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Epileptischer Anfall, Ursache unbekannt: Wann Auto fahren?

K$ath2anxn hat die Diskussion gestartet


Ich brauche mal Eure Erfahrung, bzw. euer wissen.

Ich habe vor einer Woche erstmalig einen vermutlich rein tonischen Anfall erlitten.(Kurze Bewußtlosigkeit mit leichtem Zungenbiss, Verkrampfungen, aber ohne Zuckungen)

Da ich zudem in der 30. Woche schwanger bin, wurde natürlich die komplette Notfallschiene aktiviert, da man zunächst an Eklampsie dachte.

Ergebnis nach einer Woche Krankenhaus ist nun: Nichts.

Gynäkologisch ist glücklicherweise alles im Normbereich (auch immer gewesen)

Neurologisch finden sich weder im CCT, MRT noch EEG irgendwelche Auffälligkeiten. Sowohl die Neurologen als auch Gynäkologen finden also keine Ursache, geschweige denn eine weitere Anfallsbereitschaft. Bei der Aufnahme hieß es jedoch, dass ich nun "zunächst", bzw. auch mal "6 Monate" nicht Auto fahren dürfte.

Im Internet habe ich bei einem solchen "Gelegenheitsanfall" die verschiedensten Aussagen zum Fahrverbot gefunden, eben von gar nicht bis 6Monate, bzw, von reiner Arztempfehlung bis Abgabe des Führerscheins. Gefährden will ich natürlich weder mich noch andere, geschweige denn strafbar machen. Aber hochschwanger mit einem, und demnächst zwei kleinen Kindern wird es ohne Auto wirklich extrem schwierig. Darauf verzichten, ohne dass es rechtlich oder medizinisch nötig ist, würde ich daher nur ungern.

Wie sollte ich nach Eurer Erfahrung weiter vorgehen? Gibt es dazu rechtlich verbindliche Aussagen?

Vielen Dank

Antworten
spysgtema^tikexr


ich bin kein jurist, meine einschätzung: Führerschein nicht abgeben, ist er abgegeben ist er nämlich zunächst mal weg und wenn das Leiden verschwunden ist neue fahrprüfung;

Autofahren würde ich da aber nicht mehr, und auch sonst nichts mehr machen, was bei einem Anfall gefährlich ist

K^athaKnxn


Die nächsten Wochen würd ich das Auto sowieso auch von mir aus stehen lassen, Notfalls auch bis zur Entbindung. Aber dann?

Wie gesagt, die 6 Monate sind eine Aussage. Im Internet finden sich zu so einem bis dato einmaligen Ereignis ohne weitere medizinische Symptomtik eben auch Aussagen, dass da gar kein Auto-Verzicht nötig sei.

N)ickl/essx77


hallo kathann,

ich hatte ebenfalls eine art epileptischen anfall, die ursache wurde allerdings gefunden und aus meinem kopf herausoperiert. folge: ein volles jahr fahrverbot, was für mich sehr schlimm ist.

nun, meinen führerschein musste ich nicht abgeben, da es sich "nur" um ein ärztliches und nicht um ein juristisches verbot handelt; ich habe mir erklären lassen, dass zuwiderhandlung nicht strafbar ist "solange nichts passiert". probleme gibt es allerdings, wenn doch etwas passiert. dann springt unter umständen die versicherung nämlich nicht mehr ein.

ich hab überhaupt keine lust, auf die moralische sicht der geschichte einzugehn, das wird dir selber klar sein und ich musste mich damit selbst auch notgedrungen beschäftigen. und selbstverständlich hat jeder nicht-betroffene eine hochmoralische meinung zu dem thema!

meine einschätzung der ärztlichen seite: du wirst niemanden finden, der dir vorzeitig deine fahrerlaubnis "zurückerstattet", da er im zweifelsfall die verantwortung trägt.

KQatBhanxn


Hallo Nickless,

unter solchen Umständen, dass eine Ursache gefunden und sogar operiert wird, kann ich das Fahrverbot ja ohne Wenn und Aber verstehen.

Aber momentan habe ich das Gefühl, dass ich mir aus allen möglichen Aussagen freiwillig die für mich schlechteste raussuchen muss. :-/ Naja, ich werde mir wohl so schnell wie möglich einen Termin bei meinem niedergelassenen Neurologen holen und dann mal sehen, was der dazu meint.

Habt ihr eigentlich bei so einem, durch einen Arzt ausgesprochenem Fahrverbot, irgendwas schriftliches bekommen? Bis jetzt waren das ja immer nur (die verschiedensten) Aussagen im Rahmen der Visiten. ???

N/ickleEss7x7


unter solchen Umständen, dass eine Ursache gefunden und sogar operiert wird, kann ich das Fahrverbot ja ohne Wenn und Aber verstehen.

aber die ursache wurde bei mir doch ENTFERNT!

die wahrscheinlichkeit eines erneuten anfalls ist somit minimiert.

bei mir stand im arztbrief, den ich bei entlassung erhalten habe, dass ich über das fahrverbot aufgeklärt wurde. nichts weiter.

K~athlann


okay, dann warte ich mal den Arztbrief ab.....

Aber eine Neuro-OP ist ja auch nicht ohne, und ob es aufgrund möglicher Narbenbildung nicht doch noch zu einem Anfall kommen kann, mag wahrscheinlich niemand ausschließen.

d>evpiat]ion


unter solchen Umständen, dass eine Ursache gefunden und sogar operiert wird, kann ich das Fahrverbot ja ohne Wenn und Aber verstehen.

... Genau dann ist das Risiko eigentlich am Geringsten. Bei dir weiß jedoch keiner, wieso du einen Anfall hattest, ob du wieder einen haben wirst; wenn ja, durch was werden sie ausgelöst, wo liegen für dich die potentiellen Gefahren, etc.

Gerade, wenn man keine Gründe findet, ist meiner Meinung nach ein Fahrverbot angebracht.

Orientier dich einfach an meiner Freundin (18 Monate Fahrverbot), da kommt dir das gar nicht so wild vor. Und ja, jeder braucht sein Auto irgendwie, da muss man sich einfach etwas überlegen, es hilft alles nichts. :)_

G3arouX78


Hallo,

ich kenne das Problem von meinen Herzanfällen. Da gílt nämlich das gleiche! Die genaue Begründung steht glaube ich in der STVO oder einem Anhang dazu.

Wenn Du einen epileptischen Anfall oder einen Herzanfall hattest, darfst Du 6 Monate lang kein Auto fahren. Wenn in den 6 Monaten kein erneuter Anfall auftritt, darfst Du wieder fahren. Wenn doch wieder ein Anfall auftritt, geht die Frist von vorne los.

GANZ wichtig, auf gar keinen Fall den Führerschein freiwillig abgeben. Dann hast Du nämlich sehr große Probleme diesen wiedezubekommen und musst im Zweifelsfall zu einer MPU. Im Volksmund auch Idiotentest genannt.

Nur nebenbei als Information! Du kannst Dich natürlich auch nicht an die Frist halten und weiterfahren. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass im Falle eines Unfalles, Deine KFZ Versicherung nicht greifen wirrd! Da Du wusstest, dass Du nicht "fahrtüchtigt" bist und Du somit votsätzlich gefahren bist!

Das kann sehr sehr teuer für Dich werden, und von den Schuldgefühlen mal ganz abgesehen.

LG

Heiko

KMaLthxann


Hallo zusammen,

ich glaube, ich bin ganz gut weggekommen. Im Neurokonsil stehen nur 3 Monate. :)^ Damit kann ich wirklich sehr sehr gut leben. Die Zeit bis dahin werden wir mit vereinten Kräften stemmen können. Danach, sprich auch nach der Entbindung sind dann sowieso erst nochmal Provokationstests geplant, die man jetzt verständlicherweise nicht durchführen will.

Aber so ist es glaub ich für alle die beste Lösung - zurückdrehen läßt sich das Rad ja sowieso nicht. ;-)

E1stherx M


Hallo!

Ich kann zu diesem Thema auch etwas sagen, bzw. schreiben.

Ich hatte meinen ersten Anfall, als ich im 7. Monat schwanger war, das war im Mai 2005. Hier wurde mir gesagt, dass der Epileptische durch die Schwangerschaft ausgelöst sein könnte, was manchmal vorkommt, weil da das Blut dünner wird und die Hormone verrückt spielen.

Mir wurde damals ein Fahrverbot von 3 Monaten, durch meinen Arzt ausgesprochen.

Zu dem ärztlichen Fahrverbot ist zu sagen, dass aus rein rechtlicher Sicht das Autofahren erlaubt ist, schließlich hast Du ja Deine Fahrerlaubnis noch. Nur wenn ein Unfall passiert, selbst wenn Du nicht schuld bist, und die Versicherung kommt drauf, dass Du innerhalb des ärztlichen Fahrverbotes, einen Anfall hattest, wirst Du den Schaden aus Deiner Tasche bezahlen. Mal davon abgesehen, dass ich persönlich mit der Schuld nicht leben könnte. (wenn jemand dabei verletzt worden wäre)

Ende des Jahres 2007 hat mein Mann bei mir immer wieder mal kleiner Ausfälle bemerkt, das sah so aus, dass ich einen starren Blick hatte und kurz mit der rechten Faust verkrampfte. Ich selbst habe davon nichts mitbekommen. Also sind wir mal wieder zum Neurologen, welcher mir sagte, dass das auch epileptische Anfälle sind. Ich wusste ja bis dato noch nicht einmal, dass so auch ein Anfall sein kann.

Später sagten mir mein Umfeld, soetwas bei mir schon öfter bemerkt zu haben, es jedoch nicht zuordnen konnten und deshalb auch nichts zu mir gesagt haben.

Hier sagte mir mein Arzt, dass ich ein Jahr lang anfallsfrei sein muss, bis ich wieder Autofahren kann.

Ich weiss, dass das schwer ist, aber mit Hilfe der Familie und Freunden ist diese Zeit zu überwinden. Ich selbst wohne am Land und da ist es noch ein bisschen härter. Damals ist erstmal eine Welt für mich zusammengebrochen, einmal wegen der Krankheit, und auch wegen dem Autofahren.

Im Oktober 2008 hatte ich bei meiner zweiten Schwangerschaft einen Grandmal-Anfall, also ging das Jahr wieder von vorne los. Inzwischen bin ich ein Jahr anfallsfrei und ich fahre wieder Auto. Allerdings fahre ich nur kurze Strecken und wenn jemand dabei. Anders traue ich mich gar nicht. Vorallem komme ich mir vor, wie eine Fahranfängerin. :-) Und bei einem Wetter, wie momentan (Schneefall, Glätte) bekommt mich keiner dazu, Auto zu fahren. ;-D

Du musst einfach Dein Leben neu arrangieren, dann geht das schon.

Ich habe meine Krankheit inzwischen auch für mich akzeptiert und lebe glücklich mit meiner Familie. Es gibt noch viel schlimmeres.

So, mehr weiss ich jetzt auch nicht mehr und wünschen alle ein guten neues Jahr.

LG

bZuz!zlxe


hallo,

also das fahrverbot erstreckt sich über 6 monate. in dieser zeit darf es zu keinem erneuten anfall kommen. halte dich sicherheitshalber an die zeit, weil wenn etwas passiert, bist du schuld. den führerschein brauchst du deswegen aber nicht abgeben. drück dir die daumen, dass du nicht noch mehr anfälle bekommst.

lg

KEat;hanxn


Danke für Eure Beiträge.

@ Esther

wie war das bei dir nach der ersten Entbindung: Wurde da weitere Diagnostik betrieben? Und wenn ja wurde da nichts gefunden, so dass dich die "kleinen" Anfälle Ende 2007 wieder so überrascht haben?

Wenn ja, dann schraub ich meinen Optimismus mal wieder runter. :-/ Denn dass hieße ja, dass ich mich selbst bei der erhofften negativen Diagnostik Ende März nicht auf der sicheren Seite wähnen könnte. :-(

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