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Muskelzittern- und schwäche

MhatzRe079 hat die Diskussion gestartet


Guten Tag,

ich (m, 32J) leide seit rund einem halben Jahr an Muskelzuckungen und Muskelschwäche.

Die Faszikulationen treten immer wieder an verschiedenen Stellen am ganzen Körper auf und sind echt lästig.

An manchen Tagen zuckt es andauernd, dann habe ich aber auch wieder zeitweise Ruhe davon.

Ich habe deshalb einen Neurologen aufgesucht, die veranlassten Untersuchungen (Schädel + HWS-MRT, EMG, Lumbalpunktion) ergaben keine

Hinweise auf einen pathologischen Befund.

In der letzten Wochen tritt vermehrt ein Kribbeln in den Armen und Beinen (links mehr) auf und meine linke Hand fängt sehr schnell an zu zittern (Tremor), wenn ich sie zu einer Faust zusammenballe. Zudem wird meine Muskulatur sehr schnell ermüdet, was sich in Muskelkater manifestiert.

Ich bin wirklich sehr verunsichert, kommen diese ganzen Reaktionen meines Körpers nur von der Psyche?

Könnte eine Fehlfunktion der Schilddrüse eventuell eine mögliche Ursache sein, oder ist das mit der Diagnostik im Krankenhaus bereits ausgeschlossen?

Außerdem wollte ich fragen, ob die Beschwerden eventuell auf eine Quecksilber-Vergiftung durch Amalgan zurückzuführen ist.

Im April 2010 habe ich meine erste Zahnfüllung bekommen und kurze Zeit später begannnen die Symptome.

mit freundlichen Grüßen

Antworten
R`u?sse|ll4


Ich bin wirklich sehr verunsichert, kommen diese ganzen Reaktionen meines Körpers nur von der Psyche?

Ja, all das kann von der Psyche kommen, es können Angstsymptome/psychische Spannungssymptome sein.

Rauqsselxl4


Schau hier: [[http://www.angstportal.de/SY01---Ueberblick-ueber-Symptome.html]]

F{riehdeBrichx48


Hallo Matze079,

Es gibt hier im Neurologie Forum viele aehnliche Faelle - mich eingeschlossen - die so aehnliche Symptome haben, und keiner findet etwas. Es gibt viele Ursachen dafuer. Man kann solange von den Aerzten keine Ursache gefunden wird nur die Symptome bekaempfen. Leider wird gar bald wenn man die Ursache nicht findet alles auf die Psyche geschoben. Dann bekommt man Psychopharmaka und Antidepressiva verschrieben.

Ob das das wirklich das Richtige ist, erfaehrt man leider erst wenn die nichts nutzen, sich sogar die Symptomatik verschlimmert. Ich bin sehr vorsichtig mit der Einnahme von solchen Medikamenten. Eine Gespraechstherapie mit einem Psychologen oder eine Psychotherapie OHNE Medikamente waere hilfreich - leider verschreiben die Psychos immer gleich solche Medikamente. Davon bin ich nicht begeistert.

Man darf aber nicht lockerlassen und versuchen die Aerzte zu wechseln, damit erhoeht man die Wahrscheinlichkeit, dass man einen sachkundigen Mediziner findet, der das abklaeren kann. Ich habe auch Amalgan Fuellungen, die ich mir demnaechste entfernen lassen werde, auch wenn mein Blut nur 30 Prozent des Maximalwertes an Amalgan enthaelt. Amalgan steht im Verdacht, dass es die Nerven angreift, es gibt sogar ein Video auf YouTube dazu. Am besten das Amalgan im Blut bestimmen lassen - das muss man bei uns leider selber bezahlen - kostet bei uns ca. 80 Euro.

Mit einigen Nahrungsergaenzungsmitteln kannst du dein Nervensystem schuetzen (Vitamin B12, Coenzym Q10 und Magnesium) Naheres erfaehrst du wenn du meine Themen anschaust. Bei mir geht das jetzt schon 15 Monate so dahin. Ich habe derzeit Schmerzen in Armen und Beinen, Muskelzuckungen ab und zu und auch Schmerzen in den Haenden und Fuessen sowie auch in den Fingern - hier meist stechende Schmerzen. Zudem war ich schon bei mindestens 4 verschiedenen Neurologen/Innen und lag sogar stationaer zur Untersuchung im Krankenhaus (EMG, ENG). Alles normal.

Du solltest dir unbedingt die Muskelenzyme CK (CPK) und LDH bestimmen lassen, das ist sehr wichtig bei neurologischen Symptomen wie Muskelschwaeche. Gegen das Muskelzittern wirkt normalerweise Magnesium - bei mir ist es fast verschwunden. Ich nehme 600 mg taeglich.

Gute Besserung wuenscht Dir Friederich48 *:)

R&ussSellx4


Eine Gespraechstherapie mit einem Psychologen oder eine Psychotherapie OHNE Medikamente waere hilfreich – leider verschreiben die Psychos immer gleich solche Medikamente.

Psychologische Psychotherapeuten sind keine Ärzte und können garnicht Medikamente verschreiben. Psychologische Psychotherapeuten führen nur Psychotherapien durch.

MLamtzeJ079


vielen Dank für die Antworten & Tipps.

es baut einen auf jeden Fall auf, so nette Zeilen zu lesen.

Ich habe mich auch weil ich die Ungewißheit nicht mehr ausgehalten hatte zum Jahreswechsel! freiwillig von meinem Neurologen zu den besagten Untersuchungen einweisen lassen. Die Ärzte dort waren alle sehr freundlich und haben sich auch viel Mühe gegeben, sich aber schon gewundert, wie man in der Zeit nach Weihnachten ins Krankenhaus will ":/ vor der Entlassung gab es dann auch noch ein obligatorisches Gespräch mit dem Psychologen.

Den Amalgan-Test werde ich auch jeden Fall machen, habe bei einer weiteren Füllung auch auf Kunststoff bestanden.

Bezüglich der CK (CPK) und LDH-Werte hätte ich noch eine Frage. Muß ich um sie zu bestimmen zum Neurologen oder macht das auch der Hausarzt?

F9riederdicPh48


@ Russell4

Bei uns in Oesterreich hat jeder Psychologe und Psychotherapeut einen akademischen Doktortitel und darf Medikamente verschreiben. Nur akademische Doktoren der Medizin duerfen auch eine Psychotherapie durchfuehren. Es gibt bei uns nur Psychotherapeuten mit Doktortitel. Andere sind nicht zugelassen. Zudem bekommt man bei uns in Oesterreich in kuerzester Zeit einen Psychologen - diese gibt es wie Sand am Meer.

Das was du meinst sind bei uns sogenannte Lebensberater ohne akademischen Titel.

@ Matze079

Die Muskelenzyme muessen von einem Labor bestimmt werden, das kann der Hausarzt anordnen. Allerdings muss die Blutabnahme und die Bestimmung innerhalb kuerzester Zeit durchgefuehrt werden, damit die Werte nicht verfaelscht werden. Am besten der Arzt ueberweist dich dazu in ein Krankenhaus mit Labor und der Befund wird dann an den Hausarzt geschickt. Wenn der Hausarzt die Blutprobe selber auf dem Postweg an ein Labor schickt, dann funktioniert das nicht und der wichtige CK Wert stimmt nicht, ist verfaelscht.

Loesung: Ueberweisung des Hausarztes in das Krankenhaus mit hauseigenem Labor - dort wird das Blut frisch abgenommen und sofort vom hauseigenen, internen Labor untersucht. Der Befund wird dann dem Hausarzt geschickt.

mfg Friederich48

RVuss5ellx4


Bei uns in Oesterreich hat jeder Psychologe und Psychotherapeut einen akademischen Doktortitel und darf Medikamente verschreiben.

Aber nur wenn der Psychologe zu seinem Psychologiestudium noch ein Medizinstudium gemacht hat, darf er Medikamente verschreiben. Das ist auch in Östereich zwingend.

R.uYss7ell4


Bei uns in Oesterreich hat jeder Psychologe und Psychotherapeut einen akademischen Doktortitel und darf Medikamente verschreiben.

Lieber Friederich, ich habe es jetzt nachgeschaut. Es gibt auch in Östereich keinen Dr. der Psychologie, nur Dr. med. oder Dipl. Psychologen.

Nur akademische Doktoren der Medizin duerfen auch eine Psychotherapie durchfuehren. Das mag so sein. Diese Dr. med haben aber dann keine Psychologie studiert, sondern zusätzlich zu ihrem Medizinstudium eine Psychotherapieausbildung gemacht.

Es gibt bei uns nur Psychotherapeuten mit Doktortitel.

Das sind ärztliche Psychotherapeuten (oftmals Fachärzte für Psychiatrie) aber keine Psychologen bzw psychologische Psychotherapeuten.

R8uss<ellx4


Nur akademische Doktoren der Medizin duerfen auch eine Psychotherapie durchfuehren. Das mag so sein.

Das ist definitiv falsch, habe ich jetzt herrausgefunden.

Auch in Östereich gibt es psychologische Psychotherapeuten. Schau hier:

Psychotherapie: die Berufsbezeichnung Psychotherapeut bzw. Psychotherapeutin ist in Österreich und Deutschland ein geschützter Titel*), d.h., nicht jeder darf sich so nennen. Insbesondere seit dem Bestehen des Psychotherapiegesetzes ist die Voraussetzung zur Erlangung des Titels eine mehrjährige, sehr intensive Ausbildung, die die Basis für verantwortliche und seriöse Psychotherapie schafft.

[[http://www.psychotherapiepraxis.at/gute_therapie.phtml#tit]]

Rwusse6ll4


(2) Das psychotherapeutische Fachspezifikum darf nur absolvieren, wer

1. eigenberechtigt ist,

2. das 24. Lebensjahr vollendet hat,

3. die schriftliche Erklärung einer psychotherapeutischen Ausbildungseinrichtung, daß eine Ausbildungsstelle für die Absolvierung des psychotherapeutischen Fachspezifikums, einschließlich des Praktikums gemäß § 6 Abs. 2 Z 2, zur Verfügung gestellt werden wird, vorlegt,

4. das psychotherapeutische Propädeutikum erfolgreich absolviert hat und entweder

5. die Voraussetzungen des Abs. 1 Z 4 oder

6. auf Grund seiner Eignung nach Einholung eines entsprechenden Gutachtens des Psychotherapiebeirates vom Bundeskanzler mit Bescheid zur Absolvierung des psychotherapeutischen Fachspezifikums zugelassen worden ist, soweit nicht bereits eine Zulassung gemäß Abs. 1 Z 5 erfolgt ist, oder

7. eine Ausbildung an einer Akademie für Sozialarbeit, an einer ehemaligen Lehranstalt für gehobene Sozialberufe, an einer Pädagogischen Akademie oder an einer mit Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Lehranstalt für Ehe- und Familienberater absolviert hat oder das Kurzstudium Musiktherapie oder einen Hochschullehrgang für Musiktherapie abgeschlossen hat oder

8. ein Studium der Medizin, der Pädagogik, der Philosophie, der Psychologie, der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft oder der Theologie oder ein Studium für das Lehramt an höheren Schulen abgeschlossen hat oder

9. einen in Österreich nostrifizierten Abschluß eines ordentlichen Studiums im Sinne der Z 8 an einer ausländischen Universität nachweist.

M~atzeX079


Ich habe noch einmal meinen Entlassungsbericht aus dem Krankenhaus gelesen und gesehen, dass dort bereits der CK -und HDL- Wert bestimmt wurden – alles im Normalbereich.

Was mich halt am meisten beunruhigt ist das Zittern, d.h. wenn ich etwas mit etwas mehr Druck als gewöhnlich anfasse, fängt meine ganze Hand extrem an zu zittern, was auch sichtbar ist. Mir ist klar, dass bei extremen Belastungen die Muskeln anfangen können zu zittern, aber doch nicht, wenn ich eine Taste meiner Fernbedienung versuche zu drücken.

Bedeutet das, ich habe einen erhöhten Muskeltonus? Sollte ich vielleicht noch mal ein EMG machen lassen, als ich vor ca 1/4 Jahr in der Klinik war, hatte ich diese Probleme noch nicht. Ich weiß nicht, ob die Untersuchungen wie das EMG nur den aktuellen Ist-Zustand beschreiben oder ob eventuelle Verschlimmerungen auch schon erkennbar sein müßten.

viele Grüße

Matze079

M|atz+e079


hallo nochmal,

ich habe jetzt anhaltend seit drei Tagen ununterbrochen ein sichtbares Muskelzucken einer einzelnen Muskelfaser an der Innenfläche der linken Hand. Die Stelle ist in einer Kerbe und ich mache mir nun ziemliche Sorgen, da es einfach nicht weggehen will. Die Zuckungen sind regelmäßig mit einer gleichbleibenden Frequenz. Hatte ihr auch so etwas schon einmal?

Könnte es auch ein engeklemmter Nerv sein oder eine Reizung o.Ä.?

Achja Schmerzen ahbe ich keine nur ein leichtes Ziehen an der Stelle.

R;usseellQ4


Bedeutet das, ich habe einen erhöhten Muskeltonus?

Genau so ist es. Und der Muskeltonus ist generell bei allen Menschen die Angst empfinden erhöht. Und bei Menschen die keinen Ausweg aus ihrer Angst finden bleibt er auch erhöht, was zu Zuckungen und Muskelschmerz/Verspannungen führt. Menschen mit ständigen Ängsten oder situativ immer wieder kommenden Ängsten, leiden an einer Angststörung. Die ständige Angst vor einer Krankheit wird Hopochondrie genannt. Schau hier: [[http://www.psychic.de/angst-vor-krankheiten.php]]

Und hier noch was zu Muskelzuckungen:

Benigne Faszikulationen

Diese gutartigen (benignen) Faszikulationen treten häufig im Gesicht, oder an den Extremitäten auf. Dabei kommt es z. B. zu einem kurzen Zucken des Augenlids oder der Hand, welches sich aber mehrfach wiederholen kann. Das Gefühl dabei kann von Vibrationen in Muskelfasern bis motorisch wirksamen Muskelzuckungen (wie etwa auch beim Einschlafen) reichen. Dies hat keinerlei Krankheitswert, auch wenn es im Einzelfall lästig sein kann. Seelisches Ungleichgewicht, Stress und die Einnahme von Stimulantien können Faszikulationen auslösen oder verstärken. Fälschlicherweise werden benigne Faszikulationen von Laien oft als Symptom einer amyotrophen Lateralsklerose oder einer anderen schweren Nervenerkrankung missinterpretiert. Eine seltene gutartige Erkrankung, in deren Rahmen Faszikulationen auftreten, ist das Benigne Faszikulationssyndrom (BFS, siehe engl. benign fasciculation syndrome).

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Faszikulation]]

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