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Bse, Gehirntumor oder einfach nur dumm und schusselig?

RRaine{rSchwaMchsinn hat die Diskussion gestartet


Ich weiss, diese Überschrift klingt wie ein Scherz, aber im Grunde genommen ist es die Frage, die mich zur Zeit am meisten beschäftigt.

Ich bin 27 Jahre alt und habe das Hirn eines 60-jährigen. Ich vergesse alles, immer: Termine, Gegenstände, Namen, Wege etc.. Ich gehe aus dem Haus und habe garantiert meine Jacke/Mappe/Schlüssel/was auch immer vergessen, jemand der mir nahe steht hat Geburtstag, und ich vergesse garantiert darauf, oder ich möchte irgendwohin, wo ich schon einmal war, und habe den Weg vergessen, was auch immer man vergessen kann, ich vergesse es.

Das war nicht immer so, das fing erst so mit 20 an. Ich habe das lange Zeit auf das Marihuana-Rauchen geschoben, was ich in dieser Zeit recht häufig machte. Mag sein, dass ich mir damit mein Hirn kaputt gemacht habe, nur macht mich stutzig, dass es in letzter Zeit schlimmer wird, obwohl ich seit Jahren keinen Joint mehr angefasst habe.

Hinzu kommt, dass mir in letzter Zeit ständig Sachen aus der Hand fallen, ich bin fürchterlich ungeschickt geworden, und auch meine sprachliche Artikulationsfähigkeit lässt nach. Mir fällt immer öfter auf, dass Menschen mich nicht verstehen, wenn ich spreche. Kann sein, dass meine Umgebung immer schwerhöriger wird (das ist tatsächlich gar nicht sooo abwegig), aber das kann es nicht alleine sein.

Auch meine geschriebene Sprache hat sich verschlechtert. Ich schreibe immer wieder in online-foren (nona!) doch meine Texte werden immer plumper, es mangelt an Ideen, an sprachlicher Präzision uns an Vokabular. Während früher Foreneinträge leicht von der Hand gingen, muss ich mich jetzt immer länger hinsetzen, um einen lesenswerten Beitrag zu schreiben. Mag sein, dass es einfach nur an meiner Lesefaulheit liegt, und meine Artikulationsschwäche an meiner Redefaulheit liegt, aber es fällt mir im Moment eben besonders auf.

Weiters habe ich auch ein massives Motivations- und Konzentrationsproblem. Ich schreibe seit mittlerweile einem Jahr an meiner Diplomarbeit – ohne irgendeinen Fortschritt. Ich schaffe es nicht, mich hinzusetzen und konsequent an der Sache zu bleiben. Ich schweife ab, ich verzettle mich in Details, ich mache tausend Dinge, die weniger wichtig wären und schiebe die Arbeit vor mir her, ich fühle mich müde und unmotiviert.

Vielleicht habe ich ja eine Art Depression – aber was hat denn Depression mit Vergesslichkeit und Ungeschicktheit zu tun? Vieleicht besteht zwischen den einzelnen "Symptomen" auch überhaupt gar kein Zusammenhang. Vielleicht sehe ich nur die Zusamenhänge weil vor ein paar Monaten bei einem Bekannten ein Gehirntumor festgestellt wurde – Lebenserwartung noch etwa 1 Jahr – so einen Hirntumor merkt man meist erst dann, wenn es zu spät ist, hat der Arzt gesagt. Bei ihm äußerte sich der Tumor übrigens mit Orientierungslosigkeit und Kopfschmerzen. Kopfschmerzen habe ich keine, aber mein kopfloser Zustand bereitet mir Kopfzerbrechen...

Was ich nun von Euch wissen möchte: Was kann das sein, das meine Vergesslichkeit und Konzentrationslosigkeit verursacht? An wen kann ich mich wenden? Neurologe, Psychologe, Psychiater oder einfach an den Hausarzt? Kann man sich ohne weiteres auf einen Hirntumor untersuchen lassen? Zahlt das die Krankenkassa? Ideen, Anregungen und Beschwerden werden gerne entgegen genommen!

Antworten
Riain]erSchwBachsixnn


Beim durschauen der Fäden in diese Forum fallen mir noch einige andere "Symptome" ein (tja, die hatte ich wohl vergessen...), die bei mir auftreten:

Müdigkeit: Ich schaffe es nicht, in der Früh aufzustehen, ich höre den Wecker nicht, auch wenn er das ganze Haus aufweckt, und selbst wenn ich aufwache, schaffe ich es nicht aus dem Bett. Mein Blutdruck ist so niedrig, dass mir Schwindlig wird, wenn ich aufstehe (Über Tags ist mein Blutdruck wieder normal) ich schaffe es nicht, irgendetwas anzufassen, alles fällt mir aus der hand (mittlerweile fallen mir Dinge zu jeder Tageszeit aus der Hand, früher nur nach dem Aufwachen) und bis ich klar denken kann ist Mittag. Richtig "putzmunter" habe ich mich noch nie gefühlt, zumindest könte ich mich nicht daran erinnern. Ich habe auch einen verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus – man merkts, wenn man die Uhrzeit meiner Postings betrachtet – doch ich schlafe meistens 8-9h sollte also trotzdem ausgeschlafen sein, deswegen bin ich mir nicht sicher, ob meine Müdigkeit wirklich alleine daher kommen kann.

Probleme beim Verstehen von Sprache: Ich habe Probleme, Gesprächen bei lauter Geräuschkulisse zu folgen. Das mag vielleicht nicht ungewöhnlich klingen, doch ich habe eben damit schon Probleme, wenn andere noch keine Probleme damit haben. Habe irgendwann gehört, dass Hunde auch nicht in der Lage sind, Töne herauszufiltern, also kann ich wohl behaupten, ich hätte Hundsohren!

Zu meinen Lebensgewohnheiten: Ich betreibe einigermaßen Sport (1-3h/Woche), ernähre mich eingermaßen ausgewogen (Auch wenn in letzter Zeit sehr viel Wiederaufgewärmtes, sowie Kebap, Pizza und Co. dabei ist), ich trinke Alkohol, in den Letzten 2 Monaten anlassbedingt recht viel (diese verdammten Studentenfeiern...), bis dorthin betrieb ich das typische alle-paar-Wochen-einmal-vollaufen-lassen. Habe auch schon darüber nachgedacht, ob meine Symptomatik an meinem Alkoholkonsum liegen könnte, doch wenn ich mir Gleichaltrige anschaue, so trinke ich nicht mehr als diese und habe auch eine weitaus weniger exzessive Geschichte hinter mir, als viele meiner Studienkollegen...

naja, vielleicht hilft es euch ja beim lustigen Ursachenraten weiter! ;-)

S^unfloywer._7x3


Ich würde es neurologisch-psychiatrisch abklären lassen.

Einiges klingt nach Depression (da gehören Konzentrations- & Gedächtnisprobleme, auch in extremem Ausmaß, dazu!). Ebenso gewisse Motivationsprobleme (siehe Diplomarbeit).

Andererseits kann es auch sein, dass das Kiffen Spuren hinterlassen hat. Ohne Dir Angst machen zu wollen: Kiffen kann schizophrene Erkrankungen fördern (bei ohnehin anfälligen Personen). Häufig gibt es vor dem akuten Ausbrechen eine sog. Prodromalphase, die einer Depression ähnelt (sog. Negativ-Symptomatik), aber zusätzlich mit einem Leistungseinbruch in größerem Umfang bzw. in anderer Ausprägung als bei einer reinen Depression einhergeht (v.a. sog. verändertes formalgedankliches Denken, oft nicht mehr so stringent etc.).

Das wäre jetzt wirklich worst case, aber angesichts Deiner Symptome (die mehrere Ursachen haben können!!!), Deines Alters, des früheren Kiffens und Deines Geschlechts fiel mir das einfach ein.

Ich habe es halt schon einige Male bei Patienten im Suchtbereich erlebt...

Darum:

Lass' es bitte vernünftig abklären. Auf jeden Fall psychiatrisch, ggf. könnte man auch testpsychologisch nochmal gucken. Da Du Student bist, wohnst Du hoffentlich in einer größeren Stadt mit Uni-Klinik. Stadt zum x-beliebigen Psychiater zu gehen, würde ich mich vorab informieren, ob man in der Uni-Psychiatrie eine Ambulanz hat, die deutlich routinierter sind in der Abklärung und halt Psychiater und Psychologen bündeln, testdiagnostisch besser ausgestattet sind,...

BHrem$ensxie


Ich würde auf Grund deiner Beschwerden dir raten einen Neurologen aufzusuchen. Deine Beschwerden passen nicht nur auf einen Hirntumor. Ist auch gut möglich dass das Kiffen bei dir seine Spuren hinterlassen hat. Dann noch eine Bitte. Trink weniger Alkohol. Er löst keine Probleme. Und noch was. Auch wenn andere in deinen Augen mehr Alkohol vertragen muss es bei dir nicht auch so sein.

R<ainerSchbwachsxinn


Danke für die Antworten! Denke auch, das das Kiffen Spure hinterlassen hat, dass ich aber gerade jetzt so dämlich werde, wo ich seit 5 Jahren nicht mehr kiffe, finde ich schon verwunderlich. Ob ein vom Kiffen ausgelöstes psychisches Problem wirklich so zeitversetzt eintreten kann? Was das Thema Alkohol betrifft: Vermutlich vertrage ich den wirklich nicht besonders gut. Interessanterweise wehrt sich mein Körper dagegen, wenn ich irgendwelche Substanzen regelmäßig zu mir nimm. Ich habe mit dem Kiffen aufgehört, weil ich mich davon irgendwann einfach nur mehr schlecht gefühlt habe, genauso habe ich mit dem Rauchen aufgehört, weil es mir plötzlich nicht mehr geschmeckt hat. Mittlerweile geht es mir auch nach Alkoholkonsum nicht gut – Ich fühle mich am nächsten Tag schlaff und müde, auch wenn ich nur ein paar Gläser hatte. Ich werde wohl auch damit aufhören müssen. naja ganz aufhören werde ich nicht können, da ich auf guten Rotwein nicht verzichten möchte, aber ich werde den Konsum wohl deutlich einschränken...

Ich möchte übrigens dazusagen, dass ich Alkohol nicht trinke, um Probleme zu lösen, denn das einzige Problem, das ich habe, ist mein schleppender Studienfortschritt, und der lässt sich nun wirklich nicht mit Alkohol lösen....

Werde wohl mal zu einem Neurologen schauen, denke, dass das Abklären organischer Ursachen der erste Schritt sein sollte, bevor man sich in die zweifelhafte Welt der Psychiatrie begibt...

RCussNell4


Vielleicht habe ich ja eine Art Depression – aber was hat denn Depression mit Vergesslichkeit und Ungeschicktheit zu tun?

Google mal depressiven Pseudodemenz und psychomorotische Verlangsamung.

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