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Kortisonnebenwirkungen oder nicht?

C%yRuvZ hat die Diskussion gestartet


Hallo alle miteinander!

Ich bitte euch eindringlichst um eure Hilfe, ich bin wirklich am Verzweifeln :(

Bis vor ungefähr 2 - 2,5 wochen war meine welt noch vollkommen in ordnung. keine schmerzen, symptome, gar nichts.

Dann ging es los: Zuerst bemerkte ich Taubheitsgefühle auf der Zunge, dachte mir nicht viel dabei. Am Sonntag, den 1. November sagten mir meine Verwandten, dass ich nur noch mit einem Auge blinzle. Dann fiel mir auf, dass ich auf dem rechten Auge verschwommener sah und am darauf folgenden Tag merkte ich, dass meine gesamte rechte Gesichtsmuskulatur stark eingeschränkt war (Lidschluß war unter Anstregung möglich).

Vor lauter Panik (Schlaganfall o.ä.) bin ich zu meinem Hausarzt, der mich wegen idiopathischer peripherer Facialisparese zum HNO-Arzt ins Krankenhaus verwies.

Die HNO-Ärztin bestätigte die Diagnose des Hausarztes und nahm mich eine Woche stationär auf. Virenbefall wurde durch das Labor und zentrale Ursachen wurden durch das Schädel MRT augeschloßen.vIch bekam eine Kortisontherapie nach dem Stennert-Schema mit durchblutungsfördernden Mittel. Bereits nach wenigen Tagen meinte die Ärztin, dass sich mein Lidschluß leicht besserte, obwohl ich nicht viel davon merkte.

Am Samstag, den 7.11. (5. Tag der Infusionstherpaie) ging es los: ich spürte absolute Unruhe, meine Nerven spielten verrückt, ich konnte keine Minute schlafen. Morgens bei der Visite meinte die HNO-Ärztin, das wären Nebenwirkungen vom Kortison, das viele in so hohen Dosierungen nicht vertragen. Danach war ich etwas beruhigt, und mein Schlaf wurde etwas besser (an durschlafen war nicht so denken, aber ein paar stunden waren schon drin). Meine Kortisondosis wurde jeden Tag weniger, die Nebenwirkungen wurden danach nicht besser, eher schlechter, ich spürte, dass ich meine Blase nicht vollständig entleeren konnte und dass sich leichte Taubheitsgefühle und Sensibilitätsstörungen an meinem ganzen Körper ausbreiteten.

Diagnose der Ärzte: Alles Nebenwirkungen vom Kortison und meine Facialisparese würde sich weiter bessern (von dem ich selbst immer noch nicht merkte). Am Dienstag, den 10.11. wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen und sollte das Kortsion noch 1,5 Wochen weiter oral nehmen. Die nächsten Nächte waren der Horror: Ich googelte meine Symptome und kam auf die erschreckensten neurologischen Erkrankungen, an Schlaf war natürlich nichts zu denken.

Am Freitag stand ich mit voller Panik zuerst beim HNO-Arzt, der meinte ich sollte das Kortison schneller absetzen. (was ich dann auch machte) Danach auf zum Neurologen, der das Restless-Legs-Syndrom bei mir feststellte, auch die restlichen neurologischen Symptome als Nebenwirkungen des Kortisons beschrieb und mir dagegen ein Parkison-Medikament verschrieb, dass mich wieder schlafen lassen sollte. Außerdem nahm er mir Blut ab, da aufgrund eines Eisenmangels auch solche Symptome auftreten könnten. Der Schlaf von Freitag auf Samstag war leicht besser, auch untertags war es nicht so schlimm.

Die Nacht von Samstag auf Sonntag war wieder der Horror, geplagt von Ängsten, irgendeine unheilbare Krankheit zu haben.

Sonntag Mittag: Ich stand vor der Notaufnahme im Krankenhaus und wollte mich auf alles mögliche durchchecken lassen. Puls und Blutdruck wurden gemessen, alles normal, auch die Temperatur war normal. Meine Blutbefunde wurden durchgegangen, alle normal (kein Eisenmangel). Die Aufnahmeärztin meinte, die Nebenwirkungen vom Kortison + Schlafmangel würden sich bei mir in neurologische Symptome umwandeln und ich sollte mich nicht zuviel reinsteigern. Ich wollte mich unbedingt von einem Neurologen untersuchen lassen. Ernsthafte neurologische Erkrankungen (Multiple Sklerorse, Sarkoidose) wurden laut ihr zu 100% aufgrund des MRTs ausgeschloßen.

Ich wollte mich unbedingt von einem Neurologen durchchecken lassen, also telefonierte die Aufnahmeärztin mit dem Arzt, von dem ich Freitags schon untersucht wurde. Diese antwortete nur, dass das bestimmt Nebenwirkungen vom Kortison seien und keine weiteren neurologischen Untersuchungen nötig sind. Stattdessen überwies mich die Neurologin an eine Psychiaterin, die mit mir reden sollte und mir ein Schlafmittel für die nächsten Wochen geben soll. Gesagt, getan, ich bekam eine Mischung aus Anti-Depressivum und Beruhigungsmittel, dass mich einigermaßen schlafen lies letzte Nacht. Naja und heute rechachiere ich wieder im Internet (ich weiß, das ist in den meisten Fällen sehr kontraproduktiv) und bekomme wieder Angst vor unheilbaren Krankheiten.

Naja und heute hab ich meine letzte Kortisontablette genommen (5 mg) und die "Nebenwirkungen" werden nicht besser, eher schlechter.

Seltsam finde ich, dass nirgends solche Nebenwirkungen vom Kortison aufgezeichnet sind und dass genau die Krankheiten, die solche Symptome (dich ich habe) aufweisen, eigentlich auch durch Kortison behandelt werden.

Hat jemand ähnliches erlebt oder kennt jemand ähnliche Verläufe? Ich bin für jede Hilfe sehr dankbar.

Mfg

(männlich, 21 Jahre, circa 160cm und 55kg, Raucher)

Antworten
CSyRuxZ


Was ich vergessen habe: Außerdem habe ich leichte Kopfschmerzen und Husten, seit einige Tagen auch ein leichtes Stechen in der Brust.

C?yRxuZ


hat denn niemand von etwas ähnlichem gehört oder etwas ähnliches erlebt? :(

mla.usepriLnz


Bei allem, was sich unter Kortison verschlechtert, würde ich zuerst an Infektionen denken. V.a. Borreliose und ähnliche Geschichten.

C[yRuxZ


Danke für deine Antwort.

Entzündungs- und Infektionswerte waren normal, sowohl bei Aufnahme, Entlassung und Nachuntersuchung. Borreliose war eindeutig negativ.

D"ino20x00


Das sind keine typischen NW von Cortison. Ich denke eher, dass du es genau richtig siehst. Cortison hat geholfen und nach dem Absetzen kommen die Symtome wieder. Wenns nicht besser wird solltest du die Ärzte auch darauf hinweisen, evtl. war die Behandlungsdauer zu kurz. Was man noch abklären sollte, falls noch nicht geschehen, wäre ein Bluttest auf ANCA-Werte. Manchmal fängt eine Vaskulitis mit solchen Symtomen an, was aber jetzt nichts bedeuten muß.

C@y.RuZZ


Nein das denke ich nicht. Ich hatte durch das Kortison Symptome, die vorher noch nicht hatte.

Vaskulitis hab ich jetzt überflogen, das denk ich eigentlich nicht, außerdem müsste da auch das Kortison positiv und nicht negativ wirken.

D-ino2N000


NW vom Cortison glaube ich eher nicht. Da du auch Husten usw. hast, könntest du noch eine Erkältung bekommen haben. Also erstmal abwarten, obs nicht doch besser wird.

L3öcQkchexn1


Hi,

Am Samstag, den 7.11. (5. Tag der Infusionstherpaie) ging es los: ich spürte absolute Unruhe, meine Nerven spielten verrückt, ich konnte keine Minute schlafen. Morgens bei der Visite meinte die HNO-Ärztin, das wären Nebenwirkungen vom Kortison, das viele in so hohen Dosierungen nicht vertragen. Danach war ich etwas beruhigt, und mein Schlaf wurde etwas besser (an durschlafen war nicht so denken, aber ein paar stunden waren schon drin). Meine Kortisondosis wurde jeden Tag weniger, die Nebenwirkungen wurden danach nicht besser, eher schlechter, ich spürte, dass ich meine Blase nicht vollständig entleeren konnte und dass sich leichte Taubheitsgefühle und Sensibilitätsstörungen an meinem ganzen Körper ausbreiteten.

sind das die Symptome die Du hast? Und dann noch die Angst vor allen möglichen anderen schweren Erkrankungen? Ist das richtig?

Ich versuche es mal mit einer Ferndiagnose (ist absolut unprofessionell, ich weis). Besprich das was ich dir hier schreibe mal mit deiner Psychiaterin.

Du hast eine facialisparese entwickelt. Du bekammst höchstdosiert Kortison. Das hat bei dir eine psychische Symptomatik hervorgerufen, Schlafstörungen, Unruhe, Kribbeln in den Händen, Taubheit, schlimme Krankheitsangst (Hyperchondrie).

Ich denke, das das der Grund für Deine Symptome ist. Denn ich nehme selber Kortison ein, bin Asthmatikerin, habe das Asthma vor einigen Jahren entwickelt. Bin zudem depressiv und nehme Antidepressiva (hatte eine weitere Episode). Vor einigen Jahren, als das Asthma diagnstiziert wurde, war ich auch in einer depressiven Episode. Durch einen das Selbsthilfeforum Kompetenznetz Depression moderirenden Arzt habe ich erfahren, das ich mit Kortison vorsichtig sein muß, das dieses eine Depression/psychische Störungen auslösen kann.

Ich habe daraufhin meinen Psychiater angerufen, bevor ich meine Erste Dosis Kortison inhalliert habe. Er bestätigte mir diese Angaben, aber auch das Kortison das Gegenteil bewirken kann. Das ich mich besser fühle, unter Kortison. Und das traf tatsächlich bei mir ein.

Mir geht es unter Kortison psychisch besser als ohne.

Und Du bist der Beweis, das man von Kortison psychisch krank werden kann.

Wenn Du Glück hast, lässt die Symptomatik nach absetzen des Kortisons langsam nach, so das Du Dein Antidepressiva nicht sehr lange nehmen brauchst.

Wenn Du Pech hast, wirst Du eine komplette psychische Krankheitsepiside (Depression? mit Hypochondrie) durchleben müssen. Das heißt auf Wochen bis Monate krank sein und die Krankheitssymptome nur mit Antidepressiva kontrollieren können. Das werden dann 1-2 Jahre AD-Einnahme.

Ich stell Dir gleich mal eine Link mit Symptomen ein, die unter Angst und Depression vorkommen.

LmöckchSen1


Hier der Link mit umfassende Symptomliste:

[[http://www.depression-depressionen.de/II-krankheitsbilder/gruebeln-sinnsuchen.html]]

Hast du noch Fragen? Ich beantworte sie Dir gerne.

Alles Gute Dir.

L1öckcKhen1


Wenn Du willst, google mal " Kortison Depression"

LMöck:chexn1


Wenn Du "Cortison Depression" googlst wird Dir als erstes eine Patienteninfo angezeigt.

LRöckcrhenx1


Hi, CyRuZ

habe ich dich so geschockt, das Du dich nicht mehr meldest?

Wie geht es Dir?

S7kindexep


Naja, Löckchen, aber man kann dein inhaliertes Kortison nicht mit dem systemisch wirkenden Kortison vergleichen... Wenn du Kortison schmierst, inhalierst oder in die Nase sprühst, bekommst du keine oder sogut wie keine Nebenwirkungen, weil das Medikamt nur lokal wirkt. Selbst wenn kleine Mengen in den Blutkreislauf kommen, wird das von der Leber "abgefangen" und wird nicht im ganzen Körper verteilt. Ergo bekommst du keine Nebenwirkungen.

Wenn man Kortison in Tablettenform oder vom Tropf bekommt, dann entwickeln sich alle möglichen Nebenwirkungen. Und da er ja eine Woche mit hohen Dosen zugepumpt wurde, bleiben Nebenwirkungen nicht aus. Und die reichen ja bekanntlich von Mondgesicht über MS bis grüner/grauer Star etc.

CAyRxuZ


Ich war die letzte Woche wieder im Spital auf der Neurologie. Mir wurde Blut abgenommen Ende nie, außerdem wurde eine Lumpalpunktion gemacht (aua Kopfweh). Alles in bester Ordnung, alle Werte im Normalbereich.

Ich war auch beim Urologen, er kann sich die Schmerzen nicht erklären, meine Blase wird vollständig entleert und auch Niere etc. funktionieren gut. Mein Harn wurde auch getestet, alle Werte normal.

Borreliose wurde noch 3 mal getestet (2x im Labor und 1x im Liquor), alle eindeutig negativ. Naja, ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll, immerhin will ich eine Diagnose. Naja, ich wurde natürlich zum Psychiater geschickt, der gab mir Neuroleptika, außerdem bekam ich Dopaminantagonisten gegen das Restless-Leg-Syndrom. Beide ohne Wirkung :(

Von der Schlaftablette, die ich im Krankenhaus bekam, wurde ich aufgeputscht, statt müde oO auch das kann vorkommen, meinte die Psychiaterin.

Naja, alle Ärzte (3x Neurologe, 2x Psychiater) waren sich einig, dass die Symptome mehr oder weniger vom Kortison kommen und in wenigen Wochen verschwinden. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt

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