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Wie geht's weiter nach einem Schlaganfall?

kQatXrin8x2dk hat die Diskussion gestartet


Hilfe, meine Oma (80) hatte vor zwei Wochen einen sehr schlimmen Schlaganfall. Sie kann nicht sprechen, nicht schlucken und die linke Seite ist gelähmt. Sie ist seitdem also nur bettlägerig. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Leider ist sie in keine StrokeUnit aufgrund der Unwissenheit des Notarztes gekommen. Ich weiß noch nicht mal, ob sie uns als Angehörige erkennt. Hat jemand von euch evtl. Erfahrungen damit? In ca. einer Woche soll sie in die Reha kommen. Ich hoffe so sehr, dass alles wieder gut wird. Kann es denn auch sein, dass sie uns nicht mehr erkennt? Ich bin echt verzweifelt. Vielleicht hab ihr ja evtl. Erfahrungen und könnt mich ein wenig informieren...

Antworten
Lxaurxa08


Hallo Katrin82dk,

Erstmal mein herzliches Beileid und viel Kraft :)* :)* :)*

Mein Opa hatte vor fast 10 Jahren seinen ersten Schlaganfall, damals war ich 5. Es kam ganz überraschend, ich wusste auch nicht wie ich damit umgehen sollte, ich habe gar nicht verstanden,was mit ihm passiert.

Er konnte damals auch nicht sprechen, nicht sehen und nur sehr sehr schlecht hören. Ausserdem die linke Körperhälfte gelähmt.

Die nächsten 5 Jahre habe ich meinen Opa eigentlich nur im Krankenhaus besucht bzw. in der Reha, es ging ständig hoch und runter. Geburtstage, Weihnachten, alles im Krankenhaus.

Kaum war er daheim, hatte er nochmals 2 Anfälle, wie schlimm kann ich dir nicht sagen, ich war erst 10 und damals hat mich das nicht interessiert bzw. ich hab es auch nicht wirklich verstanden.

Mittlerweile ist er wieder zuhause, kann wieder sprechen (Natürlich nicht klar, deutlich und schnell, aber er kann sich verständigen), hören tut er einigermaßen aber sehen tut er immer noch nicht. Nur Umrisse. Für uns war/ ist das bis heute schwer, zu wissen, dass unser Opa nicht sehen kann, wie wir uns verändert haben usw. Gelähmt ist er immer noch, sitzt im Rollstuhl und kann natürlich auch nicht viele Dinge alleine verrichten.

Ist ihr Sehfeld beeinträchtigt? Aber ich denke, nein ich bin mir sehr sicher, sie weiß dass ihr da seid, spürt eure Anwesenheit. Vielleicht hört sie euch sogar?!

Oder meinst du mit erkennen, euch sehen?? Das kann ich dir nicht sagen, aber sie spürt sicherlich das jemand da ist.

Ich wünsche dir wirklich von ganzem Herzen, dass es bergauf geht und es deiner Oma bald besser geht.

Erwarte nicht zu viel und sei nicht enttäuscht, wenn es nicht sofort veränderungen gibt. Bei meinem Opa hat es mehrere jahre gedauert.

Ganz Liebe Grüße @:)

k]atrVihn82xdk


Vielen lieben Dank für deine Antwort.

Ja genau, mit Erkennen meinte ich, ob sie genau weiß, wer da vor ihr steht bzw. sitzt?! Ab morgen kommt sie in die Reha, alle meine Hoffnungen liegen hier, da sie sich hier endlich genügend um sie kümmern werden. Im Krankenhaus war das Personal leider Mangelware :-(

Ich glaube wirklich, dass es ein langwieriger Prozess ist, aber man freut sich über jede Kleinigkeit :-(

L+auCra08


Mhm, wie gesagt, du hast jetzt nicht erwähnt, auf welches Zentrum der Schlaganfall war, wenn das Erinnerungs- oder Sehfeld nicht beeinträchtigt ist, denke ich schon dass sie euch erkennt.

Lwaurax08


Muss mich verbessern, du hast geschrieben was angefallen wurde.

Denke trotzdem mit sehr großer Sicherheit, dass sie euch erkennt :)z

kxerstUin?e7x8


Hey! Mein Onkel hatte auch einen "schweren" Schlaganfall vor ca. 2 Jahren. Und hier kann ich dir sagen, er hat uns erkannt! An der Stimme und so. Er konnte unsere Hand drücken und es kamen auch mal Tränen. (Das war nur bei seiner Frau und seinem Sohn-also nicht beim Personal z.B.). Das deine Oma nicht in eine Stroke Unit kam ist wirklich dumm. Lag sie denn wenigstens in einer Neurologie? Wichtig ist jetzt eine gute Reha! Auch hier empfehle ich sie oft zu besuchen, da nachgewiesen ist, das persönlicher Kontakt viel Motivation gibt. Wir als Familie haben uns viel Informationen geholt, z.B. bei der Stiftung für Schlaganfallhilfe oder bei der DSG (Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft) einfach mal im Netz suchen! Hier gibt es viel Material für die Betreuung zu Hause und vorallem!!! für die Vorsorge, denn es muss dringend die Ursache gefunden und behoben werden, denn leider haben Schlaganfallpatienten einen hohes Risiko wieder einen zu bekommen. [Bluthochdruck, verstopfte Venen am Hals etc.!!] Es gibt viele wissenswertes, auch für Angehörige.

Halte durch! Es kann viel Kraft kosten. Aber wenn man wieder kleine Fortschritte mitbekommt ist es einfach wundervoll!!!

kpat&rin>82dxk


Das stimmt. Man freut sich über jede Kleinigkeit. Dennoch ist es einfach wahnsinnig schlimm sie so zu sehen. Es zerbricht einem das Herz, wenn man weiß wie fit und mobil sie noch vor kurzem war :°(

Glücklicherweise ist sie jetzt seit 1 1/2 Wochen in der Reha und da kümmern sie sich deutlich besser. Sie lag vorher auch nicht auf einer Neurologie, sondern auf der "Inneren". Meiner Meinung nach vollkommen fehl am Platz. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass sie jetzt in der Reha ist.

Das Schlimmste war ja auch noch, dass sie ihre Zähne die ganze Zeit im Krankenhaus nicht getragen hat. In der Reha wies man uns sofort darauf hin, wie wichtig, dass doch sei und dass sich der Kiefer zurückbilden oder verändern kann. Leider kam es auch so. Das war wieder ein Tiefschlag, da die Zähne plötzlich nicht mehr passten. Im Krankenhaus wies uns kein Mensch darauf hin. Ich bin sooo sauer deswegen. So was muss man als Arzt doch sagen!!! Glücklicherweise ist ihr Zahnarzt dann in die Reha gefahren, hat einen neuen Abdruck gemacht und das Gebiss irgendwie unterfüttert, so dass es jetzt wieder einigermaßen passt. Aber am Anfang war das natürlich ein großer Schock.

MIttlerweile sitzt sie auch sehr viel im Rohlstuhl, hat morgens immer Therapie, antwortet uns teilweise mit Nicken und Kopfschütteln, lächelt ab und zu... Da kann man sich schon drüber freuen. Die Kleinigkeiten sind so wichtig. Letztens hat sie auch im Schlaf die ganze Zeit mit dem gelähmten Bein gewackelt und die Füße und das Knie bewegt. Das war auch schön. Was du bezüglich der Fortschritte geschrieben hast, stimmt vollkommen.

Aber leider sind dann eben auch die Tage, wo sie viel weint, ganz gedankenverloren ist oder einfach nur schläft...

Man kann nur die Daumen drücken... ich drücke eigentlich fast die ganze Zeit *hoff* Wie geht es deinem Onkel denn mittlerweile, wenn ich mal fragen darf..??

TjubbNi


Hi katrin,

sogesehen gehör ich zu dieser oben erwänten "Mangelware".

Ihr habt euch soweit sicher schon über Schlaganfälle etc. informiert. Also im Prinzip kann so etwas jedem passieren, aber gefährdet sind leute mit sehr hohem Blutdruck. Nicht selten haben Menschen mit Insult einen Blutdruck von 300/XXX. Bei diesem hohen Blutdruck kann das Gehirn nicht mehr komplett mit Blut, also Sauerstoff versorgt werden.

Dabei entsteht der Schlaganfall, da bestimmte Gebiete des Hirns nicht mehr durchblutet werden. Daher ist auch jeder Schlaganfall anders.

Aber meist ist es so, dass die betroffenen am Anfang eine Hemiparese, also eine gelähmte Seite haben. Da die ganze Seite gelähmt ist, kommt es zu Schluckbeschwerden, Sprachstörungen, Hörausfällen wie auch Sichtausfällen zu einem bestimmten Grad. Das ist also in dem Sinne "normal".

Spätschäden erkennt man dann erst in der Reha. Bei 50% der Fälle die ich gesehen hab, konnten die Leute wieder laufen, vorausgesetzt, sie konnten dies vorher nahezu uneingeschränkt. Also wenn deine Oma mit 80 schon an den Stock gebunden war, wird das wohl nicht mehr so gut hinzubekommen sein.

Eine Reha ist selbstverständlich der beste Weg. Zu hause pflegen ist WIRKLICH!!! keine Lösung, dabei verliert der Pflegende vollständig sein privatleben, ohne das man es merkt. Ich spreche einfach aus langer Erfahrung.

Die Schluckbeschwerden verschwinden in den meisten Fällen wieder. Selten wird das Erinnerungsvermögen o.ä. vom Insult betroffen.

Merke, betroffene Gebiete im Gehirn regenieren sich nie wieder, diese sind abgestorben. Die anderen noch übrigen Gebiete müssen diese Aufgaben nun übernehmen, daher wird es auch selten wieder so gut wie vorher.

Aber die Leute in der Reha können meist gut vorhersagen, wie gut das Rehabilitationspotenzial ist. Wenn sich deine Oma schon etwas erholt hat, dann stehen die Chancen sehr gut, das sie es auch weiter tut, sofern nicht andere Einschränkungen gegeben sind.

Sorry wenn es so viel ist, aber hoffentlich hilft das beim Verständnis, was da eigentlich passiert.

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