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Unerklärbarer Schwindel, wiederkehrend und immer schlimmer

SDolLanciqta hat die Diskussion gestartet


Hallo,

zuerst einmal: Ich war mir nicht sicher, in welchen Bereich ich posten sollte, da eben nicht festgestellt werden kann, woher mein Problem eigentlich kommt. Ich möchte in der Hoffnung dass mir hier jemand helfen kann, trotzdem versuchen mein Problem zu beschreiben.

Es wird wohl ein bisschen länger werden ... versuche mich aber kurz zu fassen.

Meine Symptome:

Seit ich 18 bin (also seit 10 Jahren) leide ich immer wiederkehrend unter Schwindelanfällen. Diese halten 1 Tag bis 2 Wochen lang an und verschwinden dann wieder eine Weile (mehrere Monate). Einen Zusammenhang mit Stresszeiten oder Zeiten in denen es mir psychisch schlecht geht, gibt es offensichtlich nicht (trat schon in Zeiten auf, wo es mir nicht gut ging, ich viel Stress hatte, wie auch in Zeiten in denen ich monatelang bzw. jahrelang glücklich und zufrieden war und ein normales Arbeitsleben hatte). Ich reagiere auf Stress auch generell anders (Übelkeit und Durchfall, wenn es mir sehr schlecht geht oder ich extrem unter Druck stehe).

Einzig reproduzierbar ist: Nach übermäßigem Alkoholgenuss tritt dieser Schwindel immer auf (aber erst 1 bis 2 Tage später, nicht in der Nacht des Trinkens selbst). Ich trinke aber kaum und seit ich diesen Zusammenhang weiß, so gut wie gar nicht mehr, vielleicht 2 mal im Jahr einen einzelnen Cocktail.

Das Ganze wird nun aber immer schlimmer. Im November 2008 wurde ich nachts wach, alles hat sich gedreht (so ruckelnd, alles dreht sich ein Stück, springt zurück, dreht sich wieder, springt zurück ...). Dies dermaßen heftig dass ich mich mehrmals übergeben musste. Normalerweise war es immer so, dass Ganze nur im Liegen oder bei schnellen Drehungen oder beim Bücken auftrat, und da dann jeweils nur ein paar Minuten, das aber immer wieder über den ganzen Tag bzw. die Nacht. Diesmal hörte es aber gar nicht mehr auf. Ich konnte auch nicht geradeaus laufen und bin teilweise hingefallen.

Vom Hausarzt wurde ich zum HNO geschickt – Verdacht auf Dreh- und Lagerungsschwindel. HNO hat mich gründlich untersucht, festgestellt dass ich ein ausgezeichnetes Gehör und keinen Lagerungsschwindel habe. Es wurden diverse Tests durchgeführt, alle verliefen atypisch für Lagerungsschwindel.

Der HNO hat allerdings ebenfalls in diversen Tests festgestellt, dass ich nicht fähig bin, ordentlich zu gehen, auch zu Zeitpunkten, wo ich eigentlich dachte, es würde gerade gut funktionieren und es sich für mich so angefühlt hat, als würde ich normal laufen bzw. die aufgetragenen Übungen gut ausführen.

Dann wurde ich in die Klinik für Neurologie geschickt. Doch auch dort konnte nichts festgestellt werden, neurologischer Status unauffällig, unauffällige Optomotorik und es konnte beim Lagerungsmanöver ebenfalls kein Schwindel oder Nystagmus provoziert werden, wie schon beim HNO. Ich wurde noch zu einem anderen HNO geschickt und wieder dasselbe Ergebnis.

Einzige Auffälligkeit, schon bei allen Ärzten während des ganzen Tages: Erhöhte RR-Werte.

160/100 links und 145/90 rechts.

(Das lag aber vielleicht auch an der Angst die die Symptome bei mir verursacht haben – wenn man plötzlich nicht mehr ordentlich laufen kann, macht einem das schon ein bisschen zu schaffen.)

Ich musste dann regelmäßig selbst Blutdruck messen (3 x täglich) und er war immer extrem unterschiedlich. Sehr oft morgens sehr hoch (Extremwert: 149/98) und abends sehr niedrig (Extremwert 94/60). Aber wer weiß ... ich vertraue solchen Heim-Messgeräten nicht so richtig. Ich sollte dann jedenfalls irgendwann zum Internisten, bekam aber keinen Termin, musste dann ins Ausland ... und naja dann hat sich das verlaufen, die Symptome waren ja auch wieder weg.

Manchmal trat es zwar in den letzten zwei Jahren noch an einzelnen Tagen auf, aber bei Weitem weniger schlimm. Nur Schwindel, kurzzeitig, ohne Erbrechen.

Nun hatte ich aber gestern wieder so einen "Anfall". Ich wurde um 5 Uhr wach, lag im Bett, habe die Augen geöffnet, es war noch alles in Ordnung. Plötzlich fing sich alles an extrem heftig zu drehen, mir wurde sofort speiübel aber ich hab's kaum auf's Klo geschafft (konnte wieder nicht ordentlich gehen). Nach dem Übergeben war es im Sitzen etwas besser. Sobald ich mich hingelegt habe, musste ich mich vor lauter Schwindel sofort wieder übergeben (binnen Sekunden). Ich hatte nichts im Magen, es kam nur Gallensaft unter entsprechenden Krämpfen. Das ging ein paar Stunden so. Ich konnte nur bei Licht im Bett sitzen, alles andere hat sofortiges Erbrechen herbeigeführt (Licht ausschalten hat schon ausgereicht dass der Brech- und Würgereiz kam, auch im Sitzen). Zudem hatte ich Hitzewallungen (aber eventuell auch wieder einfach durch das ungute Gefühl das so eine Situation verursacht). Nach ein paar Stunden stellte sich langsam Besserung ein.

Was ich zusätzlich seit ca. 2 Jahren habe, früher aber nie, sind plötzlich auftretende sehr starke Kopfschmerzen. So stark, dass mir die Tränen kommen und ich nichts dagegen tun kann. Manchmal muss ich mich vor Schmerzen ebenfalls übergeben. Nach 1 bis 2 Tagen ist das aber auch jedes Mal wieder vorbei. Ob ein Zusammenhang besteht, weiß ich nicht. Wohl eher nicht, da das mit den Kopfschmerzen zeitlich noch nie in den Bereich fiel, in dem auch der Schwindel auftrat.

Meine Frage nun:

Was soll ich tun? Soll ich versuchen noch eine Überweisung zu irgendeinem Facharzt zu bekommen? Neurologe? Internist? Ein dritter HNO (hört sich ja doch sehr nach einer Sache mit dem Gleichgewichtssinn an)? Das Ganze wird wie gesagt immer schlimmer ... das macht mir schon ein wenig Angst. Insbesonders auch in der Akutsituation ...

Es scheint halt irgendwie niemand helfen zu können ... damals 2008 wurde ich tagelang mit großem Theater ("Notfall", "keinesfalls alleine lassen", "nicht nach Hause lassen" usw.) herumgeschickt von einer Klinik in die nächste, von einem Arzt zum anderen, um am Ende doch ohne irgendeinen Befund oder eine Hilfe wieder nach Hause geschickt zu werden ...

Ich hoffe, irgendjemand hat dazu eine Idee ...

Antworten
wKinneto*u-der-*zwexite


Du solltest ein MRT (Kernspin) des Kopfes machen lassen. Das kann sowohl der Hausarzt wie ein Neurologe veranlassen.

S>ol:ancitxa


Hallo winnetou-der-zweite,

danke erstmal dafür, dass Du das Ganze überhaupt gelesen hast, ist ja leider doch recht lang geworden.

Ich bin selber im medizinischen Bereich tätig (studiere derzeit, jedoch nicht Medizin selbst) und das mit dem MRT ist ebenfalls mein Gedanke. Aber es ist immer so eine Sache, zu einem Arzt zu gehen, und zu sagen: "Ich habe xy und möchte gerne, dass z gemacht wird."

Hatte mir aber ohnehin schon überlegt, am Freitag zum Hausarzt zu gehen und versuchen, das hinzubekommen dass doch noch ein MRT gemacht wird. Ohne Überweisung ist es glaube ich schwierig, überhaupt an einen Neurologen zu gelangen. Werde es nochmal bei meiner Hausärztin versuchen ... einfach mit dem Problem leben kann ich ja auch nicht, zumal es sich über die Jahre verschlechtert.

Liebe Grüße!

R5u6sselhl4


Was du vielleicht Migräne?

S[olanFcita


@ Russell4

Nicht dass ich wüsste ... aber daran habe ich bezüglich der Kopfschmerzen natürlich auch schon gedacht.

Ich wusste nicht, dass es da auch einen Zusammenhang mit dem Schwindel geben kann.

Habe gerade folgendes gefunden:

Der migräneassoziierte Schwindel ist eine vestibuläre Erkrankung und manifestiert sich mit spontanen und lageabhängigen Drehschwindelattacken oder Schwindel bei Kopfbewegungen. Er tritt häufig ohne Kopfschmerzen auf und variiert in seiner Dauer von Sekunden bis zu 3 Wochen.

Diagnose: Für einen migräneassoziierten Schwindel sollten die folgenden Merkmale erfüllt sein:

1. Rezidivierende vestibuläre Symptome,

2. Migräne nach den Kriterien der Internationelen Kopfschmerzgesellschaft,

3. migränetypische Symptome während der Schwindelattacken wie Kopfschmerzen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit, Flimmerskotome oder andere Migräneauren,

4. Ausschluss anderer Ursachen.

3 trifft hier erstmal nicht zu.

Punkt 2 wäre dann laut IHS:

A Mindestens fünf Attacken, welche die Kriterien B-D erfüllen

B Kopfschmerzattacken, die (unbehandelt oder erfolglos behandelt) 4-72 Stunden anhalten

Der Kopfschmerz weist mindestens zwei der folgenden Charakteristika auf:

- einseitige Lokalisation

- pulsierender Charakter

- mittlere oder starke Schmerzintensität

- Verstärkung durch körperliche Routineaktivitäten (z.B. Gehen oder Treppensteigen) oder führt zu deren Vermeidung

- Während des Kopfschmerzes besteht mindestens eines: Übelkeit und/oder Erbrechen, Photophobie und Phonophobie

C Nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen

- einseitige Lokalisation: nein

- pulsierender Charakter: manchmal ja, aber am stärksten ausgeprägt eher ein Druckgefühl

- mittlere oder starke Schmerzintensität: ja

- Verstärkung oder Vermeidung durch körperliche Aktivitäten: habe ich nicht feststellen können, die Kopfschmerzen gingen weder weg wenn ich unterwegs war, noch wenn ich mich ins Bett gelegt habe; Schmerzmittel haben aber meist nach einer gewissen Zeit dann irgendwann geholfen

- Während des Kopfschmerzes: manchmal Übelkeit und Erbrechen, ja

Also zum Teil passt das ganz gut.

S7olanJcita


So, war bei meiner Hausärztin und habe einen Termin für ein Schädel-MR, einfach zur Absicherung, dass da nichts ist. Sie tippt immer noch auf einen (atypischen) Lagerungsschwindel, der sich halt nicht diagnostizieren lassen will ... Einerseits gut, wenn's "nur" das ist, andererseits ist halt unangenehm, dass man dagegen eben wirklich gar nichts machen kann. Vor allem da es immer schlimmer wird und man nie weiß, wann es das nächste Mal passiert. Aber wenn zumindest mal ausgeschlossen ist, dass da irgendetwas anderes ist, ist die Akutsituation sicherlich auch besser "durchzustehen"! Schließlich ging's bisher immer wieder weg ... Aber angenehm ist's natürlich nicht ...

S)olanycita


MRT war ohne Befund. Das ist natürlich gut! :-)

Dumm ist nur, dass ich somit wohl einfach mit dem Problem weiterleben muss, denn da scheint man einfach nichts machen zu können. Auch meine Ärztin findet, dass es sinnlos ist, nochmal zum HNO zu laufen, nachdem dort ohnehin schon mehrfach nichts gefunden wurde. Das mit der Migräne findet sie auch eher unwahrscheinlich ... aber naja ... muss wohl hoffen, dass es nicht immer weiter noch schlimmer wird.

Zur Zeit geht's mir gut, keine Symptome diesbezüglich. Aber kommt ja auch immer nur alle paar Monate ... :-/

d urxavxit


Hallo Solancita,auch ich bin seit 6 Wochen ein Schwindelopfer.

Morgens wachte ich auf mit so einem Drehschwindel im Bett, das ich 3 Tage nicht aufstehen konnte.

Überlkeit habe ich nicht. Bin zum einrenken , Halswirbelsäule C3 , nach 3 Tagen keinen Drehschwindel mehr , aber bei der Vor und Rückbewegung, und Treppenlaufen. Haben das Gefühl das ich alkoholisiert laufe.Das ist geblieben. HNo OK, Rö Bilder der HWS okay und nächste Woche noch Neurologe.

Da erwarte ich auch nicht viel ....Habe Osteopathen aufgesucht, bekam eine Verschlimmerung, anscheinend bin ich total verspannt. Mache Cranio Sacral Therapie, danach gehts mir recht gut. Massagen mit Fango tun mir nicht so gut. Sauna auch nicht. Habe mein Essen auf säurenbasisch umgestellt und wenig Süssigkeiten. Eine neue Knirscherschiene bekommen.Und ein Gerät auf der Messe ausgeliehen, Dentoclip, das hilft auch gut. Der Schwindel ist besser aber noch nicht gut. Heute geht es mir schlechter fühle mich schlecht ausgeschlafen und verspannt. LG

P!flegetLusxsi


hast du Allergien?

Wenn ich bsp viel Histamin zu mir nehme (ist in Wein, Sekt, geräuchertem Schinken, Tomaten, Käse etc enthalten), dann hab ich diese Drehschwindelattacken auch öfter ...

SAoZlancxita


@ duravit

Morgens wachte ich auf mit so einem Drehschwindel im Bett, das ich 3 Tage nicht aufstehen konnte.

Das ist bei mir anders, denn bei mir ist es im Bett am schlimmsten. Ich kann dann nur mehr sitzen, alles andere funktioniert nicht (liegen, stehen, gehen).

Ansonsten wurde bisher nur in Richtung HNO und Neurologie untersucht. Beim Osteopathen etc. war ich nicht. Wären die Symptome dann nicht bleibend, wenn da irgendetwas an der Wirbelsäule etc. wäre? Bei mir tritt das Ganze ja seit ca. 10 Jahren in Abständen von mehreren Monaten immer wieder auf.

@ Pflegetussi

hast du Allergien?

Wenn ich bsp viel Histamin zu mir nehme (ist in Wein, Sekt, geräuchertem Schinken, Tomaten, Käse etc enthalten), dann hab ich diese Drehschwindelattacken auch öfter ...

Das könnte eine Idee sein. Wie ich ja geschrieben habe, sind die "Anfälle" nämlich durch Alkohlkonsum forcierbar (allerdings zeitlich versetzt um ein bis zwei Tage). Wein und Sekt trinke ich jedoch so gut wie gar nicht, weil mir davon sowieso übel wird. Da müsste ich mal anfangen, aufzuschreiben, was ich in den Tagen vor einer neuerlichen Attacke so alles gegessen habe. Meine Mutter leidet soweit ich weiß unter einer Histamin-Allergie. Vielleicht habe ich wirklich auch etwas in diese Richtung ...

Hmm ...

Danke auf jeden Fall für den Tip!

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