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Denkt der Mensch in Sprache?

K/nac6k4s hat die Diskussion gestartet


Wir hatten neulich eine heftige Diskussion über das Thema, ob Intelligenz mit Sprache zusammenhängt und wie Erinnerungen im Gehirn abgelegt wurden.

Meinung A - ein Logopäde: Sprache ist Voraussetzung für Intelligenz, die sich ohne Sprache nicht entwickeln kann. Erinnerungen werden in der Muttersprache abgelegt und abgerufen,

Meinung B - ein Techniker: Auch taube (also sprachlose) Menschen können intelligent sein, Erinnerungen werden als Gefühle, Gerüche, Bilder und Töne abgelegt und abgerufen.

Die Frage an A, ob er eigene Gedanken erst übersetzen muss, wenn er englisch spricht, wurde klar bejaht. B konnte das nicht verstehen, denn er kann in einer anderen Sprache auf Fragen sofort antworten - ohne Übersetzungspause.

Die Frage, wie man sich eine Melodie mit Hilfe der deutschen Sprache merken kann, konnte A allerdings nicht beantworten und wurde etwas nachdenklich.

Wie speichert das Gehirn?

Antworten
Ciha_rlieChajpMlin8x5


Das Gehirn, denke ich, speichert in elektrischen Impulsen. Anhand bestimmter Impulse (ähnlich Morsezeichen) werden Erinnerungen abgerufen. Das erklärt, warum auch taube, bzw. stumme Menschen intelligent sind.

Ferner bezweifle ich, dass Gedanken in nur Muttersprache "bearbeitet" oder gedacht werden, da ich viel in englischer Sprache denke, die nicht meine Muttersprache ist.

m!arl5a84


ich hab mich schon immer gefragt wie ein Hund denkt. Etwa mit ''Wuff-Wuff''?

M#iss_iRohr spatz


er kann in einer anderen Sprache auf Fragen sofort antworten - ohne Übersetzungspause.

So ist es bei mir auch. Da läuft die innerliche Übersetzung sicher so schnell ab, daß es kaum bemerkbar ist. Wenn man weniger Übung mit einer Sprache hat, dauert eine Antwort sicher länger und auch das

eigene Gedanken erst übersetzen muss, wenn er englisch spricht

passiert dann sicher.

MyisUs_Rohrxspatz


Ist ja mit einzelnen Worten auch so. Wenn man Power oder Cheeseburger hört, muß man sich das ja auch nicht erst schnell übersetzen ;-)

Alles Übungssache bzw Gewohnheit

RJlmm:p270x7


Taube sind nicht Sprachlos. Taub=Stumm ist ein weit verbreitetes Vorurteil. Sie lernen die Sprache nur später.

Und es wird in Sprache gedacht,was übrigens nichts mit erinnern eines Musikstückes zu tun hat. Das ist reine Reproduktion, denken ist was anderes.

Jedoch kann man sagen, Sprache formt, daher sind die Leute mit einer Hörbehinderung, die meist erst Gebärdensprache(mit einer Abstrakten Grammatik) aufwachsen teils ganz anders drauf als "wir". Ebenso kann man aber auch feststellen, dass zB Chinesen meist ein sehr gutes Mathematisches Verständnis haben, was sicherlich auch auf ihre Sprache zurückzuführen ist.

Sprache ist bestimmt eine Grundlage zu Intelligenz, je feiner die Sprache, je genauer ich mit ihr etwas beschreiben kann, desto höher ist die Chance besser zu denken.

DBie =An|onyme


Taube sind nicht Sprachlos. Taub=Stumm ist ein weit verbreitetes Vorurteil.

es gibt ja dennoch auch Taubstumme...denen kann man ja trotzdem nicht die Intelligenz absprechen...allerdings ist die Gebärdensprache ja auch eine Sprache,auch wenn man sie eben mit den Händen und nicht mit dem Mund spricht...von daher widerspricht sich das vielleicht nichtmal unbedingt... :-/

je feiner die Sprache, je genauer ich mit ihr etwas beschreiben kann, desto höher ist die Chance besser zu denken.

da hätte ich jetzt eher den umgekehrten Zusammenhang vermutet...d.h. um mich differenziert ausdrücken zu können,muss ich auch erstmal differenziert denken können :-/

Interessant jedenfalls :)D

Rllmm&pF270x7


ja, die Voraussetzung muss vom Gehirn sicherlich gegeben sein, aber wer weiß, das ist sicherlich eine Sache die sich auch gleichzeitig entwickelt, also beim erlernen von Sprache

BXarbCarxa_S


also wir haben in Psychologie gelernt, dass der Mensch in Bildern denkt....

Bester Beweis: Wenn jemand das Wort Hecke sagt, denkt man nicht daran, wie das Wort geschrieben wird, sondern dass die Hecke grun, eckig, ... ist......

Liebe Grüße

R=lmmbp27x07


jetzt haben wir das Problem mit dem Blinden...

also mit Bildern lässt es sich wohl am besten merken, wer es kann, ist aber sicherlich nicht notwendig

WZolfgjang


"Intelligenz" ist ein problematischer Begriff. Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst. :-/ :-D und bestimmt gibt es sehr unterschiedliche Kategorien der Intelligenz; z.B sprachliche, mathematische, räumliche usw. usf. Gewiss wird ein herausragender Musiker wie z.B. Beethoven, der weiter komponierte, obwohl er taub war, anders denken als Otto Normalbürger. Man kann aber schon feststellen, dass man nur das unterscheiden kann, wofür man auch Worte hat. In gewissen Indianersrpachen gibt es nur ein Wort für "rot'" und "orange". Diese Indianer haben grösste Schwierigkeiten, diese Farben auseinander zu halten. Sicher liegt das nicht daran, dass sie schlecht sehen. Auch in manchen asiatischen Sprachen gibt es nur ein Wort für das was wir mit "grün", "blau" oder "türkis" benennen. Mache mal diesen Leuten klar, welche Farbe dein Pulli haben soll!;-D

Mit Intelligenz hat das aber nix zu tun, sondern es zeigt, dass es einfach enorm wichtig ist, sich sprachlich differenziert auszudrücken. Problematisch ist dann aber genau diese Tatsache, nämlich die starke Betonung der sprachlichen Intelligenz. Worin besteht die Berechtigung das Sprachliche gegegnüber der z.B. mathematischen oder musikalischen Intelligenz zu bevorzugen?

suchneIcke}198x5


Bilder alleine reichen sicher nicht, um Informationen zu speichern.

Vielleicht denken hier einige nur an die gesprochene Sprache, aber das prinzipielle Sprachvermögen geht weit über die gesprochene Sprache hinaus. Würden wir nur in Bildern denken, dann könnten wir beispielsweise keine Kausalität zwischen Ereignissen abspeichern (z.B. "Wenn ich mich schneide, dann muss ich ein Pflaster draufkleben". In reiner Bildersprache hätte ich das Bild von einem Messer und einem Pflaster, könnte aber keine Zusammenhänge herstellen).

Dabei erfolgt unser Denken sicherlich nicht so, dass wir uns innerlich alles "vorsagen", was wir uns merken wollen oder was wir aus der Außenwelt aufnehmen. Viel mehr handelt es sich um eine implizite Sprache, die so automatisiert ist, dass wir uns nicht einmal mehr bewusst sind, dass wir sie gebrauchen.

es zeigt, dass es einfach enorm wichtig ist, sich sprachlich differenziert auszudrücken.

Je differenzierter die Sprache, umso differenzierter auch die Wahrnehmung :)z

WMolf"gaxng


"Der Mensch denkt-

und Gott lenkt."

"Der Mensch dachte-

und Gott lachte."

Das Fadenthema ist leicht abgeändert worden von "Denkt der Mensch ..." zu "Intelligenz..."

Affen können aus anatomischen Gründen nicht sprechen. Sie haben nicht die differenzierte Lautbildung, die dazu nötig ist. Mensch kann ihnen aber eine Gestensprache beibringen und dann kann mensch sich gut und sinnvoll mit Affe unterhalten. Schimpansen zeigen auch problemlösendes Verhalten oder zielgerichteten Werkzeuggebrauch. Auch Krähen und andere Vögel zeigen erstaunliche Intelligenzleistungen

[[http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/nano/cstuecke/42760/index.html]]

ja, ja, von wegen Spatzenhirn ;-)

Die Intelligenzleistungen von Delphinen sind wohl noch weitgehend unerforscht. Da wird es noch viel Überraschendes zu entdecken geben.

All das aber offenbar ohne das, was wir als Sprachvermögen bezeichnen. Denken können sie trotzdem.

JoigsTawx5


Es ist die Kombination aus Allem würde ich sagen. Ich denke auch in meiner Sprache aber trotzdem sind nicht alle Gedanken so, manche sind in Bilder, Melodien usw. Die Mischung machts ;-)

Bei Blinden wird eben das Melodiengedächtnis dafür besser ausgebildet sein usw.

Baösesx_Sch.neewiNttcxhen


also wir haben in Psychologie gelernt, dass der Mensch in Bildern denkt....

Bester Beweis: Wenn jemand das Wort Hecke sagt, denkt man nicht daran, wie das Wort geschrieben wird, sondern dass die Hecke grun, eckig, ... ist......

dem kann ich nur zustimmen, geht mir genauso.

jetzt haben wir das Problem mit dem Blinden...

nicht wirklich. bilder sind halt der stärkste sinnlich eindruck, den wir haben, tatsächlich merken wir - und die blinden natürlich noch viel stärker - uns aber auch andere sinneseindrücke. beispiel microfaserhandtücher: denke ich daran, stellen sich mir die nackenhaare auf, weil die sich so eklig anfassen. würde ich mir das reine bild vorstellen, hätte das keinen unterschied zu normalen handtüchern!

Vielleicht denken hier einige nur an die gesprochene Sprache, aber das prinzipielle Sprachvermögen geht weit über die gesprochene Sprache hinaus. Würden wir nur in Bildern denken, dann könnten wir beispielsweise keine Kausalität zwischen Ereignissen abspeichern (z.B. "Wenn ich mich schneide, dann muss ich ein Pflaster draufkleben". In reiner Bildersprache hätte ich das Bild von einem Messer und einem Pflaster, könnte aber keine Zusammenhänge herstellen).

wenn ich mich geschnitten habe, dann muss ich ein pflaster draufkleben... also, das hat für mich überhaupt keine kausalität. wenn ich mich geschnitten habe, dann blute ich - das ja.

zum schluss noch ein nettes zitat: "Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt." von Wittgenstein.

wird häufig damit belegt, dass eskimos zig wörter für schnee haben, was im übrigen überhaupt nicht stimmt, wenn ich mich recht erinnere.

aber ein anderes beispiel: wenn wir mitteleuropäer ein uns unbekanntes tier sehen, ein besonders exotisches (jetzt fällt mir gerade natürlich keins ein), dass wir bis dahin überhaupt nicht kannten, haben wir probleme mit der kategorisierung. wir versuchen immer irgendwie richtung "katze, affe, bärchen" oder so zu denken, um uns selbst zu erklären, was wir da vor uns sehen.

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