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Anzeichen eines Ulnaris-Syndroms, Ärzte wissen nicht weiter

P\at8rPD hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

meine Beschwerden fingen im April dieses Jahres unter ausgeprägter Schreibarbeit in Form von Schmerzen in der rechten Handaußenseite an, die schon bald in die rechten beiden Finger und ins Handgelenk bishin zum Ellebogen strahlten.

Schreiben konnt ich so nicht mehr, woraufhin ich in meinem grad angefangenen Studium immer mehr in Rückstand geriet. Nach dem Befund einer "Überanstrengung" und Ruhigstellung des Armes kämpfte ich seither mit Taubheits-, Fremdheits und Einschlafgefühlen in den betroffenen Regionen, die besonders unter Laufen gehen, morgens beim Aufstehen und bei Schreibtischarbeiten stärker wurden, insgesamt aber in ihrem Auftreten nur schwer anhand eindeutiger Bewegungen festzumachen waren. Der Orthopäde überwies mich nun zum Neurologen, welcher eine Messung der NLG an 3 Punkten des rechten Armes, 2 unterhalb und 1 oberhalb des Ellebogens, vernahm. Hierbei wurden keine Unterschiede erkannt und eine Blockade des Nerves im Ellebogen ausgeschlossen. Daraufhin sollte ich zum Radiologen, um über ein MRT die Halswirbelsäule zu untersuchen und eventuelle Blockaden hier zu finden. Auch dies blieb erfolglos, und inzwischen weiß er selbst auch keinen anderen Rat mehr, als "Bewegungen, die die Beschwerden auslösen, zu vermeiden". Das hilft mir allerdings nur sehr wenig. Die Beschwerden werden langsam aber sicher intensiver, zunehmend mit kurzen Schmerzsymptonen in Form von Stechen. Ich musste mich sportlich immer mehr einschränken, schluckte erfolgslos Vitamine und treibe inzwischen gar keinen Sport mehr. Im Studium konnte ich keine Prüfung schreiben. Nun geht es in einem Monat wieder los, und ich sehe langsam, aber sicher, ernsthafte Schwierigkeiten auf mich zukommen.

Deswegen suche ich Rat im Internet. Vllt. kennt jemand Optionen, die ich noch nicht in Betracht gezogen hab? Oder es gibt Leute, die ähnliches berichten können? Ich bin für alle Tipps offen, egal ob auf alternativer oder schulmedizinischer Ebene basierend.

MfG,

P.D.

Antworten
K"leine3waoldfxee


hallo PatrD,

das kommt mir sehr bekannt vor. Bei mir begann das ganze letztes Jahr im Juni. Zuerst wurde auch auf eine Überlastung und Sehnenreizung getippt. Darauf bekam ich eine Bandage verordnet die über ein halbes Jahr getragen habe um so gut wie möglich zu entlasten. Die Symptome begannen bei mir wie folgt: zuerst nur Belastungsschmerzen( musste auch permanent schreiben), dann begann der Ringfinger und der kleine Finger und der betroffene Teil der Hand einzuschlafen. immer und immer wieder, dann kamen Stromstöße im Ellenbogen und Schmerzen im Ruhezustand dazu. und dann noch ein ständiges Kribbeln und Taubnheitsgefühle. Bei mir waren alle Untersuchungen auch ergebnislos. die Beschwerden ließen erst nach ca. einem 3/4 Jahr nach (ohne Behandlung). seit einigen wochen geht es aber schon wieder von vorne los. Und ich glaube irgendwann lasse ich den Mist operieren, weil ich keine Lust habe, ständig erneute Beschwerden zu bekommen. zumahl ein geschädigter Nerv Jahre brauchen kann bis er wieder heile ist. Manchmal verheilt er aber auch nie mehr.

VZabenEe#1*


Hallo liebe PatrD,

auch ich hatte durch zu viel Arbeit am Computer ein ähnliches Phänomen. Zunächst hatte ich ein Kribbeln und Einschlaf-Gefühl in der rechten Hand – und zwar an der rechten Außenseite, und an dem kleinen und dem äußeren Rand des Ringfingers. Als es links dann auch eintrat, ging ich zum Arzt. Eine Zeit lang war auch der Ringfinder empfindlich, dass heißt bei Belastung schien er irgendwie kraftlos wegzubrechen. Oftmals war das Gefühl auch am stärksten beim Aufwachen, ich hatte regelmäßig eingeschlafene Hände. So starke Schmerzen wie Du hatte ich allerdings nie, Gott sei Dank.

Zumindest wurde bei mir eine Verengung bzw. Fehlstellung in der Halswirbelsäule festgestellt, die zu Überspannungen gewisser Muskelgruppen führte, die dann die entsprechenden Nerven einengten. Seitdem versuche ich regelmäßig im Fitnessstudio meinen Rücken zu stärken und es geht mir viel besser. Manchmal habe ich noch diese Fehlgefühle (Dysästhesien nannten die Ärzte es), aber es ist nicht so, dass es sich ausgeweitet hat, oder dort wo es war immer stärker wurde. Momentan spüre ich es eigentlich nur in den kleinen Fingern, aber nur, wenn ich daran denke.

Ein Neurologe erzählte mir, dass ein beengter Nerv auch weiter Störsignale sendet, selbst wenn die Verengung behoben ist. Wenn er so lange beeinträchtigt war, dass er Schaden nimmt, kann er sich zwar regenerieren, aber mit minderwertigem Material, welches dann manchmal weiter "stört".

Ich weiß nicht, was für Sport Du gemacht hast, aber einen gewissen Muskelaufbau für die Nacken- bzw. Rückenmuskulatur würde ich Dir auf jeden Fall (wenn es überhaupt möglich ist) empfehlen. Es gibt auch viele Übungen, die man mit einem Thera-Band zu Hause machen kann. Um die akuten Schmerzen zu lindern hilft sicherlich auch Physiotherapie, bei der die angespannten Muskeln entspannt werden und so der schlimmste Druck auf die Nerven genommen wird.

Meine anfängliche Angst, dass meine Skelettfehlstellung zu einem dauerhaften, immer schlimmer werdenden Syndrom in Fingern und Händen führt hat sich aufs erste nicht bestätigt.

Ich drück' Dir die Daumen, dass Du es in den Griff bekommst!!!!! :)* :)* :)*

Vabene

bwetoaMxan


Also die Idee mit der Halswirbelsäule war gut,bleib dran,lass eventuell mal einen Osteopathen bzw.

eine Osteopathin danach schauen.Eine weitere Meinung kann nicht schaden.

_?PaBrvayti_


Ich weiß nicht, was für Sport Du gemacht hast, aber einen gewissen Muskelaufbau für die Nacken- bzw. Rückenmuskulatur würde ich Dir auf jeden Fall (wenn es überhaupt möglich ist) empfehlen. Es gibt auch viele Übungen, die man mit einem Thera-Band zu Hause machen kann. Um die akuten Schmerzen zu lindern hilft sicherlich auch Physiotherapie, bei der die angespannten Muskeln entspannt werden und so der schlimmste Druck auf die Nerven genommen wird.

Dem kann ich mich nur anschließen. Hatte jahrelang unter einem Golferellenbogen und später auch unter einem Ulnaris-Syndrom gelitten. Durch tägliche Dehnübungen und Stärkung der Rückenmuskulatur bin ich das Ganze wieder los geworden. Bevor man eine Op in Erwägung zieht, sollte man das auf jeden Fall mal probieren. Ist allerdings eine langwierige Angelegenheit. Man muss Geduld haben, bis sich Besserung einstellt.

P>atrxD


Vorweg schonmal vielen Dank für die Antworten!

Auffällig ist halt einerseits, dass die Symptome ziemlich genau beim Ellebogen aufhören, obwohl der Neurologe hier keine Blockade feststellen konnte. Außerdem treten die Symptome unter ständiger Verstärkung speziell beim Joggen auf, sprich bei Anwinklung des Armes unter Vor- und Rückbewegung.

Ich hatte mal zwei Sitzungen Dornteraphie aus eigener Tasche bezahlt. An der HWS konnte sie sehr wohl einiges richten, aber ob es eine Besserung nach sich zog, war nur schwer zu sagen.

Beim Training für die Rückenmuskulatur befürchte ich eine weitere Belastung des Nerves, falls hier nicht die Ursache liegt. Meine größte Sorge besteht einfach darin, komplett schreib- und arbeitsunfähig zu werden. Über den Sport an sich mach ich mir schon gar keine Gedanken mehr.

Ich hab heute eine Sitzung Akupunktur. Wobei ich mir hier auch vorerst nicht allzuviel von erhoffe...

_4Parv#axti_


Auffällig ist halt einerseits, dass die Symptome ziemlich genau beim Ellebogen aufhören, obwohl der Neurologe hier keine Blockade feststellen konnte.

Wer weiß, ob es sich überhaupt um ein nervliches Problem handelt. Eine Sehnen- oder Sehenansatzentzündugn wäre ja auch möglich oder eine Muskelverspannung im Arm. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, dann lass ein MRT des Arms anfertigen.

Beim Training für die Rückenmuskulatur befürchte ich eine weitere Belastung des Nerves, falls hier nicht die Ursache liegt.

Na ja, musst du halt selbst wissen, was du tust. Aber, wenn die NLG unauffällig war, dann kann man eine Beteiligung des Nervs im Grunde ausschließen. Von daher würde ich mir da keine Sorgen machen.

KHatvhy558x1


Würde ich so nicht sagen. Bei mir waren bei der NLG keinerlei Auffälligkeiten, aber die Symptomatik war stark (Einschlafen von kleinem und halben Ringfinger, Taubheit, Kribbeln, Schmerzen im Ellenbogen). Es wurde dann (heute vor 9 Monaten) eine Ventralverlagerung des Nervus ulnaris durchgeführt und bei der OP zeigte sich, dass der Nerv sanduhrförmig stark eingeengt war und die OP richtig war.

R&osSe4


Hallo, PatrD,

an den Beschwerden könnten winzige Verspannungen(Triggerpunkte) der Unterarmmuskeln schuld sein, diese werden dadurch verkürzt und senden Schmerzen in Hand und Finger aus. Manchmal quetscht ein Muskel durch Einfluß von TP einen Nerv ab, dann kommt es zu Taubheitsgefühlen. Durch Massage mit den Fingerspitzen kann man diese TP deaktivieren, der Muskel hat seine normale Form wieder und die Beschwerden verschwinden. TP sind bei Berührung schmerzhaft, man sollte jeden mit 6-12 Massagestrichen behandeln und das öfter am Tag ( nicht mehr und nicht zu intensiv, sonst ist es kontraproduktiv).Ich sende Dir einen Link über Muskeln und ihre TP, gehe auf die Zeile Ellenbogen bis Handinnenfläche, dann zum sog. M.flexor carpi radialis/M.flexor carpi ulnaris, die blauen Kreuze stellen die TP dar, die man massieren soll, die rote Fläche ist das Schmerzmuster. Schaue Dir auch die folgenden Muskeln an und suche die Punkte auf dem Unterarm. Ich wünsche Dir gute Besserung und hoffe, dass ich Dir helfen konnte.

[[http://www.physiotherapie-aequilibrium.de/schmerzzone.htm]]

Hier noch ein allgemeiner Link über TP:

[[http://www.osteopraktik.com/trigger/trigger.html]]

PnatrxD


Vielen Dank für den Tip.

Wenn ich allerdings den Arm an den entsprechenden Stellen abtaste, finde ich keine Punkte, die bei Berührung explizit schmerzhaft sind. Jenachdem treffe ich nur den Ulnarisnerv, der dann sich in kompletter Länge bis in die Hand unter einem Druckgefühl meldet.

Habe eben versucht, eine halbe Seite Text zu schreiben. Sofort gingen die Beschwerden los, wurden stark bis sie kaum mehr auszuhalten waren, sodass ich abbrechen musste.

_APiarvatxi_


Was du jetzt auf jeden Fall meiden solltest sind einseitige Belastungen. Dazu gehört auch das Schreiben am PC. Wenn du so weiter machst, dann wird das alles nur noch schlimmer.

Khle'inIewaldxfee


Bei mir ging es heute auch wieder wie aus dem Nichts mit Schmerzen los in der Schule. Aber da muss ich mich durch beissen.

R2oXse4


@ PatrD,

wenn Du am Arm keine schmerzhaften Stellen findest, untersuche mal die Zwischenknochenmuskeln der Hand, 4 sind von der Rückseite der Hand, 3 von der Innenfläche der Hand zu erreichen. Sie alle spielen bei der Greiffunktion eine wichtige Rolle und verursachen Schmerzen, Fingersteife, Fingerschwäche, Ungeschicklichkeit der Fingerbewegungen,Schreibkrämpfe. Sie können auch Taubheitsgefühle in den Fingern hervorrufen, wenn sie die Fingernerven abdrücken, die ebenfalls zwischen den Mittelhandknochen verlaufen.Man kann diese Muskeln gut mit der Kuppe des Daumens massieren, was auch schmerzhaft ist.

[[http://www.swissmassageteam.ch/downloads/trisanamuskelnoben.pdf]]

Gehe auf die Seite11 zu den Zwischenknochenmuskeln Hand bzw. Handfläche, dann siehst Du die Muskeln.

Untersuche auch den kl. Brustmuskel(M.pectoralis minor) nach schmerzhaften Punkten.Auch er kann Schmerzen zur Innenseite des Arms, des Ellbogens, auf die dem kl. Finger zugewandten Seite der Hand sowie zum 3., 4. und 5. Finger aussenden. Durch TP verursachte Muskelanspannung bewirkt häufig, dass der kl.Brustmuskel die Achselschlagader und die Armnerven,die beide zum Arm verlaufen und die wichtigsten neurologischen Pfade zu ihm sind, abdrückt. Dadurch kann der kl. Brustmuskel die Blutzufuhr zum Arm und zur Hand einschränken und es kann zu Taubheitsempfindungen kommen. Du kannst ihn massieren, indem Du die Finger einer Hand auflegst,die andere Hand darauflegst und auf die Finger drückst, man kann auch einen Tennisball nehmen, den man gegen eine Wand drückt.

Gib auf Google spomedial muskeln ein, dann geh auf die Seite Muskulatur. Klicke Brust-und Bauchmuskeln an und dann den M.pectoralis minor, dann siehst Du genau, wie er verläuft.

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