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Citalopram (Cipramil) bei phobischem Schwindel

mQailV2lunxa83 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe schon seit ca. 2 jahren probleme mit schwindel. anfangs mehr wie leichte gleichgewichtsstörungen, seit einem jahr extremer schwankschwindel, wo ich teilweise zu nix mehr in der lage war. der schwindel ist wie gesagt seit letzten jahr durchweg, also jeden tag und 24 stunden um die uhr da. ist aber psychischer schwankschwindel, da ich alles hab untersuchen lassen und das auch die diagnose von der münchner schwindelambulanz war.

seit gestern nehme ich nun das medikament cipramil (= citalopram) in der hoffnung, dass es hilft. muss dazu sagen, dass ich erstmal mit nur 5 mg angefangen hab gestern früh. ab morgen nehm ich dann 10 mg (sehr viel höher soll die enddosis auch nicht gehen lt. arztbrief schwindelambulanz).

und seit gestern abend hab ich sehr starken "dreh"-schwindel dazubekommen. also hab die ganze nacht nicht richtig schlafen können, weil ich das gefühl hatte aus dem bett zu fallen bzw. angst vor dem schwindel hatte und das was passieren könnte. mir wurde nur gesagt, dass mir anfangs schlecht werden kann und evtl. kopfschmerzen. beides hab ich bis jetzt eher weniger bemerkt. beipackzettel hab ich nicht bekommen. (bei einer kur, bei der ich mich ja hier befinde darf man das ja anscheinend nicht lesen).

bin jetzt total verunsichert und auch ängstlich, ob das nun normal ist, dass sich der schwindel erstmal verschlimmert bzw. noch drehschwindel hinzukommt?

wie sind eure erfahrungen mit dem medikament?

hat es auch jemand gegen phobischen dauerschwindel genommen? ???

bitte antwortet mir, wäre echt lieb von euch. *:)

liebe grüße,

mail2luna83

p.s. blutdruckwerte sind auch mit dem cipramil normal, also daran liegt's nicht (wird hier 2 x täglich gemessen). hab außerdem angst, dass ich durch den drehschwindel umfallen könnte ... bei dem phobischen schwankschwindel, hatte ich mich ja nun schon damit abgefunden, dass das wahrscheinlich nicht passiern wird.

Antworten
A3nneE7x8


Hallo,

habe mich gerade angemeldet und wollte eigentlich nur mal durchschauen wie anderen "Schwindlern" so geht (mir nämlich gerade wieder ziemlich doof). Da lese ich Deine Beitrag und hoffe Dir gleich mal etwas weiterhelfen zu können. Ich Habe eine lange Panikkarriere hinter mir. Mittlerweile 10 Jahre (so alt bin ich noch garn nicht). Vor fünf Jahren haben sich die Attacken dann glücklicherweise in den doch irgendwie auszuhaltenden Schwindel manifestiert. Ich nehme seit 4 Jahren (mit Unterbrechung wegen Schwangerschaft) Cipralex. Das ist glaube ich die gleiche Wirkstoffgruppe wie Citalopram. Und es war die beste Entscheidung die ich je getroffen habe, obwohl ich mich lange gegen Psychopharmaka gesträubt haben. Nun zu Deiner Frage. Verstärkung des Schwindels ist normal. Habe auch mit 5mg begonnen. Ich habe mich 14 Tage krankschreiben lassen, weil ich nicht mehr allein laufen konnte (dachte ich). Keine Sorge auch von diesem Schwindel wirst Du nicht umfallen. Aber als das vorbei war und die volle Wirkung nach etwa 3 Monaten eintrat. (Keine Bange, ich konnte nach ´ner Woche wieder auf die Straße) war ich ein neuer Mensch. Ganz ehrlich!!! Durch die Zeit der anfänglichen Nebenwirkungen muss man wohl irgendwie durch. Ich habe mich seit Jahren nicht mehr so gut gefühlt - völlig schwindelfrei. Nach der Schwangerschaft haben ich wieder mit Cipralex begonnen. Auch wieder super. Habe gearde etwas Stress und prompt meldet sich mein Schwindel wieder- vielleicht sollte ich höher Dosieren. Mal ´ne kurze Gegenfrage - wie hast Du es geschafft Dich mit der Angst umzufallen abzufinden? Ich schaff das einfach nicht. Obwohl ich in meinem ganzen Leben noch nie umgefallen bin, denke ich jedensmal: Heute ist es soweit!!! Hst Du eine Strategie?

Hoffe ich konnte Dir etwas weiterhelfen - LG

mTaiil:2lunxa83


Hallo Anne 78,

erstmal vielen lieben dank für deine mail, hätte erst nicht gedacht, dass sich überhaupt noch jemand meldet.

also ich nehm jetzt seit 6 tagen das cipramil (ist der gleiche wirkstoff wie cipralex, weil du doch gefragt hattest), die ersten 5 tage hab ich nur 5 mg genommen und ab heute hab ich das erste mal 10 mg genommen (soll vorerst auch meine enddosis bleiben). hab schon etwas bammel, dass die nebenwirkungen noch etwas ausgeprägter ausfallen könnten, aber ich versuch am besten nicht daran zu denken ... was ja auch nicht immer so leicht ist. :=o

zu meinen sonstigen schon bekannten symptomen hab ich zusätzlich wegen der tabletten noch ziemlichen drehschwindel (auch nachts und das plötzliche aufwachen dadurch und alles dreht sich), teilweise ziemlich erhöhter blutdruck, starkes unruhegefühl, etwas übelkeit, ziemliche kopfschmerzen, kribbeln, etc.

wie hoch nimmst du das cipralex?

ich hoff jetzt einfach mal, dass sich das schnell verflüchtigt. dein beitrag hat mich auf alle fälle wieder etwas aufgebaut. man findet zwar viele beiträge im netz zum thema citalopram und erfahrungen, aber trotzdem fast nix in bezug auf das medikament mit phobischen schwindel.

hab mich aber auch sehr lange gegen medikamente gesträubt, weil ich immer gesagt habe, ich muss das alleine schaffen, sonst werd ich nie geheilt sein. aber irgendwann kommt man an einen punkt wo es derart viel leiden verursacht, dass man nur noch zukunftsängste hat und schon früh am morgen angst hat den tag zu beginnen, weil man weiß, dass der schwindel wieder dabei sein wird. bin davon schon fast depressiv geworden, weil ich auch so gerne alles machen würde, das andere menschen als normal betrachten. man vermeidet ja auch soviel und erlebt deswegen viel weniger und was man macht, dass macht dann auch oftmals nicht soviel spaß (wenn der schwindel dabei ist). :°(

jetzt zu deiner frage, leider habe ich nie wirklich gelernt mich mit der angst vor dem umfallen abzufinden. wenn ich das gelernt hätte, dann wäre der schwindel sicherlich mittlerweile schon weg. ich kenne deine gedanken auch ... obwohl du noch nie umgefallen bist, denkt man, dass es trotzdem jeden moment passieren könnte ... diese sicherheit kann uns ja keiner geben. bin ja auch noch nie umgefallen, aber ich sag mir dann oft "naja, wenn ich mich in dem moment nicht hingesetzt oder festgehalten hätte, dann wäre es vielleicht schon passiert". :-/

was ich gelernt habe wäre z.b. den gedanken fortsetzen, also überleg dir einfach mal, vor was genau du angst hast ... nicht nur umfallen, sondern was danach kommt. also z.b. das die leute etwas blödes über dich denken könnten, wenn du umfällst bzw. könnt ja peinlich sein. bei mir ist es hauptsächlich die angst, dass ich umfalle und nicht wieder munter werde, also dabei sterben könnte. naja und das musst du dann ernsthaft auf realismus überprüfen ("wie wahrscheinlich ist es, dass ..."). macht sich natürlich besser mit einem therapeuten.

hab hier bei der kur eine sehr gute therapeutin, aber zu hause sieht das schon wieder anders aus, der hat absolut keinen plan und liest mir ständig nur aus einem lehrbuch vor...merkt man, dass er keine erfahrung mit solchen symptomen hat (und auf den termin hab ich schon über ein jahr gewartet ... wahnsinn wie ausgebucht die sind).

gestern haben wir hier so einen konfrontationstest gemacht. ich musste mich mit der therapeutin hinstellen (also frei im raum ohne vermeidungsmöglichkeiten) :-o und freies stehen fällt mir ja immer sehr schwer, meistens fang ich dann an zu kippeln oder lauf rum. hatte in dem moment aber keine andere möglichkeit als dort zu stehen und dann sollte ich noch mit meinen kopf schütteln, damit sich der schwindel verschlimmert. und sie hat dann zwischendurch immer gefragt wie schlimm die angst auf einer skala ist. hab bestimmt 20 minuten oder länger dort gestanden. muss ehrlich sagen, dass ich gedacht hätte, ich steh maximal 5 minuten und dann kipp ich, wenn ich mein "vermeidungsverhalten" nicht anwenden darf, aber ich hab echt viel mehr geschafft, als ich für möglich gehalten hätte. sie hat auch gesagt, dass ich den schwindel nicht als was bedrohliches ansehen soll, sondern akzeptieren soll, dass er vorhanden ist und das ich auf alle fälle aufhören soll mir ständig so eine "mühe zu geben" (auf meinen alltag bezogen ... hab ja wirklich immer solche gedanken, dass ich mir mühe geben muss, dass der schwindel nicht kommt und wenn es dann doch passiert wie so oft, dann bin ich immer gleich ziemlich frustriert und entmutigt).

hab jetzt zumindest den unterschied etwas besser verstanden, weil ich jetzt der meinung bin, wenn wir uns selber konfrontieren (den schwindel in gewissen situationen versuchen auszuhalten), dann wahrscheinlich nie zu 100 prozent, weil man dann oftmals nur bis zu einem gewissen punkt geht oder halt das von mir so geliebte vermeidungsverhalten anwendet (und wenn es nur der kippelnde fuss ist). somit kann natürlich kein lerneffekt eintreten. ist halt alles etwas schwierig zu erklären, weiß ja auch selber noch nicht so genau wie ich das jetzt im alltag umsetze. aber ich fand es auf alle fälle sehr wichtig, dass sie bei mir mit der praktischen übung kam, hören und machen sind ja immer zwei verschiedene dinge.

vielleicht konnt ich dir ja damit auch etwas weiterhelfen.

upps,...jetzt hab ich ja nen halben roman geschrieben :-)

lg

p.s. mit dieser therapeutin (auf dauer) hier hätte ich wahrscheinlich nicht mal medikamente gebraucht, aber meiner zu hause ist ja nicht der hit. da werd ich wohl doch auf die tabletten zählen müssen %-|

ACnneb78


Hallo Luna83,

vielen Dank für Deine ausführliche Mail. Das muss ja der Horror sein - 20 Minuten frei im Raumstehen. Respekt - Ehrlich! Wenn ich an meine "schlimmen Zeiten" denke. Da bin ich auch nur noch an der Wand oder am Geländer gelaufen oder habe mich an meinen Mann gekrallt. Habe auch schon mehrere Therapien hinter mir. Psychologische und alternative. Sich der Angst stellen und in der Situation bleiben sind sicher sinnvolle und hilfreiche Ansätze- ich glaube ich habe da nur etwas falsch gemacht. (Ich glaube es war tatsächlich der kippelnde Fuss, so ganz ruhig bleiben, habe ich nie geschafft ) Und der Frage wovor ich eigentlich Angst habe, wenn ich umfallen sollte, bin ich auch schon auf den Grund gegangen. Ich habe weder Angst das ich sterbe, noch wäre es mir sonderlich peinlich. Bei mir ist es einfach dieser Kontrollverlust. Seinem Körper völlig ausgeliefert sein und nichts dagegen tun zu können. Und ich hasse einfach dieses Gefühl. Zittrige Knie, irgendwie benebelt sein und Schwindel, Schwindel, Schwindel. Ich weiss, dass das völlig unrealistische Ängte sind, aber das hilft eben alles nichts. Manchmal wünsch´ich mir einfach mal umzukippen um zu merken, wie das ist. Und ich hatte mal eine Therapeutin die mit mir so lange hyperventilieren wollte bis mir schwarz vor Augen wird. Das konnte ich aber beim besten Willen nicht.

Bei mir waren die Nebenwirkungen nach 14 Tagen im Übrigen weg. Ich hatte allerdings auch nur mit dem vermehrten Schwindel zu kämpfen. Und das Gefühl sich im Bett nicht mehr umdrehen zu können, weil man meint man fällt gleich raus, kenne ich auch.

Ich war im Verlauf der Therapie auch bei 10mg. Und als ich immer wieder meine Tabeltten vergessen habe, war es für mich und meinen Neurologen ein gutes Zeichen zum Absetzen. Das war nach gut einem Jahr. Ich wurde dann schwanger und damit hatten sich die Medikamente sowieso erledigt. Ich war aber so schwindelfrei, dass ich sie eh´abgesetzt hätte. Ich wäre im übrigen ohne Cipralex nie Schwanger geworden, den Mut hätte ich nicht gehabt und einem Kind hätte ich diese Schwindelei auch nicht zugemutet. Das war auch der Grund dafür, dass ich wieder damit begonnen habe. Diese massive Schwindelei mach'ich nicht mehr mit. Und den Gedanken, dass man es aus eigener Kraft schaffen muss, hatte ich auch sehr lange. Und ich denke das auch eigentlich immernoch, aber manchmal brauch´man eben eine kleine Schupps. Wenn Dein Hirn erstmal verlernt hat zu Schwindeln, dann brauchst Du auch die Tabletten nicht mehr, davon bin ich überzeugt. (Hat ja schonmal bei mir funktioniert) Ich hatte eben wegen der ganzen Hormonumstellung einen kleinen Rückschlag. Und auch der jetztige Schwindel (der bei Weitem nicht so schlimm ist wie damals) ist ja nur ein Ausdruck meiner derzeitigen Situation und geht bestimmt wieder. Ich gehe jetzt wieder öfter Laufen. Damit habe ich parallel mit der Einnahme von Cipralex begonnen und kann es ebenfalls nur weiterempfehlen. Wenn man sich das erstmal traut,(war auch nicht so leicht anfangs und auf dem Laufband geht auch gar nicht, da habe ich etwa 1/2h später immernoch Drehschwindel) dann wirkt Sport Wunder. Ich war wirkliche in Sportmuffel vorher, aber seit dem ich Laufe habe ich ein besseres Körpergefühl. Viel stabiler irgendwie.

Therapeuten, die die Krankheitsbilder ihrer Patienten nur aus dem Lehrbuch kennen, halte ich auch für etwas schwierig. Aber wenn er genug Erfahrung hat...! Ich wünsch'Dir ganz viel Glück und vor allem viel Kraft, dass Du diesen Mist ganz bald wieder los bist. Und wie gesagt - ich bin ein neuer Mensch mit Cipralex - oder sagen wir mal eher endlich bin ich wieder so unternehmungs- und lebensfroh wie früher. Und sicher auch irgendwann wieder ohne tabletten.

Lg - Anna78

mLail2l(unax83


Hi,

vielen dank für deine mail. also ich hoffe ja auch, dass das citalopram mir so gut hilft wie dir. bin ja heute beim 7. tag angelangt und seit gestern nehm ich 10 mg. die nebenwirkungen sind immer noch ziemlich heftig (weiterhin verstärkter schwindel, innere unruhe und blutdruckwerte sind auch eher erhöht), aber das legt sich hoffentlich bald. bin halt immer etwas skeptisch, sicherlich auch, weil ich schon andere dinge (aber wie gesagt keine medikamente) ausprobiert habe und dann war ich immer enttäuscht, weil es nicht geklappt hat. ich werd einfach mal abwarten ... ein leben ohne schwindel wäre echt soooo schön.

kenn das von mir auch, dass ich z.b. jetzt angst hätte ein kind zu bekommen, weil ich durch den blöden schwindel nicht in der lage dazu wäre. man ist halt schon ziemlich eingeschränkt und verzichtet somit auf vieles. ich hoffe natürlich für dich, dass du irgendwann auch ohne tabletten komplett schwindelfrei sein wirst. vielleicht wird es ja leichter, wenn man sieht, dass es ja auch verschwinden kann (wenn auch unter medikamenten), aber man kann dann vielleicht wirklich 100 prozent daran glauben, dass es nix organisches ist.

hyperventilieren musste ich auch mal bei meinem therapeuten, aber nur 2 minuten. muss aber sagen, dass das schon gereicht hatte. die symptome waren trotzdem anders dabei. also der schwindel der dabei entstand war eher so eine art "niedriger-blutdruck-schwindel". geh auch nicht davon aus, dass ich sonst zu schnell atme. hab das ja auch, wenn ich gaaaanz ruhig atme.

ich wünsche dir einen schönen abend

mail2luna83

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