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Migräne mit Aura aber ohne Schmerzen

h>ansoHll%o hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin mir seit einiger Zeit sehr sicher, dass ich an einer Migräne mit Aura aber ohne Kopfschmerz leide. Bislang hab ich da nichts dagegen unternommen, da ich die Symptome schon immer kannte und lange Zeit auch dachte, es seien keine Syptome, sondern normal.

Aber ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass die offensichtlichen Symptome nur ein Teil der Migräne sind. Zum normalen Teil zähle ich vor allem das Flimmern vor den Augen, die Licht- und Geräuschempfindlichkeit und die periodischen Phasen, in denen alles wieder kommt.

Mittlerweile bin ich aber auch der Überzeugung, dass es weitere Symptome gibt, die mir das Leben schwer machen. Phasenweise einige Stunden bis mehrere Tage leide ich beispielsweise an Müdigkeit, völliger Unkonzentriertheit, Watte im Kopf, Gleichgewichtsstörungen, Wortfindungsproblemen, starken Gedächtnisproblemen u.a.

Das ganze gibts immer in jeweils unterschiedlichen Stärkegraden, so dass ich manchmal gar nicht merke, wenn ich von einer Migräne und obigen Symptomen heimgesucht werden.

Die Symptomatik habe ich lange Zeit einer Schilddrüsenunterfunktion zugeordnet (siehe auch ein Post vor einem Jahr), nur leider wurde diese behandelt, die Symptome blieben aber größtenteils da. Der Unterschied ist lediglich, dass ich die Phasen etwas besser abgrenzen kann.

Bevor ich jetzt zu meinem Arzt gehe und ihm mitteile, dass da neben der SD noch was kaputt ist würde ich gerne wissen, wie die Migräne ohne Schmerz überhaupt diagnostiziert wird. Ich hab nach google Recherche zwar den starken Verdacht, dass es eine Basilaris-Migräne ist, kann das aber nicht wirklich sicher sagen und Diagnostikmethoden sind ja trotz des Volkskrankheitscharakter bei Migräne rar.

Das zweite ist, was für Behandlungsmethoden es da gibt. Medikamentöse wie auch verhaltenstechnische würden mich da interessieren. Die da nicht wären: Ernährung, Schlafrhythmus einstellen, Entspannungsübungen, wenig Alk/Zigaretten, Stress – denn die Sachen sind bei mir schon im Lot.

Allgemein interessiert mich, was verschreibt der Arzt da? Und wie lange dauert es bis eine Verbesserung eintritt? Gibts Rückschläge?

Wäre nett, wenn jemand entsprechende Erfahrungen gemacht hat und sich mitteilen würde.

Danke&Gruss!

Antworten
SSabinCe2x35


Hallo Hansollo.

Über Migräne mit Aura könnte ich ein Buch schreiben ;-)

Ich bin jetzt 22 Jahre alt und kenne diese Erkrankung bereits seit meinem 9. Lebensjahr.

Meine Aura war gekennzeichnet durch Augenflimmern/Sehstörungen, Sprachstörungen und Gefühlsstörungen, blieb aber immer nur ca. 30 Minuten und wurde dann vom Schmerz abgelöst. Also war es wohl eher eine normale Auramigräne (nicht vom Basilaristyp). Ich hatte allerdings manchmal eine bleibende Sehschwäche für mehrere Tage.

Das Problem beim Kampf gegen die Migräne ist immer, dass Ärzte lieber Auslöser vermeiden wollen anstatt nach der wahren Ursache zu suchen. Und oftmals sind diese angeblichen Auslöser gar keine. Regelmäßige Zeitplanung, bestimmte Ernährung, Sport etc. Ich glaube, das kannst du dir echt schenken.

Ich habe wirklich alles gemacht. Ich habe ein Migränetagebuch geführt, um Regelmäßigkeiten zu erkennen – es gab keine. Ich bin zu sämtlichen Fachärzten gerannt und jeder meinte, DIE Lösung gefunden zu haben: Schilddrüsenunterfunktion, Weisheitszähne, chronische Nebenhöhlenentzündung, Wirbelblockaden usw. Alles wurde behandelt, nichts hat gewirkt. Ich war nervlich am Ende. Wurde sogar wegen eines Nervenzusammenbruch ins Krankenhaus eingeliefert. Die Migräne hatte mein Leben beherrscht.

Und jetzt? Mir geht es prima. Die Migräne hat ein Ende gefunden – von heute auf morgen. Und weißt du, was die Lösung war? Eine familienbiographisch fundierte Psychotherapie. Und nebenbei: Ich hatte eine schöne Kindheit und keine psychischen Probleme – und es kann trotzdem die Ursache sein.

Ich würde dir aber trotzdem erstmal empfehlen, zu einem Neurologen zu gehen und ein MRT machen zu lassen, um einfach zu überprüfen, dass keine organische Erkrankung vorliegt. Findet dein Neurologe nichts, wird er dir vermutlich zur Prophylaxe trotzdem Betablocker verschreiben. KANN wirken, muss aber nicht.

Und wenn du dann an deiner Migräne arbeiten willst, suche dir einen guten Therapeuten und Facharzt für Psychosomatik, der sich vor allem mit der Tiefenpsychologie beschäftigt.

Viel Erfolg.

Sabine.

h&anso%llo


Hallo Sibane,

danke fürs antworten! Dachte schon hier gibts niemandem mit was vergleichbarem...

Mein Beileid erstmal an dein Du von vor ~10 Jahren, muss ja die Hölle gewesen sein als Kind!

Aber wenn ichs mir recht überlege, ich könnte auch schon recht früh mit dem Spass in Berührung gekommen sein. So Beginn Pubertät etwa (bzw. da beginnt die Erinnerung). Nur, ich hab nie was gemerkt, bzw. konnte es wegen dem Mangel an Schmerz nicht zuordnen, dafür wars zu diffus und die Diagnose eindeutig: "Der könnte, aber er will nicht, weil er faul ist!" (Zitat meine Oma..)

Vielleicht sollte ich tatsächlich mal so eine familienhistorische Analyse machen, da gibts mit Sicherheit einiges zum rauskramen. Obs hilft? Naja, ich bin eigentlich recht gut reflektiert über mein Umfeld.. mal sehen&den Arzt fragen. Was kostet denn so eine Therapie?

Nimmst du seblbst Betablocker? Oder was anderes, Triptane und son Zeug? Hab beim googeln sogar gelesen, dass manche mit starken Einschränkungen Virgil&Ritalin bekommen. Finde das etwas hart und hätte da trotz positiver Veränderungen Angst vor Charakterveränderungen (hatte das sogar zeitweise als meine SD eingestellt wurde – war komisch unangenehm).

Da du MRT erwähnst, weisst du ob man da einen Anfall erkennen kann?

BTW Nachdem ich die letzten 4 Tage jetzt wieder geistig&körperlich vor mich hingeschimmelt bin, ist seit ca einer Stunde wieder Klarsicht. Sehr komisch, hab nichts anderes gemacht als die ganze Zeit, nur dass ich seitdem ca. 10x so produktiv war wie die letzten Tage und mich fühle als könnte ich nochmal 10h weiterarbeiten... Ist schon extrem frustrierend.

Gruss hansollo

S*abi[ne23x5


Hallo Hansollo!

Tja, das ist das Schicksal der Migränepatienten: Nahezu alle Menschen, die soetwas noch nicht hatten, können nicht nachempfinden, was man mitmacht und halten einen für einen Hypochonder. Wie oft musste ich mir damals von den Lehrern so einen Mist in der Schule anhören.

Ich muss selbst sagen, dass für mich nicht der Schmerz das Schlimmste war, sondern die Aura. Es war schrecklich, die Kontrolle über die Sinne und Nerven zu verlieren.

Betablocker habe ich selbst nie genommen. Ich fand es albern, dass mein Neurologe meinte: "In Ihrem Kopf ist alles in Ordnung. Ich verschreibe Ihnen Betablocker!" Ich war zu dem Zeitpunkt 19 Jahre alt. Und da wollte ich keine Blutdrucksenker nehmen (zumal mein Blutdruck astrein ist). Aber versuchen könntest du es mal.

Ich habe eine Weile lang Triptane genommen. In den ersten Monaten halfen sie gut gegen die Schmerzen. Nachher haben sie die Symptome nur noch verschlimmert und meine Aura immer wiederkehren lassen. Ich rate nur dann zu Triptanen, wenn der Kopfschmerz wirklich unerträglich ist. Da du ja keine Kopfschmerzen hast, solltest du sie nicht nehmen, da sie nur eingenommen werden dürfen, wenn die Aura bereits vorüber ist.

Ob man einen akuten Anfall im MRT sehen kann, weiß ich nicht. Vielleicht eher im ERG?!? Das wurde bei mir jedenfalls auch gemacht. Aber zu einem Zeitpunkt, als ich keinen akuten Anfall hatte. Aber du wirst auf jeden Fall über diesen Besuch beim Neurologen erfahren, ob deine Blutgefäße in Ordnung sind oder sonst irgendwelche Anomalien vorliegen. Aber wahrscheinlich wird man nichts finden.

Jaaaa, manchmal glaubt man, man ist mit seinem Umfeld im Klaren, aber vieles ist so sehr im Unterbewusstsein verankert, dass es selbst durch bewusstes Darübernachdenken und Grübeln nicht weggeht. Letztenendes reicht es nicht, die Dinge zu wissen, sondern man muss sie im Gefühl verankert haben. Und das ist gar nicht so leicht.

Solche Therapien werden, falls du vorher nicht schon zahlreiche Therapien gemacht hast ;-) , auf jeden Fall von der Krankenkasse übernommen. Gehe mal zu deinem Hausarzt und lasse dir eine Überweisung schreiben. Dann geht das klar.

Drücke dir auf jeden Fall die Daumen.

Auch wenn mich meine Migräne nicht für vier Tage am Stück aus der Bahn geworfen hat, weiß ich dennoch, wie hart sowas ist und wie sehr es einen im Leben einschränkt.

Viele Grüße,

Sabine

W,ate;rli


Ich würde jetzt erstmal sagen, dass es schon noch von der Schilddrüse kommen kann. Kommt ganz auf deine Werte an. Nicht für jeden ist "Normalbereich" automatisch gleich gut, manche brauchen sehr niedrige Werte, andere etwas höhere... man könnte also sicher nochmal versuchen, ein bisschen mehr einzustellen, falls du "nur" mitten im Normalwert-Bereich liegst. ;-)

Kommt das denn Anfallsweise, die Migräne? Ich hab das auch, ohne Schmerzen oder mit wenig Schmerzen. Hab ne halbe Stunde bis Stunde diese Sehstörungen, Kribbeln im Arm und Gesicht (manchmal auch noch Bein). Und ca. jedes 3. Mal hab ich auch Denk-, Sprach- und sonstige Störungen. Dann noch teilw. Lichtempfindlichkkeit (bzw. ist das bei mir wohl auch ein Auslöser). Erbrechen, Kopfschmerzen, das typische Migränezeug, hab ich eigentlich nie... ;-)

Ich leg mich dann die Stunde hin, warte das ab und danach kann ich wieder 1,5 Stunden bei strahlendem Sonnenschein Nordic Walking machen und es tut mir sogar noch GUT... also sehr verrückt.

Ich war auch schon beim Schädel-MRT, es ist anscheinend wirklich Migräne ;-)

Manche haben die Anfälle aber auch sehr oft, hab schon von Leuten gehört, die das mehrmals die Woche haben. Soweit ich weiß, können die Symptome auch immer unterschiedlich sein. Ich hatte jedenfalls z.B. schonmal nur Sehstörungen/Sprachstörungen und nen anderes Mal nur ne kribbelnde Zuge/kribbelnde Hand oder was weiß ich... die Seiten wechseln auch jedes Mal, ich hab das meist nur einseitig.

Ich würde jedenfalls nicht denken, dass du was schlimmes hast... es wird sicherlich "nur" Migräne sein, aber du kannst z.B. versuchen, rauszufinden, was es bei dir auslöst (Stress, irgendwelches Essen usw.) oder dich auch nochmal genauer durchchecken lassen. :)z

WCate_rli


P.S. Ich glaube Medikamente gegen die Aura gibts nicht. :( Habe mal gelesen, dass man die Migränemittel erst nach der Aura nehmen soll (ja toll, aber das brauch ich z.B. nich, wenn ich weder Kopfschmerzen noch die K*tzerei kriege, sondern NUR die Aura und falls ich Kopfschmerzen hab auch die Paracetamol hilft...). Manchmal liest man aber auch (oder hört vom Arzt) dass man da die Migränemittel gleich sofort nehmen soll. Mein Bruder macht das z.B., der kriegt aber auch IMMER nach der Aura direkt Höllenschmerzen und Übelkeit mit allem drum und dran und da macht das schon Sinn, die Tabletten rechtzeitig einzuwerfen, bevor es losgeht.

m7iafl oren#tinxa


Also eine Attacke kann man im MRT nicht erkennen. Im EEG gibt es bei Migränepatienten oft charakteristische Veränderungen, muss aber nicht sein.

Eine sog. Migraine sans migraine ist eine Ausschlußdiagnose, sprich erst wenn andere Ursachen für neurologische Ausfälle wie Sprach- oder Sehstörungen ausgewschlossen und der Verlauf typisch ist (z.B. seit der Kindheit oder Pubertät wiederkehrende Beschwerden, etc.)

b`eniGtax27


hallo, kenne das auch migräne mit aura ohne kopfschmerzen, augenflimmern, doppeltsehen, halbe gesichtshälfte gelähmt, komisch sprechen, laufen wie betrunken, übelkeit und schwitzen das alles dauert ca. 30 min. dann ist alles wieder weg und fühle mich wieder erleichtert, war beim neurologen mrt alles gut, nehme jetzt medikament dadurch ist es besser geworden, die psyche ist auch zu beachten, sollauch zu einer psychologin was ich auch mache, habe mich in der schlimmen zeit nicht mehr auf die strasse getraut und war ziehmlich eingeschränkt, also nicht locker lassen mit dem neurologen sprechen und alles machen was er rät, gruss benita27 ;-)

dMornslosx80


Hallo. Leide ebenfalls seit meiner frühen Pubertät an Migräne mit Aura: Eingeschlafene Gliedmaßen, Gesichtshälfte, Zunge; Flimmern; Herzrasen; Sprachprobleme etc. Zunächst wurden Kreislaufprobleme vermutet, daraufhin psychische Ursachen. So etwas ist natürlich schwer zu akzeptieren. Gerade dann, wenn man sein Leben als "normal" empfindet.

Ein paar Jahre war ich beschwerdefrei, dann bekam ich einige traurige und schwer zu verarbeitende Nachrichten, die zeitlich zusammen mit beruflichem Stress mit den ersten Migräneanfällen kamen. Eine Verbindung wollte ich bisher nie anerkennen, doch erhalte ich mittlerweile gerade unterbewusste/verdrängte innere Konflikte und Stress als wesentliche Faktoren.

Die Kopfschmerzen nach der ca. 30-45 min andauernden Aura bekomme ich relativ gut mit Paracetamol und – so seltsam es klingen mag – mit dem bewussten Versuch in den Griff, die Augenlider bei geschlossenen Augen so wenig wie nur irgendwie möglich zuzukneifen. Dies scheint die Augenmuskulatur/den Sehnerv zu entspannen und hilft zusammen mit leicht hochgelagertem Kopf.

Triptane haben – etwas leichtfertig von meiner Gemeinärztin verschrieben – die Aura stark intensiviert. Seither lebe ich mit o.g. Maßnahmen relativ gut mit der Migräne. Ich werde mich dennoch versuchen, mich einer psychologischen Untersuchung zu öffnen.

Es beruhigt mich, vor allem in Dir, Sabine, fast identische Symptome und (Krankheits-) Geschichte vorzufinden. Bin jetzt übrigens 30.

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