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Radialisparese/Nerventransplantation

mRichl0_elkxe hat die Diskussion gestartet


Hallo,

unser 5jähriger Sohn hatte letztes Jahr im April 2008 einen Unfall im Kindergarten und hat sich dabei den linken Arm gebrochen. Seit dieser Zeit und nach mittlerweilen 5 Operatioen kann er seine Finger nicht stecken und den Daumen nicht abspreizen. Es wurde uns geraten abzuwarten, denn normalerweise regeneriert sich der Nerv ja wieder. In diesem Fall leider nicht.

Letzte Woche wurde ein EMG und ein MRT gemacht. Das EMG hat ergeben dass der Nerv geschädigt ist aber noch zu einen Teil durchgängig. Nach dem MRT wurde aber festgestellt, dass er wesentlich geschädigt sein muss, da bereits der Musculus extensor digitorum und auch der musculus supinator deutlich atrohiert ist. Daher wird nun über eine Neurolyse bzw. Nerventransplantation nachgedacht.

Wir sind ziemlich verzweifelt in dieser Situation.

Kann uns jemand nähere Infos geben und vielleicht aus eigenerer Erfahrung berichten!

Vielen Dank.

Antworten
chhwixdaro


Hallo mich_elke,

gerne antworte ich Dir, es tut mir sehr Leid mit deinem Jungen, aber Kopf hoch, alles wird wieder gut!

Ich habe mich 2,5 Monate nach dem der Schaden eingetreten war, von Berlin aus ins Friederikenstift in Hannover bei Hr.Prof.Penkert zur Transplantation begeben. Wie Dir sicher schon mitgeteilt worden ist, ist es vorteilhaft, innerhalb der ersten 3 Monate die Transplantation durchführen zu lassen. Der operierender Chirurg Prof.Penkert ist ein land bekannter und erfolgreicher Spezialist in dem Gebiet. Das Krankenhaus bietet für Patientenangehörige günstige Zimmer an (12€/tag). Und auch sonst alles Top.

Zwar ist es nicht leicht an Termine zu kommen, aber es ergeben sich immer wieder Möglichkeiten, wenn andere Patienten abspringen, so kann man, wie in meinem Fall, vorgezogen werden.

Die Operation dauerte ca. 3 Stunden, dabei wird zunächst aus der Wade ,durch zwei Einstiche oben und unten, ein Hautnerv entfernt um diese in die zu reparierende Stelle zu verpflanzen. Folglich ergibt sich hieraus am Fers und an der außenseite des Fußes ein dauerhaftes Gefühlsverlust, was aber gar nicht schlimm ist.

Nach der Operation liegt der Arm in einer Schiene und muss 2-3 Wochen ruhig gestellt werden.

Durch die hervorragende Schmerztherapie haben ich minimalste Schmerzen gehabt, belastend war nur das Stillhalten des Armes.

Es ist bekannt, dass Radialis Operationen viel größere Erfolgschancen haben als andere Nervenstränge. So hatte ich auch Glück im Unglück.

Ich musste 10 Monate warten, bis sich die ersten Erfolge zeigten, die Ärzte rechnen bei Erwachsenen mit einem Milimeter Wchstum des Nerven am Tag , das heißt die Strecke von der Wirbelsäule bis zur Verletzung. Bei Kindern dürfte es wesentlich schneller regenerieren.

Ich hatte eine komplette Fallhand, jetzt kann ich wieder die Hand kräftig heben, die Finger im Alltag gut einsetzen, lediglich fehlt bei mir zu 1/3 die Zugfunktion der Finger und des Daumens nach oben. Z.B. hindert sowas vielleicht die Arbeit auf der Tastatur, aber im Alltag ist es überhaupt kein Problem.

Zuletzt möchte ich Dir Zuversicht geben, es wird viel besser ausgehen, als Du glaubst. Klar, vielleicht kriegen die Ärzte nicht den original Zustand her, aber kommen dem sehr sehr nahe. Ich hoffe, ich konnte ein bisschen helfen, gerne antworte ich auf eventuelle Nachfragen.

Ich wünsche Dir wirklich vom Herzen alles Gute, bleib tapfer, Grüße an den Kleinen. Ich bete für Ihn. *:)

Chidaro

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