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Fußheberschwäche, was nun?

28.07.10  08:58

Hallo zusammen,

nachdem mich die Schulmedizin (Uni-Klinikum: Neurochirurgische und Neurologische Ambulanz; Neurologin; Hausarzt) nach vielen Untersuchungen in den vergangenen Monaten ohne Diagnose "entlassen" hat, versuche ich mal auf diesem Wege, mir Tipps einzuholen, was mein Problem sein könnte bzw. ob jemand eine Idee hat, wie ich zukünftig damit umgehen könnte.

Mein Problem: Ich leide unter einer Fußheberschwäche am rechten Fuß. Schon seit ca. 1 Jahr. Weil das auf einmal da war – ich kann mich im Rückblick an keinen Unfall, starke Schmerzen o. ä. erinnern – und weil die Fußheberschwäche selbst nie schmerzhaft war, bin ich nicht gleich zum Arzt. Im September ging’s dann zum Fußchirurg.

Erster Verdacht: Verschleppter Muskelfaseriss in der Wade mit der Folge, dass das das rechte Bein unbewusst geschont wurde und dass daher mein Hinken stammt.

Verdacht hat sich nicht bestätigt.

Nächster Schritt: Untersuchung beim Phlebologen – > gefäßtechnisch kein Befund, alles ok

Nächster Schritt: Überweisung zur Neurologin. Erstmals wurden die Nerven im rechten Bein untersucht – > kein Befund

Ihr Verdacht: Bandscheibenvorfall, daher Überweisung zur Computertomographie, später in die Neurochirurgische Ambulanz der hiesigen Uniklinik. Eine OP an der Wirbelsäule stand kurzzeitig im Raum.

Bei der anschließenden Computertomographie im Bereich der Lendenwirbelsäule war kein Vorfall zu erkennen, allerdings Vorwölbungen und Verknöcherungen.

Es folgte noch ein MRT der LWS mit demselben Ergebnis.

Später dann noch ein MRT des Beckens und des Oberschenkels.

Ergebnis dieser diversen Untersuchungen: Eine Verengung im Bereich der LWS als Ursache für die Fußheberschwäche kann ausgeschlossen werden. Auch im Becken und im Oberschenkel gab’s keinerlei Unauffälligkeiten.

Es wurden seit Jahresbeginn auch 3 EMG durchgeführt. Schon beim ersten Mal konnten ganz klar Schädigungen in der rechten Wade und teilweise auch im Oberschenkel festgestellt werden. Die 2. und 3. EMG bestätigten diese Ergebnisse jeweils. Wobei dabei festgestellt wurde, dass sich Nerven teilweise regenerierten aber auch aktuell neue Schädigungen zu beobachten waren. Nach der letzten EMG meinte der Neurologe in der Uniklinik: Es habe etwas von einem Wettlauf, einerseits neue Schädigungen, andererseits Regeneration. Quantifiziert werden könne aber weder das eine noch das andere, so dass eine Vorhersage, wer "gewinnt" diesbezüglich nicht möglich sei.

Auch Neurovegetative Untersuchungen zur Leitfähigkeit des vegetativen Nervensystems wurden durchgeführt: Wärme- und Kälteempfinden bzw. Wärme- und Kälteschmerz an Händen und Füßen. Irgendwie wurde die Schweißausschüttung gemessen, das kann ich nicht mehr nachvollziehen.

Da wurde unter anderem bestätigt, was ich eh schon wusste: Mein rechter Fuß incl. Wade fühlt sich meist kühler an als sein linker Pendant.

Es wurde bald eine Nervenwasseruntersuchung durchgeführt --> alles negativ, kein Befund

Borreliose, Diabetes – > alles untersucht, kann ausgeschlossen werden

Der Uniklinik-Neurologe sprach zuletzt immer von Mononeuritis Multiplex. Er wollte es mir mit blumigen Worten erklären, was das genau ist, hat das aber nicht geschafft. Da rächte es sich mal wieder, dass auf der Realschule kein Latein gegeben wurde Winken

So gab’s kürzlich den abschließenden Befund aus der neurologischen Ambulanz.

Im abschließenden Gespräch mit dem Uniklinik-Neurologen und danach auch mit der Neurologin und meinem Hausarzt war der Tenor: Es gibt eine Nervenschädigung, weil aber der Ort bzw. der Ursprung nicht festgestellt werden kann, ist eine abschließende Diagnose nicht möglich. Es wird darauf hinaus laufen müssen, dass ich (Jahrgang 1968) mit der Fußheberschwäche leben muss.

Das heißt, da ich meinen rechten Fuß nicht mehr abrollen kann und damit nur noch "aufpatsche", laufe ich ziemlich unrund durch die Gegend. Was für den Rest des Körpers zukünftig u. U. nicht folgenlos bleiben wird, grad im Hinblick auf meine schon leicht vorhandenen Probleme in der Wirbelsäule (s. oben).

Ziel sollte es sein, dass ich meinen Körper auf diese Situation quasi vorbereite.

Kürzlich war ich auch erstmals bei einem Heilpraktiker, der es mit Reizstrom, Eigenblut etc. probiert. Werde ich noch abwarten müssen, ob da was geht.

Der andere Heilpraktiker, bei dem ich letzte Woche einmal war, versprach mir, ich müsste gleich eine Veränderung bemerken, als er mich mit den heißen Akupunkturnadeln stach. Eine Reaktion darauf konnte ich in meinem Bein/Fuß leider nicht erkennen. In keinster Weise.

Ich war jetzt auch schon einige Male in der Gyoreflextherapie. Auf der Bank liegend verspüre ich während der Behandlung immer relativ schnell ein starkes Kribbeln im Fuß, sicher als Reaktion auf die Therapie. Steh ich auf von der Liege ist es bald wieder wie vorher.

Letzterer Therapeut äußerte übrigens den Verdacht, es könnte sich bei mir um das sog. Kompartment-Syndrom handeln. Was die Neurologin allerdings kurzerhand ausschloss.

Was gibt’s noch zu sagen: Meine Zehennägel am rechten Fuß wachsen sehr deutlich langsamer als die am linken Fuß. Da das früher nie so war und für mich auch so ziemlich ungewöhnlich scheint, könnte da vielleicht ein Hinweis drin stecken, wo die Ursache sein könnte.

Warum ich hier schreibe? Vielleicht gibt’s Leidensgenossinnen oder -genossen die ein ähnliches Krankheitsbild haben, die mir vielleicht auch Tipps geben, was man gegen die Fußheberschwäche noch tun kann, zu wem ich noch gehen könnte.

Vielleicht hat ja auch ein Mediziner hier eine Idee. Eine Idee, die bis jetzt keiner der geschätzt 15 Mediziner hatte, die mich in den letzten Monaten in ihrer Mangel hatten.

Ich hoffe, ich hab alles einigermaßen verständlich geschrieben. Medizin ist absolut NICHT mein Fachgebiet. Sollte etwas undeutlich formuliert sein, versuche ich gerne in einer Antwort meine Angaben zu präzisieren.

Mit freundlichen Grüßen

Martin

P.S. ich hoffe, es ist ok für die Macher hier, wenn ich mein Anliegen auch in anderen Foren poste? Gibt’s irgendwo gute Hinweise für mich, stelle ich die gerne dann auch hierein.

mEamarlusi

28.07.10  16:42

Hi Mamalusi

Wie ist dein Schmerzempfinden in den beiden Beinen? Wie sehen deine Beine aus? Du schreibst von Bindegewebsschwäche.

LBöck(che nx1

29.07.10  09:06

Hi Löckchen,

das Schmerzempfinden ist eigentlich normal, an beiden Füßen/Beinen gleich. Der betroffene rechte Fuß hat eine leichte rötliche Färbung, ist ganz wenig geschwollen. Die Haut sieht schon anders aus. In der Ferse hab' ich oft zur Innenseite des Fußes hin ein leichtes Taubheitsgefühl.

Von einer Bindegewebsschwäche habe ich nicht geschrieben, zumindest nicht bewusst. Wie gesagt, ich hatte kein Latein ;-) Im Ernst, davon war bei keinem der Ärzte die Rede.

Gruß Martin

mNamaOlusi

29.07.10  09:06

Hi Löckchen,

das Schmerzempfinden ist eigentlich normal, an beiden Füßen/Beinen gleich. Der betroffene rechte Fuß hat eine leichte rötliche Färbung, ist ganz wenig geschwollen. Die Haut sieht schon anders aus. In der Ferse hab' ich oft zur Innenseite des Fußes hin ein leichtes Taubheitsgefühl.

Von einer Bindegewebsschwäche habe ich nicht geschrieben, zumindest nicht bewusst. Wie gesagt, ich hatte kein Latein ;-)

Im Ernst, davon war bei keinem der Ärzte die Rede.

Gruß Martin

mFamalRuxsi

29.07.10  09:13

Hi,

ich habe auch eine Peroneusparese (also eine Fussheberschwäche) im rechten Fuss, habe damals auch erst nach einem Jahr eine ORthese bekommen, die das Aufwatschen oder auch daran hängenbleiben verhindert. Eine sog. Peroneusorthese, würde ich dir auf jedenfall empfehlen, weil damit das Gangbild wesentlich besser wird und auch folgeschäden verhindert werden können. Bekommen tust du so eine bei jedem Orthopäden auf Rezept, manchmal muss man diese allerdings darauf ansprechen.

ANsonsten wirst du, genauso wie ich damit leben müssen, aber das geht, man gewöhnt sich dran. Probleme hab eich halt insbes. beim AUtofahren, weil ich keine Gas geben kann. Dafür bekomme ich ihn naher zukunft einen Umbau auf Handgas und Bremse, allerdings auch weil ich durch mehrere Dinge auf nen ROlli angewiesen bin. Nunja, ich wünsche dir was.

Meld dich wenn du magst

Gruss

Bmie#ne81

29.07.10  19:27

Die Haut sieht schon anders aus.

Hi Mamalusi kannst Du die Haut im Vergleich zum anderen Fuß beschreiben?

Leöckchexn1

31.07.10  09:54

@ Löckchen,

wie gesagt, der rechte Fuß hat eine leichte rötlich Färbung, die der linke nicht hat. Dazu noch eine leichte rötlich Sprenkelung. Die Zehen sehen "schrumpliger" aus als rechts.

Ist etwas schwierig zu beschreiben, ich werd bei Gelegenheit mal ein Link zu einem Bild einfügen.

@ Biene,

danke für die Antwort einer Leidensgenossin.

So eine Schiene hatte ich auch schon, eine bewegliche, verschrieben vom Hausarzt und befürwortet von der Neurologin. Der Uniklinik-Neurologe meinte allerdings, dass das nicht so geschickt sei, da mir damit zwar geholfen würde, dass ich nicht überall hängen bleibe, andererseits würden funktionierende Muskelpartien unnötig geschont. Hab sie dann weggelassen.

Hast du eine starre oder eine bewegliche Schiene?

mKamalxusi

31.07.10  10:04

Ist ein CT/MRT vom Gehirn gemacht worden? Es könnte sich um einen Mini-Schlaganfall oder einen etwas untypischen Beginn von Multipler Sklerose handeln.

NBandaxna

31.07.10  10:17

Mit "mononeurits multiplex" ist eine Neuropathie gemeint. Da Verköcherungen in der Wirbelsäule entdeckt wurden, so könntest du auch mal einen internistischen Rheumatologen konsultieren. Bei vielen rheumatischen Erkrankungen kann es zu Fußheberparesen kommen. Allerdings müßtest du schon lange auch Beschwerden haben, vor allem dann in der betreffenden Stelle in der Wirbelsäule, bevor es soweit kommt. Wenn du noch nie bei einem internistischem Rheumatolgen warst, solltest du dir diese Option auch mal offenhalten. Aber es ist dann meistens eine lange Suche.

DHinoz200x0

31.07.10  10:29

Da ein MRT der LWS immer in "entspannter" Rückenlage gemacht wird,sieht man leider nicht immer wo eine Bandscheibe auf eine Wurzel drückt.

Vielleicht solltest Du mal "Funktions" aufnahmen mache lassen.Das ist Röntgen in gebückter haltung und im stehen usw.

Nur so kann man manchmal erkennen wie die Bandscheiben unter Belastung sich verändern.

Ich musste auch lange lange suchen für meine Urogenitalen Probleme,bis ich nach etwa 1 jahr dann dieses ergebnis bekommen habe.

Eine Lubalpunktion und Kopf MRT ,Urologie alles durch....am ende hängt es an einer Bandscheibe die unter belastung "gleitet".

knle-inerpVreis

02.08.10  13:52

Danke für eure Antworten. Das sind alles Punkte, die ich mir notiert habe und abarbeiten werde.

Kopf MRT wurde bisher noch keines gemacht.

@ Löckchen

Achtung, wie schonmal geschrieben, gleich kommt ein Link zu einem Bild von meinen Füßen. (Nichts für schwache Nerven :-) :-) )

Ist von heute morgen, bald nach dem Aufstehen. Der rechte Fuß ist der, der schwierig macht.

[[http://img44.imageshack.us/img44/6/p1020020y.jpg]]

Vielleicht kann die Fachfrau/der Fachmann da was spezielles erkennen?

mEam6alusei

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