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Lobotomie: Grausames Verbrechen?

lZnKc4ogni3to hat die Diskussion gestartet


Durch den Film "Shutter Island", den ich im Übrigen spitze fand :)^ bin ich auf die Lobotomie aufmerksam geworden und konnte es fast nicht fassen, dass es das wirklich gab und vllt noch vereinzelt gibt..

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Lobotomie]]

Ich weiß nicht warum, aber irgendwie lässt mir die Verfahrensweise alle Haare zu Berge stehen. Löcher in den Schädel bohren, Hirn zerschneiden, später dann durch die Augenhöhlen. (was ward aus dem zerschmetterten Knochen hinter dem Auge, wuchs der wieder zu?) Ich hab nicht schlecht geschaut... :-o

Ich finde, das Gehirn ist irgendwie unantastbar. tabu. Da soll niemals was rumgeschnitten werden, nur weil man meint, hilft gegen Psychosen etc. Selbst wenn es das täte. Das Gehirn ist einfach zu komplex und wenn man Teile des Empfindens ausschaltet, sodass man nur noch als gefühlsloser, kalter Mensch regiert, ist man doch praktisch tot...

Wie seht ihr das?

Antworten
SGwee,tLcitt(lre Prhincexss


Bei Epilepsie zerschneidet man, glaube ich, die Gehirnhälften, damit es besser wird. Wenn es damit wirklich besser wird und der Mensch besser leben kann, finde ich es gut!

A2ltaxir


Das ist ein zweischneidiges Schwert – es gibt chirurgische Verfahren, die durchaus ihren Sinn haben – wie die schon erwähnte Epilepsiechirurgie ([[http://de.wikipedia.org/wiki/Epilepsiechirurgie)]], die dann angewandt wird, wenn durch eine anders nicht unter Kontrolle zu bringende Epilepsie das Leben des Patienten gefährdet ist, da bereits Gehirnbereiche geschädigt sind. Das kann im Extremfall sogar die Entfernung einer Gehirnhälfte sein ([[http://de.wikipedia.org/wiki/Hemisph%C3%A4rektomie)]].

Aber Methoden wie die Lobotomie, die zur Behandlung von psychischen Leiden verwendet wurden, sind zum Glück weitgehend ausgestorben. Lediglich in Extremfällen, die anders nicht behandelt werden können werden vereinzelt deutlich präzisere Methoden mit weniger Nebenwirkungen als Psychochirurgie ([[http://de.wikipedia.org/wiki/Psychochirurgie)]] eingesetzt. Die Vorstellung ist aber in der tat gruselig und daher wird das nur als ultima ratio angewandt, wenn sonst wirklich nichts mehr hilft, um ein würdiges Leben zu ermöglichen.

j~umaWp<ia


also die hier beschriebene verfahrensweise verursacht bei mir eher übelkeit :=o . bei epilepsie wird das so weit ich weis auch nur in besonders schweren fällen gemacht und heute auch "etwas" anders. die härte ist mal wieder wurde so eine methode bei menschen gemacht die man scheinbar für krank hilt oder sich schlicht und einfach nicht wehren konnten.

ja ich denke auch das daß hirn unantastbar ist! natürlich wenn eine operation sein muss muss sie sein, jedoch nicht so eine und nicht aus diesen gründen!!!

lg

MSonCixM


Das uns diese Prozedur im Zeitalter der minimalinvasiven Eingriffe wie ein barbarisches Ritual vorkommt ist klar-und dass obwohl sie gar nicht mal so "alt" ist.

Als sie erfunden wurde, galt sie aber eine Zeitlang als die Möglichkeit, Psychosen zu "behandeln

Bei der Entwicklung der Medizin wurden schon immer Fehler gemacht-und das wird auch in Zukunft so bleiben. Ich erinnere hier mal nur kurz an "RoboDoc", eine ferngesteuerte Maschine, die va für Hüftgelenks-OP's als DIE Innovation galt, das liegt gar nicht lange zurück. Mittlerweile weiß man, dass dieses Verfahren sehr fehleranfällig ist, und viele RoboDoc operierte sind heute schlimmer dran als vor der OP, alle Kliniken die sich das Ding angeschafft haben haben nun große Probleme, dass es sich überhaupt amortisiert.

Es wäre schön, wenn in der Medizin jeder Fortschritt auch eine Verbesserung bedeuten würde-nach wie vor gilt hier aber das Prinzip "Trial and Error", bis bessere Methoden gefunden worden sind, um Verfahren im Vorfeld auf ihre Tauglichkeit zu testen.

M*onCiM


Zum Thema Lobotomie gibt es übrigens noch einen anderen sehr guten Film: [[http://de.wikipedia.org/wiki/Einer_flog_%C3%BCber_das_Kuckucksnest]]

BVothr ops_tatrax


Welt der Wunder 6/10 - auf Seite 37:

??Gab es einen Nobelpreis für die Folter ???

Howard Dully liegt festgeschnallt auf einem Krankenbett. Vier Elektroschocks hatte ihm der Neurologe Wlater Freeman versetzt. Dann fiel der 12-Jährige ins Koma.

Freemann greift zu einer 20 cm langen Stahlnadel. Der Arzt schiebt das Instrument am Aufapfel vorbei, ins Gehirn,. Durch die andere Augenhöle führt er ebenfalls eine Stahlnadel ein. Dann fasst er beide Instrumente und schwenkt sie hin und her, um so Nervenfastern in den Stirnlappen durchzuschneiden.Signalstränge die zum zwischenhirn führen, Wahrnehmungen mit Fehühlen verbiunden - und die, so glaubt Freeman, in Howards Kopf falsch verknüpft sind.Lobotomie nennt sich die Behandlung, bei der Freeman mit Schnitten im Gehirn die Persönlichkeit verändern will. So unglaublich es klingt. Für diese Methode gab es 1949 den Nobelpreis der Medizin! Bis zu seiner Pensionierung 1962 lobotomisierte der Neurologe mehr als 5600 Menschen. Unter anderem um Homosexualität aus dem Gehirn der Patienten zu "entfernen". Und auch in Europa wurde bis in die 1980-er Jahre Tausende Menschen lobotomisiert. Folge: Die Gefühle der Patienten stumpften ab (Zwischenbemerkung von Tammy : Dafür gibt es heute Gewaltverherrlichende Computerspiele ;-D ), das abstrakte Denken wurde vernichtet und ein roboterähnliches, kontrollierbares Individuum erschaffen.

Liebe Grüsse:

Tammy

sXunZshixney


ich möchte nicht wissen, wieviele in der psychatrie ungefragt dieser operation unterzogen worden sind..........wenn halbgötter in weiß gott spielen ........

lKnchognxito


Ja Tammy, das ist genau das, was mir Angst macht und warum ein Gehirn für mich unantastbar gilt, selbst bei schweren psychischem Erkrankungen. Ausnahme ist natürlich die Behandlung/Entfernung von Tumoren etc.

Das Gehirn ist unberechenbar und viel zu wenig erforscht, als das man da einfach irgendwas durchschneiden kann. Die Folgen sind viel zu groß. Vor dem Gehirn hab ich sehr viel Respekt, ist es doch unser Zentrum aller, unser Bewusstsein... Ist für mich nahezu heilig, ergo unantastbar ;-D

AXl/tai'r


Viel zu viele – in den 50er Jahren galt das geradezu als Wundermittel... Und es wurde von häufig von Ärzten durchgefürht, die nicht Neurochirurg (oftmals nicht einmal überhaupt Chirurg) waren.

Hintergrund dessen ist, dass zum einen viele Psychopharmaka, mit denen man die psychischen Störungen heute bahandeln kann noch nicht bekannt waren, zum anderen das diverses als behandlungsbedürftige Störung klassifiziert wurde, was keine war (z.B. Homosexualität)

llnc,ognidto


Die Methode hat für mich irgendwie was horrorfilmäßiges.

Geisteskrankheiten kann man nicht anhand Schnippeleien "heilen", weil sie in der Psyche entstehen...

j1u|m=apixa


incognito ich sehe es genau gleich!!!!! ich erinnere mich auch nicht so gern an MENGELE!!!

B0othr.opsC_"atrax


Da hast Du recht - ich würde mich da auch nicht rumfummeln lassen! Aber meist wurden die "Opfer" ja nicht gefragt :-/

Das erinnert mich irgendwie an die "Arbeiten" von Josef Mengele ...

Liebe Grüsse:

Tammy

lgnxcoLgnxito


Selbst wenn die Psyche dadurch wirklich geheilt werden könnte, sind die Folgen; zB. andere Persönlichkeit viel zu groß. Die eigene Persönlichkeit, das eigene Ich, das, worauf mein ganzes Leben beruht, das soll plötzlich anders sein? Nein Danke.

Was hat Mengele denn gemacht? Muss ich mal googeln :)^

Bpothrocps_Catraxx


Jumapia ..:) Gleicher Gedanke, nur das Du 2 Sek. schneller warst :)

incognito: liegt die Psyche nicht im Gehirn? Einen gewissen "Erfolg" (mir behagt es nicht dieses Wort in diesem Zusammenhang zu schreiben) hatte man ja mit der Methode ...

Liebe Grüsse:

Tammy

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