Zwangskranker ist.

Wie äußern sich denn Zönästhesien?

Indiziert sind diese unter anderem auch bei ständigem zwanghaften "Nach-Symptome-Suchen" also bei Zwangsstörungen.

Ah, ok. Habe bisher nur über Quetiapin gelesen, dass es in der Schweiz (off-label?) zur unterstützenden Therapie von therapieresistenten Zwangsstörungen genutzt wird. Aber nicht in DE!? Kann es mir aber auch gut vorstellen, dass jemand der bspl. "magisch denkt" dadurch Hilfe bekommen kann. Vor EPMS hätte ich ehrlich gesagt auch am wenigsten Angst. Ich hätte eher Angst vor einer erniedrigten Krampfbereitschaft durch Tavor-Konsum auf der einen Seite (Stichwort: Entzug) und der Wirkung der Neuroleptika oder aber auch mancher Antidepressiva (ich glaube Trizykler senken auch die Krampfbereitschaft – dazu gehört ja das Opipramol auch soweit ich weiß).

Also hiermit nochmal vielen Dank für eure Antworten. Hoffentlich kann ich dank euch noch einige Dinge klären falls mir was einfällt.

Psusteqblumex65


Schizophrenie glaube ich jetzt auch nicht, hast du so negativ-Symptomatik wie Vernachlässigung von Körperpflege, Bekanntenkreis etc?

Zum Freundschaften pflegen haben Depressive oftmals keine Kraft und auch die Körperpflege wird je nach schwere der Erkrankung vernachlässigt.

g_ram&matxron


@ anatomie

Die Sache mit der Zyste ist relativ einfach zu erklären:

Ein MRT macht Schnittbilder / Sequenzen von deinem Kopf. Wird zufällig nicht dort geschnitten wo ne Zyste ist, wird sie auch nicht erfasst. Ist immer der Kompromiss in der Radiologie wieviele man macht, weil dadurch auch die Dauer steigt. Für eine ordentliche Sequenz im 7 Tessla kannst du schon mal eine Stunde einplanen. Ist auch die Erklärung dafür, wieso bei richtigen MS-Patienten anfänglich vorhandene Plaques wieder verschwinden. Daher sollte man bei immer die alten Aufnahmen mitbringen, der Radiologe kann dass dann entsprechend einstellen.

Zu den Zönästhesien

Bei psychotischen Zuständen sind das Körperwahrnehmungsstörungen wo die Betroffenen z.B denken dass sie roboterartig funktionieren. Oder dass etwas die Speiseröhre hochwandert. Ist ein Phänomen für sich.

Wieso bist du denn arbeitsunfähig?

Quetiapin ist sicherlich nicht schlecht, man kann aber auch etwas weniger sedierendes geben wie z.B. Risperidon und da einfach low-dose mäßig das gegen Zwnagsstörungen fahren.

A>napt1omie8x8


Hmm, dann ist es ja irgendwie klar, dass man nichts mehr findet. Weil die Schädel-MRTs nie länger als 10 Minuten dauerten! Also ist der Befund mit der Zyste sicher!? Womöglich ist sie doch gewachsen in all den Jahren?!

Und das man womöglich eine andere Erkrankung übersehen hat, weil man einfach die "schnelle Variante" wählte, da ich kein Risikopatient mit harten Symptomen bin?!

Bin wegen der Symptomatik nicht fähig zu arbeiten zur Zeit. Es nimmt mich wie gesagt sehr mit. Weiß auch nicht, ob ich diesen Zustand lange mitmachen möchte. Ich bin nicht mehr ich selber und muss ständig fürchten zu "verblöden", alles zu vergessen oder behindert zu werden. Macht mir größte Ängste.

P$usteblu0me65


Lieber Anatomie

aus dir spricht deine krankhafte Angst und die hat nicht viel mit der Realität zutun.

Suche deinen Facharzt für Psychiatrie auf und zwar den, den Du am meisten vertraust, und bitte diesen um fundierte medikamentöse Hilfe. Aber keine Beruhigungsmittel, denn diese helfen dir nicht weiter.

A}natUoFmi]e88


Schon.

Kann es denn sein, dass man plötzlich nicht mehr denken kann oder plötzlich alles vergisst oder sich plötzlich nicht mehr bewegen kann, etc.?

PbusteZblume6x5


Ja Anatomie

ich schrieb dir doch schon von der depressiven Pseudodemenz und der depressiven Verlangsamung.

Suche eine Facharzt für Psychiatrie deines Vertrauens auf und bitte um fundierte Medikamentöse Hilfe.

A/natovmiex88


Das wäre die Kunst. Den Arzt "des Vertrauens" hätte ich gern. Auf einem anderen Gebiet habe ich den schon, aber im Bereich Psychiatrie/Neurologie ist das gar nicht so einfach. Danke jedenfalls für euren Beistand.

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