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Starke Sehstörungen durch Trevilor/Venlafaxin ?

dVaoveh hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Name ist David, ich bin 23 Jahre jung und leide seit etwa 6 Wochen an Panikattacken und ständiger Angst vor einem Hirntumor. Alles hat angefangen mit schwachen aber sehr unangenehmen Kopfschmerzen nach enormen familiären Problemen zu denen sich noch großer Prüfungsstress an der Uni gesellte. Durch die Kopfschmerzen begann ich mir einen Gehirntumor einzureden, weil ich scheinbar immer zuerst an die schlimmste Erkrankung denke wenn es irgendwo zwickt. Durch die ständige Angst an einem Tumor erkrankt zu sein hatte ich fortan fast täglich schlimme Panikattacken, jedesmal in Verbindung mit Todesangst. Ich war mir immer sicher – jetzt ist es vorbei. Doch nach spätestens einer halben Stunde ging es mir wieder besser. (Die Panikattacken äußerten sich bei mir durch exteme Hitzegefühle im Kopf, Leeregefühl im Kopf als wäre ich benommen, Schwindel, Angstschweiß auf der Stirn, Kloßgefühl im Hals, teilweise auch Erstickungsanst.)

Einmal war es so schlimm dass ich ins Krankenhaus gefahren bin, wo mich ein Neurologe gründlich untersuchte und schließlich feststellte dass ich körperlich vollkommen in Ordnung sei, und es wahrscheinlich ein psychologisches Problem ist.

Mein Hausarzt verschrieb mir vor etwa 4 Wochen zunächst Trevilor/Venlafaxin 37,5 mg (worauf ich zunächst mit Übelkeit, sehr großen Pupillen und Herzrasen reagierte) und drei Tage später Lorazepam (beschränkt auf eine Packung, weil es ja süchtig macht). Von Lorazepam nahm ich früh und abend eine halbe Tablette.

Durch mein ständiges Suchen im Internet (vor allem nach Symptomen von Gehirntumoren) wurde meine Angst zwar immer schlimmer, ich wurde jedoch auch darauf aufmerksam dass lang anhaltende Kopfschmerzen von Verspannungen und Stress kommen können. Daraufhin begann ich vor etwa 2 Wochen zu joggen und meine Knirscherschiene für meine Zähne regelmäßig zu tragen. Die Kopfschmerzen wurden daraufhin tatsächlich viel besser und treten seitdem nurnoch ganz selten mal ganz kurz auf.

Allerdings bemerke ich seit ebenfalls etwa 2 Wochen eine extreme Lichtempfindlichkeit und andere Probleme mit meinen Augen, die ich mal kurz aufzählen möchte :

- Mouche Volantes

- ein kleiner blauer/weisser Lichtpunkt der kurz aufleuchtet und wieder verschwindet

- Lichtblitze an Rändern von Gegenständen, die am Rand entlang zu huschen scheinen

- einen Lichtbalken vor den Augen wenn ich lange in einen Computerbildschirm schaue

- ich werde von Straßenlaternen und Autoscheinwerfern geblendet

- ich sehe immer Nachbilder von Gegenständen

- meine Augen "verwackeln" ganz kurz (nicht das gesehene Bild), dabei hab ich ein kurzes Schwächegefühl im Auge

- wenn ich die Augen schließe scheinen sie hin und her zu zittern, dadurch kann ich nichtmehr einschlafen und mein linkes Auge geht manchmal auf dadurch

- ich sehe auch bei geschlossenen Augen "Lichtgestalten"

- Bildschirme und Neonröhren flackern im Augenwinkel

- einmal bin ich nachts aufgewacht, hab das Licht angeschaltet und alles hat wild geflackert vor meinen Augen

- Hitzegefühl im rechten Auge (maximal 5 Minuten)

- Karierte Böden oder Tischdecken flimmern vor meinen Augen

- es sind noch einige Sachen mehr, mir fällt im Moment nicht alles ein

Wichtig zu wissen wäre vielleicht noch dass ich die Einnahme von Lorazepam und Trevilor schrittweise verringert habe und es seit 3 Tagen garnicht mehr nehme.

Die Beschwerden treten zu 90 % nachts oder in dunklen/düsteren Räumen auf. Wenn ich abgelenkt bin nehme ich sie kaum noch wahr, dafür sind sie umso schlimmer und häufiger wenn ich mich darauf konzentriere.

Meine zwei Besuche beim Augenarzt blieben ohne Befund, auch ein weiterer Neurologe bei dem ich war meinte, es hängt vielleicht mit der Angststörung zusammen (Hirnströme und Sehnerv seien in Ordnung, auch körperlich nichts äuffälliges). Ein MRT hält er für überflüssig, auf die Frage hin ob es ein Hirntumor seien könnte musste er sogar lachen, für so lächerlich hielt er meinen Gedanken. Wenn es schlimmer wird soll ich halt nochmal kommen.

Kann mir vielleicht hier jemand was dazu sagen? Kann es wirklich mit der Angststörung oder den Medikamenten zusammenhängen ? Der Gedanke an einen Hirntumor und daraus resultierende Sehstörungen macht mich einfach fertig. Ich weiss nicht mehr weiter.

Danke schonmal für Eure Antworten.

Antworten
Lnöclkchenx1


Hi Daveh,

Ich hatte selber mit krankhafter Angstsymtomatik zutun und kenne all das flckern, Lichtpunke und dunkle fecken sehen, versachwommen sehen, im Augenwinkel merkwürdig sehen usw. Da was du beschreibst sind kommt mit hoher Warscheinlichkeit durch deine Angststörung.

Deshalb ist es absolut keine gute Idee, nach nur wenigen Wochen Einahme das AD wieder abzusetzen/auszuschleichen. Ein schwerer Rückfall ist so vorprogramiert, denn Du hast ja nicht mal alle Symptome der Störung überwunden. Ein AD sollte grundsätzlich mindesten 6 Monate über das verschwinden der letzten Symptome hinaus engenommen werden. Und dann kann man es ganz langsam ausschleichen.

Wenn Du aber wirklich verhindern willst, wieder eine Angststörung zu entwickeln, solltest du zusätzlich eine Psychotherapie machen. Sprich mit deinem Arzt darüber.

Das du das Lorazepam ausschleichst, ist absolot richtig.

L0öck-chenx1


Übrigens ist 37.5 mg Venlafaxin eine absolute Minidosis. Ich nehme 225 mg Venlafaxin ein.

d~avLexh


Hallo Löckchen,

vielen Dank für deine Antwort. Es beruhigt mich schonmal wenn du ähnliche Dinge mit den Augen erlebt hast wie ich und es scheinbar mit der Angststörung zu tun hat.

Ich befinde mich schon in psychotherapeutischer Behandlung, mein Hausarzt hat mir das sofort geraten. Nächste Woche geh ich das zweite mal hin. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen ohne Medikamente damit fertig zu werden. Wenn das überhaupt nicht möglich sein sollte, kann ich sie ja immernoch nehmen.

Hat sonst noch jemand ähnliches erlebt und kann mich vielleicht ein bisschen beruhigen ?

LLöckYchexn1


Ich befinde mich schon in psychotherapeutischer Behandlung, mein Hausarzt hat mir das sofort geraten. Nächste Woche geh ich das zweite mal hin.

Hi Daveh, Du hast einen klugen Hausarzt. Und ich finde es super, das du seinen Rat angenommen hast. Du könntest die Frage hier auch mit deinem Psychotherapeuten besprechen. Er kennt sich aus mit dem Thema.

Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen ohne Medikamente damit fertig zu werden. Wenn das überhaupt nicht möglich sein sollte, kann ich sie ja immernoch nehmen.

Du bist ja in guten Händen. Es stimmt, wenn es dir wieder schlechter geht, kannst Du tatsächlich wieder auf ein AD zurückgreifen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg auf deinem Weg.

a\jewii


Hallo David,

ich wollte dich fragen, ob es mit den Augen besser geworden ist seitdem du das Trevilor abgesetzt hast.

Ich hatte Trevilor zwei Monate lang genommen gehabt und als ich es reduzierte, traten bei mir genau die Symptome auf, wie du es beschrieben hast!!! Daraufhin setzte ich Trevilor ganz ab und es wurde noch viel schlimmer, ohne Sonnenbrille kann ich kaum aus dem Haus, weil meine Augen extrem lichtempfindlich reagieren. Als Absetzerscheinung bei Trevilor sollte sowas vorkommen (stand in der Packungsbeilage) und ein Augenarzt konnte bei mir auch keine organische Ursache finden, also mit den Augen ist rein organisch alles in Ordnung.

Es sind schon 5 Wochen vergangen seitdem ich Trevilor abgesetzt hatte und es ist nicht besser geworden. Bin echt am Verzweifeln ob es überhaupt weggehen wird.

Würde mich sehr freuen auf deine Antwort!

LG

POustebhlume&65


Sehstörungen sind ein Symptome psychischer Störungen z.B. der Depression.

Wenn man das AD zu schnell, ohne wirklich eine lange Zeit (mindesten 6 Monate) stabil zu sein absetzt, muss man damit rechnen, das die depressive Symptomatik wieder voll ausbricht und somit auch Sehstörungen.

Nicht das AD ist warscheinlich dein Problem, sondern deine psychische Störung.

CRonn>y1967


Wie kommen Sehstörrungen durch Angstattacken zu stande ??? ?

LG Conny

BDrombeQerk;üchleixn


Unerwünschte Wirkungen von Trevilor

Zu Beginn der Einnahme treten als Nebenwirkungen oft Magen-Darm-Beschwerden auf; es kommt häufig zu vermehrter Unruhe und diffusen Angstzuständen. Psychotische Reaktionen sind beschrieben, eventuell als Folge der dopaminergen Wirkung. Vermehrte (Nacht-)Schweißbildung, Blutdruckerhöhung und Herzbeschwerden sind ebenfalls möglich. Übelkeit ist eine sehr häufige Nebenwirkung (mehr als 10 % der Patienten); unter anderem Erbrechen, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Schwindel, Schlaflosigkeit, Nervosität, Zähneknirschen, Zittern und Sehstörungen sind häufig (1–10 % der Patienten). Weiterhin kann es zu Benommenheit und Müdigkeit kommen. Venlafaxin löst sehr häufig sexuelle Funktionsstörungen aus und kann die Libido vermindern.

Als Absetzerscheinung bei Trevilor sollte sowas vorkommen (stand in der Packungsbeilage) und ein Augenarzt konnte bei mir auch keine organische Ursache finden, also mit den Augen ist rein organisch alles in Ordnung.

Gib dem ganzen noch etwas zeit und wenn es garnicht weggeht, dann rede mit dem Arzt der dir das Trevilor verschrieben hat.

B0roembeer!küchlexin


Wie kommen Sehstörrungen durch Angstattacken zu stande ??? ?

Angst, Panik und Depressionen können so ziemlich alle körperlichen Symptome "zaubern" die es gibt. Unter anderem gehören Sehstörungen wirklich zum Krankheitsbild von Depressionen. Aber im Fall von ajewi würde ich wirklich sagen, das es mit dem Trevilor zusammen hängt, da sie vor der Behandlung mit Trevilor keine Sehstörungen hatte. ;-)

PXusteb"lumxe65


Das sehe nich anders. während meiner ersten diagnostizierten Depressiven Episode hatte ich sehr viele körperliche Symptome, auch massive Sehstörungen. Während meiner 2ten Depressiven Episode stand die körperliche Erschöpfung im Vordergund, ich hatte keine Sehstörungen.

Das wird auch von anderen Depressiven so berichtet. Man kann sagen, jede Depressive Episode ist anders. Sehstörungen sind aber ein extrem häufiges Symptom.

afjewOi


vielen Dank für Eure Antworten :)z

Es stimmt, dass bei Depressionen Sehstörungen auftretten. Vor der Einnahme von Trevilor sah ich alles nur verschwommen und hatte kaum Konzentration. Aber so eine Lichtempfindlichkeit ist bei mir noch nie gewesen.

Das komische ist, dass ich haargenau dieselben Problemme mit den Augen habe, wie es David beschreibt. Nun sind schon zwei Monate vergangen seitdem ich Trevilor abgesetzt hatte, aber die extreme Lichtempfindlichkeit ist kein Bisschen besser geworden.

Es würde mich halt beruhigen zu wissen, dass es sich nach paar Wochen legt....

Ich kann max eine halbe Stunde Fernsehen, danach tun mir die Augen höllisch weh, als würde ich auf einen Scheinwerfer direkt schauen. Wenn ich die Augen zu mache, dann flackert es alles vor den Augen. Es ist einfach irre.

Die Psychiaterin, die mir Trevilor verschrieben hatte, meinte nur ja das könnte auftretten, aber bisher hatte sie noch keine Patienten, mit solch argen Absetzerscheinungen. Sie meinte, sie kann eigentlich gar nichts für mich tun. Ich nehme jetzt seit einem Monat Cipralex gegen Depressionen, mein Zustand hat sich gebessert, aber die Lichtempfindlichkeit ist immer noch so grass wie vor zwei Monaten.

Ich hatte mal in einem anderen Forum gelesen gehabt, dass die Absetzerscheinungen von Trevilor bei manchen bis zu drei Monaten gedauert hatten. Ich reagierte halt mit Lichtempfindlichkeit. mehr als zu hoffen bleibt mir nicht, dass es wahrscheinlich nach paar Wochen weggeht. Es ist zum Verzweifeln, ich kann ja nicht mit einer starken Sonnenbrille zur Arbeit hingehen.

Ich war schon bei drei Augenärzten. Das einzige was sie feststellten, war trockene Augen. Nehme jetzt Augentropfen, hilft mir gegen die Schmerzen, nur ist die Lichtempfindlichkeit leider genauso.

Vielleicht hatte ja Jemand ähnliche Erfahrung gehabt mit Trevilor absetzen, würde mich sehr interessieren...

LG Jewi

M}au<rigUha


Ich würde an deiner Stelle zunächst mal damit aufhören, stundenlang im Netz nach allen möglichen Krankheitssymptomen zu suchen. Letztendlich sind sämliche Krankheitsbilder die du da findest doch in deinem Alter wohl kaum relevant. Eine psychische Erkrankung ist da schon wahrscheinlicher, also hör auf dir ständig neue Nahrung für weitere Panikattacken im Netz zu suchen.

axjexwi


also eigentlich suche ich nicht im Netz nach irgendwelchen Krankheitssymptomen.

Bei mir ist nach Absezten von Trevilor eine starke Lichtempfindlichkeit aufgetreten, die schon seit zwei Monaten andauert. Das einzige was ich im Netz suche, ist was ich dagegen tun kann, weil es mich sehr im Alltag einschränkt.

Beim googeln von Lichtempfindliche augen in Verbindung mit Trevilor, bin ich auf Davids Beitrag gestossen. Da er dasselbe durchgemacht hatte, wie ich jetzt, würde es mich halt sehr interessieren, ob es sich mit den Augen bei ihm gebessert hatte.

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