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Omnipräsenter Kopfdruck mit Konzentrationsstörung

M=orpheeus8x0 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

folgendes Problem: ich leide seit mehreren Jahren unter einem stetigen unterschwelligen, dumpfen Kopfdruck im Stirn- bzw. fast schon Gesichtsbereich. Der ist nicht immer gleich stark aber ich hab ihn jeden Tag, zu jeder Zeit. Effektives Lernen (bin Student) ist damit kaum möglich weil meine Konzentration damit immens eingeschränkt wird. Ich war schon bei diversen Ärzten. Der Ortopäde hat mit ein paar Wirbel wieder eingerenkt - keine Besserung. Vor 4 Monaten hab ich mir meine Nasenscheidewand begradigen lassen - keine Besserung (zumindest für den Kopf). Massagen gegen Verspannungen hab ich auch schon ausprobiert - ohne Erfolg. In 2 Wochen hab ich einen Termin beim Neurologen, vielleicht kommt da ja was raus.

Was könnte es noch sein? Oder besser gefragt: was sollte mein nächster Schritt sein, falls der Neurologe auch nichts findet?

Ich hab das Gefühl ich laufe die ganze Zeit nur auf 50%. Ich könnte den ganzen Tag schlafen, bin ständig schlapp und träge. Wenn ich etwas lese, frag ich mich oft nach ein paar Seiten "was hab ich eigentlich gerade gelesen?". Ich kann mich auf so etwas kaum fokussieren. Was normal 1 Stunde dauert, dauert bei mir 4-5 Stunden. Ich weiß schon gar nicht mehr was es bedeutet "einen klaren Kopf" zu haben weil ich ständig diesen Schleier habe...

Hier hab ich einiges über die Schilddrüsenfunktion im Zusammenhang mit Kopfschmerzen gelesen. Wo kann man sich die untersuchen lassen? Und gibt's noch irgendwelche anderen Tipps?

Meine Ernährung ist recht ausgewogen, Sport treibe ich auch hin und wieder. Bin völlig ratlos und frustriert...

Freue mich über alle gut gemeinten Antworten!

LG Björn

Antworten
S<hQeep


Wurde schon mal ein Blutbild gemacht? Was kam dabei raus?

Lwöck*chexn1


Hi Morpheus,

das könnte auch eine Depression sein. Frage mal deinen Neurologen danach.

LTöckc,hexn1


F) Larvierte Depression

Hierunter versteht man Depressionen, die sich hinter der "Maske" körperlicher Beschwerden verstecken.

Etwa 50% aller Patienten, die körperliche Beschwerden haben und bei denen sich trotz intensiver Diagnostik keine somatische Erkrankung nachweisen läßt, haben eine lavierte Depression.

Die Patienten suchen wegen ihrer häufig multiplen körperlichen Beschwerden den Arzt auf, der erst nach einer gründlichen Anamnese und Diagnostik die depressive Verstimmung verifizieren kann.

Häufig durchleben diese Patienten eine lange Odysee von Facharzt zu Facharzt, mit oft langwierigen diagnostischen und therapeutischen Interventionen, die jedoch auf längere Sicht erfolglos bleiben müssen.

Häufige Symptome, die für eine larvierte Depression sprechen sind:

* Chronische Kopfschmerzen meist in Form eines intermittierenden Druckgefühls oder brennender Empfindungen.

* Herzsymptome wie z.B. Pseudo-Angina mit und brennenden Empfindungen, Druckgefühl und Tachykardie.

* Gastrointestinale Symptome wie z.B. Blähgefühl, Darmkrämpfe, Obstipation oder Durchfall.

* Diffuse Schmerzen im Urogenitaltrakt

* Neuralgiforme Schmerzen im Gesicht, in der Lumbosakral- oder Zervikothorakalregion.

* Gestörter Schlafrhythmus, Erschöpfungsgefühle, Mundtrockenheit oder Schweißausbrüche.

Zunächst muß bei derartigen Symptomen natürlich eine organische Ursache ausgeschlossen werden, dann sollte jedoch regelmäßig nach einer Depression gefahndet werden.

sLys)temaxtiker


sd wird endokrin untersucht, top doc liste

w{iEnnetoxu-deIr-zwexite


Basale Ausschlussdiagnostik wie Blutbild und natürlich auch Schilddrüsenfunktion macht jeder halbwegs gute Hausarzt. Die wahrscheinlichste Diagnose (als Ausschlussdiagnose nach diesen Basics) lautet Depression

Mxorpgheus!80


Hallo zusammen,

vielen lieben Dank für die hilfreichen Antworten und die Links!

In der Zwischenzeit war ich beim Neurologen für ein EEG, habe mir Blut abnehmen lassen und meine Schilddrüsenfunktion überprüfen lassen. Anscheinend bin ich aber kerngesund - keinerlei Auffälligkeiten.

Nächste Woche gehe ich zum ersten Mal zu einem Psychologen. Den werde ich mal auf diese larvierte Depression ansprechen. Mittlerweile spricht ja recht viel dafür, obwohl ich schon oft gedacht habe, ich wüsste was es ist. ;-)

Sind diese larvierten Depressionen denn genauso behandelbar wie andere Depressionen? Ich meine helfen gegen diese körperlichen Symptome evtl. auch Antidepressiva?

Lxöckchpenx1


Hi Morpheus,

Sind diese larvierten Depressionen denn genauso behandelbar wie andere Depressionen? Ich meine helfen gegen diese körperlichen Symptome evtl. auch Antidepressiva?

ganz klar JA. Der einzige Unterschied ist, das der Patient nur über körperliche Symptome klagt.

Antidepressiva kann übrigens ein psychologischer Psychotherapeut nicht verschrieben, denn er ist kein Arzt. Der psychologische Psychotherapeut ist nur für die Psychotherapie zuständig.

Der Facharzt für seelische Leiden ist der Psychiater. Wenn Du medikamentöse Hilfe haben möchtest, wirst Du diesen aufsuchen müssen.

M)orp;heus|80


Hallo Löckchen,

am besten werde ich erstmal meine erste Sitzung mit dem Psychologen abwarten, oder?

Die Versuchung ist schon groß, mir gleich Medikamente aufschreiben zu lassen, aber davor hab ich ehrlich gesagt auch ziemlich großen Respekt. Was wenn es am Ende doch an etwas anderem liegt... Nur zur Probe sollte man sowas wahrscheinlich nicht nehmen...

Wie läuft das eigentlich ab? Brauche ich für den Psychiater ein Gutachten vom Psychologen um solche Medikamente zu kriegen oder kann ich da einfach hingehen und mir problemlos was verschreiben lassen?

Seit gestern ist mein Kopfdruck und Trägheit wieder ziemlich stark. Kann mir kaum vorstellen wie es ohne ist...

LEöck`chenx1


Hi morpheus,

nein Du brauchst kein Gutachten. Der Psychiater ist Facharzt und somit in der Lage selber Diagnosen zu erstellen.

Du machst telefonisch einen Termin beim Psychiater und gehst dann hin, so wie zu jedem anderen Arzt auch. Dem Arzt erzählst Du von ALLEN Deinen körperlichen Problemen, auch von Stress oder persönlichen Problemen, wenn Du welche hast (Das solltest Du beim psychologischen Psychotherapeuten übrigens auch machen). Wenn der Arzt zu der Erkenntniss gelangt, du hättest eine Depression wird er dir Medikamente verschreiben.

Hilfreich kann sein, sich vorm Psychiater- und auch vorm Psychotherapeutentermin eine Liste mit Sachen, z.B. Symptomen, zu machen welche man unbedingt erzählen oder Fragen will. Denn gerade bei Aufregung (weil, 1. Termin bei Nervenkleptner) und Konzentrationsstörungen vergisst man schon mal leicht die wichtigsten Sachen und ärgert sich dann wieder zuhause.

Weist du schon welchen Psychotherapiemethode dein Psychotherapeut anwendet? Tiefenpsychologisch fundiert oder Verhaltenstherapie?

Maorphkeus8;0


Nein, das weiß ich noch nicht. Ich hab morgen meinen ersten Termin, danach weiß ich sicher schon mehr und werde dann davon berichten.

Werde wohl morgen auch gleich mal einen Psychiater kontaktieren und mich beraten lassen...

HLoraxz


Hallo, ich bin der Thread-Ersteller Morpheus80. Habe mich neu angemeldet weil ich mein Passwort nicht mehr gefunden hab... ":/

Nachdem ich einen Monat lang Elontril 150 genommen habe, ohne irgendetwas zu merken, hat mir mein Psychiater vor ein paar Tagen Elontril 300 verschrieben. Das hab ich heute morgen zum 3.Mal genommen. Die Folge war heute Mittag 3 Stunden lang Schwindel, Nervosität bzw. innere Unruhe und Schweißausbrüche (und das bei der Arbeit). Extrem unangenehm. Das gleiche auch schon gestern. Da war ich zwar zuhause, aber trotzdem nicht schön. :(v

Ist das i.d.R. nur temporär oder sind das eher bleibende Nebenwirkungen?

Muss morgen auch arbeiten...

Soll ich sie weiter nehmen oder lieber abbrechen?

LG Björn

L1öck\cheSn1


Hi Horaz,

die Steigerung war wohl ein wenig abrupt. Allgemein wird eine allmähliche Dosissteigerung besser vertragen. Von 150 auf 200, dann auf 250, dann auf 300 mg immer in ca. 3 Tagen Abstand. Das kann man durch teilen der Tabletten mit einem scharfen Messer oder auseinanderziehen der Kapsel erreichen.

Du könntest also versuchen, erst mal wieder auf 200 mg zu gehen und die Dosis in den nächsten Tagen langsam zu steigern, so umgeht man die Nebenwirkungen.

Oder Du bleibst die 300mg und hälst die Nebenwirkungen die nächsten Tage aus. Nach 2 Wochen sind diese meist verschwunden.

Alles gute Dir

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