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Trigeminusneuralgie und Carbamazepin - (Neben-)Wirkungen?

I'si0x8 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

kurz vor Ostern d.J. hat ein Neurologe bei mir eine Trigeminusneuralgie diagnostiziert und Carbamezepin 200 mg verordnet. Ich bekam erst die "normalen" und dann die retards. Das Positive zuerst: Die höllenhaften Schmerzattacken sind vorbei! :)= und anfangs ging es mir recht gut, wenn man Gefühle wie "oooh, alles schöön, alles toll!" als gut bezeichnen mag ;-D klar, war hochgradig sediert, binnen kurzer Zeit wurde ich vollgepumpt mit dem Zeugs.

Nun zum Negativen: mir gehts besch... Dieses Gefühl der Verwirrtheit, dass ich alles vergesse und voll neben der Spur umhertorkele, was anfänglich sehr stark war, hat zwar etwas nachgelassen. Aber mir ist einfach nur schlecht, kotzenelend, mein Bauch ist dick, meine Beine schwer und ich könnte den ganzen Tag schlafen. Ich bin tierisch mies drauf und höchst unmotiviert. Ich nehme die "Pille" und habe deswegen seit dem Wochenende leichte Blutungen (passiert so bei gleichzeitiger Einnahme). Außerdem nehme ich noch täglich eine Citalopram 20 mg ein, welche zu der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern gehört. Sowohl die Pille als auch die Citalopram können zu Wechselwirkungen mit dem Carbamazepin führen. Außerdem habe ich eine dicke Entzündung in der rechten Kieferhöhle, wegen der ich seit einer Woche Antibiotika bekomme (Amoclav 875 + 125 mg).

Nun sitze ich und leide und weiß nicht, was ich tun soll. Meinem Neurologen ist bekannt, was ich alles einnehme und ich soll in 2 Wochen zur Kontrolle kommen. Als ich letzte Woche bei ihm war, ging es mir aber noch nicht so schlecht.

Ist das normal bzw. kann das sein, dass Neben- oder Wechselwirkungen sich abwechseln oder erst später hinzutreten? Ich dachte mir außerdem, ich lasse mal vom HNO und Zahnarzt abklären, ob alles o.k. ist und siehe da, ich habe eine fette Entzündung in der Kieferhöhle, in der Nachbarschaft des Trigeminus! Für den Neurologen ist die Sache klar: Entzündung = Neurologe nicht mehr zuständig, sondern der HNO- oder Zahnarzt. Zwischen den Beiden ist noch nicht ganz klar, wer mich weiterbehandelt, ich hoffe, das Röntgen morgen bringt Aufschluss, zum Kernspin des Kopfes war ich schon *seufz*..... es ist so Hammer alles.... bin total fertig gerade, auch nervlich. Was passiert nur mit mir und meinem Körper?

Liebe Grüße von Isi08

Antworten
tVhe-c`aver


Als erstes mal:

VORSICHT: Die Wechselwirkung zwischen Carbamazepin und Pille besteht darin, dass die Wirkstoffe der Pille schneller abgebaut werden (Enzyminduktion in der Leber), es kann also sein, dass die Pille nicht ausreichend wirkt!

Ansonsten: Carbamazepin gilt wegen der guten Wirkung (die Du ja auch hast) als Mittel der ersten Wahl bei der TGN, die Nebenwirkungen können im Lauf der Zeit noch nachlassen. Ist dennd er WIrkstoffspiegel im Blut schon mal bestimmt worden? Sollte man tun bei Carbamazepin - übrigens sollte auch der Natriumgehalt im Blut überwacht werden.

Eine Alternative (nebenwirkungsärmer) wäre Gabapentin oder Lyrica - hilft auch oft recht gut, hat weniger nebenwirkungen.

Ansonsten ist es natürlich richtig, nach Ursachen zu schauen - die Kieferentzündng kann da tatsächlich eine Rolle spielen.

Grüße

J<undOalia


Ich habe Trigeminusschmerzen homöopathisch wegbekommen. Und mit Euminz.

Die Ärzte wollten auch mir dauerhaft Carbamazipin verschreiben. Das können sie gerne selbst nehmen... :=o Vielleicht macht sie das ja glücklich....

Ich hatte nach der Einnahme nach 1 Woche die Schnauze voll, nicht nur, dass das den Schmerz überhaupt nicht interessierte, ich war auch noch voll mall in der Birne und bekam davon einen Krampfanfall als Nebenwirkung. Dabei soll das doch sogar epileptische Anfällen verhüten.... Na, bei mir nicht....

Nach Absetzen des Zeugs habe ich nie wieder einen Krampfanfall gehabt.

t"heS-cav|exr


Ich habe Trigeminusschmerzen homöopathisch wegbekommen. Und mit Euminz.

Entweder ist es zufällig zum selben Zeitpunkt besser geworden oder es war keine TGN - beides wirkt nämlich nicht.

Grüße

J6undLalixa


Ja, ich bin glücklich, die Unwirksamkeit der Homöopathie schlägt immer wieder zu.

Ganz fantastisch. Geht nicht nur mir sondern auch meinen Patienten so, die reihenweise begeistert sind, weil ich sie so einlulle, dass immer Spontanheilungen ganz zufällig da sind. Selbst bei auskurierten Patienten... Dem Himmel sei Dank dafür, dass diese Wunder möglich sind.

Besonders, wenn die Schulmedizin alles ausgereizt hat. Und kläglich gescheitert ist.

Die Schulmedizin hat in vielen, vor allem chirurgischen Dingen ihre Berechtigung, ebenso in akuten Notfällen, ansonsten aber ist ihre Erfolgsquote eher ziemlich niedrig. Ich höre dort selten von diesem spontan auftretenden Phänomen Heilung.

Die dortige Erwartungshaltung der Patienten dürfte doch sicherlich erst einmal hoch sein, bei so viel schulmediziner Heilkraft müßten die Spontanheilungen doch nur so prasseln... Aber leider ist das nicht so.

Diejenigen, die aber bewußt ein angeblich unwirksames Mittel aus der Homöopathie schlucken gesunden - ja es ist wirklich phänomenal. :)=

Aber es ist schon wirklich interessant zu lesen, dass hier eine von mehreren Neurologen manifestierte Trigeminusneuralgieerkrankung als solche in Frage gestellt wird :=o

Um so größer die Freude, dass die eingebildete Krankheit dann mit eingebildetem Mittel geheilt wurde. Immerhin das ist eine Tatsache.... :)z

Ist doch auch alles wurscht - die Behandlung mit ein paar Globuli aus einer Flasche, die mal gerade 4, 65 € gekostet hat, hat kaum das Portemonnaie belastet und schon gar nicht den Körper mit den Nebenwirkungen eines Carbamazipinpräparates.... Und die eingebildete Heilung dauert auch schon seit ein paar Jahren an.

Welch Glück es doch gibt auf dieser Erde....

tMheo-caxver


[[http://de.wikipedia.org/wiki/Placebo]]

MEonex68


...bei meinem calle half die homöopathie überhaupt nicht...hat er auch schon versucht, geblieben war die TGN...

J;un{dalia


Die Homöopathie ist immer nur so gut wie Kenntnis des Homöopaths. Es gibt allein zur Behandlung des Trigeminusnerv 23 Mittel, die eben auf die ganz bestimmte Art und Weise angewendet werden. Trifft man nicht das richtige Mittel, hilft es natürlich auch nicht.

Aber damit wird die ganze Homöopathie in den Topf "bei mir wirkt das eh nicht" geworfen. Und dann kommt die Sturheit, dies noch einmal zu versuchen zu wollen.

Bei einem schulmedizinischen Präparat ist man geneigt, erst dies dann das zu probieren. Hilft dann u. U. auch nicht (die Foren sind voll von: der Arzt kann nicht helfen !!)

Wenn der Homöopath mal irrt (was vorkommen kann) verhindert das Brett vor dem Kopf des Patienten aber einen erneuten Versuch.

Das ist schade...

Und daher sind auch wissenschaftlich genormte Studien mit homöopathischen Mitteln in der Regel nicht erfolgreich, weil die Mittel nach Befindlichkeit, Auslösern, sonstigen Gewohnheiten gegeben werden.

Und da Probanden zu finden, die quasi wie ein eineiiger Zwilling sind und auch so reagieren - das funzt nicht.

Normale Studien arbeiten nach Standards, der Mensch ist aber niemals Standard.

Und genau das macht einen guten Homöopathen aus, rauszufinden, welches Mittel ähnelt dem Menschen am meisten. Ich kenne Ärzte mit homöopathischen Zusatzausbildungen, die schauen erst einmal in ihr Computerprogramm und lassen dann den Computer machen und auswählen. Diese Ärzte schalten ihre Denke nicht ein und haben in der homöopatischen Behandlung nur gelegentliche Glückstreffer...

All diese Dinge tragen aber genau dazu bei, dass sich die Gegner der Homöopathie die Hände reiben.

Dass sie selbst aber bei chronischen Dingen kaum etwas zur Heilung beitragen, wird natürlich unter den Teppich gekehrt. Würden die Gegner der Homöopathie doch auch mal ein Wort darüber verlieren, würden sie fast sympathisch werden....

I=si0x8


Ich danke Euch für Eure Antworten. Von den Alternativen zu Carbamazepin habe ich bereits gehört. Allerdings werden die, glaube ich, nicht von den Krankenkassen übernommen, weil angeblich deren Wirkung nicht so gesichert sei, kann das sein? Würde ggf. den Neurologen fragen, wenn ich übernächsten Montag wieder zu ihm gehe. Überhaupt renne ich derzeit von einem Arzt zum nächsten :|N

Der Zahnarzt hat gestern festgestellt, dass der äußerste, also letzte Zahn im Oberkierfer rechts (auf der Seite, an der die Neuralgie ist), praktisch tot ist, denn er reagiert nicht auf Kältereiz und pochert immer wieder. Der Zahn direkt daneben hat eine inakzeptable Wurzelfüllung, die ebenfalls entfernt werden muss. Der Zahnarzt hat jetzt schon angekündigt, dass jeder dieser Eingriffe an die 1 1/2 Stunden dauern könne, da sie Zähne sehr schwer zugänglich sind - alternativ müsste er sonst die Zähne ziehen. Gott sei Dank sind wir uns aber einig, dass das nicht unser vorrangiges Ziel ist! Der Zahn- und der HNO-Arzt sind sich einig darüber, dass der nächste Schritt die Behandlung der beiden erkrankten Zähne sein müsse. Bis dahin wäre nichts zu machen. Wobei nicht gesichert ist, dass die Entzündung in der Kieferhöhle durch die erkrankten Zähne verursacht worden ist!

Ich bin noch immer etwas duselig im Kopf, leide unter Müdigkeit, schweren Beinen, einem Blähbauch, Durchfall und Übelkeit und wollte deswegen heute beim Hausarzt vorsprechen, weil ich den Neurologen nicht mehr erreicht habe. Da mein Hausarzt heute nicht mehr da war, erzählte ich all dies seiner Vertretung, die mir nur MCP-Tropfen gegen die Übelkeit verordnete, sein Mitleid über die für mich sicherlich unbefriedigende Situation bekundete und sagte, er würde mich die nächste Woche noch krank schreiben. Ich könnte auch ein Medikament namens "Vomex" einnehmen, aber das würde mich noch müder machen können.... durchatmen, gaaanz ruhig, habe ich mir gesagt.... Da kann man echt total bekloppt von werden. Ich bete, dass sich mein Magen wieder beruhigt, wenn ich am Wochenende die letzte Antibiotika schlucke. Und dass meine Schmerzen dann nicht wieder zunehmen, da ich sonst wieder neue ABs schlucken darf. Ich bin nun seit Ostern schon krank und möchte gern auch mal wieder arbeiten.

Doch ich gebe so schnell nicht auf.

t)atxua


Hallo Isi,

ich habe wegen einer TN auch Carbamazepin genommen, etliche Monate..

Mir fallen zwei Ideen ein:

Erstens: Ich habe auch Benommenheit und Müdigkeit als Nebenwirkung und die sind nach ein paar Wochen fast ganz verschwunden.. vielleicht solltest du noch etwas Geduld haben :-)

Zweitens: Wenn sich die Nebenwirkungen halten, könntest du evtl. die Dosis in Absprache mit dem Arzt reduzieren - vielleicht hast du mit weniger Carbamazepin immer noch Schmerzfreiheit und weniger Nebenwirkung? Die wirksame Dosis scheint sehr individuell zu sein - ich habe 800 mg täglich gebracht um schmerzfrei zu sein.

LG und gute Besserung - Tatua *:)

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