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Denkt der Mensch in Sprache?

F"irsotBoxrg


Das hab ich mich neulich auch gefragt, und festgestellt das ich auf 2 Ebenen denken kann. Einmal auf der sprachlichen Ebene, so das ich quasi beim denken einen Monolog führe, der manchmal auch zu einem selbstgespräch führt :). Dieses denken kann ich aber problemlos auf deutsch, oder auf englisch, ohne irgendwelche übersetzungspausen. Und dann gibts noch die Ebene auf der ich einfach nur Löcher in die Luft starre, in meinem Kopf kein monolog stattfindet und ich (hoffentlich) trotzdem denke.

Zum Englischen noch... ich sehe das bei mir so. Wenn ich spreche, werden die nötigen Wörter aus einer Art Sprachbibliothek im Gehirn rausgeholt. Und ich hab da offenbar zwei Bibliotheken, einmal deutsch, einmal Englisch. Denn ich kann problemlos die Sprachen wechseln. Ich brauch nicht erstmal im Geiste alles auf deutsch formulieren und dann erst übersetzen. Am besten ist das deutlich, wenn ich abundzu was auf deutsch sage und mir ein Wort nicht einfällt, ich aber ganz genau weiss wie das Wort auf englisch heisst. Und nein, Englisch ist nicht meine Muttersprache!

K8anmikazEi08x15


@ Wolfgang

Mensch kann ihnen aber eine Gestensprache beibringen und dann kann mensch sich gut und sinnvoll mit Affe unterhalten.

Weil das Thema spannend ist und ich mich derzeit damit beschäftige, muss ich da mal ganz kurz einhaken (in der Hoffnung nicht zu arg OT zu werden):

Affen (und auch nicht alle) können zwar eine begrenzte Menge Zeichen lernen, allerdings im Vergleich zu kleinen Kindern 1.) wesentlich weniger Zeichen und 2.) können sie damit auch weniger gut umgehen. Bedeutet: Im Vergleich zu menschlichen Kindern, kombinieren Affen die Zeichen in der simpelsten Weise, sind weit weniger flexibel in dieser Kombination und auch nicht immer kommt ein 100% 'sinnvoller' Satz bzw. eine 'sinnvolle' Aussage zu Stande. Sie verwenden die gelernten Zeichen auch in aller erster Linie passiv, also nicht von sich aus, sondern vorwiegend als Reaktion darauf, wenn sie mit diesen Zeichen angesprochen werden und verwenden in der Antwort idR auch vorwiegend die Zeichen, die in der Frage benutzt wurden.

Ob Tiere Sprache benutzten können (bzw. das, was wir weithin unter Sprache verstehen) ist glaub ich aber auch nicht (mehr) Voraussetzung dafür, um einen gewissen Grad von Intelligenz voraussetzen zu können. Zielgerichteter Werkzeuggebrauch, problemlösendes Verhalten (was du ja schon selbst ansprichst) sind da m.E. schon hinreichender Beweis dafür. @:)

K9am\ikaVzi<0815


Meinung A - ein Logopäde: Sprache ist Voraussetzung für Intelligenz, die sich ohne Sprache nicht entwickeln kann. Erinnerungen werden in der Muttersprache abgelegt und abgerufen,

Diese Voraussetzung find ich im Übrigen extrem absurd: Ich bin doof und habe keine Intelligenz, lerne aber aus dem Nichts mal eben so etwas hochkomplexes wie eine Sprache? Wie soll das denn funktionieren ;-)

Entweder bin ich blöd und nicht intelligent, dann kann ich aber auch keine Sprache lernen, oder aber ich bin intelligent und bin fähig eine Sprache zu lernen, bin fähig arbiträre Zeichen zu benutzen, mich an Verknüpfungen von Bedeutung/Ausdruck zu erinnern etc.pp.

KMami"kazci08E15


also wir haben in Psychologie gelernt, dass der Mensch in Bildern denkt....

Bester Beweis: Wenn jemand das Wort Hecke sagt, denkt man nicht daran, wie das Wort geschrieben wird, sondern dass die Hecke grun, eckig, ... ist......

Liebe Grüße

Und wie ist das mit Abstrakta?

Denke ich bei dem Ausdruck 'Liebe' an ... ? Oder Freiheit? Gibt es da irgendeinen Gegenstand, den man so bezeichnet, dessen Aussehen ich mit bildlich in Erinnerung rufen kann, sobald ich den Ausdruck irgendwo lese/höre? @:)

Wyolfwgaxng


Naja das ist schon richtig, was du, Kamikatze, sagst, aber immerhin können Affen weit mehr als z.B. Hunde oder Schweine. Die Gestensätze, die sie formulieren sind auch grammatikalisch richtig, denn es ist ja ein Unterschied ob affe gestet:

"Banane [ist] in Eimer!" oder ob er gestet

"Eimer [ist]in Banane"

Und auch nicht alle Sätze, die ich mit meinem eineinhalbjährigen Enkelkind rede sind sinnvoll. Ob es meine oder Enkelchens Sätze sind, darüber könnt ihr nun spekulieren.

edng:inexer


Allein schon die Tatsache, dass wir manchmal für eine gewisse Sache das passende Wort suchen -

"es liegt mir auf der Zunge" usw. zeigt doch, dass die Sprache nur ein Weg ist, um die Gedanken mitzuteilen. (wem auch immer)

Der Gedanke ist da, nur das richtige Wort fehlt.

K\amikahzi=081y5


Naja das ist schon richtig, was du, Kamikatze, sagst, aber immerhin können Affen weit mehr als z.B. Hunde oder Schweine. Die Gestensätze, die sie formulieren sind auch grammatikalisch richtig, denn es ist ja ein Unterschied ob affe gestet:

Gut, ein Schwein und ein Hund haben, würd ich mal behaupten, auch echte Schwierigkeiten mit ihren Pfoten und Klauen Zeichen zu bilden (immerhin haben sie keine freibeweglichen Fingerglieder wie Menschenaffen) ;-)

Die Gestensätze, die sie formulieren sind auch grammatikalisch richtig, denn es ist ja ein Unterschied ob affe gestet:

"Banane [ist] in Eimer!" oder ob er gestet

"Eimer [ist]in Banane"

Dazu habe ich eben das gelesen, dass sich die Antwort vornehmlich nach der Frage richtet. Dass im Prinzip die Antwort mehr oder minder die Reproduktion der Frage als Antwort ist. Auf offene Fragen haben diese Tiere enorme Schwierigkeiten überhaupt zu antworten.

Ich bestreite nicht, dass Menschenaffen fähig sind, in einem begrenzten Rahmen Zeichensprache zu lernen, man sollte sich aber dennoch davor hüten, das mit dem menschlichen Sprachvermögen gleichzusetzen, denn gleich ist es einfach nicht :-)

Es gibt sehr viel spannende Literatur zu dem Thema, leider unterschlagen die Leute, die unbedingt darauf hinauswollen, dass Menschenaffen genauso Sprache lernen können wie Menschen, in ihrer Euphorie über das grundsätzliche Vermögen der Tiere, dass das Sprachvermögen dieser Tiere sich schon stark in Grenzen hält.

Und auch nicht alle Sätze, die ich mit meinem eineinhalbjährigen Enkelkind rede sind sinnvoll.

Ein Menschenkind komibiniert sehr viel freier die Ausdrücke untereinander, die es gelernt hat. Ein Affe tut das nicht. Ein Menschenkind brabbelt auch für sich alleine vor sich hin, ein Affe verwendet Sprache ausschließlich, wenn er damit angesprochen wird :-)

Daer_`Nix_WOexiss


Für mich funktioniert das Denken - im Sinne von realen, sachlichen Themen - in der gerade aktiven Sprache, also deutsch, englisch oder (zT bei Bedarf spanisch). Auch mir geht es so, dass ich oft einzelne Worte gerade "nur" in der falschen Sprache parat habe, besonders nach längeren Aufenthalten in einer anderen Sprachregion. Da kommt innen offenbar etwas durcheinander >:(

Ich bin ein optischer Typ, also "denke" ich auch oft in Bildern, bzw. mit gleichzeitiger Vorstellung von Bildern, etwa wenn ich mechanische Dinge zu planen oder zu verstehen versuche.

Erinnerung, bzW das Auffinden von Informationen im "Speicher" kann durch verschiedene, auch ungewollte(!), Mechanismen ausgelöst werden. Ein gutes Beispiel dafür ist ein sog. Mental-Dia, das durch einen besonderen Geruch oder durch Geräusche / Musik hervorgeholt wird :-)

Übrigens habe ich an mir noch eine witzige Erfahrung gemacht, vielleicht kennt das ja noch irgendwer: Ich suche bewusst ein bestimmtes Stück Information in meinem Speicher, also in meiner Erinnerung, einen Namen, einen Musiktitel, die Bezeichnung eines Produktes oder Ortes .... und finde es nicht! Innere Anstrengung hilft da nicht. Ich sag' dann immer - ich muss einen Hintergrund-Job losschicken, dH das aktive Suchen einstellen - und voila, nach einer halben Minute oder auch mal nach 2..3 kommt die Info wie von selbst aus dem Hintergrund! Das funktioniert fast immer. ähnlich wie ein Hochregal-Lager für Langzeitlagerung :=o

K{amikaxzi0815


Übrigens habe ich an mir noch eine witzige Erfahrung gemacht, vielleicht kennt das ja noch irgendwer: Ich suche bewusst ein bestimmtes Stück Information in meinem Speicher, also in meiner Erinnerung, einen Namen, einen Musiktitel, die Bezeichnung eines Produktes oder Ortes .... und finde es nicht! Innere Anstrengung hilft da nicht. Ich sag' dann immer - ich muss einen Hintergrund-Job losschicken, dH das aktive Suchen einstellen - und voila, nach einer halben Minute oder auch mal nach 2..3 kommt die Info wie von selbst aus dem Hintergrund! Das funktioniert fast immer. ähnlich wie ein Hochregal-Lager für Langzeitlagerung :=o

Ja, kenn ich auch. Mir fallen die Sachen dann meistens während den blödesten Situationen ein, meistens auf dem Klo ;-D

sqaxxo


Also ich denke mit allen mal erhaltenen Sinneseindrücken. Mir können Bilder, Worte, Gerüche, Gefühle usw. einfallen. Ich würde das Denken also überhaupt nicht auf einen Punkt eingrenzen. Wie soll ich an einen Schweinebraten mit Worten denken? Das geht zwar, aber das wichtigste bleibt dann auf der Strecke. Bei "Zahnarzt" denke ich an das Aussehen meiner Zahnärztin, ihre Stimme, das Geräusch des Bohrers und den Geruch in der Praxis. Hätte ich nur das Wort Zahnarzt, wäre ich ziemlich arm dran.

L7ila


Dass man etwas "im Speicher nicht findet", wenn man angestrengt danach sucht, ist leicht erklärbar: Man verwendet die gesamte Hirnkapazität aufs Suchen, deswegen kann man gar nichts mehr finden. Obwohl ich das weiß, versuche ich es trotzdem manchmal, aber das geht fast immer schief. Lieber ruhen lassen, irgendwann kommt das Wort/der Gedanke von selbst wieder. @:)

Drie A,nonxyme


Bester Beweis: Wenn jemand das Wort Hecke sagt, denkt man nicht daran, wie das Wort geschrieben wird, sondern dass die Hecke grun, eckig, ... ist......

hm...also...zumindest ich hab recht oft geschriebene Wörter vor meinem inneren Auge statt Bildern...und um mir Worte (z.B. Namen) merken zu können,muss ich wissen,wie man sie schreibt ;-D

DnuPke_R;aul


In der Säuglingsforschung wurde festgestellt, dass Säuglinge - schon bevor sie (eine) Sprache erlernen eine eigene "Kategorisierung" von Dingen entwickeln und mit diesen Oberbegriffen dann mittels Logik Ursache-Wirkungs-Beziehungen von Objekten/Subjekten analysieren. Ohne vorhandendene (Basis)-Intelligenz wäre wohl diese Kategorisierung gar nicht erst möglich. Also kann Sprache nicht notwendige Vorraussetzung für Intelligenz sein. Wenn gleich sich die beiden Komplexe aber wohl unterstützen und (gegenseitig) beeinflussen können.

Da jedoch die "Baustelle" Gehirn in Gänze nicht erforscht ist sehe ich diese -vermeintlichen logischen- Annäherungen an gewisse Phänomäne des Gehirns (mittels menschlichem Denken) mit Abstand. Das Problem ist nämlich, dass jene Schlussfolgerungen und Theorien, die das komplexe Gehirn als Ganzes verstehen wollten, komplexer als das Gehirn selbst sein müssten. Wir bräuchten quasi ein Metagehirn um unser Denken selbst zu verstehen, objektivierbar machen zu können. Das ist das Problem und die Grenze dabei. :)

P}haekxe


Erinnerungen werden nicht abgespeichert sondern sie werden immer wieder neu

durch Verknüpfungen erzeugt.

Was wir Bewußtsein nennen, gibts in der Form nicht - das "ICH" entsteht durch immerwährende

Reflektion der Eindrücke über die Sinne von weit vor der Geburt bis zum Tod.

Quelle: Lehrstuhl für Neurophilosophie, Mainz

b|el9la85


Bester Beweis: Wenn jemand das Wort Hecke sagt, denkt man nicht daran, wie das Wort geschrieben wird, sondern dass die Hecke grun, eckig, ... ist......

Aber ich kann zB sagen, ob ich auf englisch oder deutsch getraeumt habe... auch wenn der traum an sich ja eher aus bildern besteht.

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