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Hat jemand Erfahrungen mit Elektroschocktherapie?

SdchTildkrötme00A7 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

ich habe seit Jahren schwerste Depressionen mit Suizidgefahr. Therapien, Klinik und die stärksten Medikamente (Lithium, mao-hemmer, sämtliche ältere trizyklische sowie tetrazyklische Antidepressiva, sämtliche neue SSRI Wirkstoffe) habe ich bereits in vielen Kombinationen über die Jahre bekommen, leider bin ich gegen alles resistent.

Ich habe in letzter Zeit öfter in Zeitungen von einer Elektroschocktherapie gelesen, was sich schrecklich anhört, aber angeblich (ich mag es kaum glauben) zu der besten Therapieform mit der höchsten Erfolgsquote zählt. Diese ist angeblich sogar besser als bei Medikamenten.

Ist diese Therapie denn wirklich so gefährlich wie mir Freunde erzählen? Ist es gefährlicher als Lithium und Co? Ich würde mich sehr freuen wenn mir jemand dazu etwas erzählen könnte, da ich leider noch niemanden gefunden habe, der etwas darüber zu berichten weiß.

Gruß

Schildkröte

Antworten
I@nkam-PMalou


Hallo Schildkröte!

Die EKT (Elektrokrampftherapie) so heißt sie richtig, ist nicht gefährlicher als Lithium und Co. Ich habe lange in der Psychiatrie gearbeitet und dort wurde sie oft bei Depressionen angewendet. Auch eine Freundin hat sich nach Jahren erfolgloser Therapie dafür entschieden und sie hat ihr sehr geholfen. Natürlich bestehen Risiken, man bekommt ja immerhin ein Kurznarkose und Strom durch den Kopf, aber sie sind meines Erachtens vertretbar. Lass dich von deinem behandelnden Arzt gut darüber aufklären aber gerade bei solch therapieresistenten Depressionen ist sie eine Möglichkeit die man probieren sollte.

Ich wünsche dir, dass du etwas findest was dir hilft !

Liebe Grüsse Inka @:)

SLchild(k\ate$00x7


Danke Inka-Malou für deine Antwort. Man findet in der Forensuche leider auch nicht viel dazu.

Es scheint alles mit sehr vielen Vorurteilen belastet zu sein. Man denke nur einmal an diese Ganzen Filme in Psychiatrien, einfach schlimm.

Weiss jemand vielleicht über die Nebenwirkungen bescheid, wie lange kann man da wohl nicht arbeiten ? {:(

HfWauNzi


Hallo,

Erfahrungen habe ich damit keine, aber ich habe mich sehr mit dem Thema auseinander gesetzt, da es u.U. die einzige noch verbleibende Therapieform ist, die meiner Frau (schwere Schizophrenie) evtl. noch helfen könnte – das aber nur am Rande.

Weswegen ich Dir eigentlich schreibe: Die Bundesärztekammer hat einen recht interessanten Artikel zu EKT verfasst: [[http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.7.47.3203]]. Äußerst interessant ist vor allem, das EKT bei

1. wahnhafte Depression, depressiver Stupor, schizoaffektive Psychose mit schwerer depressiver Verstimmung,

2. Major Depression mit hoher Suizidalität oder Nahrungsverweigerung,

3. akute, lebensbedrohliche (perniziöse) Katatonie.

als Mittel erster Wahl bezeichnet wird, obwohl es eigentlich nur recht selten als Therapie angeboten wird. Bei uns (süddeutscher Raum) nur in Unikliniken und Landeskrankenhäsuern. Und selbst hier wird EKT nur bei stationärem Aufenthalt in der Psychiatrie und mit Wartezeiten von 3 Monaten und mehr angewendet.

Wenn Du Fragen zum Artikel hast oder eine "Übersetzung" brauchst melde Dich einfach nochmal.

Viele Grüße

S.childkrKöte5007


Vielen Dank,

ich werde mir die Stellungnahme der Ärzte Morgen durchlesen. Bin jetzt erst von der Arbeit nach Hause und Todmüde. Ich wünsche Deiner Frau alles Gute.

Habt Ihr denn schon überlegt, ob diese Elektokrampftherapie für sie in Frage kommt oder nicht?

HDWaxuzi


Ich habe schon mehrfach darüber nachgedacht, habe aber ein Problem damit meine Frau deswegen wieder in eine Psychiatrie außerhalb meiner Reichweite einweisen zu lassen. Und somit leben wir im Augenblick mit den immensen Einschränkungen, wenn es auch schwer fällt...

Viele Grüße

SNchilUdkr-ötex007


Also, ich hab mir den ganzen Bericht erstmal durchgelesen. Ich finde das ganze sehr interessant und hätte keine Angst so etwas zu machen. Ich bin sogar überrascht, dass mich bis jetzt kein Arzt darüber informiert hat.

So wie ich das verstanden habe, wird das praktisch so gemacht, dass man auf eine Station kommt für ein paar Wochen und dann alle paar Tage eine Sitzung hat.

Zur Zeit lässt die Arbeit bei mir so etwas nicht zu, aber auf lange Sicht werde ich es vielleicht hinbekommen, wenn bis dahin immer noch keine Besserung erfolgt ist.

Mein Arzt hat mir gesagt, er hätte erst einmal einen Patienten dorthin geschickt, der jedoch abgelehnt wurde, mit der Begründung, dass die Dosierung seiner Medikamente teilweise zu gering gewesen ist.

Man muss also nachweisen, dass man wirklich schon alles andere erfolglos ausprobiert hat, was bei mir jedoch der Fall ist.

H'Wauzxi


Ja, so findet das auch statt. Von meiner Schwägerin, die in der Uni-Psychiatrie in Heidelberg gearbeitet hat, habe ich erfahren, dass i.d.R. ca. 15 "Sitzungen" bei Depression ausreichend sind; das sind bei 3 Anwendungen pro Woche also ca. 5 Wochen plus ca. 14 Tage bis 3 Wochen an Vorbereitung und Voruntersuchungen.

Auch uns hat man von den recht hohen Hürden zur EKT erzählt; bei der Beurteilung durch die Bundesärztekammer kann ich das aber nicht nachvollziehen...

BTW: In den USA, den Niederlanden, Dänemark und Schweden macht man EKT auch ambulant.

Und: Solltest Du Dich dazu entschließen, einen Platz bekommen und das ganze führt zu einem Ergebnis (egal welcher Art), so würde ich mich über eine Nachricht von Dir freuen.

Viele Grüße und gutes Gelingen

S8childk?röte0x07


Ja, mehrere Wochen kann ich mir zur Zeit beruflich nicht leisten. Auch wenn das blöd klingt, dennoch würde ich so etwas gerne mal versuchen. Ich werde jetzt versuchen die nächsten Monate irgendwie zurecht zu kommen und vielleicht noch einmal ein anderes Antidepressiva zusätzlich zu nehmen. Ich hab ja meistens 3 Stück gleichzeitig, 4 wäre mir aber zu viel, ich werde vielleicht mal was tauschen.

Nur eins ist klar, viel gibt es bei mir halt nicht mehr auszutauschen, da ich schon fast alles hatte.

Also werde ich hier am Ball bleiben, ich hab auch schon mal geschaut, wo so etwas angeboten wird. Ich müsste nur so 2 Stunden mit dem Auto fahren.

Vielleicht meldet sich ja noch mal jemand hier im Thema dazu :[]

F}ranxca


EKT (so heißt es jetzt) kann Dich in einigen Sitzungen aus der Depression rausreißen. Habe es selbst gesehen. Es waren schwere Depressionen mit Zwängen. Wird unter Narkose gemacht, leichte Gedächtnisstörugnen vergehen aber .

Sachilvdkröetex007


Hallo Franca,

warum hast du so etwas gesehen? Bist du Ärztin/Arzt oder Krankenschwester?

Und ist es nicht irgendwie gruselig, würdest du so etwas selbst mit machen?

Meine Verwandten und Freundin haben große Angst, dass ich so etwas mit mache. Ich sollte es ihnen wohl besser vorher gar nicht erzählen. Irgendwie haben die meisten Menschen ganz falsche Vorstellungen. {:(

BFroxuny


Hallo,

mein Mann hat auch Depressionen , schon vieles ausprobiert und hat am Freitag seine erste EKT (Elektrokrampftherapie) bekommen. Er hatte danach 2Tage lang Kopfschmerzen, merkte danach aber noch keine Besserung. Es kann sein, dass der Erfolg auch erst nach einigen EKTs eintritt. Weiß jemand noch mehr dazu, z.B. wann mit Besserung zu rechnen ist?

Viele Grüße und gute Besserung!

Brouny

S]chi(ldk1rötex007


Hallo Brouny,

ich weiss leider auch nicht viel zu dieser in der Öffentlichkeit relativ unbekannten Methode. Was ich dir empfehlen kann, ist der Bericht von der Bundesärztekammer dazu, den HWauzi oben verlinkt, unter dieser Adresse:

[[http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.7.47.3203]]

Vielleicht kennst du ihn noch nicht. Darf ich dich fragen wie alt dein Mann ist? Bei mir könnte es nämlich ein Problem geben, weil ich so jung bin, mir hat ein Arzt gesagt da wird die Therapie nicht so gerne genehmigt.

B~rou!nxy


Hallo,

den Bericht von der Bundesärztekammer habe ich bereits gelesen. Es gibt auch im Internet vom NDR einen kurzen Film über die Klinik in Wilhelmshafen. Dort wird eine EKT unter Narkose an einem Patienten gezeigt. Aber ich habe nirgends Infos erhalten, ab wann diese Therapie greift. Die Ärzte meines Mannes (er ist übrigens 44 Jahre alt) meinten, er solle mal die 6. Therapie abwarten.

Was mich wundert: Wie kannst du bei deinem Zustand arbeiten gehen? Mein Mann ist schon seit Herbst letzten Jahres krank geschrieben und es ist noch bei weitem nicht vorstellbar, wann und ob er überhaupt noch arbeiten gehen kann.

Viele Grüße,

Brouny

SNchild@krötxe007


Ich mag meine Arbeit sehr gerne, irgendwie ist es das einzige, was mir im Leben noch etwas Freude macht. darum hab ich so Angst davor, dass ich wegen der Krankheit demnächst auch ausfallen werde.

Ich bin aber erst 26, ich will auf jeden Fall weiter arbeiten. ICh will aber auch nicht weiterhin jeden Tad durch diese Hölle mit der Gefahr, mir selbst Schaden zuzufügen, gehen.

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