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Borreliose vs MS ?

GNarpz3x1 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

aufgrund des typischen MRT und Liqour-Befundes wurde bei mir eine MS diagnostiziert. Aus folgenden Gründen geht mir die Möglichkeit Borreliose nicht mehr aus dem Kopf:

Bereits in der Kindheit hatte ich immer wieder

- unerklärliches Fieber

- Motorikstörungen

- geschwollene Lymphknoten

Eine erhebliche Besserung meines Gesamtzustands konnte immer wieder nach der Einnahme von Antibiotika beobachtet werden. Es ging mir immer wesentlich besser als vor der Behandlung.

Heute habe ich rote Flecken im Bereich der linken Wade und im Fuß. Diese kann sich bisher kein Mediziner erklären. Die Lymphknoten sind immer noch permanent stark geschwollen. Mein Neurologe ist ratlos. Ein Elisa-Test war negativ.

Kann man über einen Zeitraum von 20 Jahren an Borreliose leiden? Kann es sinnvoll sein, mal auf Verdacht 6 Wochen Doxicyclin einzunehmen?

Bin für jeden Denkanstoß dankbar.

Antworten
v~annxi


Hallo,

erstmal zu Deinen Fragen: Man kann auf jeden Fall 20 Jahre an Borreliose leiden, sogar für immer, auch wenn sie behandelt wird.

Doxy 6 Wochen zu nehmen ist wenig sinnvoll, da dieses Medikament nur in der Frühphase der Borreliose was bringt. Später muß eine Kombinationstherapie von 2 ABs gemacht werden. Aber was sagt denn Dein Arzt dazu? Würde er Dir einfach so die Medikamente verschreiben?

Ich denke eigentlich nicht, dass du Borreliose hast, hast doch den Befund MS. Außerdem wurde Dir Blut und sogar Liquor abgenommen. Allerdings weiß ich selber dass die Tests nicht immer zuverlässig sind.

Würde mich mal nicht verrückt machen!

Gruß,

M{axxS


Re: Borreliose vs MS

Hallo,

ein Elisa Test hat bei den unzuverlässigen Borreliosetests noch gar nichts zu sagen. Die Befunde im MRT zeigen "nur" Entzündungsherde, ob die z.B. von MS oder Borreliose kommen, kann man nicht sehen. Auch der Liquorbefond (oligoklonale Banden) ist nur ein Marker für chronische Entzündungen und nicht ausschließlich MS.

Geschwollen Lymphknoten und rote Flecken haben nichts mit MS zu tun. Ob es Borreliose ist, bleibt natürlich zweifelhaft, ein Ansprechen auf Antibiotika ist jedoch ein Hinweis. Wenn du Zweifel hast, würde ich mich von einem Borreliose Experten untersuchen lassen, die Neurologen haben meist viel zu wenig Kenntnis dazu. Einen solchen Experten findest du am einfachsten über eine Boreliose Selbsthilfegruppe. Adressen unter [[http://www.borreliose-bund.de]]

Gruß Max55

G(arxp31


Hallo,

vielen Dank für die Antworten. Ich glaube, mein Arzt würde mir schon Doxicyclin aufschreiben. Ich würde es gern testen und den Erfolg oder Mißerfolg beobachten. Kein Labor dieser Welt ist in der Lage, eine Borreliose zu 100% festzustellen. Also warum nicht? Was meint ihr?

voajnnsi


@garp31

Wie gesagt,Doxy allein reicht bei einer Spätborreliose nicht, wenn dann Kombinationstherapie!!!!

G arpx31


es geht mir in erster Linie darum, evtl. eine Wirkung zu beobachten.

G0arp3x1


Hallo,

der Versuch zeigt Wirkung....... ich nehme erst seit ein paar Tagen Doxycyclin und mache einige interessante Effekte aus:

- Gelenke schmerzen

- starkes nächtliches Schwitzen

- Lymphknoten extrem angeschwollen

aber auch:

- deutliche Verbesserung bei durch Sehnerventzündung geschädigtem Auge.

Es ist auf jeden Fall eine bakterielle Infektion (welcher Art auch immer) vorhanden. Der LTT steht noch aus....bin sehr gespannt...

VG

vPanillJestZangerxl


hallo garp !!!

also ich denke borreliose kannst du ausschliessen. soweit ich informiert bin, gibt es klare hinweise im liquor. bei einer viralen oder bakteriellen entzündung (zb borreliose, meninigitis usw) sind die Ig G werte niedgriger als normal. bei einer autoimmun erkrankung (zb MS, syringomyelie, immunvaskulitis, sarkoidose, etc) sind die Ig G werte erhöht. daher kann man beides sehr gut unterscheiden.

ich denke also nicht, dass du borreliose hast. und es stimmt in sehr seltenen fällen, ist borreliose chronisch, da sie nicht gleich erkannt wird und schon nach zwei unbehandelten wochen leider chronisch ist.

liebe grüsse und alles gute

vanillestangerl

ps: auch ich habe MS und ständig geschwollene lymphknoten. ich hoffe dir ist klar, dass eine autoimmun erkrankung bedeutet, dass der eigene körper gegen einen arbeitet. dass es keine typischen symptome gibt. bei 1000 patienten gibt es 1000 versch. symptome und verläufe. mir kommt es so vor, als wenn du krampfhaft nach anderen erkrankungen suchst. hör damit auf. du schadest dir damit. jede aufregung erhöht das risiko eines neuen schubes, der sich auch mal mit hohem fieber oder roten flecken äussern kann !

M9axS


Hallo vanillestangerl

"also ich denke borreliose kannst du ausschliessen. soweit ich informiert bin, gibt es klare hinweise im liquor. bei einer viralen oder bakteriellen entzündung (zb borreliose, meninigitis usw) sind die Ig G werte niedgriger als normal. bei einer autoimmun erkrankung (zb MS, syringomyelie, immunvaskulitis, sarkoidose, etc) sind die Ig G werte erhöht. daher kann man beides sehr gut unterscheiden"

Denke du liegst damit nicht richtig, so einfach ist die Diagnostik auch nicht. Anhand der IgG Werte kann man das nicht so einfach abschätzen. Außerdem wer sagt denn dass MS eine Autoimmunerkrankung ist ?

Dieses ist bisher nur ein reine Vermutung genau so wie evtl. infektiöse oder andere Möglichkeiten !!!

Und bei der bekannten Unsicherheit und Fehlerquoten bei der Borrelioseserologie ganz zu schweigen.

Deshalb ist die Diagnose der Borreliose ebenso die der MS nur mehr oder weniger sicher aus verschiedenen Puzzle Bausteinen zu stellen. Nur wird die Borreliose meist schon nach einem einzigen Labortest die z.T. eine Zuverlässigkeit von weniger als 50% haben vorschnell ausgeschlossen. Bei MS kann auch de Arzt viel mehr verdienen da es hierfür kein Budget gibt. Bei den teuren Borreliosepatienten zahlt der Arzt meisten darauf da diese voll unter dem Budget unterliegen.

Max55

Rtotbacfhfisxch


Re.Borelliose

Hallo,

so einfach ist es auch nicht,mein Mann hat eine Nervenwasseruntersuch und es war "nur" das Eiweiß leicht erhöht.Blutuntersuchungen war negativ.Kein Verdacht auf Borreliose.Krippeln,brennen am ganzen Körper(hab die Bewwwwschwerden schon öfter im Forum beschrieben),Schmerzen am ganzen Körper.

Nachdem alle Untersuchungen bei allen Ärzten gemacht wurden.Nie war ein Befung da,kurz man hat nichts gefunden.,wurden bei meinenMann Panik-und Angsattacken festgestellt. So einfach machen sich es unsere Ärzte.

Letzte Woche Waren wir beim Heilpraktiker der Blut abgenommen hat,und jetzt im Feinstofflichen Bereich des Körpers eine Borelliose da ist.Außerdem eine Spritzmitteel-Vergiftung und eine Konservierungsmittel-Vergiftung.

Wir werden sehn,wie die Behandlung anschlägt.

Wünsche allen leidensgenossen alles Gute und nicht aufgeben.

Servus liebe Grüße

vkanillesItanxgerl


Tja, da muss ich gleich noch was posten *ggg*

rotbachfisch: ich kann dich mehr als gut verstehen, meine MS hat man auch nicht in 4 wochen festgestellt. ich habe 10 schlimme jahre hinter mir, wo man mir auch nicht helfen wollte. mich als spinner und hypochonder abgestempelt hat. und jetzt nach so vielen jahren, habe ich eine diagnose. also nicht aufgeben und kämpfen !!! auch wenn es sehr zermürbend ist !!!

max: es gibt nicht sehr viele dinge, die sicher sind. aber eines ist sicher MS (und auch alle anderen erkrankungen dieser art) ist eine chronisch entzündliche autoimmun erkrankung des zentralnervensystems !!! und keine vermutung wie du es hier gepostet hast in deinem thread. ich habe zahlreiche artikel, wissenschaftliche berichte, forschungsergebnisse etc über diese autoimmunerkrankungen gelesen. das funktioniert so: der körper glaubt, dass die nachwachsenden nerven erreger sind und frisst diese auf. dadurch kommt es zu entzündungen (akuter schub) und anschliessend zu einer vernarbung. diese vernarbungen lösen alle bleibenden und dauerhaften beschwerden aus. ohne kontrastmittel sieht man beim MRT NUR diese vernarbungen. mit kontrastmittel sind auch akute entzündungen sichtbar. ausserdem ist es so, dass bereits nach dem 2. schub ein eindeutiges ergebnis im liquor nachzuweisen ist. nicht nur anhand der Ig G werte, es gibt auch einen streifchentest, der ganz klar NUR für MS spricht, der zu 95 % anschlägt. leider schlägt er bei 5 % aller patienten erst nach meheren schüben an. dank der dreisäulen-diagnostik ist dieser streifchentest für eine diagnose nicht bindend. ich weiss nicht woher du deine infos hast, aber finde es traurig so eine meinung weiterzuverbreiten. weil sie schlicht weg nicht stimmt.

zur borreliose möchte ich sagen, dass die blutuntersuchung wirklich schreckliche fehlerquoten hat, wie du sie beschreibst. schlimm genug, dass ärzte trotz eindeutiger symptome, keinen liquortest machen. aber im liquor ist eine bakterielle infektion sehr wohl auch schon in den ersten 2 wochen einer erkrankung sicher feststellbar!!! ausserdem kann ich zur borreliose nur folgendes sagen (habe mich auch informiert, weil auch diese möglichkeit bestand vor meiner letzten untersuchung): borreliose ist wesentlich einfacher zu behandeln als MS. das grosse problem dabei ist, dass es die meisten ärzte dadurch auf die leichte schulter nehmen und dabei vergessen, dass auch borreliose eine schwere erkrankung des zentralnervensystems ist!!! leider ist das die traurige wahrheit.

ich persönlich habe 10 jahre gesucht und nun einen arzt gefunden, dem ich vertraue. der mich und meine krankheit ernst nimmt und mich in die entscheidung meiner behandlung voll einschliesst. mich umfassend berät und jederzeit für meine fragen da ist.

ich wünsche allen, dass sie nicht aufgeben und auch wenn es mal 10 jahre dauert, so wie bei mir >>> jedes blinde huhn findet mal ein korn.

das beweist wohl meine geschichte!!!

alles, alles liebe

vanillestangerl

MHaxxS


Hallo Vanillestangerl,

dass MS eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems ist stimmt, aber nur dass dieses eine Autoimmunerkrankung ist, ist bisher nur eine Vermutung, bewiesen ist dieses noch lange nicht nicht. Auch ist es nicht bewiesen dass es überhaupt "die MS" als eigenständiges Krankheitsbild gibt. Bei der Krankheit mit den tausend Erscheinungsformen und verschiedenen Verlaufsformen ist es schon sehr wage eine einzige Ursache zu vermuten solange diese noch gar nicht bekannt ist. Es erscheint durchaus logischer dass sich unter dem Sammelbegriff MS verschiedene Ursachen versammeln. Hier z.B. eine Aussage von der Uni MS Neurologie:

"Es ist ungewiß, ob die klassische MS eine einzelne Erkrankung darstellt, oder ob sich unter den verschiedenen Verlaufsformen unterschiedliche Krankheitsentitäten versammeln. Unklar ist auch die Beziehung der MS zu den selteneren entzündlich-demyelinisierenden ZNS-Syndromen, wie z.B. akute disseminierte Enzephalomyelitis"

Zum eindeutigen Ergebnis im Liquor, möchte ich nur bemerken es gibt bisher keinen einzigen eindeutigen Test der eine MS beweist. Selbst die viel zitierten oligoklonalen Banden sind zwar ein Hinweis aber beweisen eine MS keinesfalls, den diese Banden sind nur ein Marker für chronische entzündliche Vorgänge im ZNS, die nachweislich auch z.B. bei chronischer Borreliose oder anderer chronischer ZNS Infektion auftreten.

"Im liquor ist eine bakterielle Infektion sehr wohl auch schon in den ersten 2 wochen einer erkrankung sicher feststellbar!!! " Es kann sicher in manchen Fällen bereits nach 2 Wochen eine Infektion nachgewiesen werden, aber in der Mehrzahl der Fälle ist dieses aber noch nicht möglich.

Lese doch mal das "Epidemiologisches Bulletin Lyme-Borreliose Empfehlungen zur Diagnostik-Therapie 22_98" vom RKI oder noch besser die "MIQ12-2000, Quality Standards for the Microbiological Diagnosis of Infectious Diseases, Lyme Borreliosis":

Zu erwartende positive Ergebnisse beim Antikörpernachweis, Stadium I = 20-50% das heißt in 50-80% der Fälle kann dieses noch nicht nachgewiesen werden. Aber du kannst es ja mal mit Kultur oder PCR versuchen: dort sind die zu erwartenden positiven Ergebnisse (Nachweisrate) bei Neuroborreliose II (im fortgeschrittenen Stadium) gerade mal 10-20%.

Soviel zu deiner Meinung dass diese bereits nach 2 Wochen im Liquor "sicher" nachweisbar ist. Dazu ist auch noch nebenbei zu bemerken dass es sich bei einer Neuroborreliose um einen Sonderfall der Borreliose handelt der nur bei ca. 10% aller Borreliosen vorkommt. Also beträgt z.B. die Nachweisrate bei einer Liquoruntersuchung mit Kultur oder PCR also die Chance damit eine vorhandene Borreliose im fortgeschrittenen Stadium festzustellen gerade mal 1-2% !!! und das willst du als "sicher feststellbar" bezeichnen ???

Deshalb bin ich genau deiner Meinung:

"aber finde es traurig so eine meinung weiterzuverbreiten. weil sie schlicht weg nicht stimmt."

Nichts für ungut hoffe du nimmst diese Diskussion nicht übel

Alles, alles liebe

Max

N(eti


Re: Borreliose

Ich leide seit 2 Jahren an einer chronischen Borreliose. Bei mir beschränken sich die Folgen auf Dauernervenschmerz in den Vorderfüßen. Ich nehme seit 40 Tagen Doxi, von einer Kombitherapie habe ich noch nichts gehört. Allmählich bin ich am verzweifeln :-(

Grüße Neti

mwedellektra


Hallo,

guckt euch mal im borrelioseforum.de um, da findet ihr viele infos.

Vielleicht hilft das weiter. Ich habe dort vieles gelesen, was mir bei meiner Diagnose sehr geholfen hat/hilft.

Dort kann man auch nach einem Spezialisten in der Nähe des Wohnorts fragen.

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