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Nachbar evtl. dement.. wie als Außenstehender reagieren?

S}f-ogl(iatselle hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe einen Nachbarn – 80 – den ich seit Kindheit kenne. Seine Frau und er wohnen schräg über mir. Letzte Woche ging ich in meine Wohnung und er war am Briefkasten und fragte mich verwundert: Wohnen Sie auch hier? (Wir duzen uns seit ich denken kann).. Ich sagte, ja ich wohn auch hier. Ganz freundlich.. oh, na man sieht sich auch nicht immer..

An diesem Tag sprach mich seine Frau an. Wenn er was komisches sagt, ich solle nicht schlecht denken, er sei krank. Ich versicherte ihr, dass es ok sei.. sie soll sich keine Gedanken um mich machen, wenn was ist, helfe ich ihr. Sie soll es nur sagen.

Dann heute klingelts.. er stand da und wollte mit mir reden. Ok.. Wie oft ich in den Nachbarort fahre. Ich sagte, eher weniger, aber was brauchst Du denn, ich kann Dich gern fahren. Er will ausziehen. Alle sind gegen ihn.. Ich versuchte ruhig auf ihn einzugehen: Mach kein Mist. Du hast ne tolle Frau, ihr habt ne schöne Wohnung. Wirst doch an Neujahr nicht alles wegwerfen. Er hat sich umstimmen lassen.. aber blieb bei der Einstellung er müsse weg..

Vorhin hat ihn mein Vater vom Dachboden geholt. Er war auf dem Weg, sich neue Kleidung zu holen...

Ich will mich nicht einmischen. Die haben nur einen Sohn noch, der hier ne halbe Stunde weg wohnt. Seine Frau sagte, er will nicht behandelt werden, er sei nicht bekloppt. Sie ist am Boden..

Wie gesagt, es geht mir im Prinzip nichts an.. aber wenn er mich so anspricht.. wie kann ich reagieren, was sollte man tun? Wenn ich ihn abblitzen lasse, wäre das auch nicht förderlich.

Keine Ahnung.. ich weiß auch nicht, ob es Demenz ist.. ich tippe drauf. Er hat wohl oft auch "lichte" Momente. Aber wenn nicht, ist es heftig..

LG

Antworten
Kuleine9waldfxee


Hui, das ist eine schwierige Situation. Aber fakt ist sollte es isch um beginnende Demzen oder Alzheimer handeln muss das so schnell wie möglich behandelt werden. Versuche seine Frau zu unterstützen, natürlich nur wenn du die Zeit dazu hast, indem Einkäufe erledigst, bei ihrem nann vorbei schasu wenn Sie nicht da ist etc. Aber erst mal muss es diagnostiziert werden. Das der Mann da auch so ungehalten reagiert ist völlig normal, denn er merkt ja, das mit ihm was nicht stimmt. Und es ist sehr schwer für Betroffene und Angehörige, mit dieser erkrankung umzugehen. Wichtig ist auch zu wissen das er früher oder später eine Vollzeitbetreuung braucht, das heißt er wird möglicherweise irgnedwann in ein Seniorenheim müssen.

Was ist denn mit dem Sohn? Weiß er davon? Kümmert er sich um seinen Vater? unterstützt er seinen vater?

daist6an8ce y1


Das ist zugegeben eine schwierige Situation. Zumal es auch nicht ungefährlich ist.

Vllt. kannst du seiner Frau mal einige Anlaufadressen geben:

[[http://www.google.de/#hl=de&sa=X&ei=vkAAT4-UMYfusgb_trSsDg&ved=0CFsQvwUoAQ&q=beratungsstelle+f%C3%BCr+demenzkranke&spell=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.,cf.osb&fp=ec87f16760b2a6fd&biw=1600&bih=718]]

wo sie sich beraten lassen kann. Früher oder später muss sich die Familie Hilfe und Rat holen. Du kannst eigentlich nur deine Hilfsbereitschaft in einem gewissen Rahmen signalisieren.

Allein die Tatsache, dass dein Nachbar sich unorientiert im Haus bewegt, ist unheimlich.

Viel Glück.

Syfoglciatelxle


Danke Dir. Sein Sohn kommt einmal die Woche ein zwei Stunden.. Kümmern, eher weniger.. Ob er was weiß, keine Ahnung.. Sicher denke schon, weil letzens an Weihnachten waren alle zusammen zum Essen... ich denke fast, sowas ist nicht zu verheimlichen, auch wenn er grad keinen so nen Schub hat..

Er starrt auch so.. das macht mir Angst...

Seine Frau sagte mir, dass er eigentlich medizinische Rundum-Betreuung (Heim) bräuchte. Aber er wehrt sich mit Händen und Füßen. Deshalb wohl auch der Plan, er müsse ausziehen. So sagte er: Er muss raus..

Ich hoffe, ich kann sie heut oder morgen abfangen.. er wollt schon mit dem Auto abhauen. Aber das ist in seinem Zustand nicht nur eine Gefahr für ihn...

Ich würd sie schon gern sofort ansprechen, aber ich hab Angst, dass er sich übergangen fühlt und alles nur noch schlimmer wird. Dass er vielleicht aggressiv wird, was bei Dementen oft vorkommen soll.

Versuchen, mit dem Sohn Kontakt aufzunehmen ???

S8f9ogli|atelxle


Distance, ich werd mit ihr reden.. ich weiß nur nicht, wie es richtig ist. Ich schrieb schon, dass es mir am liebsten unter 4 Augen wäre...

KDleineTwaludfexe


Ich hoffe, ich kann sie heut oder morgen abfangen.. er wollt schon mit dem Auto abhauen. Aber das ist in seinem Zustand nicht nur eine Gefahr für ihn...

Dann darf er untrer keinen Umständen mehr auch nur eine Stunde alleine gelassen werden. Nehmt ihm die Autoschlüssel ab. Versucht gemeinsam erst mal die Wohnung des paares sicher zu machen. Das heißt spülmittel, meseer etc. sicher verwahren. Wenn es ganz arg wird und außer Kontrolle gerät, könnte vielleicht erst mal eine Zwagseinweisung ins Krankenhaus helfen.

Wie ist er denn psychisch sonst so? Eher labil und jemand der vielleicht eine Dummheit begehen würde aus verzweiflung? Oder eher stabil?

K)leine+waldxfee


Ich würd sie schon gern sofort ansprechen, aber ich hab Angst, dass er sich übergangen fühlt und alles nur noch schlimmer wird. Dass er vielleicht aggressiv wird, was bei Dementen oft vorkommen soll

Das kann passierten das der betroffenen aggressiv wird, muss aber nicht. Ich hatte 8 Wochen Praktikum im Altersheim auf der dementenstation und diese Erkrankung zeigt sich sehr unterschiedlich.

S,fogli~atenlle


@ Kleinewaldfee,

das weiß ich nicht. Auf mich hat er immer einen soliden, freundlichen Eindruck gemacht. Aus deren Wohnung kam nie Schreierei. Sie sind immer zusammen spazieren gewesen am frühen Nachmittag, im Urlaub..

Autoschlüssel wäre wichtig.. Ja, Messer.. Mein Gott... Ich muss sehen, dass ich mit ihr rede...

SBchli^tzaxuge67


Ansprechpartner ist der Hausarzt. Oder überhaupt ein Arzt. Oder der psychosoziale Dienst.

SEfoglUiate(lle


Schlitzauge, wenn sie sich nicht hin traut, darf ich den Arzt bitten mal vorbei zu schauen oder wäre das vermessen?

Pcauliynex11


Nehmt ihm die Autoschlüssel ab.

Ich kannte einen Dementen, der darauf am übelsten reagiert und sich nur noch auf die Autoschlüssel versteift hat. Deshalb hat er sie zurückbekommen, nachdem jemand aus der Familie das Zündkabel (?, weiß ich nicht mehr sicher) entfernt hatte, so dass das Auto nicht mehr funktioniert hätte.

S%fogl$i:atellxe


Gott, das macht mir Angst..

d3ist5anceG 1


Ja genau, der Sozialpsychatrische Dienst (SPD) oder der Hausarzt. Ich denke schon, dass du das machen kannst. Denn was passiert, wenn er wirklich mit dem Auto losfährt, nicht auszudenken.

Der Vater meiner Freundin ist auch dement und sie mussten ihn schon oftmals nackt von der Polizeistation abholen, weil er nachts das Haus unbemerkt verlassen konnte.

Außerdem stellt er für sich und andere eine Gefahr dar.

Ich würde an deiner Stelle aktiv werden. Letztendlich ist es auch für dich eine Beruhigung.

SvfogliatCexlle


Ja, da hast Du recht... wenn er mich nicht angesprochen hätte und ich es nicht mitbekommen hätte, wäre es noch was anderes.. aber so..

Außerdem, wenns doch mal eskaliert... ich hab ein Kind..

Ich halt Euch auf dem Laufenden..

Apropos Zwangseinweisung: Hier wird doch der Aspekt erfüllt Gefahr für sich und andere, wenngleich wir nicht von Suizid sprechen, oder?

d-is2t1ance x1


Nein, Suizid ist wohl nicht das Thema. Aber du hast ein Kind und die Gefahr, dass was passiert ist schon groß.

Was bringt es dir, ewig in Angst zu leben, dass was passieren könnte. Muss ja nicht gleich zum Äußersten kommen.

Und da die Frau hilflos scheint, muss jemand anderes etwas unternehmen.

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