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Erst Vermutung auf Depression, aber seltsame Symptome

SXeel0enoklanxg hat die Diskussion gestartet


Hallo,

seit Oktober letzten Jahres ging es mit mir nach einem sehr heftigen Migräneanfall mit stationärem Krankenhausaufenthalt erstmal nur noch abwärts. Verschiedenste ärztliche Untersuchen haben dabei fast nichts ergeben. Gemacht wurden MRT, CT, großes Blutbild (Schilddrüse, Hepatits, Diabetes, Borrelios, Quecksilberunverträglichkeit uvm.), Langzeit EKG, EEG. Das einzige was heraus kam war, dass ich systolischen Bluthochdruck habe. Der liegt bei ca. 140 mm/Hg. Der diastolische dagegen liegt im Normalbereich, der Ruhepuls ist auch in Ordnung. Weil ich mich damit nicht zufrieden geben wollte, ging ich zum Psychiater der bei mir Depressionen feststellte. Einige Zeit habe ich dann erstmal Tabletten genommen, erst hoch dosiertes Johanniskraut, später Opipramol 2x50mg/Tag. Mit Opipramol ging es mir besser, war aber immer noch nicht das richtige. Während dieser Zeit habe ich mit einer Selbstherapie in Form der Kognitiven Verhaltenstherapie angefangen. Als Lektüre diente mir dabei "Kognitive Verhaltenstherapie für Dummies" vom Wiley Verlag. Die Tabletten habe ich kurz nach dem Beginn abgesetzt. SSRIs wollte ich aus Angst vor den Nebenwirkungen und dem Dran es auch so zu schaffen nicht nehmen. Heute habe ich einige anstrengende Stunde mit KVT hinter mir die mich etliche Kraft und Zeit gekostet haben. Die Ergebnisse kamen erst sehr langsam, aber sie gaben mir zwischenzeitlich das Gefühl wieder ganz normal leben zu können. Zudem habe ich mich dazu aufgerempelt mein soziales Leben zu bereichern indem ich viel Zeit mit anderen Leuten verbracht habe und immer noch verbringe und viel "draussen" bin. Leider ging es in letzter Zeit wieder bergab und ich merke wie mich die Selbstherapie mit KVT immer mehr fertig macht und mein Hirn zu Muß verarbeitet. Besonders das zeitaufwändige und detaillierte Auseinandersetzen mit meinen Problemen ist sehr kräftezerrehnd und bereitet mir danach Probleme normal denken zu können. Seit einiger Zeit kann ich wieder nicht mehr klar denken, ich habe Probleme Zusammenhänge zu erkennen, die Bedeutung von Dingen die ich wahrnehme zu erfassen oder mich an irgendetwas zu erinnern. Wenn ich an einem sozialen Ereignis teilgenommen habe oder etwas neues erlebt habe, dann grüble ich oft darüber nach und messe dem eine zu hohe Bedeutung zu. Nach ca. 2-3 Tagen ist wieder alles "normal". Emotional bin ich ebenfalls abgeflacht. Ich habe Probleme damit dass ich in eine gute Stimmung komme und mich z.B. mit anderen mitfreuen kann. Das Komische ist auch, dass ich morgens nach dem Aufstehen nur "Matsch" im Kopf habe, d.h. ich kann fast nicht denken, ich kann mich an die einfachsten Dinge nur schwer erinnern und logisches Denken fällt mir schwer. Dabei gehen mir trotzdem etliche andere Dinge zusammenhangslos durch den Kopf. Wenn ich allerdings gefrühstückt habe, dauert es ca. 10 Minuten und alles ist wieder halbwegs normal.

Zu meinen gesundheitlichen Aspekten kann ich sagen dass ich mich ausgewogen ernähre (viel Gemüse am Tag, Vollkornprodukte, fettarmes Fleisch, Fisch, nur mineralarmes Mineralwasser) und seit ca. 3 Monaten 2-3 mal wöchentlich eine halbe Stunde laufen gehe.

Was ich gemerkt habe ist, dass ich keinen Alkohol mehr vertrage. Nach etwas größeren Mengen Alkohol habe ich die Tage(!) danach Angstzustände und Denkstörungen gehabt. Deshalb verzichte ich nun komplett darauf. Zigaretten rauche ich ebenfalls nicht.

Ich habe zwar im Buch "Seelenfinsternis" von Piet C. Kuiper von noch viel schlimmeren Symptomen der Depression gelesen, aber verwundert mich die Sache mit dem Frühstück etwas, da ich pschisch wirklich erst wieder halbwegs da bin, wenn ich gegessen und getrunken habe.

Weiß vielleicht jemand Rat?

Gruß,

Seelenklang

Antworten
S]heep


Wurdest du schon mal auf eine Histamin-Intoleranz untersucht? Das kann zu Bluthochdruck, Migräneanfällen und vor allem Alkoholunverträglichkeit führen.

Hast du eventuell noch andere physische Beschwerden?

L,öck)chenx1


Hi Seelenklang,

ich finde deine Symptome garnicht merkwürdig. Ich war mein Leben lang chronisch depressiv und vor dem Frühstück zu nichts zu gebrauchen.

Und was deine koknitiven Probleme angeht, die fallen unter die Pseudodemenz.

Google mal Depression und Pseudodemenz.

Es ist ein ganz normales Symptom bei schwerer Depression.

Und noch etwas kommt öfter vor, das ein Antidepressivum in der bisher wirksamen Dosis nach einiger Zeit nicht mehr wirkt. Dann muss aufdosiert werden oder auf ein anderes AD umgestellt werden. Sprich mal mit Deinem Psychiater darüber.

Und vielleicht wäre eine Psychotherapie bei einem Psychotherapeuten/Verhaltenstherapeuten doch sinnvoller als alles alleine machen zu wollen.

LPöc{kchexn1


Hier die Liste von Nebenwirkungen unter Opipramol.

Sehr häufige Nebenwirkungen:

Mundtrockenheit, verstopfte Nase, Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, vermehrtes Schwitzen, Sehstörungen, Sprachstörungen, Zittern, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Blutdruckabfall beim Aufstehen aus der liegenden Position, Leberfunktionsstörungen, Verstopfung, Gewichtszunahme.

Häufige Nebenwirkungen:

Probleme beim Wasserlassen, Minderung des Geschlechtstriebs (Libidoverlust), innere Unruhe, verstärktes Durstgefühl, Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschläge, Urtikaria, Schwellungen durch Flüssigkeitsaustritt aus Blutgefäßen (Angioödeme), Verkrampfungen der Atemmuskulatur.

Gelegentliche Nebenwirkungen:

Durchfall, Harnverhalt, Darmverschluss (Ileus), schwere Kreislaufstörungen, Ohrgeräusche (Tinnitus), Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), Mangel an weißen Blutkörperchen, Angstgefühle.

Seltene Nebenwirkungen:

Fieber, Haarausfall, Appetitlosigkeit, Vergrößerung der Speicheldrüsen, Taubheitsgefühl in Händen und Füßen, gesteigerte Lichtempfindlichkeit, Erektionsstörungen, Schlafstörungen, Verwirrung, Halluzinationen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:

Schwere Störungen der Blutbildung im Knochenmark (zum Beispiel Agranulozytose), unwillkürliche Bewegungen wie Zuckungen und Tics (Dyskinesie), Erhöhung des Prolaktin-Spiegels (eventuell verbunden mit Spannungsgefühl in der Brust, Brustvergrößerung und Milchabsonderung), entzündliche Prozesse im Nervengewebe, Auftreten oder Verstärkung einer Herzmuskelschwäche.

[[http://medikamente.onmeda.de/Wirkstoffe/Opipramol/nebenwirkungen-medikament-10.html]]

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Und hier die Liste für Sertralin, einem SSRI welches ich persönlich einnehme.

Welche Nebenwirkungen kann Sertralin

haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Sertralin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente.

Sehr häufige Nebenwirkungen:

Übelkeit, Durchfall, weicher Stuhl, Mundtrockenheit, Zittern, Schwindel, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Sexualstörungen (bei Männern hauptsächlich Samenergussverzögerung).

Häufige Nebenwirkungen:

Magendrücken, vermehrtes Schwitzen, Schwäche, Müdigkeit, Hitzewallungen, Appetitlosigkeit, Hautausschlag, Brustschmerz, spürbares Herzklopfen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Erbrechen, Ohrensausen, Kopfschmerzen, Bewegungsstörungen (einschließlich Zappeligkeit, erhöhter Muskelspannung, Zähneknirschen oder Gangstörungen), nervliche Missempfindungen, Berührungsunempfindlichkeit, Gähnen, Aufregung, Angst, Menstruationsstörungen, Sehstörungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:

Unwohlsein, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, Fieber, Hautblutungen, veränderte Funktion der Blutplättchen, verstärkte Blutungsneigung, Juckreiz, Haarausfall, Erythema multiforme, schwere Leberstörungen (einschließlich Leberentzündung, Gelbsucht und Leberversagen), Erhöhungen der Serum-Enzyme SGOT und SGPT (die Transaminasenveränderungen treten zumeist innerhalb der ersten neun Wochen der Behandlung auf und verschwinden rasch wieder nach Beenden der Behandlung), Wasseransammlungen im Gewebe und rund um die Augen, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzjagen, verstärkter Appetit, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Euphorie, depressive Stimmungen, Wahnvorstellungen, (schwache) Manie, Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe, unwillkürlicher Harnabgang.

Seltene Nebenwirkungen:

Allergische Reaktionen, Weiße-Blutkörperchen-Mangel, Blutplättchenmangel, Brustvergrößerung, Blutprolaktinüberschuss, krankhafter Milchfluss, Schilddrüsenunterfunktion, ADH-Mangel mit vermehrter Wasserausscheidung, Lichtempfindlichkeit der Haut, Nesselfieber, Quincke-Ödem, Stevens-Johnson-Syndrom und Hautauflösung, Penisdauersteife, unwillkürliche Muskelkontraktionen, Koma, Krampfanfälle, Libido-Verlust, Albträume, Aggressivität, Psychosen, Bronchialkrämpfe, Blutnatriummangel, Blutcholesterinwerterhöhung, Gesichtsschwellungen, Harnverhalten.

Zusammen mit dem gleichzeitigen Gebrauch von anderen selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern und tri- und tetrazyklischen Antidepressiva:

Aufgeregtheit, Verwirrung, Schwitzen, Durchfall, Fieber, Bluthochdruck, Muskelsteife,

Vereinzelte Nebenwirkungen:

Besonders zu Behandlungsbeginn kann es zu quälender Unruhe und Rastlosigkeit von Körpergliedmaßen (Akathisie) kommen.

[[http://medikamente.onmeda.de/Wirkstoffe/Sertralin/nebenwirkungen-medikament-10.html]]

LtöckchKexn1


Es gibt kein wirksames Medikament ohne Nebenwirkungen. Auf ein Medikament zu verzichten weil Newbenwirkungen auf der Packungsbeilage stehen, ist absoluter Blödsinn. Denn dort steht ja nicht das Du diese Nebenwirkungen bekommst.

Und wenn tatsächlich die Nebenwirkungen nicht akzeptabel sind, teilt man das seinem Arzt mit und dieser wechselt die Medikation.

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