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Pathologische Spontanaktivität

a9lSmagesxt hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Seit über einem Jahr habe ich jetzt Probleme mit den Muskeln. Eine Abklärung in Richtung MS brachte nichts und ich wurde sogleich auf die Somatisierungs- und Depressionsschiene geschoben. Die Beschwerden änderten sich dann aber und sind momentan:

-Muskelzuckungen an Beinen, Füßen, Händen, Armen, Rücken. Sind permanent vorhanden, am stärksten in Ruhe nach Belastungen (fast im Sekundentakt!).

-Steifigkeit, Dauermuskelkater, Verkrampfung, teilweise Stechen in den Beinmuskeln. Ausdauerverlust. Leichte Delle am rechten Oberschenkel.

-Schwächegefühl im Schulter-Oberarm-Bereich, linksbetont.

-Permanenter Speichelüberschuss mit Extraschlucken.

-Pelzigkeit der Zungenspitze.

-"Kaumuskelkater"

Bis jetzt waren die Untersuchungen (2 x MRT Schädel, 3 x EMG, 2 x Liquorpunktion, 1x Magnetstimulation, 3 x CK-Wert, 2 x großes Blutbild) unauffällig.

Das Ergebnis der Muskelbiopsie an der rechten Wade ist jetzt da: Unauffällige Skelettmuskulatur (Eine Faser mit autophagischen Vakuolen ???).

Gestern kam aber der Bericht vom letzten EMG. Der Neurologe sagte direkt nach dem EMG "alles unauffällig". Als ich nun in den Bericht sehe, lese ich "Musculus gastrocnemius med. li vereinzelte Fibrillationen und positive Wellen als Ausdruck von pathologischer Spontanaktivität."

Die Diagnose lautet aber (mal wieder :(v)) "Somatisierungsstörung bei depressivem Syndrom".

Was soll man davon halten?

Im Lehrbuch steht, dass Fibrillationen und positive Wellen nur bei axonalen Nervenschädigungen, Neuronopathien (z.B. ALS) oder Myopathien vorkommen und stets ein pathologisches Geschehen anzeigen!!

Wenn ich dann noch meine Faszikulationen usw. dazu zähle, sieht es düster aus. Jedenfalls nicht nach "Somatisierungsstörung..."

Antworten
Kdrissix83


Hallo almagest!

Warst du eigentlich bei Neurologen in einer Praxis oder in einer Klinik oder Muskelzentrum?

a.lma'g9est


Hallo Krissi,

das letzte EMG war beim Neurologen in der Praxis. Im November 2009 wurde eins in der Muskelambulanz der Ulmer Uniklinik (RKU) gemacht. Vom Bericht habe ich automatisch eine Kopie bekommen. Im Juli hatte ich eins stationär in einer normalen Krankenhausneurologie und das erste war im April in einer Praxis. Die Muskelbiopsie wurde ambulant im lokalen Krankenhaus gemacht und zur Auswertung in die Uniklinik nach Tübingen geschickt. Das hat etwa 5 Wochen gedauert. Es waren also schon mehrere Köche am Werk. Mir ist das nicht so recht. Lieber wäre es mir, wenn einer an der Sache dran bliebe, bis es geklärt ist.

VG

Almagest

K;r-iss9i&83


Hallo almagest!

Sorry, dass ich mich nicht gleich wieder gemeldet hab. War übers Wochenende nicht daheim.

Da hast du ja auch schon eine Odyssee hinter dir wie ich sehe. Zu der Sache:"Lieber wäre es mir, wenn einer an der Sache dran bliebe, bis es geklärt ist." --> kann ich verstehen, wäre mir auch lieber, allerdings ist das fast nicht machbar. War man bei einem Arzt und hat der nix gefunden ist die Sache für ihn erledigt und man wird nach Hause geschickt. Da muss man sich ja zwangsläufig an den nächsten wenden, wenn die Beschwerden nicht weggehen.

Ich habe ja ähnliche Beschwerden wie du, aber so gut bin ich leider nicht informiert über EMGs, positive Wellen etc.

Mir gehts mittlerweile wieder schlechter und ich könnt wieder am Rad drehen. Ich habe solche Gehprobleme, die aber kein Außenstehender zu bemerken scheint. Mein Freund, meine Eltern, die Ärzte versichern mir immer wieder mein Gang ist unauffällig. Ich fühl mich als ob ich gg Widerstand laufe und voll rumeiere. Beim Treppe runter gehen zittern meine Füße... :-(

VG

kkullxer


Hallo Amagest,

ich habe zwar andere Symptome als du und noch nicht eine so umfangreiche Diagnostik hinter mir, aber bei mir war das EMG auch auffällig, nicht mit Spontanaktivität, sondern diffus verändert irgendwie motorische ich weiß es nicht. Die Messungen der NLG ergaben auch Werte leicht unter Norm motorisch und sensibel...................mehr weiß ich nicht und weißt du was mein Neurologe tat ??? ?? Er hat mich rausgeworfen (ich berichtete an anderer Stelle), alles sei psychosomatisch bedingt. Er hat ein paar Bluttests angestellt (nach meinen Recherchen unvollständig), ich hätte eben eine Polyneuropathie und da könne man die Ursache oft nicht feststellen..................wenn es schlimmer werden sollte, könne ich mich melden......................

Stell dir das mal vor!!!

Muskelzuckungen hatte ich auch mal.............immer nach dem Fitnesstraining im Ruhezustand und an Unterarmen und Beinen oder eigentlich überall mal ein bisschen, das hat sich aber irgend wann wieder gelegt und ich sorgte mich nicht mehr darüber. Permanent vorhanden waren sie aber nicht.

Ich habe brennenden Missempfindungen an Armen und Beinen distal. Dauerhaft.

Wenn du aber ja zur Abklärung schon in einer neurologischen Klinik warst, dann hätte man doch aufgrund der NLG-Messungen die allerschlimmsten Sachen wie Motoneuronenerkrankungen definitiv ausschließen können, stattdessen musst du dich mit med. Fachliteratur quälen.........................wie geht es denn jetzt weiter mit dir? Was wirst du als nächstes unternehmen?

Viele Grüße

S6ig;utxe


"Somatisierungsstörung bei depressivem Syndrom".

Wenn das einer von 5 sagt dann braucht man das nicht an die erste Stelle zu reihen. :)*

Grüsse,

Siguté

a"l5magMeWst


Hallo Leute,

hatte gestern einen Kontrolltermin in der Ulmer Muskelambulanz. Wollte vor dem weiteren Bericht abwarten, was dort heraus kommt.

Vor dem Arztgespräch spricht mich eine angehende Ärztin beim Warten an: "Ich mache eine Studie über ALS-Patienten :-o. Würden sie mir ein paar Fragen beantworten?"

Ich erkläre ihr, dass ich noch keine Diagnose habe. Sie entschwindet wieder.

Begrüßung durch junge Assistenzärztin: "Sie haben keine organische Erkrankung. Was erwarten sie vom heutigen Termin?"

Berichte von Muskelzuckungen (bis 300 mal pro Stunde), Steifigkeit, Schwächegefühl, Muskelkater, Erschöpfung, Speichelfluss.

Assistenzärztin: "Muskelzuckungen habe ich auch manchmal. Es liegt keine organische Erkrankung vor."

Sage ihr, dass Arbeiten kaum noch möglich ist, Sport und Freizeit auch nicht.

Assistenzärztin: "Haben Sie mal an eine Verhaltenstherapie gedacht?"

Erkläre, dass ich seit einem Jahr nur erfolglose Psychotherapie und Psychopharmaka bekomme. Spreche sie auf den pathologischen Befund im EMG an.

Antwort Assistenzärztin: "Es liegt keine organische Erkrankung vor. Ich werde sie jetzt untersuchen."

Muss mich ausziehen. Sie schaut im stehen ca. 5 s nach Muskelzuckungen (es zuckt nie im stehen, wenn die Musklen angespannt sind). Dann einmal auf den Fersen und einmal auf den Zehenspitzen stehen. Einmal in die Hocke gehen und wieder aufstehen (schaffe ich nur mit Mühe). Reflexprüfung am Knie, links deutlich gesteigert.

Assistenzärztin:"Alles in Ordnung, es liegt keine organische Erkrankung vor. Ich wünsche ihnen alles Gute, auf Wiedersehen."

Es ist doch gut, dass wir so tolle Assistenzärzte haben, die in Minuten ohne Diagnostik ausschließen können, woran sich wirkliche Experten mit Diagnostik oft Monate und Jahre die Zähne ausbeissen.

Hat man den keine Chance aus der irrwitzigen Psychoschiene wieder raus zu kommen? :-(

KarissTi83


Hallo almagest!

Hatte auch schon mal überlegt nach Ulm in die Muskelambulanz zu gehen, hab mich dann aber für das Friedrich-Baur-Institut in München entschieden.

Wenigstens hat mich dort eine Oberärztin untersucht... War schon beruhigend. Auch wenn neuromuskuläre Erkrankungen schwierig zu diagnostizieren sind, so sind dort doch die Experten, die tagtäglich nichts anderes machen.

Bisher kam auch nichts raus bei mir, sie hatte mich allerdings zusätzl zum MRT Schädel noch zum MRT der HWS geschickt, da ein Augenlid leicht weiter runterhängt als das andere. Das hab ich aber schon seit Anfang der Pubertät. Dem hat sie allerdings mehr Beachtung geschenkt als meinen wirklichen Beschwerden. Naja, sie wirds wissen.

Ich warte jetzt auf den Befund der HWS.

Bin jetzt auch grad bisschen besorgt wieder mal, da ich oft so ausfahrende Bewegungen mit der Hand oder den Armen mache was laut Internet Hyperkinese ist, dies kann u.a. auf eine Schädigung der extrapyramidalen Bahnen deuten. Super... dass ich immer im Internet stöbern muss.

Hast du auch derartige Probleme almagest? Das Muskelzucken ist bei mir wieder weniger geworden in letzter Zeit!

Puh...

VG

D%inBo2#00x0


Ein herunterhängendes Lid (Ptosis) kann durchaus mit einer Muskel od. neurologischen Erkrankung zusammenhängen. Ist schon richtig, dass sich die Ärztin das angeschaut hat.

L5öcbkc!hen(1


Hi alamgast,

Du hast Psychotherapieerfahrung. Nach welchen Psychotherapiemethoden wurde gearbeitet?

a8lmagYest


Hallo Löckchen,

die stationären Therapien bestanden aus unmassen Tabletten schlucken und Bastelarbeiten. Bei der ersten Therapie gab es überhaupt keine Gespräche (bin dann nach 4 Wochen "geflüchtet"), bei der zweiten so alle 2-3 Tage ein 15 min-Gespräch mit einem Arzt. Es drehte sich allerdings nur um Medikamenteneinnahme und das augenblickliche körperliche Befinden. Kein Nachforschen in der Psyche. Im Entlassbrief dafür Hammerdiagnosen. Empfinde beide stationäre Therapien als Frechheit und persönliche Beleidigung. Zwischendrin Einnahme von Doxepin, Trevilor, Paroxetin, Mirtazapin, Opipramol, Bespar,...alles wirkungslos. Die ambulante Therapeutin ist 1000x vernünftiger. Sie verzichtet weitgehend auf Medikamente und hat versucht eine psychische Ursache für die Beschwerden zu finden. Allerdings gibt es halt einfach nichts, was dafür in Frage käme. Sie glaubt nun eher auch an eine (noch) nicht festellbare organische Erkrankung und will mir wenigstens helfen, mit den Symptomen besser zurecht zu kommen.

Almagest

Lhöckcxhen1


Hi Almagest,

Deine stationären Therapien waren medikamentöse Therapien aber keine Psychotherapien.

Deine Ärztin, die dich ambulant behandelt scheint auch Psychotherapie mit die zu machen.

Aber nach welcher Methode arbeitet sie?

Wie ist ihr therapeutisches Vorgehen?

Was sind die Themen der Therapie?

Wie lange bist Du bei ihr in Therapie?

Wie lange dauern die Gesprächsthermine?

Vertraust Du ihr?

Fühlst Du Dich von ihr verstanden?

F~lcipsN0*07


Ich würde die Symptome mal von einem guten niedergelassenen Umweltmediziner abklären lassen.

aAlmagxest


Hallo!

Ich habe nochmal unzählige ALS-Fälle angeschaut auf Anfangssymptome, Verläufe, Diagnosedauern, Befunde. Es macht mich total fertig, wie das alles mit meiner Geschichte übereinstimmt. Und die Ärzte wollen nach nur 12 Monaten die Diagnostik trotz zunehmender Beschwerden einstellen, nur weil sie mich von Anfang an in die Psychoschublade gesteckt haben. Es gibt keinen Fall mit monatelangen generalisierten Faszikulationen, Speichelfluss, Räusperzwang, Kaumuskelkater, ständigem Gähnen, steifen Beinen, schwacher Arm, Dauermuskelkater, Müdigkeit und Erschöpfung, der am Ende nicht ALS war. Nur ist die Diagnosedauer im Durchschnitt über 2 Jahre, weshalb kein Arzt sowas nach ein paar Monaten ausschließen kann. Speichelfluss ist eben kein "bizarres Symptom" (wie mir eine Assistenzärztin mal bescheinigen wollte) und tritt auch nicht erst nach Schluckstörungen auf, sondern ist bei vielen ein Anfangssymptom. Ebenso kann das EMG und alle weiteren Befunde sehr wohl lange in Ordnung sein, obwohl man ALS hat und das auch schon deutlich spürt. Im letzten "Blitz-EMG" wurden bei mir im Wadenmuskel "Fibrillationen und positive Wellen als Zeichen pathologischer Spontanaktivität" festgestellt, aber als unbedeutend eingestuft! Statt dessen Abschlussdiagnose "Depression und Somatisierungsstörung", der Witz des Jahrhunderts ;-D. Es passt zu 0 % auf so einen Psychomist, aber zu 100 % auf ALS. Aber wie kann ich die Ärzte endlich aufwecken? zzz Warum plappern die nur wie Papageien dem ersten die "Depression..." nach, anstatt den Patienten ernst zu nehmen, richtig zuzuhören und nachzuforschen. Wie gerne würde ich ins Krankenhaus gehen und 1-2 Wochen eine richtige Ausschlussdiagnostik machen lassen, mit einem EMG, das auch mal länger als 5 min geht. Keine Chance! Und wenn man mit solchen Beschwerden und diesen Aussichten schlecht drauf ist, heißt es "sehen sie, es ist doch eine Depression"!!:(v

Almagest

L"öck<chxen1


Weist Du Almagest.

ich glaube, das einzige Problem das Du wirklich hast, ist das Du partut keine psychische Diagnose haben willst.

Aber wir können uns unsere Krankheiten/Störungen nicht aussuchen. Du genau so wenig wie ich.

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