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Ständiges beidseitiges Zittern der Hände und Nervenkribbeln

JCuhst5itiax87 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich werde jetzt doch mal ein Thema zu meinen Beschwerden eröffnen, vielleicht finde ich ja weitere Betroffene oder bekomme Tipps, was ich noch ausschließen lassen könnte.

Anfang Januar begannen von einem Tag auf den anderen meine Hände zu zittern. Ich bemerkte es in der Uni beim Schreiben und dachte mir erst nichts dabei. Allerdings ging es in den nächsten Tagen nicht weg, im Gegenteil kam noch ein Kribbeln in beiden Armen und Beinen dazu, außerdem kleine Stiche (Nervenschmerzen). Das ganze weitete sich bis an den Rücken aus. Immer wieder kamen Taubheitsgefühle hinzu.

Da ich vor vier Jahren bereits mit neurologischen Beschwerden (Dauerschwindel über 2 Monate, Augenflimmern mit pulsierenden dunklen Flecken – das bis heute auf beiden Augen bei Helligkeit geblieben ist, extreme Erschöpfung) im Krankenhaus war mit Verdacht auf MS, habe ich seitdem starke Angst vor dieser Krankheit. Damals wurde ich nach MRT, Liquorentnahme, Bluttest u.a. ohne Befund entlassen. Ende Januar stellte ich mich bei der neurologischen Ambulanz der Uniklinik Mainz vor. Dort wurde ich neurologisch untersucht (Reflexe, Druckausübung etc) und die Ärztin meinte, MS wäre es wohl nicht, beidseitige Beschwerden wären ungewöhnlich und die neurologische Untersuchung unauffällig. Sie tippte auf psychosomatisch, da Anfang März meine Klausuren zum Schwerpunktexamen bevorstanden.

Mein Hausarzt testete mein Blut auf Borreliose, B12-Mangel und Cortisol, da ich ihm erzählte, dass der einzige Befund vor 4 Jahren ein erhöhter Cortisolwert war. Auch meine Schliddrüsenwerte wurden überprüft, da ich eine leichte Unterfunktion habe, die durch Thyroxin 50 ausgeglichen wird, war aber alles ok. Nur der Nüchtern-Cortisolwert war viel zu hoch. Das könnte aber auch an meiner starken Angst liegen, die sich mittlerweile durch die Beschwerden eingestellt hatte.

Ein darauffolgender MRT vom Schädel war unauffällig. Ich stellte mich nochmals bei der Ambulanz vor, wo sich ein Funktionsoberarzt den MRT anschaute, mich nochmals untersuchte – ein SEP (Aufzeichnung der elektrischen Antwort sensibler Nervenfasern) an Beinen und Armen wurde ebenfalls gemacht, war auch unauffällig.

Der Arzt meinte, ich solle mir nicht so viele Sorgen machen und einige Wochen abwarten, könne aber gern wiederkommen.

Ein niedergelassener Neurologe, den mir mein Arzt empfohlen hatte, hatte mich zwischendurch auch untersucht und mir nach 5 min die Diagnose "essentieller Tremor" gestellt. Kam mir sehr unseriös vor, habe mich darüber auch informiert und erfahren, dass dieser Tremor meist vererbt wird und bei Alkoholkonsum immer verschwindet, was bei mir beides nicht der Fall ist.

Jetzt schleppe ich das Zittern schon über 4 Monate mit mir herum. Einen angeordneten Endokriologen-Termin wegen des erhöhten Cortisols habe ich erst in 2 1/2 Monaten (tja, wenn man nicht privatversichert ist...). Die Klausuren habe ich mittlerweile hinter mich gebracht und danach wirklich 6 Wochen gar nichts gemacht, obwohl ich eigentlich gleich hätte weiterlernen können, weil ich den Stress abbauen wollte. Hat alles nichts geholfen.

Mittlerweile denke ich schon an alles, von MS über ALS bis hin zu Parkinson (jaja, der Film "Love and other drugs" :-/ ). Hat jemand dieses Problem oder eine Idee?

Antworten
J_ustmitmia8x7


Sorry, dass ich so einen Schwall an Worten abgelassen habe. ;-)

Veigilxanz


Hallo Justitia,

zuerst einmal so blöd es sich auch anhört Don't panic.

Ich war und bin in einer ähnlichen Situation wie du. Plötzlich habe ich angefangen stark zu zittern, witzigerweise war ich da grade für 5 Tage in der Neuroabteilung im KH.

Bei mir haben sowohl die Hände, Arme und auch die Beine gezittert. Es war grad Wochenende also wurde auch nichts dagegen getan.

Naja das Zittern ging weiter auch als ich wieder zuhaus war.

Nach einiger Zeit wurde ich von meiner Therapeutin in ne Spezialambulanz überwiesen.

Die Ärztin da guckte mich sehr lange an machte alle mögliche motorische Tests und war immer noch ratlos.

Also kam der Chef der Abteilung.

Der guckte mich 2 min an und stellte die Diagnose essentieller Tremor.

Mir kam das ganze natürlich auch irgendwie komisch vor besonders nachdem ich gegooglt habe und fand das es nicht passt.

Die vorgeschlagenen Betablocker habe ich erstmal nicht genommen.

Also ging das zittern weiter.

Also erstmal einen neuen Neurologen gesucht dann eine andere Spezialambulanz.

Die kamen zu dem Ergebniss das es ein Medikamenten induzierter Tremor durch Hydrocortison ist und ich habe einfach mal beschlossen das zu glauben.

Mittlerweile nehme ich Betablocker einmal täglich und das zittern ist fast weg.

Mein Cortisol ist immer sehr hoch deswegen musste ich gleich mal meine Erfahrung posten auch wenn ich dir wahrscheinlich nicht wirklich helfen kann.

Wurde dir vorgeschlagen Betablocker zu nehmen? Wenn ja würde ich es versuchen.

Liebe Grüße

JjustiTtiaE8x7


Der erste Neurologe, bei dem ich war (der, der den essentiellen Tremor "diagnostiziert" hat), meinte, er könne mir Betablocker verschreiben, würde aber davon abraten, weil ich mich dann wie 50 fühlen würde (bin 24) und meine geistige Leistungsfähigkeit sinken würde, was im Studium natürlich nicht gerade gut wäre. Daher nehme ich es nicht.

Was hast du denn für Erfahrungen mit Betablockern und deren Nebenwirkungen gemacht?

Ich habe erst am 27.06. wieder einen Termin in der Neurologie der Uniklinik Mainz. Bis dahin versuche ich, ruhig zu bleiben, aber ich hypochondriere so vor mich hin und bin mittlerweile bei Parkinson angelangt. Einfach toll. Ich versuche mir immer wieder zu sagen (eigentlich bin ich ja ein Mensch mit Verstand), dass die Chancen, dass es nichts ist bzw. nichts schlimmes, tausendmal höher sind als die, dass ich an einer schlimmen neurologischen Krankheit leide. Nützt nur leider nicht viel... :-(

_WParvaxti_


Wie sieht denn dein B12 Wert aus? Kannst du den mal rein stellen?

V}igilxanz


Also die ersten Tage wo ich Betablocker genommen habe war ich schlapp und antriebslos.

Zudem war mein Blutdruck sehr niedrig.

Mittlerweile ist alles gut, ich habe keine Nebenwirkungen davon. Ich zitter nur noch nach körperlichen Anstrengungen.

Leider bin ich zur Zeit arbeitslos also kann ich keine genauen Angaben machen ob sich meine geistige Leistungsfähigkeit verschlechtert hat, ich denke aber nicht.

Alles in allem war es aber bei mir eine sehr gute Sache den Betablockern eine Chance zu geben.

Ich bin übrigens auch erst 26

Ich kann gut nachvollziehen das du dich verrückt machst. Habe ich manchmal genauso.

Bei mir stand zum Beispiel auf der Überweisung in die Bewegungsambulanz als Verdachtsdiagnose Tetraspastik.

Außerdem ist es bei mir so das bei Untersuchungen immer alles eigentlich ok ist aber mit einem Aber... versehen wird.

Als ich zuletzt beim Endokrinologen war sagte die mir das es nicht sein kann das der Tremor von meinen Medikamenten kommt.

Ich bin auch im Kopf alle möglichen Sachen durchgegangen insbesondere MS und Parkinson aber ich bin dann mal im Kopf die Wahrscheinlichkeiten durchgegangen und bin zu dem Schluss gekommen das es viel zu unwahrscheinlich ist.

Jzustixtia87


Laut Arzt ist mein B12-Wert sehr gut. Die genauen Werte hab ich nicht.

Ich nehme keine Medikamente außer die Pille (und das schon seit 4 Jahren) und L-Thyroxin 50. Davon kann es also nicht kommen.

Was ich mich frage: Die Ärzte wissen ja nicht, was es ist. Wenn ich einem Betablocker zustimmen würde, müsste ich den dann "für immer" nehmen oder wie? Die Ursache bekämpft er ja nicht, die ist ja unbekannt.

Was mir auch Sorgen macht: Das Zittern wird schlimmer, wenn ich meine Arme aufstütze oder mit den Händen etwas mache, Schreiben, Kartoffeln schälen, Messer und Gabel halten...auch wenn ich die Muskeln anspanne, bspw. weil ich etwas drücke oder halte, zittern meine Hände wie verrückt, es geht den ganzen Arm hoch. Für eine psychische Ursache spricht das meiner Ansicht nicht wirklich...

Jdus<tiQtiax87


Es zittern auch nicht die Hände an sich, also praktisch aus dem Handgelenk, sondern es ist eher so, dass meine Finger zittern. Klar, die Hände an sich auch, aber es macht sich in den Fingern bemerkbar. Wenn ich einen Finger abspreize, zittert dieser sehr stark.

VOigilapnxz


Am besten sprichst du mit deinem Hausarzt über die Betablocker ob man die ein Leben lang nehmen muss.

Ich musste bevor ich die verschrieben bekam ein EKG machen lassen da das wohl vorraussetzung fürs verschreiben.

Wurden deine Leberwerte gecheckt zum Ausschluss von Morbus Wilson?

Ansonsten es gibt auch ein ziemlich gutes Forum für ET und andere Tremorformen.

[[www.tremor-owl.de]]

QJuienoa-Kexks


Ein Zittern der Hände habe ich auch regelmässig. Ich vermute, dass ich einen Magnesiummangel habe.

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