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Epilepsie durch Computerspiele?

gKo]ldnugMge;t999 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

mein 18jähriger Sohn leidet seit Anfang März unter starken epileptischen Anfällen, die sich leider mindestens alle 14 Tage wiederholten. Niemals zuvor litt er unter mit dieser Art von Krankheit, noch ist weder in der väterlichen noch der mütterlichen Seite Anfallsleiden bekannt.

Selbst nach mehreren Klinikaufenthalten (neurologische, Uni-Kliniken) mit den unterschiedlichsten medizinischen Test fand man keine körperliche Ursache. Seitdem muss er starke Antiepileptika nehmen, deren Nebenwirkungen leider sehr gravierend sind.

Er spielt seit mehreren Jahren sehr intensiv PC-Games, die auf der Ebene der so genannten Ego-Shooter anzusiedeln sind. Sein Favorit ist momentan Bio-Shock. Insider kennen es sicher. In der Spielbeschreibung des Spiels wird extra davor gewarnt, dass solche Spiele Anfälle hervorrufen können. Ich vermute nun, dass seine Epilepsie durch die (übertriebene) Anwendung dieser Spiele ausgelöst wird.

Leider ist mein Sohn nicht bereit, das Spielen zu lassen, denn er ist geradezu süchtig nach den Spielen und dem Computer. ]:D Seine Lehre (Koch) konnte er bereits nicht mehr beenden, da das Risiko zu hoch ist, während eines Anfalls in den Gasherd zu fallen. :|N

1. Frage: Hat irgendjemand bereits ähnliche Erfahrungen mit Anfällen im Zusammenhang mit PC-Spielen gemacht?

2. Frage: Kann jemand helfen, wie er von der Sucht wegkommt?

Antworten
dxa~nke328


Hallo,

ich weiß aus eigener Erfahrung, daß z.B. laute Geräusche, grelles Licht, Streß usw. einen epileptischen Anfall auslösen kann. Ich denke, daß es bei Deinem Sohn so ist, daß er die Grunderkrankung Epilepsie hat und dann evtl. durch die lauten Geräusche und die schnellen Bilder am PC die Anfälle begünstigt werden. Eine Selbsthilfegruppe ist sehr hilfreich. Ich war auch lange Jahre in einer und wir haben in dieser Zeit viel zusammen erlebt in der Gruppe, viel gelernt und auch viele gemeinsame Ausflüge gemacht.

Schlafentzug oder sehr unregelmäßiger Schlaf könnte übrigens auch Anfälle auslösen.

Wie Dein Sohn von der Sucht wegkommt, kann ich Dir nicht sagen. Ich habe aus eigener Erfahrung damals mein Leben geändert und dadurch ist das Anfallsleiden besser geworden.

Wshi@teu_Lotzus


Es wird ausdrücklich davor gewarnt das es vorkommen KANN aber mir ist bis jetzt nur ein Mensch begegnet dem das passiert ist. Und dieser litt, wie dein Sohn auch, unter starken Epileptischen Anfällen. ich würde es also nicht drauf ankommen lassen. bei der person ist es auch nur aufgefallen weil er sich nicht mehr gemeldet hatte. er war allein zuhause. und die mitspieler haben ihm dann über umwege nen krankenwagen geschickt...

Wie dein Sohn von der Sucht wegkommt? Ich würde herausfinden was er damit ersetzt. Wenn man soviel zockt fehlt einem was... ich spreche aus Erfahrung. Ich war lange Zeit online game süchtig.

wqAvex2GI


Es wird auch nur davon gewarnt, das die Spiele epileptische Anfälle auslösen können.

Es gibt aber, soweit ich weiß, nicht einen Fall in dem die Computerspiele die Epilepsie an sich ausgelöst haben.

gooldnujgget99x9


Liebe/r danke38,

vielen Dank für Deine Antwort. Sicher hast Du Recht mit den lauten Geräuschen, grellem Licht und Schlafmangel als Auslöser. Doch mir sagten die Ärzte, er habe keine unerkannte Epilepsie. Das müsste sich anhand der Gehirnstrommessung darstellen lassen. Auch hat er nie zuvor irgendwelche Anfälle gehabt - auch nicht als Kind.

Leider lehnt er momentan die Krankheit noch total ab, also auch jeden Zugang zu einer Selbsthilfegruppe. Mein Sohn war schon immer ein ziemlicher Eigenbrödler.

g<olidnug%getw99x9


Hallo White_Lotus,

Dein Hinweis war sehr interessant für mich. Scheinbar reagieren manche Menschen feinfühliger als andere.

Du hast Recht mit dem untragbaren Risiko des Spielens. Ich werde mich nun durchsetzen müssen und die Spielerei notfalls auch gegen seinen Willen unterbinden. Gestern Abend habe ich ihm aufgetragen, alle seine Spiele in eine Kiste zu packen. Ich werde versuchen, ihn zu überreden, dass er sie im E-bay verkauft. Eigenlich hasse ich es, ihn in dieser Weise zu bevormunden... :(v

g`olVdnugiget99x9


Hallo wAve2GI,

ich bin sehr sicher, dass es da noch mehr Fälle gibt, doch leider ist das medizinisch nicht nachweisbar. Ich habe mit meinem Sohn manche Diskussion über diese Art Spiele geführt. Es gibt unter ihnen einige, die sich über nahezu jedes ethische Verhalten hinweg setzen. (Um Punkte zu sammeln, muss man unter anderem kleine Mädchen umbringen...!!! ]:D )

Ich werde versuchen zu einem Selbstversuch zu überreden. Wenn er mit dem Spielen komplett aufhört und sich die Anfälle einstellen, wäre dies dann kein Beweis?

Cnhzocl4atxe


Zum Thema Epilepsie kann ich diese Seite sehr empfehlen

[[http://forum.epilepsie-netz.de/index.php]]

:p>

gColdCnugaget999


Vielen Dank für Deinen Tipp, habe mich dort sofort angemeldet. x:)

Cqhoc&lat|e


:)^ Bin auch da zu finden

:)D

:eis2:

w1A<ve2xGI


Nein, auch das wäre kein Beweis im wissenschaftlichen Sinne. Da die Computerspiele eben der Auslöser des epileptischen Anfalls sein können, wäre dein Sohn zb immer noch Epileptiker ohne akute Symptome. Es wäre also immer noch nicht sicher, ob die Epilepsie von den Spielen kommen oder ob die epileptischen Anfälle von den Spielen kommen.

m=ega_}deni


hier mal ein beitrag einer 16 jährigen....

ich kenne bioshock... spiele es selbst sehr gerne...auch wenn es eigtl ziemlich brutal und blutig ist...

den suchtfaktor eines solches spiels kenne ich gut... da hilft nur ZWINGEN!!!! ( auf die nette art und weise)

ich habe mit 15-anfang 16 nach der schule den ganzen tag vrm pc gehangen... hatte auf nichts anderes lust(leide unter öfter eintreternder migräne...dauer:3-4stunden), manchmal schwindel etc.. ) hatte nicht viel lust mich zu bewegen...

mir haben meine freunde geholfen und meine schwester...

wie? sie haben GENERVT!!!!!!!... sie haben mich solange mit reiten, spazieren gehen etc genervt bis ich mitgegangen bin...

die epilepsie kann durchaus von solchen spielen hervorgerufen werden... allerdings denke ich , dass genetische veranlagungen vorhanden sein müssen...( es kann sich ja auch über generationen getragen haben, und bei ihm ausgebrochen sein)

ich habe z.B. bei meinen ponies einen hund... er heißt akko... er hat auch epilepsie.... bei ihm muss ich auspassen, dass er nicht hinter mir liegt, wenn ich spiele...dass er nicht immer mit uns tv guckt, sondern abgeschirmt in einem körbchen liegt...sonst kriegt er auch anfälle...( ja gut es ist ein hund... aber die krankheit ist die selbe)

-----------------annehmen der krankheit------------------------------

natürlich ist das schwer für ihren sohn, die krankheit anzunehmen.... ich war auch cniht grad glücklich als mein arzt mir sagte, dass ich stolze trägerin von Kinder-Migräne / Migräne mit zeitweise neurologischen schäden bin ( lähmungen(rechte seite), augenflimmern, vorrübergehende blindheit, und und und)

wenn man dann noch erfährt , dass man con ca 6.000patienten eine von 3 ist... da muntert einen auch nicht grad auf... (und dabei ist so eine migräne glaub ich nichts im vergleich zu epilepsie)

natürlich machen sie sich sorgen...welche mutter würde das nicht tun

aber das er das einsieht braucht zeit... das kann eine halbe ewigkeit dauern...

aber ich glaube, dass er sich mit den selbsthilfegruppen überfordert fühlte...ein 18 jähriger ( und entschuldigung nicht böse gemeint) und auch noch ein junge...die sind leider immer ein tick zu stolz in solche gruppen zu gehen.

vieleich können sie ihn ja zum reiten animieren (die begabtesten reiter sind männer....-> ludger beerbaum...markus ehning...etc) longieren/voltogieren wäre besonders gut... man könnte ihm einen therapiereitplatz besorgen ...spieziell für seine epilepsi..aber ihm erstmal nichts davon sagen( die sind auch aufgebaut wie normale stunden, nur dass die lehrer besonders geschult sind)

oder mal minigolf spielen ??? ?

wenn sie in einer großstadt wohnen, gibt es bestimmt auch die möglichkeit mit speziell geschulten lehrern zu klettern... (wobei reitstunden auch gehn müssten, wenn sie dabei bleiben... das pferd wird deine epilepsie bemerken ehe sie ausbricht, ein normalgeschultes pferdenarrauge sieht das schon...sie können dann zu ihm riengehen und ihn betreuen)...

ein bisschen was außergewöhnliches...damit kriegt man jugendliche und heranwachsende gut vorm pc weg... auch mit einer sucht... man muss nur lange genug nerven ;-) :)^

reiten, klettern, minigolf...was gibt es noch ?

ein hund? wie wäre die anschaffung von einem hund?... ich weiß leider ihre finanzielle lage nicht..das geht mich auch cniths an.. aber es gibt auch speziell ausgebildete epilepsiehunde...man könnte einen kaufen, erst ohne ihm zu sagen dass es ein besonderer hund ist... es gibt viele hilfsorganisationen , die familien helfen solche hunde zu kaufen ....

ein hund könnte sein verantwortungsbewusstsein wieder wecken... wenn sie dann aus dem haus sind, und der hund muss dringend nach draußen, wird ncith sofort aber bald der niedliche bilick des hundes und die hilflosigkeit des hundes über den pc siegen...

mehr fällt mir leider grad auch nicht ein.... aber fall mir noch was einfällt schreibe ich es hier rein

viel glück.... @:)

RYudyx81


@ wave2gi:

Wen man nichts weiß sollte man auch nicht posten :-) Ich bin 32 Jahre alt und leide an epilepsie seit 5 Jahren und ja durch Videospiele.

Zockte jeden tag mind. 6 std und maximalst 15 std. und bekam auch wie dein Sohn alle 2 wochn mal einen anfall.

Tja aber die finger lassen davon konnte ich trotztdem nicht ich denke am besten suchst du einen Weg es deinem Sohn so verständlich zu machen das er selbst draufkommt und das einschränkt bzw beendet.

Jedenfalls viel glück dabei

SFu4nflow}er_x73


Wie schon geschrieben wurde:

Bei vorhandener Grunderkrankung und entsprechender Photosensibilität können durch Lichtreize Anfälle ausgelöst werden. Dazu muss die Erkrankung bzw. Veranlagung also gegeben sein. Und wenn man Pech hat bzw. sehr empfindlich ist, können bspw. best. Lichter in der Disco oder sogar best. Lichtflackern beim Autofahren (starke Sonne, Allee mit Bäumen, ich hoffe es wird deutlich, was ich meine) Anfälle auslösen.

Einen Grund für die Krankheit gibt's in den seltensten Fällen. Ist halt eine Fehlsteuerung im Gehirn.

Letztlich muss Dein Sohn erkennen und entscheiden, was wichtig ist. Die Diagnose wirft erstmal einiges über den Haufen (wobei ich das mit der Kochlehre nicht so ganz nachvollziehen kann, da scheinen die Einschätzungen wohl auseinanderzuklaffen): Lehre, Führerschein gibt's erstmal nicht,... Da ist doch klar, dass man – wenn man so viel verliert – an anderen Dingen festhält.

Die Krankheitsakeptanz dauert halt. Und vielleicht braucht er dabei therapeutische Hilfe. Auf jeden Fall braucht es Zeit.

Und was ich als effektiv erweisen kann: Auf den Zshg. von best. Anfallsfreiheit und mehr Optionen (Job, evtl. sogar Führerschein) hinzuweisen. Vielleicht motiviert das.

Aber ER muss es erkennen. Dazu gehört eine liebevolle, nicht drohende Aufklärung. Und erstmal Akzeptanz, dass es ihm nicht so leicht fällt.

@ Rudy:

Es hat halt nicht JEDER Epileptiker diese Empfindlichkeit...

Auhor(nYblNaxtt


Ich habe so etwas auch, hat mit Epilepsie nix zu tun, die EEG's zeigen nur normale, aber sehr rythmische Artefakte an. Bei mir handelt es sich um Myoklonien extrapyramidaler Genese mit photo-myokklonischen Raektionen.

Auslöser sind tatsächlich sich schnell bewegende Dinge, Stroboskoblampen etc.

EEG's werden ja von Helferinnen geschrieben, da sitzt kaum mal ein Arzt dabei und schaut zu, wie man in solchen Anfall reinkommt. Vielleicht die Uniklinik Bonn oder Bethel....

Bei Meidung hat man keinerlei Anfälle. EEG' s sind immer im Normbereich, weshalb man leicht auf die Psychoschiene geschoben wird.

Aber wenn Herr Sohn da nicht abstinent werden möchte, ist sein Leidensdruck eben noch nicht groß genug. Dann wird er eben weiter Anfälle haben.

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