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Gehirntumor-Erfahrungsthread

Dqer_Chrixs86


Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass dieses Gefühl eigentlich erst letztes Wochenende, also 3 Wochen nach der OP wirklich auffallend stark war. Und nun ist es seit 2 oder 3 Tagen halt richtig schlimm.

Ich tippe zur Zeit wirklich am meisten darauf, dass mein Leben sich nun so schlagartig geändert hat... und das noch nicht mal wirklich wegen dem Tumor.

Früher war ich wie schon gesagt ständig beschäftigt und mein Lebensinhalt waren eigentlich nur mein Sport und meine Frau... Frau weg, aber Sport wa noch da und ich konnte mich ablenken und sooo viel Veränderung habe ich dann nicht mitbekommen.

Nun sehe ich hier UNSERE Wohnung den ganzen Tag oder zumindest sehr viel. Am besten ihr schaut euch mal meinen Thread dazu an. Ich glaube das hat mich vor der Diagnose schon stark mitgenommen, aber jetzt wird mir alles noch viel bewusster und meine Psyche spielt nun verrückt...

M`ar=on$i


Hallo Chris,

Ich tippe zur Zeit wirklich am meisten darauf, dass mein Leben sich nun so schlagartig geändert hat... und das noch nicht mal wirklich wegen dem Tumor.

Nicht wegen dem Tumor. Der Mensch hat auch ein Unterbewusstsein, und da rackert es momentan bei dir ganz gewaltig. Die Diagnose ist ein Schock. Nimm es mir bitte nicht übel, aber ich vermute, dass du dir bloß einredest, dass die Sache mit dem Hirntumor ja nicht sooo schlimm sei. In einem anderen Thread schriebst du, dass du, wenn du dich zwischen den Jahren mit deiner Freundin oder dem Tumor entscheiden müsstest, dich eher für den Tumor entscheiden würdest.

Bitte versteh mich nicht falsch, ich kann es absolut nachvollziehen, dass du so denkst. Ich glaube aber, dass du es tust, weil dir der Tumor doch verdammt Angst macht.

Lass dich drücken.

Viele Grüße

DMer_CthriTs8x6


Naja aber im Moment denke ich eigentlich kaum noch an den Tumor... mir macht halt nur meine Psyche Angst. Ich denke, wenn ich die Psyche in den Griff bekomme, dann schaff ich den Tumor auch.

Ich kann es kaum erwarten, bis ich nächjste Woche mit nem Arzt drüber reden kann. Aber bis dahin muss ich mich hier "aushäulen".

K`aliApRHP


Hallo Chris,

das Forum ist ja auch zum Ausheulen da :)_ :)_ :)_ :)z :)z !

Ich glaube es ist doch ein guter Ansatzpunkt, wenn du erstmal deinem Arzt schilderst, wie es dir derzeit geht.

Solche Desorientiertheiten undmerkwürdige Gefühle stellen sich ganz langsam ein, das kommt selten plötzlich. Man nimmt es nur ab einem bestimmten Zeitpunkt erst bewusst wahr! Denn so lange es noch nicht so stark ist, kann man sich noch ablenken, aber irgendwann gehts nicht mehr so, und ab da denkt man dann: seit einem bestimmten Zeitpunkt hab ich das, und da hats gleich ganz stark angefangen!

Das ist meist aber doch etwas anders.

3 Wochen nach der OP gings für dich also bewusst los? Du hast doch aber auch sicher Cortison und Anti- Epilepsiemedis gekriegt. Die wirken antidepressiv, und bei nachlassender Wirkung bzw. auch Gewöhnung daran, kann man da durchaus in ein "Loch" fallen.

Und wie Maroni schon sehr richtig bemerkt hat, in deinem Unterbewusstsein rumort noch einiges mehr herum:

Ängste wegen des Tumors und deine noch nicht verarbeitete Trennung.

Vermutlich würde ich ich auch erstmal auf meine Gesundheit konzentrieren. Aber in ruhigen Stunden würde die andere Sache dann ja doch auch hochkommen und das ist gerade dann doch sehr belastend.

Ich hoffe, dass dein Doc dir ein paar gute Tipps geben kann.

Ein weiteres dicken Büddel :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

von

*:) *:) @:) @:)

D%er_7ChrEis8x6


Naja seit ich aus dem Krankenhaus raus war gab es nur noch für 2 Tage Cortison. Antiepileptica habe ich gar nicht bekommen. "Richtige" Krampfanfälle hatte ich ja zum Glück noch nicht.

Ich denke übrigens auch, dass ich dieses Gefühl wohl schon vorher hatte, es aber nicht so bemerkt habe. Ich habe zwar in der Woche, wo meine Freundin bei mir war gemerkt, dass ich mich ein wenig anders fühle. Aber seit letztem Wochenende habe ich angefangen dieses Gefühl wirklich auch WAHRZUNEHMEN. Vielleicht denke ich nun auch mehr an dieses Gefühl und hab nun eine Sorge mehr. Vielleicht konzentrier ich mich nun mehr auf dieses Gefühl und nehme es nun auch eher wahr.

Und vielleicht kommt dann auch noch der Heilungsprozess im Gehirn dazu. Es fühlt sich nämlich auch so an, also ob mein Gehirn alle Erinnerungen ein wenig durchgeschüttelt hätte und nun wieder ordnet.

Aber alles in allem glaube ich noch immer, dass die Inaktivität und dieses Nicht Mehr Am Leben Teilhaben die hauptursache ist. Alles was meinen Tagesablauf ausgemacht hat fehlt nun schon seit Wochen. Ich sehe nun die ganze Zeit die Wohnung, in der ich über 2 Jahre mit meiner Frau gewohnt habe, hinzu kommt die Diagnose... langsam erscheint es mir als nur normal, dass meine Psyche nun ein wenig durcheinander ist. Hoffe nur, dass es sich bald wieder normalisiert und ich den Kampf gegen den Tumor aufnehmen kann.

Dler_Ch/ris8x6


So jetzt bin ich mal auf die Winterdepression gestoßen. [[http://www.psychosoziale-gesundheit.net/seele/winterdepression.html]]

Da ich ja nun echt viel Zeit zu Hause alleine verbringe habe ich ja mehr als genug Tageslicht- und Bewegungsmangel. Also die Ursache könnte ja schonmal hinhauen.

Hinzu kommen viele Symptome, die ich ja auch habe. Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit, Depressionen (hauptsächlich wegen meiner Frau), Konzentrationsstörung, Müdigkeit. Hinzu kommen noch Symptome, die mir erst gar nicht so bewusst waren, wie Hitzewallungen/Kälteschauer und Herzjagen. Diese Sachen kamen zwar eher seltener vor, aber da sie bei den Symptomen dabeistanden bin ich darauf aufmerksam geworden.

Hinzu kommen zu dieser Winterdepression wohl noch die Diagnose, das Alleinsein und die Sache mit meiner Frau. Und natürlich vielleicht noch Nachwirkungen von der OP.

Was meint ihr zu meiner Theorie?

ttatuNa


Ich glaub nicht, dass du winterdepressiv bist.

Du hast eine Menge zu verarbeiten, die Trennung, die OP und die Diagnose.

Das, was du erlebst, ist eine ganz normale Reaktion auf diese heftige Dosis von belastenden Lebensereignissen.

Wenn du Symptome von Depression an dir feststellst, wäre es eher eine reaktive Depression.

Ich glaube, das es gut ist, wenn du dir Unterstützung suchst – du solltest dir nur nicht so viel Kopf machen, was da los ist.

Es ist absolut normal und typisch, was du da erlebst.

Wie gesagt... Diagnoseschock.

Dass kann einen schon mal ganz heftig von den Socken hauen und es ist auch typisch, dass du eher an anderen Ecken, nach der Ursache für deine Syptome suchst. Du verdrängst natürlich... :)*

D?er_rChrisx86


Naja ich sage ja nicht, dass es nicht AUCH an der Diagnose liegt, aber ich denke, dass mangelnde Bewegung und wenig Tageslicht so etwas noch verstärken.

K%almiARHEP


Hallo Chris, alle Begleiterscheinungen wie Neben- sich – Stehen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen, Appetit- und Antriebslosigkeit etc., gehören zum Erscheinungsbild vn Depressionen.

Ich stimme Tatua auch zu, dass es eine reaktive (und keine Winter-) Depression auf all die Veränderungen und den Diagnoseschock ist.

Du hast auch recht damit, dass dein Gehirn all die Erinerungen und Veränderungen nach dieser OP ebenfalls erstmal wieder ordnen muss.

Durcheinandergeschüttelte Erinnerungen (evtl. auch zeitweise Erinnerungslücken) scheinen mir (ich sehe es aus eigener Erfahrung so) zu den OP Nachwirkungen zu gehören.

Du hast also sozusagen einen Mix aus beiden Sachen.

Licht- und Bewegungsmangel können Depressionen verstärken. Darum hab ich dir auch empfohlen, täglich eine helbe Std. draussen spazieren zu gehen- egal, wie du dich gerade seelisch fühlst. Das solltest du dir zum regelmässigen Tagesablauf machen.

Den Gang solltest du wegen des Lichts, bei Tageslicht machen.

Wenn deine Op nun inzwischen bessser verheilt ist, kannst du möglicherweise auch schon eine halbe Std. zügig gehen, aber ohne zu schwitzen und mit mögl. wenig Anstrengung, damit kein Blutandrang im Kopf entsteht. Vom Joggen würde ich dir auf jeden Fall abraten, weil das den Kopfbereich beim Laufen zu sehr erschüttert.

Das kann schon hilfreich sein- vorausgesetzt, du ziehst das regelmässig durch.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei, und weiterhin gute Besserung!

LG

*:) *:) @:) @:)

kmein2steixn


@ Der_Chris86:

Es kann durchaus wirklich eine Winterdepression sein, oder Lichtmangel etc. Das haben (leider) viele Menschen.

Lass dir nicht einreden, dass es an der Diagnose, deinem Tumor oder sonst was liegt, wenn es nicht so ist – Punkt. Man erwartet häufig, dass Leute mit einer Diagnose wie deiner durch den Wind sind und doch psychisch leiden müssen – die Umwelt hat da ein ganz anderes Blickfeld drauf, aber wichtig ist, was du darüber denkst. ;-)

DFer_Chr"isJ86


Ich glaube einfach, dass da ALLE Faktoren zusammenwirken. Zum einen muss sich mein Hirn von der OP wieder ordnen, dann kommt die Diagnose und dass ich die meiste Zeit alleine zu Hause verbringe und realisiere, wie sehr sich mein Leben durch die Trennung von meiner Frau verändert hat.

Da Bewegungsmangel und Tageslichmangel auch noch eine Depression hervorrufen können erscheint es mir langsam als logisch, dass es mir so geht. Ich empfinde es vielleicht auch nur als so stark, weil ich so etwas noch nie wirklich hatte. Wenn ich darüber nachdenke, wie es anderen Leuten mit nur einem meiner Faktoren geht, stelle ich fest, dass es mir trotz allem verglichsweise gut geht.

Trotzdem hoffe ich, dass sich meine Psyche bald wieder geordnet hat.

Für mehr Meinungen und Erfahrungen bin ich jedenfalls sehr dankbar. :)z

Dver_CQhris86


So endlich war ich beim Neurologen, der zum Glück auch Psycharter ist. Er meinte, dass er nicht glaubt, dass ich eine Psychose oder ähnliches habe. Auch eine RICHTIGE Derealisation schlißt er aus, da ich ja alles richtig zuordnen kann. Alles in allem wohl nichts ungewöhnliches für meine Situation und er schien auch nicht sonderlich besorgt, da er auch schnell gemerkt hat, dass ich meine Lebensfreude nicht verloren habe. Wir haben sehr viel gelacht :-D

Auch meine Diagnos ordnet er noch nicht ganz so schlimm ein, weil er auch ein paar Patienten hat, die vor 5-7 Jahren die Diagnose Glioblastom bekamen und es geht ihnen gut.

Auch die Tatsache, dass sich im Hirn noch einiges ordnet spielt da eine Rolle. Wie schon erwartet ein Zusammenspiel von allem.

Mir wurde auch noch Johanneskraut verschireben, was mir bei meiner Depression wohl ein wenig helfen soll. Hat jemand Erfahrung mit dem Zeug?

HPerjoxa


P-sta spag. Peka ist mein Nothelfer. Enthalten sind ausschließlich homöopathische Substanzen und auch "Piper methysticum - Kava-Kava"in homöopathische Form. Kava-Kava ist im Moment nicht erhältlich, die Zulassung ruht - aus welchem Grund auch immer - :(v

Ich nehme bei Bedarf 3 mal 20 Tropfen und nicht wie in der Packungsbeilage angegeben: höchstens 6 mal 5 Tropfen.

D1er__ChJrisx86


@ Heroja

???

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