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Denkt der Mensch in Sprache?

t#iffasnya


@ knacks

Etwas einfacher:

Von "Ich Hunger" über "Wenn ich zwischen diesen Enden eine Schnur spanne, dann kann ich einen Pfeil abschießen" (Pfeil und Bogen) zu "Statt einem Zaun kann ich das doch auch aus Stein machen. Wie eine Hausmauer um die Stadt" (Stadtmauer) zu "Wenn ich dort auf den Schalter drücke geht das Licht an" (Lichtschalter).

Wenn die Dinge gerade erst erfunden wurden gab es die Wörter dazu noch nicht. Heute sagst Du ein Wort, nämlich das in den Klammer und jeder weiß was gemeint ist.

Also muss das Gehirn nun mehr Informationen auf einmal verarbeiten als früher. Die Weiterentwicklung von Sprache und Intelligenz bedingen sich gegenseitig. Aber ohne Sprache kommt die Intelligenzentwicklung zum Stillstand.

t+iffaLnxya


@ Knacks.

Ich habe das Wort Bit nicht als Wort aus der EDV genommen. Den Begriff Bit gab es schon vorher und bezeichnet den Informationsgehalt. Wenn ein Wort einen Informationsgehalt von z.B. "3" hat lässt sich das auch nicht steigern wenn du es schneller sprichst ;-D

Kun[acYks


@ tiffanya

"Bit" ist doch die Abkürzung für "binary digit"? Also eine Ziffer im 2er- System?

Welche Bedeutung hat Bit in deinem Sinne?

Also muss das Gehirn nun mehr Informationen auf einmal verarbeiten als früher.

Einverstanden. Weil "Lichtschalter" eine Abkürzung ist für den ganzen Satz. Du bringst den Satz also schneller rüber.

Aber ohne Sprache kommt die Intelligenzentwicklung zum Stillstand.

Bin jetzt nicht so fit in der Forschung um authistische Menschen. Die können doch ohne Sprache, also ohne Kommunikation mit anderen, sehr intelligent sein?

Und Möche/Nonnen, die ein Schweigegelübde abgelegt haben? Alles Deppen auf der Ebene von "Grunz" (Schwein)?

K`nacxks


Ich denke, Worte sind sehr oft unklar, wenn man Gedanken übermitteln will.

Was will uns ein Werbeprospekt sagen, wenn "Top-Preis" draufsteht? Ein Preis, der ganz oben ist, also teuer?

Oder so ein Schwachsinn wie "Becker's Bester". Sowohl der Apfel-, als auch der Orangen- und der Tomatensaft soll der Beste sein? Von was? Die haben doch gar keine anderen Produkte ...

aJ.fisxh


Es gibt Begriffe und es gibt Benennungen.

Der Begriff ist die innerpsychische, ganz subjektive Vorstellung, die wir uns von etwas machen. Begriffe sind nicht kommunizierbar.

Dafür braucht es Benennungen. Wird ein Begriff benannt, ist das immer ein Kompromiss. Denn durch die unterschiedlichen Begriffe, die unter dieser Benennung zusammengefasst werden, kann durch Benennung niemals kommuniziert werden, was begriffen wurde.

Das ist die Unschärfe mit der wir leben müssen - und deshalb denken wir natürlich nicht in diesen genormten, unscharfen Benennungen, sondern in unseren eigenen Begriffen. Und deshalb kann man sich eigentlich niemals mit einem anderen Menschen vollständig verständigen. :-/

tmi;ffxanya


Stimmt, die Abkürzung ist richtig, bezog sich ursprünglich jedoch nicht auf "Digitale" Technik sondern auf eine Information deren Informationsgehalt in einer Auswahl aus zwei gleich wahrscheinlichen Möglichkeiten enthalten ist. Es war also ein Begriff aus der Logik und Mathematik der sich unter anderem auch in diesem Sinn in der Biologie wiederfindet (Eben bei Sprache und Intelligenz)

Mit Aufkommen der Computer wurde der Begriff adaptiert.

Ein Vokal zum Beispiel hat einen deutlich geringeren Informationsgehalt als z.B. das Y (wobei streng genommen das Y auch ein Vokal ist ...) aber ein "normaler" Vokal kommt in einem deutschen Satz deutlich häufiger vor als ein Y. Daher hat das Y ein mehr an Information.

Wegen autismus bringst du nun was durcheinander. Zunächst mal geht es um Evolution. Ohne Sprache hätten wir uns geistig nicht so entwickelt. (Vielleicht wären wir besser stumm geblieben ...) Ein Authist vor 150 tausend Jahren wäre sicher auch nicht in der Lage gewesen etwas zu erreichen was heutzutage jedes Schulkind schafft.

Des weiteren haben Autisten eine andere Art der Verarbeitung und nur ganz wenige davon sind geistig so Leistungsfähig. Dabei darfst Du das aber nicht mit Intelligenz verwechseln. Intelligenz ist die Fähigkeit zu verknüpfen. Diese Menschen haben oft einseitige besondere Begabungen. Aber es gibt auch Menschen die sich 100 Zahlen der Reihe nach merken können und sie nach Jahren noch aufsagen können. Ist das nun Intelligent? Oder, um es ungewollt böse auszudrücken: ist eine Rechenmaschine intelligent nur weil sie schneller ist als jeder Computer?

Und Schweigegelübde: zunächst mal findet die Entwicklung des Gehirns im Kindes und Kleinkindalter statt. zum anderen musst Du zwischen kristalliner und fluider Intelligenz unterscheiden. Grob: fluide Intelligenz ist die angeborene (und im Kindesalter entwickelte) Intelligenz und die kristalline ist die erworbene Intelligenz (die übrigens durch Sprachtests gemessen wird). Dein Intelligenz wie sie so in Wirklichkeit sich ergibt wird durch kristalline und fluide gemessen).

Ich hatte mal eine Beziehung mit einem nicht besonders gebildeten Mann, damals ging es mir auch seelisch sehr schlecht. Fast ein Jahr hatte ich keinen meines sonstigen gesellschaftlichen Umgangs (Nein, das ist ein reiner Bericht der Ausgangsngsituation, keine Jammern oder so). Als ich in meinen gewohnten Umgang zurückkerte hatte ich Probleme mit Wortwahl und dem verstehen von Sätzen. Weil mit Begriffe einfach nicht mehr geläufig waren und ich nicht mehr besonders viel mitbekam.

Kristalline Intelligenz ist wandelbar. Sie kann sinken, steigen und traniert werden. Jemand mit einem Schweigegelübde wird vielleicht ein wenig kristalline Intelligenz verlieren, aber auch nicht besonders viel.

Sprechen selbst ist zwar eine Intelligenzleistung aber traniert wird das Gehirn ja hauptsächlich durch äußere Reize. Also durch hören, durch das Aufnehmen von neuen Gedankenimpulsen.

Ansonsten, zum Thema Sprache, ich empfehle den Film "Gottes vergessene Kinder".

t<ifCfanyxa


Oje, das war schon spät. Bitte Rechtschreibung und deren Mangel entschuldigen. :-/

L?iwali


Sprache strukturiert die wahrnehmbare Welt, indem wir wahrnehmbare Objekte mit sprachlichen zeichen versehen haben - und auch Dinge, die wir nicht wahrnehmen können - wie Zukunft, Vergangenheit etc. Und so werden erst mit Sprache Abstraktionen möglich, die doch wohl einen großen Teil dessen ausmachen, was wir als Intelligenz ansehen.

KKnackxs


@ a.fish

Und deshalb kann man sich eigentlich niemals mit einem anderen Menschen vollständig verständigen.

Einverstanden. Und für den Versuch der Verständigung braucht es Redundanz. Ich wiederhole mit anderen Worten, was bereits gesagt wurde. Erst dann, wenn mein Gegenüber diese anderen Worte in demselben Sinne versteht, ist eine Verständigung erfolgt.

Oder noch besser: Er reflektiert das Verstandene mit seinen Worten und ich muss ggf. korrigieren. Diskussionen verlieren sich oft in dieser Abstimmung und es kommt keine Information mehr rüber.

K\nackxs


Diskussionen verlieren sich oft in dieser Abstimmung und es kommt keine Information mehr rüber.

Und das ist dann intelligent?

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