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Tramadol bei starken Kopfschmerzen kontraindiziert?

D*anciexlX hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich leider an 4 bis max. 5 Tagen im Monat unter extremen Kopfschmerzen. Ich behandle diese dann pro Schmerztag mit 150-200mg Tramadol (= 3-4 Kapseln zu je 50mg). Der Wirkstoff schlägt sehr gut an, die Schmerzen sind fast komplett weg und ich habe dennoch überhaupt keine Nebenwirkungen. Süchtig bin ich nicht, denn bei maximal 4-5 Tagen pro Monat ist das noch im Limit.

Nun lese ich häufig, dass Tramadol speziell bei (starken) Kopfschmerzen der falsche Wirkstoff wäre. Aber warum? Bei mir wirkt es ausgezeichnet.

Ibuprofen/Paracetamol/Paracetamol+Codein schlagen bei den starken Schmerzen leider nicht an.

lg, Daniel

Antworten
trheY-cavevr


Die Einnahme von Opiaten nach Bedarf birgt immer ein erhebliches Abhängigkeitsrisiko und bei Kopfschmerzen ist Medikamentenabhängigkeit ohnehin ein häufiges Problem. Daher sind sich sämtliche Experten einig, dass Opiate bei Kopfschmerzen nur dann eingesetzt werden sollten, wenn es nicht anders geht - mit anderen Worten: Erst dann, wenn auch Kopfschmerzspezialisten nicht anderweitig weiterkommen.

Da Du keine Diagnose mitteilst, nehme ich mal an, dass noch nicht mal eine gestellt wurde? Der häufigste anfallsartig auftretende starke Kopfschmerz ist die Migräne - falls es das sein sollte, gibt es genügend andere Behandlungsmöglichkeiten. Wer behandelt denn Deine Kopfschmerzen?

Grüße

DdaniexlX


Hallo,

vielen Dank für deinen Beitrag. Ich habe bereits körperlich alles abgeklärt (Neurologe, MRT, Orthopäde, Zahnarzt wegen mögl. Kieferfehlstellung, Augenarzt, Internist), aber es konnte keine körperliche Ursache ausgemacht werden.

Ich habe auch bereits eine Schmerztherapie gemacht, welche mehr daraufhin abzielt, ohne Schmerzmittel auszukommen. Da ich berufstätig bin, kann ich mich nicht, wie viele meinen, ständig krank schreiben lassen und mich zu Hause hinlegen und die Schmerzen aushalten. Meinen Beruf möchte ich nicht verlieren, das wäre das finanzielle Aus.

Es wurde bei mir ein chronischer Kopfschmerz des Spannungstyps festgestellt.

Mit Tramadol (Opioid) komme ich sehr gut zurecht, nur wäre die Frage, welche anderen Medikamente sonst anwendbar sind, denn Paracetamol, Ibuprofen, Paracetamol mit Codein, Metamizol und Migränemittel (da waren nur 2 Tabletten in einer riesen großen Packung) haben alle nicht gut angeschlagen.

Von daher wäre eine Alternative zu Tramadol nur schwächer wirksame Medikamente, oder?

lg, Daniel

t)he-\cav4er


Es wurde bei mir ein chronischer Kopfschmerz des Spannungstyps festgestellt.

Na also, das ist doch schon mal ne Diagnose - zugegebenermaßen keine, wo die Behandlung besonders einfach wäre.

Demnach hast Du also an mindestens 15 Tagen monatlich Kopfschmerzen (sonst wären die Diagnosekriterien nicht erüllt). Und da liegt auch das Problem mit der Opioideinnahme: Selbst wenn Du es im Monat momentan nur 5x im Monat nimmst, ist das Risiko relativ groß, dass die Häufigkeit der Einnahme ansteigt. Deswegen werden Opioide von den meisten Kopfschmerzexperten strikt abgelehnt, andere sehenein Einsatzmöglichkeit als Reservemittel, wenn es gar nicht anders geht.

Wenn die Schmerzen an einigen Tagen im Monat wesentlich stärker sind als sonst, muss man sich auch fragen, ob nicht 2 verschiedene Kopfschmerzerkrankungen vorliegen (also üblicherweise KST und Migräne): Sind an diesen Tagen die Kopfschmerzen genauso wie sonst, nur eben stärker - oder sinf sie auch in Charakter, Lokalisation u.s.w. anders?

Wenn es der KST ist, dann muss man sich eine vorbeugende medikation mit einem Antidepressivum überlegen - bgestimmte Antidepressiva wirken nämlich bei vielen Patienten sehr gut. AUßerdem gibt es noch die Möglichkeit, ein muskelentspannendes Mittel über längere Zeit einzunehmen. Die Datenlage ist hierzu zwar schlecht, aber klinisch hat man oft den Eindruck, dass es was bringt. Bei Kopfschmerzen ist oft nicht die Frage, wie "stark" oder "schwach" ein Mittel ist, sondern ob es das richtige ist.

Gerade beim KST hat natürlich die nichtmedikamentöse Therapie einen hohen Stellenwert:Entspannung, Ausdauersport, AUslöser bearbeiten, gegebenenfalls Verhaltenstherapie - und nicht zu vergessen, im Anfall Pfefferminzöl. Das alles ist zwar wesentlich aufwendiger als ne Tablette zu nehmen, lohnt sich aber oft.

Kurz zusammengefasst: In speziellen Situationen kann man sich evtl. überlegen, ob Tramadol doch ausnahmsweise sinnvoll ist - aber es ist nie "die" Lösung, sondern muss Teil eines umfassenden Behandlungskonzepts sein!

Grüße

DOannielxX


Du hast natürlich vollkommen Recht. Es sind sehr viele Tage mit den Kopfschmerzen, schon etwa 15 Tage, bei denen die Schmerzen so auf Level 5/10 bis 7/10 sind. Ich versuche dann einfach mit alternativen Methoden das in den Griff zu bekommen. Ibuprofen und Paracetamol soll ich nicht mehr nehmen, da dann die Gefahr des schmerzmittelinduzierten Kopfschmerzes besteht. Davon abgesehen belasten diese Mittel relativ "gut" die Leber.

Nur an den 4-5 Tagen im Monat an denen die Schmerzen dann auf Level 9/10 bis 10/10 sind, da helfen dann leider keine alternativen Methoden (kaltes Wasser, Pfefferminzöl, Entspannung, usw.). Da fahre ich mit Tramadol sehr gut. Der Schmerz ist extrem stark und teils pochend. Wobei Migränemittel nicht anschlagen. Schlecht ist mir auch nicht, so dass man wohl nicht von einer einfachen Migräne sprechen kann.(?)

Eine Sucht bzw. Abhängigkeit kann aus dem einfachen Grund nicht entstehen, da mein Arzt überwacht, dass ich nicht mehr als je 1 Rezept für 2 Monate bekomme. Und ohne Rezept kann ich es nicht kaufen.

lg, Daniel

tGhe-[cavxer


Nur an den 4-5 Tagen im Monat an denen die Schmerzen dann auf Level 9/10 bis 10/10 sind, da helfen dann leider keine alternativen Methoden (kaltes Wasser, Pfefferminzöl, Entspannung, usw.). Da fahre ich mit Tramadol sehr gut. Der Schmerz ist extrem stark und teils pochend

Einseitig oder beidseitig? Verschlechtert er sich bei körperlicher Tätigkeit? Licht- oder Lärmscheu?

Grüße

DaaniemlX


Ja, ist beiseitig. Hm, bei Belastung bleibt es gleich, obwohl ich manchmal das Gefühl habe, dass es nocht etwas schlimmer wird. Lichtscheu bzw. Lärmscheu bin ich dann aber nicht und übel wird mir auch nicht.

s?toCrm2x3


Hast du mit deinem Hausarzt/Neurologen mal über Amitriptylin gesprochen? Ich babe auch sehr sehr oft Kopfschmerzen. Mit der Einnahme von 10mg (ist die kleinst Dosis die man kaufen kann) Amitriptylin täglich ist es jedoch deutlich besser geworden.

D`anYielxX


Hallo,

ich war letzte Woche bei meinem Neurologen. Ich hatte bereits Amitriptylin vor einigen Jahren, aber leider ohne Wirkung.

Ich nehme jetzt Flupirtin, was bei Schmerzstärke 5/10 bis 8/10 sehr gut hilft und nur bei Bedarf Tramadol, also ab Schmerzstärke 9/10 bis 10/10.

Der Arzt sagt, dass Tramadol ein Wirkstoff ist, bei dem nach einer gewissen Zeit immer höhere Dosen erforderlich sind, was aber bei max. 4 Einnahmetagen pro Monat kein Problem darstellt.

Gruß, DanielX

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