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Alprazolam und Lorazepam

ktulti hat die Diskussion gestartet


Hi. ich bin 22 Jahre alt.

Mein Hausarzt (habe keinen Neurologen) hat mir seit einem viertel Jahr Lorazepam verschrieben, wegen Unruhe und Angst, da bei mir eine Erkrankung damals neu diagnostiziert wurde und mich etwas aus der Bahn geworfen hat. Das Lorazepam habe ich gut vertragen (2x 2,5mg pro Tag), die Dosis wurde in 2 Wochen so eingestellt, seitdem musste ich sie nicht weiter erhöhen und kam damit gut klar (etwas müde, aber keine Angst und war entspannt).

Jetzt hat mir meine Hausärztin Alprazolam verschrieben 2x2mg, weil ich sie danach gefragt habe, da es offenbar bei Angst und Unruhe besser geeignet wäre als Lorazepam. Jetzt habe ich aber das Gefühl es macht mich total Platt, d.h. irgendwie antriebslos und müde, also was das Lorazepam nicht gemacht hat. Als ich das erste mal Alprazolam 1mg (also die erste Dosis ohne an diesem Tag Lorazepam eingenommen zu haben) eingenommen habe bin ich nach einer halben Stunde eingeschlafen und war 3 Stunden wie im Tiefschlaf. Das ist mir bei Lorazepam nie passiert. Gegen die Angst wirkt es aber besser, nur entspannter fühle ich mich nicht so wie bei Lorazepam. Das verstehe ich nicht, so sollte Alprazolam ja eigentlich nicht wirken.

Ich weiß, dass Benzodiazepine diese künstliche Antriebslosigkeit und Mattigkeit hervorrufen, aber bei Lorazepam habe ich davon wenig bis gar nichts bemerkt, und Alprazolam sollte das ja eigentlich noch weniger tun wenn ich den Infos aus Büchern glaube. Meine Hausärztin meinte damals es spricht nichts dagegen es zu versuchen ohne eine Überweisung zum Neurologen (wollte nicht wieder zu einem neuen Arzt, da ich schon bei 2 Ärzten bin, meiner Hausärztin und einem nicht-neurologischen Chefarzt in der Klinik).

Ich würde gerne wissen ob jemand erklären kann warum das so ist, bevor ich wieder auf Lorazepam wechsle. Ist das häufig so am Anfang bei der Einnahme von Alprazolam?

Für eine Antwort würde ich mich freuen. Ich bin übrigens selber Medizinstudent.

Antworten
t/eaTrdropx77


Ich verstehe nicht warum man einem jungen Menschen überhaupt solche Medikamente verschreibt. Sie können schwer abhängig machen und der Entzug ist die Hölle. (grad bei Lorazepam, ich habs erlebt...) Ich würde dir wirklich raten zu einem Neurologen/Psychiater zu gehen und dir Antidepressiva oder Neuroleptika statt dessen verschreiben zu lassen... Benzodiazepine sollte man generell nicht länger als 2 Wochen einnehmen.

Kurz zu meiner Erfahrung. Ich habe beide Mitteln genommen und muss sagen das ich weder vom Alprazolam noch vom Lorazepam müde war. Auch wenn ich sie unter Tags genommen habe. Aber klar, sie wirken bei jedem anders... Nachdem ich sie nach Monaten abgesetzt habe hatte ich einen heftigen Entzug was echt unschön war. Jetzt nehme ich statt dessen ein Antidepressivum und ein Antiepileptikum (Lyrica).

keuxli


Entschuldigung ich will mit dem folgenden Kommentar keine neue Diskussion auslösen, aber trotzdem etwas: warum soll man jungen Menschen nicht das gleiche verschreiben wie alten Menschen? Ich erlebe oft dass alte Menschen oft simpler Benzodiazepine verschrieben bekommen als jungen Menschen, genauso wie niedrigpotente Opiate. Sind junge Menschen etwa immer stark genug ohne starke Medikamente auszukommen und bei alten Menschen ist eh egal weil die sowieso nicht mehr am Leben teilhaben? Finde ich absolut unmenschlich von manchen Ärzten.

Allerdings bin ich mir der großen Suchtgefahr bewusst. Aber vermutlich nehme ich immernoch die Erkrankung als Grund die Benzodiazepine einnehmen zu "dürfen". Es ist nicht leicht eine Sucht nicht in Kauf zu nehmen, vor einem viertel Jahr stand ich quasi vor der Entscheidung das Risiko eigenständig einzugehen (ich wusste, dass meine Hausärztin mir das verschreibt). Das Risiko nahm ich aus dem Grund in kauf da ich mir eingeredet habe, es ist nicht schlimmer als mit der "emotionalen Belastung" (blöder Begriff für einen 22-jährigen gesund "aussehenden" jungen Mann in unserer Gesellschaft, ich weiß %-|) eine Weile auszukommen. Benzodiazepine bekämpfen nicht die Grunderkrankung der psychischen Belastung sondern lindern nur die Symptome. "nur"! Das ist schon viel wert, dieses "nur". :-/ Es macht den Gedanken an die fiese Diagnose vor einem vierteljahr plötzlich erträglich, fast wie eine "Scheibenegal"-Einstellung, dieses Erlebnis war unglaublich schön.

Ich hoffe, dass mich durch den Kommentar nicht allzuviele jetzt für einen Naivling halten, ich denke dass ich einfach wie ein typischer süchtiger meine Gedanken zurecht biege; ich lasse mich gern versuchen zu überzeugen keine Benzodiazepine mehr zu nehmen aber mich davon zu überzeugen habe ich selber trotz ständigen Nachdenkens über mich selbst (Ausweichen auf Antidepressiva, psychische Therapie) nicht geschafft. Der Wille ist praktisch null.

Aber bitte kann mir jemand die eigentliche Frage beantworten die ich gestellt habe (Lorazepam & Alprazolam).

t#eTardarop77


Sind junge Menschen etwa immer stark genug ohne starke Medikamente auszukommen

Das habe ich nicht behauptet. Was ich gemeint habe ist das bei Angsterkrankungen andere Medikamente sinnvoller wären insofern Benzodiazepine die Probleme aufgrund des Suchtpotentials erst recht verschärfen können.

S+ternRbach


Hi Kuli, leider stoße ich sehr spaet auf deinen beitrag... Ich selber bin auch 21 Jahre alt und habe sehr viel erfahrungen mit Benzodiazepinen gemacht. Das erste mal habe ich eine 0,5mg Xanax (Alprazolam) in der Türkei genommen damals war ich 15 (persöhnliche gründe.) Danach kam ich auf den geschmack und habe fast alle praeparate ausprobiert wie schon erwaehnt (''Alprazolam'', Diazepam, Clonazepam, Medazepam, Lorazepam und Tetrazepam.) Zu deiner frage warum Alprazolam dich schlaefrig macht besser gesagt 'gemacht' hat und Lorazepam nicht liegt daran das Alprazolam sehr viel potenter als Lorazepam ist. Ich hatte damals auch 2,5mg Ativan Tabletten (Lorazepam) hier in Deutschland heißen sie glaube ich Tavor oder so... Naja die liebe zu diesen Medikamenten konnte selbst ich bis jetzt nicht aufgeben. Ich habe gott sei dank öfters abgesetzt um die sucht zu vermeiden ich weiß von einem ehemaligen Freund das der entzug sehr mieß sein soll... Hatte bis jetzt wie gesagt keine probleme mit diesen medikamenten (OK ein paar außnahmen waren schon dabei :-) ) doch ich will sie natührlich nicht verteidigen im gegenteil sie sind sehr böse und gefaehrlich. aber jeder führt sein eigenes leben und hat zu entscheiden was er daraus macht ob gut oder schlecht so viel zum thema Lora und Alpra. Danke. P.S. und das eltere Menschen leichter an diese Medikamente kommen ist leider wahr da gebe ich dir vollkommen Recht!, gott weiß warum.. und ich entschuldige mich für meine Rechtschreibweise habe mein bestes gegeben, bin aber leider ziemlich ungebildet was die Deutsche sprache angeht... Wie gesagt jeder sein Leben :-)

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